Archiv für März, 2008

Weblogs als Werkzeug für das persönliche Wissensmanagement

Veröffentlicht: Mittwoch, März 26, 2008 in Web 2.0

Es ist immer wieder inspirierend, eine Sache aus einer anderen Perspektive zu sehen. So erging es mir beim Lesen des Artikels Lehren als Wissensarbeit? Persönliches Wissensmanagement mit Weblogs von Gabi Reinmann. Ich habe mich bislang wenig mit Wissensmanagement auseinandergesetzt. Gerade im Zusammenhang mit Weblogs ist mir jetzt aber (noch) klar(er) geworden, dass ich mit meinem Weblog mein persönliches Wissen manage. Das heißt: Ich wusste vorher schon, dass ich mein Weblog zur Konstruktion und Speicherung persönlichen Wissens und auch kollaborativ konstruierten Wissens (durch den Austausch über Kommentare) verwende. Mir war aber nicht klar, dass dies unter den Begriff Wissensmanagement fällt. Sehr gut finde ich auch, dass Gabi Reinmann auf den Punkt bringt, wie wichtig die Wissensarbeit für Lehrende ist. Diesbezüglich konnte ich mich mit zahlreichen Aussagen des Texts identifizieren.

Sehr schön gefällt mir auch der Begriff Knowledge Blog, der in diesem Text erwähnt wird mit Rückgriff auf einen Artikel von Martin Röll (den ich auch unbedingt lesen muss). Gut, dass ich nun eine Kategorie habe, in die ich mein Weblog einsortieren kann: ich führe ein Knowledge Blog (d.h. ein Blog zum persönlichen Wissensmanagement). Ich mag den Begriff sogar so sehr, dass ich ihn in meinen Untertitel übernommen habe. :-)

Im Übrigen wird auch folgender Aspekt im Artikel von Reimann sehr schön dargestellt: ein Weblog verbindet persönliche und soziale Elemente (S. 54):

Persönliches Wissensmanagement im hier verstandenen Sinne stellt die Person ins Zentrum, ohne dabei die soziale Komponente auszuklammern, denn: Andere Personen aus dem nahen und fernen Umfeld einer Person bilden einen wesentlichen Teil der individuellen Wissensumwelt.

Insofern freue ich mich auf mein weiteres persönliches Wissensmanagement im Austausch mit meiner materialen und sozialen Wissensumwelt!

[via Portal für Persönliches Wissensmanagement]

Jetzt auch bei Facebook

Veröffentlicht: Donnerstag, März 20, 2008 in Web 2.0

Nachdem ich gestern eine Einladung nach Facebook bekommen habe und ich das ohnehin schon länger mal ausprobieren wollte, habe ich mir jetzt einen Facebook-Account geholt.

Gut finde ich an Facebook die folgenden Dinge:

  • die Möglichkeit, mein E-Mail-Adressbuch nach möglichen Kontakten in Facebook automatisch durchsuchen zu lassen
  • die Möglichkeit, flexibel verschiedene Netzwerke erstellen und bestehenden Netzwerken beitreten zu können

Was ich allerdings gegenüber XING vermisse, ist die Möglichkeit, zu (noch) unbekannten Personen die Verbindung über Bekannte und Bekanntenbekannte usw. anzeigen zu lassen. Oder habe ich diese Möglichkeit einfach noch nicht entdeckt?

Insgesamt bleibt bei mir der Eindruck: Facebook ist tendenziell eher ein Tool zur Pflege privater Netzwerke, XING eher zur Pflege geschäftlicher Kontakte. Ich mag mich aber täuschen.

Last but not James: Hier ist mein Facebook-Profil.

twittern

Veröffentlicht: Mittwoch, März 19, 2008 in Web 2.0

Nachdem ich jetzt festgestellt habe, dass es eine sehr komfortable twitter-Eingabemaske in Pageflakes gibt, habe ich mich wieder einmal entschlossen, etwas häufiger zu twittern. Mir ist immer noch nicht ganz klar, welchen Mehrwert twitter für meinen Alltag haben könnte, aber ich vermute, dass kann ich nur herausfinden, indem ich es eine Zeit lang mal ausprobiere.

