Archiv für April, 2010

Am Samstag darf ich auf einem Podium im Rahmen des tazlab teilnehmen. Das Thema: Uni 2.0. Vorab kann man schon über Fragen abstimmen, die wir – ciffi, cervus, literatenmelu, ich und andere – diskutieren sollen. Leitfragen sind:

Welche Rolle spielen die sozialen Netzwerke beim Studium 2010 ff? Ist Twitter ein Studientool, wie kann es dazu werden? Wie sieht das E-Learning aus, wenn das E-Learning tot ist? Macht Uni 2.0 Wilhelm von Humboldt erst wirklich möglich – weil sich erst jetzt ProfessorInnen und StudentInnen auf Augenhöhe begegnen?

Zur Vorbereitung habe ich mir 3 Statements überlegt und bereits vor einiger Zeit in Wikiversity eingestellt:

  • E-Learning ist tot. Es lebe E-Learning!
  • Im Web 2.0 überzeugt Authentizität, nicht Autorität
  • Neuronenverhalten führt zu einer veränderten Wissenschaftspraxis

Hier jetzt eine etwas ausführlichere Diskussion der Statements. Ich freue mich über Kommentare!

Statement 1: E-Learning ist tot. Es lebe E-Learning!

Dieses Statement hängt eng mit der Frage zusammen, was eigentlich unter E-Learning verstanden wird. E-Learning im “klassischen” Sinne ist die Bereitstellung von Online-Inhalten (Texte, Videos, multimediale Materialen) zum Selbstlernen, in der Regel begleitet durch Überprüfungsfragen mit Feedback o.ä. Diese Form des E-Learning ist eine Übertragung des instruktionalen Ansatzes aus Realräumen (wie der Vorlesung) ins Web. Damit verbunden sind zwar einige Vorteile (Studierende können im eigenen Tempo und an jedem Ort lernen), aber auch einige Nachteile: Man lernt “einsam”, denn auch Foren und Chats (so meine intuitive Auffassung) sind nur schwer dazu geeignet, ein echtes “Gruppengefühl” aufkommen zu lassen. Darüber hinaus muss auch irgendjemand die Inhalte erstellen – und Contentproduktion ist extrem aufwändig, insbesondere wenn die Inhalte auch noch ansprechend, d.h. motivierend, gestaltet sein sollen.

Mit dem Web 2.0 ist das anders: Hier tritt die Rezeption vorgefertigter Inhalte in den Hintergrund. Stattdessen ist Wissensproduktion das zentrale Konzept: Lernenden erstellen gemeinsam Inhalte, sie konstruieren Wissen kollaborativ. Darüber hinaus sind sie in jeder Hinsicht vernetzt, auch über die Beschäftigung mit den eigentlichen Lerninhalten hinaus. Wenn Lernende erst einmal über Twitter, Facebook o.ä. miteinander verbunden sind, dann vernetzen sie sich auch über private bzw. persönliche Themen. Und das ist meiner Ansicht nach ganz zentral! Denn: Inhalte schön und gut. Aber Menschen wollen sich nicht nur mit Inhalten beschäftigen, sondern insbesondere auch mit anderen Menschen. Das soziale Netz wird so zu einer Umgebung, in der man sich “ganzheitlich” kennen lernt und so eine Basis für die gemeinsame inhaltliche Arbeit schafft. Vergleichen wir das mal mit einem Arbeitsplatz: Menschen, die eng zusammen arbeiten, müssen sich doch auch persönlich verstehen, und man tauscht sich auch gerne über persönliche Themen aus. Wenn diese Basis stimmt, dann geht auch die Arbeit besser von der Hand. In einer funktionierenden Gruppe, in der man den anderen Gruppenmitgliedern vertraut, ist man eher bereit, neue Felder zu erforschen, Risiken einzugehen und auch einmal Fehler zu machen. Wenn Steinzeitmenschen früher gemeinsam auf die Jagd gegangen sind, dann musste auch erst mal die Gruppe funktionieren, damit man sicher sein konnte, sich auf den anderen verlassen zu können. Vermutlich haben diese Menschen sich zunächst auch nicht nur über Jagdstrategien unterhalten, sondern haben erst mal Freundschaften geschlossen.

