Archiv für Juli, 2009

Ulrich KortenkampViel Spaß mit einer neuen Folge von “Kortenkamp und Spannagel im Gespräch”!  :-)

Ulli: Hi, ich frage mich gerade, wie man möglichst schnell die Kommunikationsinfrastruktur für hochschulübergreifende Studierendenprojekte aufbauen kann. Und was will man eigentlich genau? Im Moment erlebe ich, dass man ständig für jedes Projekt immer wieder alles neu zusammenbaut, und damit einen ungeheuren administrativen Aufwand hat, den man gar nicht haben möchte.

Ist die Lösung, in StudiVZ oder Facebook oder Yahoo oder Google oder wo auch immer eine Gruppe aufzumachen? Dann verliert man leicht den Überblick, denn es ist ja immer auf einer anderen Plattform; ich möchte aber nicht den Tag damit verbringen, auf 15 verschiedenen social networks zu schauen, ob es was neues im Projekt gibt. Klar, man kann per E-Mail benachrichtigt werden, wenn was passiert, aber die Einstellungen dafür sind entweder zu grob oder zu anstrengend.

Der Vorteil bei einer “real world” Veranstaltung ist, dass man durch die Angabe von Zeit (Mittwoch 10-12) und Raum (B209) sofort alles organisiert hat! Gibt es das auch fürs Internet? Wir treffen uns jede Woche zu einer bestimmten Zeit an einer bestimmten URL?

Ich weiß, dass es alles technisch überhaupt kein Problem ist, ich merke aber, dass es eben nicht so einfach funktioniert, wie man es gern hätte, insbesondere, wenn man Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Organisationen zusammenbringen möchte.

Hast du eine Lösung?

Christian_Tafel_2Christian: Beim Lesen deines Texts kommen mir zwei Ideen, die nicht unbedingt ideale Lösungen in deinem Sinne sind, aber sie kommen mir halt. :-)

Da wäre zum einen die Überlegung, ob man an dieser Stelle aus Dozenten- oder aus Studentensicht argumentieren sollte. Wenn man letzteres macht und den Web-2.0-Gedanken ernst nimmt, sollte es Studierenden ermöglicht werden, mit denjenigen Tools zu arbeiten, mit denen sie arbeiten möchten. Sie sollten als ihr personal learning environment (PLE) nutzen können und dürfen. Und PLEs bringen es mit sich, dass sie bei jedem Studierenden anders aussehen. Die Situation kann also höchst komplex werden. Wie kann man als Dozent hier den Überblick behalten? Eigentlich nur über RSS-Feeds, die an einer bestimmten Stelle aggregiert werden.

Zum anderen lege ich ganz gerne eine Community-Seite für eine Veranstaltung an, die natürlich auch hochschulübergreifend sein kann. Hierfür nutze ich die Plattform mixxt. Dort hat man alle Funktionalitäten, die man sich so wünscht (Profile, Forum, Wiki, Dateiablage, RSS, …).

Vielleicht ist eine Kombination aus beidem empfehlenswert? Also eine zentrale “Gruppenrepräsentation” wie eine Online-Community, und die Arbeit wird in den jeweiligen PLEs gemacht und von der Community-Plattform aus verlinkt?

Ulli: Hm, tja, das hilft mir nicht wirklich weiter. Aber die PLEs finde ich klasse!! Das gilt ja auch für mich (mein PLE ist eine Kombination aus Mail.app und NetNewsWire ;-) )

Aber noch mal zurück zum Problem: Ich möchte einfach nur sagen “Wir treffen uns dort.” und alles funktioniert prima. Und am liebsten möchte ich gar nichts dafür tun müssen. Vielleicht ist dafür aber RSS wirklich die Lösung – RSS-feeds kann man auch noch rückwirkend lesen, man hat Überblick darüber, was man schon las und was nicht, und  man muss nicht noch eine Adresse im Web checken.

Also – RSS als Allheilmittel im Web 2.0?

Christian: Ich weiß nicht – wir können es gleich mal hier mit allen diskutieren. :-) Gerade eben haben wir übrigens ein Bildungsexpeditions-Interview über Adobe Connect abgehalten. Wäre so etwas wie Adobe Connect nicht genau das, was du suchst? (Zur Erklärung für diejenigen, die Adobe Connect noch nicht kennen: Das ist ein Videokonferenz-Tool mit zahlreichen Zusatzfunktionalitäten).

Also: Was meint ihr zu Ullis Frage?

