Archiv für November, 2008

Ene Mene Muh

Veröffentlicht: Samstag, November 29, 2008 in Mathematics, Web 2.0

Heute abend sind meine Kollegin Christine Bescherer und ich auf ein interessantes mathematisches Problem gestoßen (im Rahmen des Abendessens zum Tag des wissenschaftlichen Nachwuchses, aber das tut nichts zur Sache):

Jeder kennt das “Ene-Mene-Muh”-Spiel: Personen einer Gruppe stellen sich im Kreis auf und beginnen durchzuzählen: “Ene Mene Muh und raus bist du”. Diese Person muss den Kreis verlassen, und es wird ab der nächsten Person von neuem gezählt. Es wird so lange abgezählt, bis nur noch eine Person (der “Gewinner”) übrig bleibt. Jetzt das Problem: Wo muss ich mich hinstellen, damit ich als Gewinner übrig bleibe? Wenn man etwas drüber nachdenkt, wird man merken, dass dieses Problem gar nicht so trivial ist.

Ich habe mal ein wenig danach gegoogelt und fast nichts gefunden. Eine Schülerin scheint dieses Problem bereits im Rahmen von Jugend forscht gelöst zu haben, leider findet man nirgendwo die Dokumentation.

Daher habe ich jetzt bei Wikiversity eine Seite eingerichtet, auf der wir gemeinsam dieses Problem lösen können. Wer Lust hat: Einfach mitmachen, Ideen hinschreiben, Ideen verwerfen, Anregungen geben usw. Vielleicht lösen wir das Problem ja kollaborativ.

Und weil ich die Idee des gemeinschaftlichen Lösens interessanter neuer Mathe-Probleme spannend finde, habe ich das Ganze eingebettet in ein neues Wikiversity-Projekt: die Mathe-Werkstatt. Wer abends in der Kneipe auf ein interessantes Mathe-Problem stößt und es gerne gemeinsam mit anderen lösen möchte, kann dort einfach eine neue Seite aufmachen!

Das könnte im übrigen auch eine interessante Sache für Mathe-Kurse sein. Es wird ein interessantes, komplexes Mathe-Problem in Wikiversity gestellt. Die Schüler bzw. Studierenden versuchen es dort über einen größeren Zeitraum zu lösen, und die ganze Welt kann potenziell mitmachen und Anregungen geben. Super, oder?

Interview mit Christine Bescherer bei e-teaching.org

Veröffentlicht: Donnerstag, November 20, 2008 in E-Learning

Meine Kollegin Christine Bescherer ist von e-teaching.org über E-Learning, insbesondere im Bereich der Lehramtsausbildung im Fach Mathematik, interviewt worden. Ihr Tipp für “E-Learning-Neulinge”: Langsam einsteigen mit einfachen Dingen (z.B. erst mal einfach nur Folien einstellen), und die Dinge tun, die einem vetraut und nicht kompliziert vorkommen. Alles weitere ergibt sich.

Wenn man als Dozent bzw. Lehrer vernetzt ist (z.B. über Twitter, Weblogs, Wikis, …), dann enstehen ganz neue Möglichkeiten, die eigene Lehrveranstaltung oder den Unterricht zu öffnen. Dies ist beispielsweise in meinem Seminar geschehen. Durch die öffentliche Diskussion von LdL sind mehrere Menschen (Lutz, Nils, …) auf unser Seminar aufmerksam geworden und sind mit uns “in Resonanz” getreten. Über die zahlreichen Projekte, die dadurch entstanden sind, habe ich bereits berichtet.

Für das Konzept der grundlegenden Vernetzung eines Dozenten hat Ulrike Kleinau den Begriff Maschendrahtmetapher geprägt. Wichtig dabei ist, dass man sich nicht nur “unter Gleichartigen” vernetzt (also Lehrer mit Lehrern und Dozenten mit Dozenten), sondern gerade eine breite, möglichst heterogene Vernetzung ist wichtig. Da ich im Bildungsbereich tätig bin, vernetze ich mich beispielsweise mit Lehrern, Referendaren, Studierenden, Schülern, Coaches, Videoproduzenten ;-) , usw.

Aus unseren Erfahrungen im Seminar stellten wir uns die Frage, wie man dieses Modell für andere Dozenten und Lehrer nutzbar machen könnte. Wie schaffen wir es, dass andere

  • sich ebenfalls eine solche Grundvernetzung “zuzulegen”,
  • den Wert einer solchen Vernetzung zu erkennen und
  • die Vernetzung auch zur Öffnung der eigenen Lehre nutzen?