Zurück zur Erstellung von Inhalten durch die Lernenden: Wenn im Team an Inhalten gearbeitet wird, dann kommt sofort der Projektgedanke zum Tragen: Man hat ein Projektziel (irgendein inhaltliches Produkt), und alle müssen gemeinsam mitwirken, um dieses Ziel zu erreichen – wie im Arbeitsleben auch. Und genau das ist alles andere als einfach. Gruppenprozesse sind kompliziert. Studierende müssen aber lernen, mit Konflikten und Problemen umzugehen. Web-2.0-Tools machen diese kollaborativen Arbeitsprozesse sichtbar, da sie schriftlich oder wie auch immer festgehalten sind. Damit werden sie der Reflexion zugänglich gemacht, und die Teamarbeit selbst wird zum Lerngegenstand. Prozessorientierung, Kompetenzorientierung, wie auch immer man diese Art des Lernens bezeichnen möchte: Web 2.0 bietet eine Plattform, diese umzusetzen.

Selbstverständlich wird man weiterhin auch vorgefertige Inhalte in “traditionellen E-Learning-Angeboten” weiterhin benötigen – nur Wissen im Team konstruieren zu lassen ist Quatsch. Schließlich ist es nur sinnvoll und effizient, wenn das bisherige Wissen der Menschheit nicht immer wieder selbst konstruiert werden muss, sondern wenn Menschen auch auf fertige Wissensbausteine zurückgreifen können. Was wir benötigen, ist eine Verschränkung von instruktionalen und kollaborativen Anteilen in der universitären Lehre.

Statement 2: Im Web 2.0 überzeugt Authentizität, nicht Autorität

Twitter ist “anarchisch”, “bottom up” – jeder darf gerne ähnliche, weitere Adjektive dazuerfinden. Menschen sind hier nicht hierarchisch “verortet”, sondern in komplexe Netze eingebunden. Es ist eine gänzlich andere Struktur, als sie an Universitäten bislang vorherrschte: Hier gibt es Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter, Tutoren und Studierende. Hat ein Student eine Frage, geht er erst mal zum Tutor. Man belästigt ja nicht den wissenschaftlichen Mitarbeiter mit trivialen Fragen. Kann der Tutor die Frage nicht beantworten, geht man zum wissenschaftlichen Mitarbeiter. Man belästigt ja nicht den Professor mit trivialen Fragen. Erst wenn der nicht weiter weiß, geht man zum Professor – und hat in dessen Sprechstunde das Gefühl, in zu belästigen, weil er einem das Gefühl gibt, eigentlich besseres zu tun zu haben. Naja, ok – das Bild ist irgendwie überzogen, aber jeder, der mal studiert hat, kennt solche Situationen in der ein oder anderen Form. Das Lernen an der Universität ist bislang durchzogen von hierarchischen Beziehungen und der damit einhergehenden “Autorität durch Position”. Und dies wird von Professoren auch hin und wieder als “Schutz” verwendet. Denn Studierende dürfen sich nich erdreisten, einen Professor zu kritisieren! Immerhin: Er ist der Professor! Was er sagt, ist Gesetz!

