Ein Wiki für eine Geometrieveranstaltung

Veröffentlicht: Samstag, Juni 19, 2010 in Geometrie, Web 2.0

In diesem Semester probieren Michael Gieding, Andreas Schnirch und ich aus, wie man ein Wiki im Rahmen einer Geometrieveranstaltung sinnvoll einsetzt. (Ich selbst halte die Veranstaltungen nicht, sondern bin nur “extern” mit dabei). Sowohl die Vorlesungen als auch die Übungen werden durch das GeometrieWiki, das uns freundlicherweise von der ZUM zur Verfügung gestellt wurde (Danke an Achim Burgermeister), ergänzt.

Das Wiki erfüllt dabei die folgenden Funktionen:

  • Das Skript, das früher als PDF-Datei zur Verfügung gestellt wurde, wird nun im Wiki bereitgestellt. Exemplarisch sei hier der Skriptteil zum Thema Winkel, Nebenwinkel, Scheitelwinkel erwähnt. Praktisch an dem Wiki ist dabei, dass neben Text und mathematischen Formeln auch Geogebra-Dateien eingebunden werden können, mit deren Hilfe geometrische Situationen dynamisch erfahrbar werden (Beispiel: Halbebenen oder das Axiom von Pasch). Darüber hinaus werden bestimmte Teile des Skripts offen gelassen mit der Aufforderung an die Studierenden, die entsprechenden Teile zu vervollständigen. Das ist der eigentliche Wert des Wikis: Studierende werden in Prozesse wie definieren, begründen, veranschaulichen, … direkt einbezogen. Darüber hinaus können Fehler auftauchen, die für alle sichtbar diskutiert und behoben werden können (Fehler als Lerngelegenheit). Dies wird deutlich bei der Verwendung von mathematischer Sprache: Ungenauigkeiten können mit allen gemeinsam und für alle sichtbar diskutiert werden. Hierdurch kann deutlich gemacht werden, worauf es bei bestimmten Formulierungen ankommt.
  • Auch die Übungen werden online im Wiki zur Verfügung gestellt (zum Beispiel hier die Übung 7). Zu jeder Aufgabe gibt es dann eine eigene Wikiseite, auf der die Studierenden ihre Lösungsvorschläge einstellen und diskutieren können (siehe z. B. hier die Lösung von Sternchen). Auch hier steht des Prozess der Mathematiktreibens im Vordergrund (und weniger die Bereitstellung fertiger Lösungen, die “auswendig gelernt” werden).
  • Schön ist an dem von der ZUM zur Verfügung gestellten Wiki, dass auch Quizze eingebunden werden können (Beispiel zu Quantoren). Studierende können nicht nur fertige Quizze versuchen zu lösen, sondern auch eigene produzieren.
  • *m.g.* hat zudem begonnen, Teile der Vorlesung aufzuzeichnen, in Youtube hochzuladen und dann ins Wiki zu stellen. Das Wiki bietet also alle Möglichkeiten, verschiedene Medien (Texte mit Formeln, interaktive Applets, Videos, …) miteinander zu verbinden. In Zukunft können so zudem bestimmte Vorlesungsteile “in Youtube ausgelagert” werden, und in der Vorlesung bleibt mehr Zeit für die Diskussion.

Der Start des neuen Konzepts war mit einigen Widerständen der Studierenden verbunden. Viele hätten es lieber, wenn sie ein fertiges Skript bekämen, aus dem sie lernen können, als sich selbst am Skriptschreiben zu beteiligen. Sie haben lieber etwas in der Hand, das “fertig und stimmig” ist, als etwas zu verwenden, das noch im Prozess begriffen ist. Es ist nicht leicht, diese Bedenken auszuräumen. Uns kommt es darauf an, dass die Studierenden lernen, was es heißt, Mathematik entstehen zu lassen. *m.g.* beispielsweise sagt zurecht, dass sie nicht Definitionen lernen müssen, sondern sie müssen lernen zu definieren. Dies machen auch die neuesten Vorlesungsaufzeichnungen von *m.g.* deutlich zum Thema “Was ist ein Winkel?”

