AnOrMaL – Anwendungsorientiert Mathematik Lernen

Veröffentlicht: Mittwoch, Oktober 21, 2009 in AnOrMaL
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Ulli Kortenkamp und ich starten gerade ein Experiment. Wir haben zufällig beide eine Veranstaltung namens “Anwendungsorientierte Mathematik” – er an der PH Karlsruhe, ich an der PH Heidelberg. Seine grandiose Idee: Wir schalten die Veranstaltungen zusammen und machen sie ganz anders als früher: projektorientiert und medienintensiv. Richtig spannend wird das Ganze durch folgende Tatsache: Es handelt sich insgesamt um ca. 200 Studierende! Insofern ein echtes Experiment – Projektorientierung mit großer Teilnehmerzahl. Getauft haben wir die Veranstaltung AnOrMaL – Anwendungsorientiert Mathematik lernen

Früher wurden die Veranstaltungen im Vorlesungsstil gehalten. Jetzt drehen wir den Spieß um: die Studierenden gehen in Teams “in die Welt” und suchen Mathematik im Alltag und im Beruf. So werden sie beispielsweise im Laufe der Veranstaltung Personen suchen, die Mathematik im Beruf benötigen, diese dazu interviewen und die Interviews online stellen. Als Endprodukt der Veranstaltung wird jedes Team ein Youtube-Video zum Motto “Du brauchst mehr Mathematik als du denkst!” basteln. Anwendungsorientierte Mathematik wird hier nicht mehr theoretisch behandelt, sondern die Mathematik wird in den Anwendungen gesucht!

Als erste Einstiegsaufgabe (“Challenge” ) fotografieren Studierende Motive im Alltag, in denen Mathematik vorkommt, und stellen sie in flickr ein (analog zu einer Idee von Esther Henschen). Die ersten Bilder stehen schon online – es hat mich wirklich umgehauen! Es sind wahnsinnig tolle Motive dabei: die AnOrMaL flickr-Gruppe. An dieser ersten Aufgabe lässt sich schon das Potenzial der Veranstaltung erkennen:

  • Am Ende der ersten Challenge werden wir alle eine große Menge an Fotos zu “Mathematik im Alltag” haben – ein unglaublich nützliches Repertoire für die Studierenden später im Schulalltag.
  • Diese Sammlung kann selbstverständlich über die erste Challenge und auch über die Veranstaltung hinaus von allen genutzt und erweitert werden.
  • Auch Personen außerhalb der Veranstaltung sind eingeladen, ihre Bilder zu “Mathematik im Alltag” beizusteuern.

Ich bin mir sicher, dass die Veranstaltung richtig Spaß machen wird. Wichtig ist dabei natürlich auch, dass der fachliche Tiefgang gesichert ist. Hierzu sind unter anderem die offiziellen Veranstaltungstermine da.

Wir würden uns freuen, wenn ihr die Veranstaltung mitverfolgt. In der ersten Woche jetzt könnt ihr beispielsweise die Entwicklung unserer Fotosammlung Mathe im Alltag beobachten – und Fotos beisteuern, wenn ihr möchtet!

Zuguterletzt möchte ich euch nicht vorenthalten, wie Ulli Kortenkamp die Studierenden in meiner Veranstaltung begrüßt hat und ich die Studierenden in seiner:

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Kommentare
  1. pisastudio sagt:

    Oh, toll. Alltagsmathematik ist spannend. Ich empfehle dazu folgendes Video von Tom Lehrer: That’s Mathematics. Ich schaue auch gleich noch in die flickr group und bleibe auf dem Laufenden.
    Viel Spaß!

  2. cspannagel sagt:

    @pisastudio Echt witziges Video! Vielen Dank für den Link!

  3. Schrabo sagt:

    Das ist wirklich eine klasse Idee und wirklich gut als Bilder-Ressource für später.
    Super wäre, wenn die Studenten die Bilder mit einer Creative Commons Lizenz versehen, so dass man sie auch legal im Unterricht oder auf Arbeitsblätter verwenden kann.

  4. Oliver Tacke sagt:

    Wieder mal eine prima Sache! Vielleicht kann das noch als Anregung dienen: http://de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:O.tacke/Projekttage_Mathematische_Modellierung#Vorabinformationen War zwar nicht medial ausgerichtet, aber es sollte auch anwendungsbezogen und selbständig gelernt werden.

    Vielleicht solltet ihr die DMV informieren, damit möglichst viele andere Mathematiker davon erfahren.

  5. ekirlu sagt:

    Meine Gesichtsfarbe wechselt sekündlich zwischen grün und gelb – vor Neid…

    Dieses Projekt ist soooooo toll und soooooo gerne würde die Ph wechseln um dabei zu sein…

    Ich verfolge Euch und Euer Projekt und bin gespannt ob der Dinge die da kommen ;-)

  6. @Schrabo: Ja, die CC-Lizenz habe ich meinen Studis empfohlen (sie haben sogar selbständig nachgefragt, ob sie denn die Bilder der anderen dann später verwenden dürfen).

    @Oliver: Danke für die Anregung. Die DMV werden wir dann informieren, wenn das ganze funktioniert, klar. Aber das muss sich erst mal zeigen — wobei die erste Veranstaltung Hoffnung macht, dass es wirklich aufgeht!

    @ekirlu: Hey – kein Grund neidisch zu sein! Lieber die Ludwigsburger überzeugen, dass sie mitmachen sollen!

  7. [...] chrisp’s virtual comments Christian Spannagel und Ulli Kortenkamp starten ein interessantes Experiment: AnOrMaL – Anwendungsorientiert Mathematik Lernen [...]

  8. Daniel S. sagt:

    Ich finde die Idee super!
    Endlich mal innovative Ansätze um die verstaubten Vorlesungen zu verbessern!
    Wie sollen wir selbst lernen guten Unterricht zu machen, wenn das Studium fast nur aus Frontalunterricht besteht!?

    Anormal ist die praktische Antwort auf die Schülerfrage: Wozu lerne ich das überhaupt?

    Finde ich prima. Bin begeistert.

    auch eine nette idee für den Unterricht;-)

    grüße
    daniel

  9. cspannagel sagt:

    @Daniel S. Ja – aber die Studierenden sehen das (zumindest teilweise) anders: Es fehlt Ihnen an mathematischem Input. Es ist “zu viel Prozess” und “zu wenig Inhalt”. Deshalb auch mein Aufruf zu einer Diskussion des Konzepts:
    http://tinyurl.com/yjo7zz3

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