Derartige Hierarchien werden durch Bottom-Up-Strukturen unterlaufen. Man nehme das Bild von twitternden Studierenden in der Vorlesung: Der Professor beschallt von vorne, und Studierende “verbünden” sich zeitgleich “im Untergrund”. Erlebt habe ich das in ähnlicher Form auf der Delfi-Tagung: Hier hat am Ende der Ausrichter der Tagung gesagt, dass das Web 2.0 stärker in Tagungen eingebunden werden sollte – und wir haben die ganze Zeit über schon getwittert und eine parallele Netzstruktur außerhalb der “offensichtlichen Struktur” geschaffen. Solche Bottom-Up-Kräfte machen Personen, die in der hierarchischen Struktur leben, Angst. Denn die Position hilft auch dabei, einen gewissen “Schein” aufzubauen, eine “Schutzfassade”. Studenten sind wüste Revolutionäre – also sollten sie besser klein und stumm gehalten werden. Diese Haltung wird in Zukunft keinen Bestand mehr haben.

Es gibt nur eine Lösung: Alle Personen im universitären Lehrbetrieb – insbesondere auch Professoren – müssen aus der autoritären Position heraus in das Netz eintauchen und – authentisch sein. Auch Professoren machen Fehler. Prima! Perfekt! Gibt es etwas, was Studierende noch mehr darin bestärken kann, mit eigenen Fehlern konstruktiv umzugehen, als Professoren, die das in aller Öffentlichkeit tun? Sollten Professoren nicht gerade folgende Position beziehen: “Ok, ich habe in meiner letzten Vorlesung einen wirklich großen Fehler gemacht. Studentin XYZ hat diesen Fehler entdeckt und korrigiert. Super! Schaut her: So geht man mit Fehlern in der Wissenschaft um! Niemand ist als Einzelgänger perfekt, und wenn man in der Gruppe denkt, dann gibt es immer jemanden, der Fehler bemerkt.” Darüber hinaus sinkt die “Unnahbarkeit” von Professoren, wenn sie in Twitter, Facebook oder irgendwelchen anderen sozialen Netzwerken kontaktierbar sind. Sie werden so zu Denkpartnern innerhalb des Netzes und verstehen sich auch als “permanent Lernende”.

Ähnlich wie bei Statement 1 bedeuten diese Überlegungen nicht, dass wir das eine aufgeben und das andere machen sollten. Auch hier gilt: Selbstverständlich haben Professoren immer noch ausgezeichnete “Expertenknoten” im Netz, und auch eine gewisse Autorität muss bestehen bleiben (schließlich prüfen sie ja noch). Hier gilt es, ein “gesundes Mittelmaß” zu finden: Bestehende Strukturen dürfen nicht beseitigt, sondern müssen aufgebrochen werden. Das ist ein Unterschied.

Statement 3: Neuronenverhalten führt zu einer veränderten Wissenschaftspraxis

Wer als Wissenschaftler das Web 2.0 ernst nimmt, der nutzt es als Plattform für die gemeinsame Konstruktion wissenschaftlichen Wissens. Er verlässt den Elfenbeinturm und vernetzt sich öffentlich mit Wissenschaftlern und Nichtwissenschaftlern, die sich ebenfalls in seinem Inhaltsgebiet tummeln und so zu wertvollen Denkpartnern werden können. Er hält Ideen nicht zurück, sondern diskutiert sie öffentlich. Dies beschleunigt das Vorankommen der Wissenschaft, da Ideen, die “praxisfern” oder “irrelevant” sind, schnell identifiziert und aufgegeben werden können. Jean-Pol meinte mal: “Menschen aus der Praxis sind diejenigen, die die Relevanzfrage besonders gut stellen können.” In der Bildungsforschung wünsche ich mir nichts sehnlicher, als dass diese Frage zu Beginn des ein oder anderen Forschungsprojekts gestellt worden wäre.

Durch solche “kurzfristigen (Mini-)Projekte” von Wissenschaftlern und Nichtwissenschaftlern ändert sich die Rolle von Wissenschaft in der Gesellschaft: Wissenschaftskommunikation findet nicht “unidirektional” statt (wissenschaftliches Wissen wird für die Allgemeinheit aufbereitet), sondern bidirektional bzw. vernetzt: Information fließt in verstärktem Maße auch von der “Gesellschaft” in die Wissenschaft hinein, Wissenschaftler lernen von Nichtwissenschaftlern. Damit werden letztere auch zu Wissenschaftlern – schließlich sind sie am Prozess der wissenschaftlichen Wissensproduktion beteiligt. Dies wirft die Frage auf: Was ist ein Wissenschaftler?