<a href=”http://kortenkamps.net/”><img class=”alignleft size-full wp-image-695″ title=”Ulrich Kortenkamp” src=”http://cspannagel.files.wordpress.com/2009/06/kortenkamp-ulrich.jpg&#8221; alt=”Ulrich Kortenkamp” width=”77″ height=”115″ />

(Bildungs-)Wissenschaftler 2.0 – Join the community!

Veröffentlicht: Sonntag, Juli 19, 2009 in Uncategorized

Wenn man einen wissenschaftlichen Artikel schreibt und ihn bei einer Zeitschrift einreicht, dann ist er noch längst nicht veröffentlicht. Bei den meisten Zeitschriften und Konferenzen muss der Artikel zuerst durch ein Review, d.h. andere Wissenschaftler begutachten den Artikel, geben (hoffentlich) konstruktiv Feedback und geben ihr Votum bzgl. der Annahme oder Ablehnung des Artikels ab.

Dieses System hat einen schwerwiegenden Nachteil: Es ist sehr träge. Man reicht einen Artikel ein und bekommt in der Regel drei Monate später eine Rückmeldung. Man arbeitet das Feedback ein und reicht ihn wieder ein (entweder bei derselben Zeitschrift, oder im Falle einer Ablehnung woanders). Dann dauert es wieder drei Monate und so weiter und so fort.

Es wäre stattdessen viel besser, wenn man von Fachkolleginnen und -kollegen schon vor der ersten Einreichung ein Feedback bekommen würde. Wie wäre es, wenn Wissenschaftler sich gegenseitig bereits während der Entstehung von Artikeln gegenseitig reviewen würden? Meiner Ansicht nach hätte das weitreichende positive Konsequenzen. Hier ein kleiner Einblick in eine Utopie:

  • Fehler in Artikeln werden frühzeitig erkannt. Tipps und Hinweise können bereits im Entstehungsprozess berücksichtigt werden. Das würde die Qualität von Fachartikeln steigern und die Chancen für eine erfolgreiche Begutachtung erhöhen.
  • Wissenschaftler an verschiedenen Hochschulen würden stärker an den laufenden Arbeiten der Kollegen beteiligt werden. Sie können die neuen Entwicklungen der anderen bereits in ihre Arbeit integrieren. Ansonsten würden sie davon erst bei Veröffentlichung des Artikels in der Fachzeitschrift erfahren. Und das kann dauern. Der frühzeitige Ideenausausch würde den gesamten Prozess der wissenschaftlichen Wissenskonstruktion beschleunigen.
  • Wissenschaftler würden sich (noch) mehr als Community begreifen, die sich gegenseitig hilft und unterstützt. Kooperation statt Konkurrenzdenken.

Ist das eine Utopie? Gabi Reinmann beklagte sich in ihrem Weblog vor einiger Zeit, dass sie Schwierigkeiten hat, Kollegen zum gegenseitigen Review zu bewegen. Auf der anschließenden Diskussion beruhend haben sie und ich uns entschlossen, diesen Gedanken offensiv anzugehen und eine Community zu gründen, die genau diesen Gedanken verfolgen soll: Wissenschaftler helfen sich im Entstehungsprozess von Artikeln gegenseitig. Entstanden ist hieraus die Community (Bildungs-)Wissenschaftler 2.0, gehostet ist sie bei mixxt.de. Die Idee: Wissenschaftler stellen dort unfertige Artikel, Preprints, Ideenskizzen, … ein und eröffnen eine Forumsdiskussion darüber. Andere Wissenschaftler lesen die Artikel und geben im Forum Feedback. Die Diskussionen finden somit öffentlich statt, sodass sich alle beteiligen können und der gemeinsame Wissensaustausch gefördert wird – ganz im Sinne öffentlicher Wissenschaft. Zielgruppe sind zunächst einmal Wissenschaftler, die sich mit Bildung, Lernen und Lehren, Medien und Pädagogik beschäftigen.

Die Grundsätze dieser Community sind die folgenden:

(Bildungs-)Wissenschaftler 2.0…

  • kommunizieren nicht ausschließlich über Publikationen und Vorträge miteinander, sondern bereits während der Entstehung von Artikeln und Vorträgen.
  • erweitern die Kommunikation über Publikationen und Vorträge, indem diese nachbesprochen und weitergedacht werden.
  • verstehen sich als wissenschaftliche Community, die sich auch ohne formale Kontexte (z.B. finanzierte Forschungsprojekte) gegenseitig unterstützt.
  • haben keine Angst vor “Ideenklau”, sondern bringen sich und die anderen innerhalb der Community durch einen offenen Ideenaustausch weiter.
  • respektieren aber auch die Urheberschaft von Ideen anderer und halten sich an übliche wissenschaftliche Standards des Zitierens.
  • versehen neue Beiträge mit einer „Danksagung“ an die Community, wenn diese nützliche Kommentare, Kritiken, Vorschläge etc. unterbreitet hat (siehe Danksagungsklausel).
  • nutzen die Chance der Co-Autorenschaft, wenn sich durch Ideenaustausch neue Inhalte entwickeln.
  • stellen die Sache in den Vordergrund und nicht sich selbst.