Das Ziel, dass die Studierenden anfangs das Skript komplett selbst erstellen, war allerdings zu hoch gesteckt. Wir sind dazu übergegangen, nur bestimmte Teile offen zu lassen. Darüber hinaus muss beachtet werden, dass Studierende auch rückmelden, dass sie sich beteiligen würden, aber keine Zeit dazu haben. Letztendlich wird man vermutlich damit leben müssen, dass sich – wie immer – nur ein gewisser Teil aktiv beteiligt. Wir jedenfalls werden versuchen, die Veranstaltung so zu gestalten, dass die Studierenden motiviert werden, sich aktiv ins Wiki und in die Veranstaltung einzubringen. Ein wichtiger Aspekt für die Beteiligung ist zudem, dass auf der Startseite sichtbar ist, wo sich gerade etwas tut im Wiki – ansonsten weiß man nicht, wo gerade spannende Diskussionen stattfinden.

Einige Studierende äußern den Unmut darüber, als “Versuchskaninchen” benutzt zu werden. Hierzu ist zu sagen: Die Studierenden in unseren Veranstaltungen sind zukünftige Lehrerinnen und Lehrer. Wenn sie später in ihrem Unterricht eine neue Methode ausprobieren, weil sie die Vorstellung davon haben, dass dies das Lernen besser macht, dann werden sie auch nicht die Vorstellung haben, die Schüler als “Versuchskaninchen” zu gebrauchen. Eben diese Vorstellung haben wir auch nicht. Es handelt sich nicht um ein Projekt, das irgendwelchen externen Forschungszwecken dient (auch wenn wir dies als hausinternes Forschungsprojekt anerkannt bekommen haben), sondern es geht uns aufrichtig um die Verbesserung der Lehre. Auch dies muss immer wieder deutlich gemacht werden, damit kein Unmut aufkommt.

Es ist aber auch für die Studierenden wichtig zu wissen, dass wir mit diesem Konzept experimentieren und dabei auch den ein oder anderen Fehler machen. Wir probieren eine neue Methode aus, und dies ist natürlicherweise mit Fallstricken verbunden. Ich würde mir wünschen, dass den Studierenden dadurch bewusst wird, dass auch sie später als Lehrerinnen und Lehrer mutig sein und Neues ausprobieren sollen, ohne Angst zu haben, dass etwas nicht funktionieren könnte. Auch Lehrende sind Lernende.

Übrigens lässt sich das Geometrie-Wiki der Hochschulveranstaltung auch sehr gut mit anderen Aktivitäten kombinieren. So habe ich beispielsweise die Materialien zu einer Lehrerfortbildung ins Wiki eingestellt – eine gute Möglichkeit, die verschiedenen Phasen der Lehramtsausbildung miteinander zu verknüpfen.

Stöbert doch mal ein bisschen im GeometrieWiki. Habt ihr noch Ideen, was wir besser machen könnten?

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Kommentare
  1. In diesem Zusammenhang (vor allem bezüglich des studentischen Verhaltens) ist bestimmt der Text von Roland Graef für dich interessant:
    http://jeanpol.wordpress.com/2010/06/19/roland-wie-genau-gehst-du-dabei-vor/

  2. Karl Kirst sagt:

    Ein beachtenswerter Beitrag zur Frage nach einer sinnvollen Wiki-Didaktik (http://wiki.zum.de/Wiki-Didaktik), finde ich!

    Mich persönlich freut, dass du, Christian, dabei gleichermaßen die erwarteten Vorteile wie auch aufgetretene Probleme benennst. Denn natürlich sind Wikis kein alles möglich machendes Zaubermittel: Sie haben spezifische Eigenschaften, die – sinnvoll genutzt – äußerst hilfreich sein können, aber eben auch nicht für alles in jeder Situation die beste Lösung bieten.