Auch hier wieder: Selbstverständlich wird durch diese Art des gemeinsamen Austauschs nicht jeder zum “Wissenschaftler” im “herkömmlichen” Sinn. Aber: Das Web 2.0 hilft dabei, verschiedene gesellschaftliche Bereiche stärker miteinander zu vernetzen und Menschen aus unterschiedlichen Bereichen zusammenzubringen. Jeder hat dadurch die Möglichkeit, in den Bereich des jeweils anderen “hineinzuwirken”. Dies ist vergleichbar mit der Vernetzung verschiedener “Hirnareale”: Unterschiedlich spezialisierte Neuronen werden “zusammengeschaltet” und können Informationen austauschen und sich gegenseitig “korrigieren”.

So, jetzt genug geschwafelt – was ist eure Meinung?

Internetrecherche in der Schule

Veröffentlicht: Donnerstag, April 15, 2010 in Teaching
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In unserer digitalen Welt erlangt die Fähigkeit, sich selbstständig Information aus dem Web zu beschaffen, immer mehr Bedeutung. Daher ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler in der Schule lernen, Internetrecherchen durchzuführen.

Aber da fangen die Probleme an. Ich habe jetzt mehrfach Schülerinnen und Schüler im Internet recherchieren lassen und festgestellt, dass es nicht wirklich gut funktioniert.

Ich nenne einfach mal ein paar Phänomene, die ich beobachten konnte:

  • Schülerinnen und Schüler lesen die Seiten nicht wirklich, die sie finden. So wird bei einer Wikipedia-Seite oft höchstens der erste, einführende Absatz “gelesen” und meist wortwörtlich als Lösung übernommen.
  • Die Übernahme von Text geht meist damit einher, dass Schüler denken, sie hätten den Text “verstanden” und ihre Pflicht getan.
  • Wikipedia-Texte sind für die Hauptschule definitiv zu schwer zu verstehen. Daher rate ich den Schülerinnen und Schülern auch in der 9. Klasse noch, die Suchmaschine blindekuh.de zu verwenden. Eine langfristige Lösung kann das aber auch nicht sein. Schließlich sollen sie ja befähigt werden, später auch Informationen in “Erwachsenenseiten” zu finden.
  • Vielen Schülerinnen und Schülern greifen gar nicht erst zu Texten, sondern zu Bilder und Videos. Sie suchen beispielsweise in google und gehen gleich auf die Ergebnisse der Bildersuche. Oder sie greifen direkt auf YouTube zu. Klar: Die Verarbeitung visueller Medien ist viel weniger anstrengend als das aufmerksame Lesen von Texten.

Es ist also verdammt schwierig, Schülerinnen und Schüler dazu zu bewegen, Texte im Internet (und vermutlich nicht nur dort) verständnisvoll zu lesen. Eine Kollegin z.B. lässt die recherchierten Seiten ausdrucken und dann damit weiterarbeiten. Das mutet zwar erst einmal seltsam an, ist aber keine so schlechte Lösung.

Ich habe mir überlegt, eine wissenschaftliche Hausarbeit für Studierende der PH Heidelberg auszuschreiben, die sich genau mit diesem Thema beschäftigt: Internetrecherche in der Hauptschule – Förderung verständnisvollen Lesens. Ich empfinde es wirklich als großenVorteil, gleichzeitig an der Hochschule und Schule tätig zu sein: Aus der Tätigkeit im Praxisfeld Schule erwachsen Fragen, die im wissenschaftlichen Kontext Hochschule angegangen werden können. Ich bin gespannt, ob sich eine Studentin oder ein Student findet, der das Thema gerne angehen möchte.