Also: Ist das eine Utopie? Es kommt darauf an, wie viele Bildungswissenschaftler bereits sind, aktiv mitzuwirken! Insofern: Join the community!

Auf- oder abwärts?

Veröffentlicht: Samstag, Juli 18, 2009 in Fun

Am 3. Juli 2009 fand an der PH Ludwigsburg der “E-Learning-Tag 2009″ statt, veranstaltet vom E-Learning-Team der PH Ludwigsburg und von e-teaching.org. Im Rahmen dieses Tags gab es auch eine Podiumsdiskussion zum Thema Wie aktiviere ich (m)eine Community?. An dieser Diskussion haben teilgenommen:

Verblüffend fand ich die Reaktion auf meine Initiative, noch vor Beginn der Diskussion gemeinsam bereits in einem Wiki über die Thematik zu diskutieren. Die anderen Podiumsgäste und auch ganz viele Personen “aus dem Web” (informiert über Weblog und Twitter) haben bereits im Vorfeld intensiv diskutiert. Das war aus meiner Sicht eine optimale Vorbereitung auf die Diskussion! Birgit und Annika haben jetzt auch die Aufzeichnung der Diskussion online gestellt:

Die Aufzeichnungen der weiteren Vorträge an diesem Tag gibt es auch online.

Das diesjährige Motto des Wissenschaftsjahrs lautet Forschungsexpedition Deutschland. Einrichtungen in ganz Deutschland sind aufgerufen, Angebote zu machen, in denen Menschen auf Forschungs- und Entdeckungsreise gehen können.

Wir freuen uns natürlich ganz besonders, dass wir jetzt mit der Bildungsexpedition D auch offizieller Partner des Wissenschaftsjahrs sind – es passt ja auch unglaublich gut. Gestern abend gab es übrigens wieder ein LIVE-Interview im Rahmen der Expedition, diesmal mit Martin Lindner und Nils van den Boom. Die Aufzeichnung ist wie immer online und kann angesehen werden.

Zukunft aus Baden-Württemberg

Veröffentlicht: Samstag, Juli 18, 2009 in Research

Die Landesstiftung Baden-Württemberg hat eine neue Informationsseite gestartet: Zukunft aus Baden-Württemberg. Ich bin auch mit dabei – bitte auf das Männchen mit dem Computer in der Hand klicken!

Auf der ICTMT 09 in Metz (Frankreich) haben Ulli Kortenkamp und ich einen Vortrag über die Verbindung von Jacareto/CleverPHL und dynamischen Geometriesystemen (DGS; z.B. Cinderella) gehalten. Dabei haben wir gezeigt, wie man mit CleverPHL in DGS Prozesse vorführen, lenken und analysieren kann. Der Artikel ist online, auch die Folien und natürlich eine Wiki-Diskussion (die bislang noch leer ist, also bitte kommentiert! :-) ) Und darum ging’s im Detail:

Demonstrating, Guiding, and Analyzing Processes in Dynamic Geometry Systems

Process-oriented mathematics education focuses on learning processes rather than on their outcomes only. These processes should be monitored, guided and supported by the teacher. In addition, feedback should be given on the students’ activities, not only on their results. Groups of 30 (school) up to more than 600 (university) learners render it impossible to support processes without appropriate technology. This paper describes the tool CleverPHL that allows for designing process-oriented learning scenarios. Its features are demonstrated with dynamic geometry systems (DGS):

  • Actions can be recorded and replayed in order to exemplify processes (process-oriented worked examples).
  • Incomplete process demonstrations can be given, and students can be asked to complete them (process-oriented completion problems).
  • Processes can be guided by reducing the interface complexity of the DGS or by highlighting elements and drawing directly on the interface of the DGS.
  • Recordings can be analyzed using CleverPHL. Records are automatically structured on different levels, and parts of the process can then be selected for replay. Recorded and structured records can also serve as information basis for feedback and reflections.

Educational applications are demonstrated and the technical background is explained. In addition, ideas and first prototypes for future developments are shown.