Wer von euch nutzt Twitter und wie? Welche Vorteile seht ihr in Twitter? Und: Hat jemand Lust, mit mir gemeinsam mein Netzwerk auszubauen? Wenn ja, dann folgt doch einfach meiner Twitter-Line: http://twitter.com/cspannagel

Besuch im Mathematikum

Veröffentlicht: Dienstag, März 18, 2008 in Mathematics

Vor zwei Wochen haben wir einen Institutsausflug ins Mathematikum nach Gießen gemacht. Dort gibt es zahlreiche spannende “hands-on activities”, die einen zum Staunen und Grübeln bringen. Besonders beeindruckt haben mich die Seifenblasenformen in verschiedenen Halterungen (Würfel, Tetraeder, …). Außerdem lustig: Man kann sich selbst in eine Seifenhülle einhüllen, wie folgendes Foto eindrücklich belegt:

Christian in der Seifenhülle

Richtig gut finde ich am Mathematikum, dass es keine Erklärungen gibt. Das heißt: Man muss selbst denken! In vielen Situationen kann man heute irgendwo irgendwas nachschauen (was ja auch gut ist), aber darüber vergisst man häufig das eigene Denken. Das Mathematikum bringt einen immer wieder in Situationen, in denen man wirklich ins Nachdenken kommt, und falls man keine Erklärung findet, bleibt einem immerhin das Wundern und Staunen. Toll!

Integration (aber richtig)

Veröffentlicht: Dienstag, März 18, 2008 in Web 2.0

Mit Web-2.0-Diensten ist schon ein richtiger Schritt in Richtung Integration verschiedener Dienste gemacht worden. RSS-Feeds ermöglichen die Zusammenführung von Informationen von verschiedenen Stellen, und Mashups verbinden Dienste verschiedener Anwendungen, um dadurch eine neue Gesamtfunktionalität zu schaffen. Auf meiner pageflakes-Seite beispielsweise kann ich Informationen aus verschiedenen Anwendungen nebeneinander darstellen, indem ich entsprechende “Flakes” auswähle und anordne.

Was mir aber immer noch fehlt, ist die tatsächliche Integration der Information. Momentan stehen die Dienste in Web-2.0-Services oft nur nebeneinander, beispielsweise wenn man mehrere RSS-Feeds in getrennten Widgets irgendwo einbindet. Verknüpfungen zwischen den Feeds werden aber nur selten geboten.

Ich denke beispielsweise an die folgenden Szenarien:

  • Ich suche in einer Suchmaschine nach einem Begriff, beispielsweise “Social Software”. Neben den “normalen” Suchergebnissen wird mir außerdem angezeigt, dass ein Bekannter von mir in seinem Weblog gerade gestern über “Social Software” einen Artikel geschrieben hat, und dass ein anderer Freund vor zwei Tagen einen passenden Link in seinem Social-Bookmarking-Dienst abgelegt hat.
  • Ich schreibe einen Weblog-Artikel, beispielsweise über “Social Software”. Dabei erscheint unter dem Artikel ein Bereich, in der diejenigen Elemente aus RSS-Feeds angezeigt werden, die sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigen (natürlich nur diejenigen RSS-Feeds, die ich selbst abonniert oder entsprechend für diese Funktion angegeben habe).
  • Ich lese News und bekomme bei jeder Meldung angezeigt, wer von meinen Bekannten sich dazu bereits in irgendeiner Form geäußert hat.

Ich denke nicht mal an eine Verknüpfung über Semantik im Sinne des semantic web. Für die oben beschriebene Art der Integration würde das einfache Scannen von RSS-Feeds nach gleichen oder ähnlichen Begriffen vollkommen genügen. Meine Ansicht nach müsste also noch viel mehr echte Verknüpfungsarbeit von den Tools selbst geleistet werden, um einen echte Vernetzung zu erreichen. Momentan leistet man diese Art der Verknüpfung noch selbst.

Kennt jemand Anwendungen, die in diese Richtung gehen?