Nebenbei: Wissenschaftliche Hausarbeiten sind sozusagen die Abschlussarbeiten an den Pädagogischen Hochschulen. Ich habe meine Themenausschreibungen vor kurzem ins Wiki gestellt und auch Hinweise zum Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten. Wer Lust hat, mal drin zu stöbern…

Habt ihr Ideen, wie man verständnisvollen Lesen bei Internetrecherchen fördern könnte? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen und Ideen!

Blind Review

Veröffentlicht: Montag, April 5, 2010 in OeffentlicherWissenschaftler, Review

Seit längerem beschäftigt mich hin und wieder die Frage nach dem Sinn von “blind reviews”. Zur Erläuterung: Reicht man einen Artikel in einer Zeitschrift ein, so wird dieser in der Regel anonymisiert an Reviewer weitergeleitet. Diese lesen den Artikel, beurteilen ihn und geben dem Autoren Feedback, ebenfalls anonym. Das bedeutet, weder Autor noch Reviewer kennen sich.

Mir ist natürlich schon klar, warum das ganze Verfahren “double blind” statt findet: Es sollen keine persönlichen Gründe bei Ablehnungen oder Annahmen eine Rolle spielen, und die Reviewer sollen sich möglichst frei fühlen, auch harte Kritik zu äußern. Trotzdem: Es gefällt mir nicht.

Gabi Reinmann und ich haben über (blind) reviews bei der letzten Delfi/GMW-Tagung diskutiert, und sie meinte, dass sie hin und wieder mal ihren Namen als Reviewerin unter ihre Reviews schreibt, und zwar mit der Begründung, dass die Autoren ein Review nur dann richtig beurteilen können, wenn sie wissen, von dem das Review stammt, welche Expertise diese Person hat usw. Doof ist auch, wenn man als Autor ein Review zurück bekommt und man versteht eine Rückmeldung nicht. Eigentlich würde man dann gerne den Reviewer fragen, was damit gemeint ist. Das geht aber nicht, weil man ihn ja nicht kennt.

Ich habe mir nun vorgenommen: Wenn ich Artikel reviewe, dann schreibe ich meinen Namen unter meine Reviews, und zwar mit folgenden Überlegungen:

  • Es macht mir nichts aus, auch harte Kritik mit meinem Namen zu versehen.
  • Ich möchte, dass die Autoren wissen, wer das Review geschrieben hat. Sie sollen sich über mich informieren können, um einzuschätzen, auf welchem fachlichen Hintergrund ich das Review geschrieben habe.
  • Die Autoren sollen die Möglichkeit haben, Rückfragen stellen zu können.
  • Darüber hinaus hätte ich als Reviewer gerne ein Feedback zu meinem Review. War es hilfreich? Mit welchen Punkten sind die Autoren (nicht) einverstanden? Es ist immer irgendwie unbefriedigend, ein Review abzugeben und nicht zu wissen, was mit den einzelnen Rückmeldungen “passiert”.

Daher schreibe ich ab sofort den folgenden Absatz unter meine Reviews (und habs auch schon bei meinen elba 2010-Reviews gemacht):

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung: Christian Spannagel (spannagel@ph-heidelberg.de). Es wäre auch schön, wenn ihr mir Rückmeldung zur Qualität meines Reviews geben würdet!

Ich bin mal gespannt, ob ich Rückmeldungen bekommen werde. Würde mich ja freuen.

Pacman und die bösen Geister

Veröffentlicht: Samstag, April 3, 2010 in Teaching

Schülerinnen und Schüler bzw. Studierende haben oft Angst vor Mathe-Klausuren, selbst wenn sie gar nicht schlecht in Mathe sind. Oft berichten sie, dass sie schon einmal die Erfahrung gemacht haben, dass sie bei einer Aufgaben (meist einer der ersten) nicht recht weiter wussten und dadurch in Panik geraten sind. Dann konnten sie auch die anderen Aufgaben nicht lösen, obwohl sie – später festgestellt – gar nicht so schwer waren.

