Archiv für Mai, 2007

Tagging fürs Dateisystem?

Veröffentlicht: Donnerstag, Mai 31, 2007 in Tools, Web 2.0

Ich frage mich, ob es nicht besser wäre, Dateien genau wie Bookmarks zu taggen und nicht in hierarchischen Ordnerstrukturen abzulegen. Es müsste dann einen Ort geben, an dem alle Dateien liegen. Durch Angabe eines oder mehrerer Tags wird dann die Dateiliste entsprechend eingeschränkt (also im Prinzip genauso wie bei del.icio.us).

Natürlich (wie immer) ist man nicht der erste, der sich so etwas überlegt. Ideen dazu gibt es auf content-space.de, bei deep-resonance.org und bei kiesows.de. Umsetzungen scheint es auch schon zugeben, z.B.

  • openomy beispielsweise ist ein Online-File-Storage-System, das Tagging bietet.
  • Systagger ist ein Tool, das als Aufsatz auf das normale Dateisystem fungiert und das Taggen von Dateien ermöglicht. (Ausprobieren konnte ich es leider nicht, da der Download-Link momentan nicht funktioniert)
  • (bei content-space.de gibt es die Beschreibung weiterer Ansätze)

Sowohl die Ansätze von openomy und systagger stimmen mich nicht zufrieden: Dateien online abzulegen ist zumindest momentan noch nicht praktikabel. Man hat schließlich nicht immer einen Online-Zugang, und man möchte auch nicht jede Datei auf fremden Servern ablegen. Die zweite Variante (systagger) ist ebenfalls nicht zufriedenstellend, da die Tags in einer zusätzlichen Datenbank abgelegt werden. Was passiert, wenn man eine externe Festplatte mitnimmt und woanders verwenden möchte? Dann liegen dort die Tags nicht mehr vor. Außerdem gefallen mir solche Aufsätze prinzipiell nicht. Ich möchte ein Filesystem haben, das von sich aus Tagging anbietet…

Wieder einmal ein grandioses Buch gelesen: “Engines for Education” von Roger C. Schank und Chip Cleary. Thema: Wie uns Computer helfen können, aktives, selbstbestimmtes und entdeckendes Lernen zu fördern. In dem Buch werden verschiedene Formen des Lernens beschrieben und jeweils mit überzeugenden Beispielen aus der Software-Schmiede des Institute for the Learning Sciences untermauert. Folgende Lernformen werden aufgegriffen:

  • Learning by Doing
  • Incidental Learning
  • Learning by Reflection
  • Case-Based Teaching
  • Learning by Exploring
  • Goal-Based Learning

Die Autoren vertreten teilweise sehr extreme Positionen, begründen diese aber immer sehr überzeugend. So fordern Sie beispielsweise den Verzicht auf starre Curricula und die bedingungslose Orientierung an den Interessen der Lernenden. Auch wenn manche Aspekte vermutlich im heutigen Schulalltag in voller Gänze nicht umzusetzen sind, vermittelt dieses Buch aber eine sehr positive Grundstimmung: “School should be fun. [...] Mostly, they [the students] should be learning that learning is fun. They should be learning that expanding one’s horizons is fun, that learning you were wrong about something is not so painful, and that taking an educational risk is worth doing. They should be learning that school is a good place to do these things. [...] But there is no reason children cannot have intellectual fun, cannot be excited by ideas, and cannot be challenged to acquire new knowledge. Natural learning is a basically enjoyable thing to do. Two-year-olds love to learn. Many adults love to learn. Only school-age children associate learning with fear of failure. We must get the fear of failure out of the school system.” (S. 217-218). Ich finde, dieser Absatz ist wahnsinnig gut formuliert (manchmal habe ich den Eindruck, amerikanische Autoren können so etwas besser formulieren als deutsche Autoren) – und so ist das ganze Buch.

Das Buch gibt es übrigens auch online in einer Hypertext-Variante. Viel Spaß beim Stöbern.

[Update] Ich hab die Literaturangabe vergessen: Schank, R. C. & Cleary, C. (1995). Engines For Education. Hillsdale, NJ: Lawrence Erlbaum Associates.

Supermarkt 2.0

Veröffentlicht: Mittwoch, Mai 30, 2007 in Fun, Web 2.0

In Uli Piepers Weblog bin ich heute auf das hier gestoßen: Supermarket 2.0. Ansehen! :-)

Intuitiv anschauliche “Beweise”

Veröffentlicht: Mittwoch, Mai 23, 2007 in Mathematics

Begründen und Beweisen sind zentrale Kompetenzen im Fach Mathematik. Im Mathematikunterricht müssen Begründungen, Argumenten und auch Beweisen ein adäquater Raum gegeben werden. Streng formale Beweise bestimmter Sachverhalte sind jedoch oft nicht angemessen: In vielen Situationen sind anschauliche Begründungen sinnvoller – nämlich dort, wo es darauf ankommt, Schüler beim Aufbau passender Vorstellungen zu unterstützen.