Gestern sind wir mit dem Seminar Computereinsatz in der Schule an der PH Ludwigsburg ins Netz gegangen. Das ist nichts ungewöhnliches, wir sind eigentlich immer im Netz. Gestern war’s aber etwas besonderes: Wir haben mit einer Schulklasse geskyped. Und zwar mit der Klasse von Niko Schreiber, der ebenfalls Teilnehmer in dem Seminar ist. Niko hat zunächst davon berichtet, wie Computer an seiner Schule eingesetzt werden, und dann haben die Studenten und die Schüler sich gegenseitig befragt.

Ist das nicht irre? Man kann heute ohne größeren Aufwand eine Liveschaltung überall hin machen, insbesondere in Klassenzimmer hinein und aus Klassenzimmern hinaus. Was für tolle Möglichkeiten sich einem da bieten!

Kritiker werden wahrscheinlich sagen, dass wir mehr davon gehabt hätten, wenn wir zu der Klasse gefahren wären. Ganz klar, das hätte einen anderen Charakter gehabt. Aber es wäre auch viel aufwändiger gewesen. Wir haben gestern sozusagen “mal kurz” in die Klasse reingeskyped, während wir vorher noch unsere Aktion am Lernfestival geplant hatten. Wir waren also von der Seminarzeit 60 Minuten mit Planen von Lernfestival und Projekten beschäftigt, und 30 Minuten waren wir “mal eben kurz” in einer Schulklasse. Das soll mal einer eben “in echt” hinbekommen. Das Gesrpäch wurde übrigens live von Jörg im Wiki protokolliert, und Ulrike und Melanie haben fleißig getwittert. Aktive Produktion im Netz auf allen Kanälen.

Neulich haben wir übrigens eine Schulklasse auch richtig besucht – der Mix machts eben!

Wilhelm Tell – Lyrik aus meiner Schulzeit

Veröffentlicht: Freitag, Juli 10, 2009 in Fun

Ich wurde gestern mal wieder an mein Gedicht aus der 12. Klasse (Deutsch Grundkurs) erinnert, das ich geschrieben hatte, als wir eine Zusammenfassung eines klassischen Dramas anfertigen sollten. Das war mir zu langweilig, weswegen ich die Zusammenfassung als Gedicht verfasst habe. Das kam ganz gut an. Ich poste es mal hier rein, vielleicht gefällts ja jemandem. :-)

Wilhelm Tell

Gedicht frei nach Schillers Drama

Es dreht sich um den Apfelkiller
“Wilhelm Tell” von Friedrich Schiller.
Es ist – das wissen Sie bereits -
der Ort der Handlung in der Schweiz.
Dies Land -das muß im Hirn man speichern-
besetzt war von den Österreichern.

In jenem Land beginnt – Oh je! -
das Stück am Vierwaldstätter See.
Die kaiserlichen Ritter jagen
‘nen Schweizer, welcher hat erschlagen
den Burgvogt, Grund war Eifersucht.
Nun ja, jetzt ist er auf der Flucht.

‘Nen Fischer bittet er in Not
zu helfen ihm mit seinem Boot.
Doch Roudi sagt (das ist der Fischer):
“Die Überfahrt ist jetzt net sischer.
Der Grund sind nicht die nahen Ritter,
es droht ein fürchterlich Gewitter!”

Befreiung muß geschehen schnell!
Da naht die Hilfe! – Wilhelm Tell!
Und trotz dem schlimmen Donnerwetter
fährt rüber ihn der kühne Retter.

Die Ritter, kommend viel zu spät,
zerstören ohne Pietät
die Häuser, Hütten ganz brutal,
so war das eben dazumal!

Die Schweizer sind nun sehr betroffen,
auf Freiheit läßt sich nicht mehr hoffen.
Drum wollen sie, naturverbunden,
den Herrschern ihre Kraft bekunden,
befreien von der fremden Macht.
So planen sie in Niedertracht!

Doch Tell spricht zunächst mal dagegen:
“Die Sache wird von selbst sich legen.
Doch braucht ihr mich zu ‘ner Aktion,
so ruft mich nur, ich komme schon.”
Und so geschieht in der Klausur
- ganz ohne Tell – der Rütli-Schwur.
So planten damals jene Mannen.
Sie wollten stürzen den Tyrannen!

In Altdorf ausgestellt der Hut
des Reichsvogts ist. Voll Übermut
verweigert diesem Tell die Ehr
und setzt sich seiner Pflicht zur Wehr.
So wird er einfach festgenommen,
hat keine Chance, zu entkommen.