Würfel- oder quaderförmige Behältnisse

Veröffentlicht: Dienstag, März 18, 2008 in Teaching

Ich möchte demnächst die Temperaturabnahme heißen Wassers in verschiedenen Behältnissen demonstrieren und suche dafür Glasbehälter, die würfel- oder quaderförmig sind. Folgende Bedingungen wären ideal:

  • Der Würfel / Quader ist aus einem Material, dass annähernd 100°C heißes Wasser aushält (Glas?).
  • Das Gefäß ist durchsichtig, so dass man den Inhalt sehen kann.
  • Das Behältnis gibt es in verschiedenen Größen (also beispielsweise Würfel mit 10 cm, 20 cm und 30 cm Kantenlänge). Falls es sich um Quader handelt, sollten die unterschiedlichen Quader ähnlich sein (im mathematischen Sinn).
  • Idealerweise sollten die Behälter nur oben ein kleines Loch zum Einfüllen des Wassers haben. Ein Deckel stattdessen wäre auch super. Zur Not können sie oben auch komplett offen sein.
  • Falls es sich um Quader handelt, dann sollten sie eher hoch als breit sein, d.h. die kleinste Seitenfläche sollte die Öffnung haben (ähnlich einem Standzylinder).

Kennt jemand solche Gefäße? Oder vielleicht einen Händler, der solche Gefäße vertreibt?

[ebenfalls gepostet im Forum chemikalien.de]

Computer sind immer noch nicht richtig im Klassenzimmer angekommen. Es gibt so viele wirklich gute Werkzeuge, die das Lernen unterstützen können (beispielsweise Tabellenkalkulation und dynamische Geometriesysteme in der Mathematik, Google Earth in der Geographie, Simulationen in der Physik, …). Dennoch lassen sich diese Werkzeuge in der Regel nicht ohne organisatorischen Aufwand einsetzen:

  • Oft muss der Computerraum in der Schule reserviert werden. Ein Raumwechsel ist notwendig.
  • Sind Laptops vorhanden (vermutlich noch eine Seltenheit), so muss dafür gesorgt werden, dass die Akkus aufgeladen sind, und der Laptop-Schrank muss u.U. geholt werden.
  • Darüber hinaus ist immer ein administrativer Aufwand notwendig, um die Software auf dem aktuellen Stand zu halten usw.

Der Idealzustand hingegen wäre, dass der Computer einfach am normalen Schülerplatz vorhanden ist und bei Bedarf hervorgeholt und verwendet wird, ähnlich wie der Taschenrechner. Ob das mit Laptops jemals der Fall sein wird, wage ich zu bezweifeln, trotz 100-Dollar-Laptop-Initiativen u.ä.

Wagen möchte ich hingegen einmal eine Prognose: Der Einsatz von IT im Unterricht wird durch die Verfügbarkeit leistungsfähiger, mobiler Kleingeräte (“Gadgets”) erst richtig ins Rollen kommen. Wenn auf Geräten in Handygröße bzw. Taschenrechnergröße die Lernanwendungen laufen, dann erst können die IT-Werkzeuge ohne großen Aufwand bei Bedarf verwendet werden. Mir schwebt der Schüler vor, der sich im Mathematikunterricht sein Gadget schnappt und auf dem darauf gespeicherten dynamischen Geometriesystem Konstruktionen erstellt oder im Tabellenkalkulationssystem des Handys Berechnungen durchführt.

Dabei würden nicht mal hohe Anschaffungskosten anfallen – ein Handy hat ohnehin jeder. Eine wichtige Voraussetzung wäre allerdings, dass die Software auch auf beliebigen Gadgets läuft (beispielsweise per Java).

Wir sind heute zwar noch nicht so weit, dass dieses Szenario in der Breite realisiert werden kann, aber wir sind auf dem besten Wege dahin. In der Online Education Database werden beispielsweise 100 Ways to Use Your iPod to Learn and Study Better beschrieben (via JochenEnglish). Es ist natürlich abzusehen, dass die Kleingeräte in Zukunft noch leistungsfähiger und flexibler einsetzbar werden.

Ich freue mich schon auf meine Veranstaltungen in ferner (?) Zukunft, in denen ich den Teilnehmern sagen kann: “Nehmen Sie mal Ihren MP3-Player raus und untersuchen Sie mal die folgende Konstruktion, die Sie sich hier herunterladen können.” :-)