Viele Wissenschaftler sind im alten Paradigma sozialisiert. Kennzeichen des alten Paradigmas sind Profilierung, Egozentrik, Hierarchie, Misstrauen und Angst vor Irrtum (das klingt jetzt sehr negativ – es ist sicher eine Überzeichnung, aber die Tendenz stimmt). Offene Diskussionen bzgl. der eigenen Forschungs- und Lehrtätigkeit, vielleicht auch noch weltweit im Internet einsehbar, sind in der Regel nicht gewünscht. Dies zeigen beispielsweise auch die Diskussionen um die Plattform meinprof.de. Auf dem EduCamp haben wir in einer Sitzung mit Steffen Büffel über Nachwuchswissenschaftler und das alte bzw. neue Paradigma diskutiert – hier von Mo zusammengefasst.
Ich habe mich jetzt entschlossen, den Weg des öffentlichen Wissenschaftlers einzuschlagen. Inspiriert dazu wurde ich von unserer Arbeit in der Gruppe Neuron!, insbesondere von Jean-Pol Martin, der selbst sehr viel im Internet veröffentlicht und die vollkommene Offenheit bzgl. seiner Gedanken pflegt.
Ich habe zwei Wiki-Seiten angelegt, die momentan zwar noch Baustellencharakter haben, die sich in Zukunft aber weiterentwickeln und mit Inhalten und Diskussionen füllen werden. Die eine Seite beschreibt meine Philosophy of Teaching, die andere mein Forschungsprofil. Ich rege dazu an, ich fordere regelrecht dazu auf, dort zu kommentieren und mit mir in den Dialog über meine Lehr- und Forschungsaktivitäten zu treten. Bislang habe ich diesen Stil ja schon mehr oder weniger in meinem Weblog geführt. Durch die beiden neuen Bereiche möchte ich diese Vorgehensweise aber noch stärker forcieren und noch mehr Informationen im Netz der Diskussion übergeben.
Worüber schreibe ich dort?
- Ich lege die didaktisch-methodischen Konzepte zu meinen Lehrveranstaltungen offen.
- Ich reflektiere öffentlich meine Lehrerfahrungen.
- Ich beschreibe meine Forschungstätigkeit und diskutiere neue Forschungsideen.
Ich möchte damit Kollegen und Studierende gleichermaßen erreichen. Diese Offenlegung kann dabei der engeren Verknüpfung von Forschung und Lehre dienen. Und natürlich dürfen auch alle andere mitdiskutieren. Insbesondere von Menschen, die nicht vom Fach sind, erhoffe ich mir wertvolle Anregungen. Dies hilft dabei, die eigene Forschungsarbeit zu “erden”.
Neben der Publikation fertiger Ergebnisse in Fachzeitschriften und auf Konferenzen erhoffe ich mir durch die öffentlichen Diskussionen insbesondere Anregungen in den frühen Phasen neuer Forschungs- und Lehrideen. Ich sehe dies als Möglichkeit, durch kollektive Wissenskonstruktion neue Ideenressourcen zu erschließen. Darauf freue ich mich sehr!
- Meine Philosophy of Teaching
- Mein Forschungsprofil