Der Reichsvogt macht mit Tell ‘nen Deal:
“Nun hör gut zu, ich will nicht viel.
Nimm diese Frucht aus meiner Hand,
‘nen Apfel”, sagt er penetrant,
“und setz ihn dann, du armer Tropf,
dem eignen Sohne auf den Kopf!
Und triffst du ihn mit einem Schuß,
ich dich und Sohn befreien muß.”

Der Tell macht’s, wie man ihm befohlen,
er muß nur noch den Bogen holen.
Er sagt zum Sohn: “Mach kein Gezappel,
ich schieß dir jetzt vom Kopf den Appel!”
Gesagt, getan, das Pfeilchen schnellt,
und schon vom Haupt der Apfel fällt.

Da meint der Tell: “Hätt’ ich verfehlt,
dann hätt’ den Reichsvogt ich entseelt!”
So bleibt er in Gefangenschaft,
ihm droht die Untersuchungshaft.
Doch auf der Überfahrt – es stürmt -
der Wilhelm aus dem Boote türmt.

Tell denkt jetzt nach: “Was ich nun mache?
Es gibt nur eins: Ich übe Rache!”
Doch denkt er weiter: “Ist das Mord?
Doch nein, der Herrscher durch sein Wort
bringt meinem Volk Beleidigung,
so ist es nur Verteidigung!”

Jetzt sagte Tell, vom Rausch benommen:
Durch diese hohle Gasse muß er kommen!
Da ist der Reichsvogt schon in Sicht,
der Rechtsverdreher, Bösewicht!
Tell, Wilhelm, präpariert den Bogen,
den letzten Teil zurückgezogen,
es zischt, es rauscht, das Pfeilchen schnellt -
Er darf nicht fehlen, unser Held!
Er trifft nicht! – Doch, im Gegenteil!
In Reichsvogts Rücken steckt ein Pfeil.

So zieht – wie uns jetzt gut bekannt -
die Freiheit in das Schweizer Land,
und abgesegnet sie formell
durch unsern Jäger Wilhelm Tell.

Der Rudenz ändert alte Rechte:
Für frei erklär ich meine Knechte!
Und herrscht die Solidarität,
so kommt die Hilfe nie zu spät!

Und die Moral von der Geschicht:
Halbe Äpfel rollen nicht!

Am Freitag wird es im Rahmen des E-Learning-Tags an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, der vom E-Learning-Team der PH Ludwigsburg und von e-teaching.org veranstaltet wird, eine Podiumsdiskussion zum Thema “Wie aktiviere ich (m)eine Community?” geben. Diskussionsteilnehmer sind:

Ich freue mich sehr auf die Podiumsdiskussion und habe mir auch schon im Vorfeld ein paar Gedanken zu Statements gemacht. Ich werde vermutlich mehr zur Aktivierung von Netzen als zur Aktivierung von Communities sagen können (wobei ich Netze allgemeiner sehe als Communities, die für mich eher auf ein bestimmtes Interesse bzw. Ziel ausgerichtet sind; aber vielleicht ist dies auch eine überflüssige Frage). Also, ich werde Statements zur Frage abgeben, wie man Menschen z.B.in Twitter aktiviert, werde dabei auf ganz viele Konzepte von Jean-Pol zurückgreifen (also beispielsweise die Neuronenmetapher und Mensch als Ressource) und das Ganze mit ein wenig öffentlicher Wissenschaft würzen.

Da konnte ich natürlich nicht anders, als zu versuchen, gleich in Vorbereitung auf die Diskussion ein Beispiel für die Aktivierung von Netzen zu erzeugen. Also, Vorgehen nach Standardverfahren:

  • Eine Wikiversity-Seite anlegen, auf der ich meine wesentliches Statements zur Podiumsdiskussion kurz skizziere und Raum für Ideen, Anregungen und Diskussionen biete.
  • Den Link auf die Wikiversity-Seite twittern und am besten auch den anderen Diskussionsteilnehmern mailen.
  • Also: Offensiv für die Diskussion in den eigenen Netzen werben!

Was daraus geworden ist, fand ich unglaublich (und bestätigt mich in diesem Vorgehen). Hier ist die Wikiseite inkl. Diskussion, die übrigens natürlich weitergeführt werden kann. Also: Macht mit, bis Freitag ist noch genug Zeit für gemeinsame Wissenskonstruktionen! :-)

Die Podiumsdiskussion wird übrigens voraussichtlich gestreamt. Also: Stay tuned!