Neulich überraschten mich die Seminarteilnehmer damit, dass sie für genau diesen Zweck eine Online-Community gegründet haben: die Maschendraht-Community. Dort sollen grundlegende Werkzeuge für eine “Dozenten-Vernetzung” vorgestellt und Chancen der Vernetzung diskutiert werden. Zudem soll eine Plattform entwickelt werden, die genau den Anforderungen der Maschendraht-Metapher entspricht.

Also: Einsteigen und mitmachen! :-)

Lehrer aller Länder, vernetzt euch!

Es ist ja nicht so, dass wir nicht pausenlos Videos in letzter Zeit produzieren würden. :-)

Hier ist das nächste: Steffen Büffel hat mich auf der scoyo-Veranstaltung im Rahmen des EduCamps zu meinem Selbstverständnis in Lehre und Forschung interviewt. Insbesondere gehe ich dort auch auf das Konzept des “Öffentlichen Wissenschaftlers” ein. Hier gibt’s das komplette Video:

Vielen herzlichen Dank, Steffen! Hat Spaß gemacht! :-)

Weitere Infos zu öffentlicher Wissenschaf unter openscientists.org

Twitter und der sechste soziale Sinn

Veröffentlicht: Mittwoch, November 19, 2008 in Twitter
Schlagworte: ,

Gerade bin ich in mosworld auf einen Hinweis auf einen Artikel gestoßen, der sowas von perfekt beschreibt, wofür twitter gut ist. Für alle die, die twitter lieben, und für die, die twitter hassen, und für alle anderen auch: Clive Thompson on How Twitter Creates a Social Sixth Sense.

Der Artikel beschreibt genau das, was Mo und ich immer sagen: Wir zwei beispielsweise nehmen über twitter wahr, was der andere tut. Und wenn wir uns das nächste Mal treffen, dann begegnen wir uns auf einer ganz anderen Ebene, als wenn wir uns nicht über twitter beobachten würden. Wir wissen dann relativ viel voneinander. Bestimmte Dinge müssen nicht mehr gesagt werden, weil sie bereits bekannt sind. Bestimmte Dinge können erst gesagt werden, weil man sich bestimmter Themen bewusst ist, die man sonst nicht kennen würde. Wenn man dies nun hochskaliert auf das gesamte persönliche Twitterversum, dann bewegt man sich permanent in einer sozialen Atmosphäre, die bei Realtreffen (aber nicht nur da) ihre volle Wirkung entfalten kann.

Zudem – das möchte ich hinzufügen – begreift man sich durch Twitter als permanent in sozialen Netzen agierend. Die Vernetztheitsvorstellung überträgt sich bei mir mittlerweile auch auf meine “realen” sozialen Netze, in denen ich mich bewege. Twitter fördert also die Netzsensibilität.

Und überhaupt: Um das alles voll zu verstehen, muss man es ausprobieren. Wirklich. Es geht nicht anders.

Hier ist der grandiose dritte Teil von Lutz Bergers Ludwigsburg-Trilogie: Eine Diskussion von Studierenden meines Seminars über die Möglichkeiten, die das Web 2.0 in Schule und Hochschule bietet, über Neuronen und Maschendrähte und über Ideen, wie man unsere Erfahrungen verbreiten könnte.

Dritter Teil der Ludwigsburg-Trilogie

An dieser Stelle nochmals einen ausgesprochen lieben Dank an Lutz, der extra aus Heidelberg nach Ludwigsburg gekommen ist, um Eindrücke auf Video festzuhalten.

Brandheiß: Das aktuelle Video von Lutz Berger mit Studierenden meines Didaktikseminars. Hier werden viele Themen angesprochen, die interessante Diskussionen versprechen. Was meint ihr zu den Statements?

Hier kommt der erste Teil der Dokumentation unseres Seminars von Lutz Berger. Im folgenden Video geben Teilnehmerinnen und Teilnehmer meines Seminars Statements ab zu ihren persönlichen Motiven, Lehrerinnen und Lehrer zu werden, und darüber, wie sich das Studium gestaltet (“Reality-Clash”). Es sind äußerst interessante Aussagen dabei – unbedingt ansehen! :-)

Auch hier wieder ein Dankeschön an Lutz!

Lutz Berger war gestern in unserem Seminar und hat unsere Aktivitäten gefilmt und uns interviewt. Es ist wahnsinnig viel Material entstanden. Vorab hat Lutz – um uns alle ein bisschen heiß auf das entstandende Filmmaterial zu machen – einen Teaser erstellt. Voila:

Vielen Dank, Lutz!

Zwei neue LdL-Produkte

Veröffentlicht: Dienstag, November 11, 2008 in LdL, LdLChronologie, Web 2.0

Lutz Berger hat einen Podcast zum Thema LdL online gestellt (sehr schön aufgemacht, wie ich finde). Und ganz, ganz besonders schön: Der Comic zu LdL von Kathrin Gaißer. Unbedingt ansehen! :-)