Im Blog DIE mathematiKLernseiten gab es hierzu neulich einen Artikel. Ich möchte noch ein Beispiel hinzufügen, das ich neulich in einer Vorlesung angeführt habe. Es geht um den Sachverhalt, dass die Summe der ersten n ungeraden Zahlen eine Quadratzahl ergibt. Also:

  • 1 = 1
  • 1 + 3 = 4
  • 1 + 3 + 5 = 9
  • 1 + 3 + 5 + 7 = 16
  • usw.

Formal kann man das so beweisen:

Quadratzahlen Formaler Beweis

Dieser Beweis (obwohl formal korrekt) führt aber nicht zu tieferen Einsichten über den Sachverhalt – im Gegensatz zu einer Art der Begründung, die Wittmann und Müller (nach Branford) “intuitiv anschaulichen Beweis” nennen. Dieser könnte so aussehen:

Quadratzahlen intuitiv anschaulich

Strenggenommen handelt es sich dabei nicht um einen Beweis, sondern um eine Begründung an der Anschauung. Wichtig dabei ist, dass es sich nicht um die Begründung an einzelnen Beispielen handelt. In der Struktur der Veranschaulichung muss die Allgemeinheit deutlich werden (siehe rechte Konstellation). Vorteil: Diese Form der Begründung kann “Aha”-Erlebnisse vermitteln und führt zu einer echten Einsicht des Sachverhalts.

Alles läuft im Browser

Veröffentlicht: Freitag, Mai 18, 2007 in Fun

Eben gefunden bei dot-cube:

Sprichwörtlich daneben

Veröffentlicht: Freitag, Mai 18, 2007 in Fun, Language

Immer wieder witzig sind “Sprichwort-Ausrutscher”: Menschen verdrehen Sprichwörter, verwenden sie in falschen Kontexten oder mischen sie fröhlich durcheinander. Ein paar Beispiele dafür gibt es beim Zwiebelfisch.

Neulich meinte ein Bekannter zu mir: “Diese Leute darf man nicht alle über einen Tisch kehren.” Über einen Tisch kehren? Vermutlich meinte er “über einen Kamm scheren”. :-) Naja, so etwas sollte man nicht unter den Teppich kehren oder unter den Tisch fallen lassen – ansonsten wird man womöglich noch über den Tisch gezogen…

1967er Zukunftsvisionen

Veröffentlicht: Freitag, Mai 11, 2007 in Fun

Genial – so stellte man sich 1967 die Kommunikationstechniken im Jahre 1999 vor: Video.

(via media-ocean)

[Update:] Ebenso genial: Ich merke gerade, dass man sich in der hübschen Snapshot-Blubberblase, die aufgeht, wenn man mit der Maus über den “Video”-Link oben fährt, das google-Video direkt ansehen kann…

Digitale Schultasche

Veröffentlicht: Mittwoch, Mai 2, 2007 in School, Tools

Eben bin ich in der ZUM-Informatik-Mailingliste auf die Digitale Schultasche gestoßen. Dabei handelt es sich um ein Softwarepaket mit kostenloser Software, das auf einem USB-Stick Platz hat. Den Gedanken finde ich gut: So muss z.B. die Softwarenicht auf den Schulrechnern installiert (und aktuell gehalten) werden. Außerdem haben die Schüler auch zu Hause (oder sonstwo) dieselbe Arbeitsumgebung.

Folgen: Wie geht’s weiter?

Veröffentlicht: Dienstag, Mai 1, 2007 in Mathematics

Jeder kennt die klassische IQ-Aufgabe “Wie geht die Zahlenfolge weiter?”.

Beispiele:

  •  2, 4, 6, 8, ?, ?, ?
  • 1, -2, 4, -8, 16, -32, ?,  ?,  ?
  • 3, 1, 4, 1, 5, ?, ?, ?

In der Veranstaltung “Mathematik und der Rest der Welt” haben wir neulich diskutiert, dass man anhand der ersten n Glieder einer Folge gar nicht beurteilen kann, wie sie weitergeht, und dass – streng genommen – jede beliebige Fortsetzung gültig ist, selbst wenn diese kompliziert oder nicht sofort einsichtig ist. Aber selbst einfache Alternativen sind manchmal nicht leicht zu finden. Beispiel: Die Folge 3, 1, 4, 1, 5 könnte beispielsweise mit 1, 6, 1, 7, 1, 8, … fortgesetzt werden, aber auch für 9, 2, 6, … gibt es eine einfache Erklärung (Hä? :-) Wer’s nicht selbst rausbekommt – die Lösung steht auf der Wikipedia-Seite zu Folgen). Die Mathematik hält bessere Methoden parat, unendliche Objekte wie Folgen mit endlichen Mitteln zu beschreiben, beispielsweise die Angabe einer Funktionsvorschrift.

Jetzt bin ich im Weblog von Thomas Fischer auf The On-Line Encyclopedia of Integer Sequences gestoßen. Dort kann man Zahlen eingeben, und die Datenbank liefert Folgen, die diese Sequenz enthalten. Nett. Einfach mal die eigene Telefonnummer eingeben – vielleicht gibt’s ja ne Möglichkeit, diese etwas anders auf die Visitenkarte zu schreiben. :-)