Eigentlich muss man in solchen Klausuren einen kühlen Kopf bewahren. Man muss versuchen, möglichst viele Punkte in der gegebenen Zeit zu sammeln. So empfehle ich meist, zu Beginn der Klausur zunächst auszurechnen, wie viel Zeit man für eine Aufgabe verwenden darf. Wenn eine Klausur beispielsweise 90 Minuten dauert, und wenn man insgesamt 90 Punkte erzielen kann, und wenn es auf eine Aufgabe 10 Punkte gibt, dann darf man folglich nur in etwa 10 Minuten damit verbringen. Wenn man wesentlich mehr Zeit für diese Aufgabe braucht, dann sollte man damit aufhören und zur nächsten übergehen, denn hier kann man wahrscheinlich effizienter Punkte sammeln. Man kann ja, wenn man am Schluss noch Zeit hat, zu der begonnenen Aufgabe zurückkehren. Meist klappt das natürlich nicht, aber man hat eine Strategie verwendet, mit der man möglichst viele Punkte gesammelt hat.

Als Bild, das man sich während einer Matheklausur vor Augen halten kann und das die Strategie sehr schön veranschaulicht, ist Pacman. Pacman muss auch Punkte sammeln, und natürlich wählt er den Weg, auf dem es auf ungefährliche Weise viele Punkte zu sammeln gibt. Wenn aber ein böser Geist kommt (= Aufgabe, die man nicht lösen kann), dann sollte man einen anderen Weg einschlagen und dort Punkte weiter sammeln.

(Bild von Aaron_M)

Mir persönlich hat das Bild in meiner eigenen Studienzeit sehr geholfen. Ob es anderen auch hilft, hab ich bislang noch nicht überprüfen können. :) Kennt ihr ähnliche Bilder bzw. Empfehlungen für Personen, die Angst haben, durch eine schwierige Aufgabe in Panik zu geraten?

studiVZ und warum ich nicht drin bin

Veröffentlicht: Freitag, April 2, 2010 in Teaching, Web 2.0

Ich bin ja so ziemlich in allen social networks angemeldet, die es gibt: facebook, XING, Linked-In, myspace, werkenntwen und wie sie alle heißen. Ab und zu werde ich gefragt, ob ich auch in studiVZ bin und ob ich mich nicht anmelden möchte. Meine Antwort: Nein, möchte ich nicht.

Dann werden mir die Vorzüge aufgezeigt, die es hätte, wenn ich dort vertreten wäre. Ich könnte mich dort mit meinen Studierenden vernetzen, und ich würde beispielsweise mitbekommen, was Studierende dort über meine Lehrveranstaltung sagen. Trotzdem: Nein.

Warum nicht? Die Begründung ist ganz einfach: Meiner Ansicht nach ist studiVZ ein Netzwerk, in dem sich Studierende unter sich vernetzen sollten. Sie sollen die Möglichkeit haben, in diesem Raum über meine Lehrveranstaltung zu sprechen, ohne dass ich das mitbekomme. Der Austausch in studiVZ soll genau so sein, als wenn Studierende in der Pause zusammenstehen und sich über meine Veranstaltungen oder über mich unterhalten. Sie sollen irgendwo im Web die Möglichkeit haben sich über Dozenten und Vorlesungen zu unterhalten, ohne dass sie belauscht werden. Ich respektiere diesen geschützten Raum und werde dort nicht eindringen. Aus dem gleichen Grund werde ich mich auch nicht in schuelerVZ “einschmuggeln”. Vernetzen kann ich mich mit Studierenden und Schülerinnen und Schülern auch in den anderen Netzwerken, und das reicht mir vollkommen.

Wie seht ihr das?