    Ich bin gespannt darauf, wie die Evaluation der Arbeit mit dem Geometrie-Wiki mittelfristig ausfallen wird.

  3. d.s. sagt:

    Prinzipiell halte ich die Idee für hervorragend. Ich möchte aber etwas zum Unmut der Studierenden sagen.

    Hätten Sie den Versuch in Ihrer Didaktik Verantstaltung gestartet, wären Sie sicher auf eine höhere Resonanz gestoßen. Die ablehnende Haltung der Studierenden führe ich auf ihre Vorbelastung in Bezug auf die Geometrieveranstaltung zurück. Da die Durchfallquoten erschreckend hoch waren und die Notenverteilung recht unmotivierend war.
    In der letzten Klausur sah diese so aus: 24% durchgefallen , 38 % Note 4, 19% 3,5, 16 % 3 und lediglich 12 von 105 Studenten waren besser als 3. Das muss man wissen um die Reaktionen deuten zu können.

    Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Ich selbst bin recht engagiert und mache mir viele Gedanken neben dem Studium. Ich finde es
    nur sehr schade, dass Studenten auf diese Weise an Motivation verlieren und gerade weil sie später selbst Lehrer werden, dann
    negativ belastet an ihre Mathematikerfahrungen zurückdenken. Dies wirkt sich sicher auch auf das spätere Lehrverhalten aus.

  4. Oliver Tacke sagt:

    Ich habe in einer Vorlesung zum Online-Marketing ähnliche Erfahrungen gemacht, allerdings war das Wiki dort nicht verbindlich in die Veranstaltung eingebunden. Vielmehr habe ich vorgeschlagen, die Studierenden könnten freiwillig gemeinsam dort eine Mitschrift erarbeiten (ein Skript gab es nicht): Die Last würde auf mehrere Schultern verteilt, man erhielte verschiedene Perspektiven und Anregungen für Diskussionen, usw. Das bot sich an, da einige sowieso stets ihre Laptops dabei hatten.
    Das Resultat war allerdings mager. Zu Beginn tippten einige ein paar Stichpunkte ein, ein Text wurde aber nie daraus. Sicherlich schlief die Sache auch schnell wieder ein, weil die Beitragenden nicht “die Arbeit für alle” machen wollten.

    Positive Erfahrungen mache ich hingegen gerade in einem Seminar. Das Wiki wird von den Gruppen einfach als Werkzeug zur gemeinsamen Erstellung ihrer Seminararbeiten genutzt; da gab es keine Einwände. Vermutlich liegt es daran, weil der so oder so notwendige Prozess der Texterstellung nur in ein anderes Medium überführt wurde. Die Studierenden mussten sich zwar in die Nutzung des Wikis einarbeiten, was aber allen ohne Probleme gelang. Die Schwelle zur Nutzung war gering. Vielleicht wird es bei euch einfacher, wenn ihr nach und nach die Nutzung des einführt und nicht gleich alles auf einmal?

    Vielleicht findet ihr hier auch noch Anregungen zum Einsatz von Wikis: http://de.wikiversity.org/wiki/Hochschullehrveranstaltung:_Informations_und_Kommunikationsmanagement_(Ss_10)

    Sehr hilfreich bei den Videos wäre sicher eine Transkription samt weiterer Hinweise, zum Beispiel auf Literatur. Vielleicht dient dies als Anregung: http://www.youtube.com/watch?v=-Kh8LD5rlT4
    Wäre die Frage, wer die Transkription vornimmt. Wenn ihr in Folgesemestern die Videos erneut nutzt, könntet ihr euch vielleicht die Mühe machen (studentische Hilfskräfte?).

    Das Argument “fehlende Zeit” bekommen wir öfter zu hören, nicht nur im Zusammenhang mit aktiven Lernformen. Da ist sicher auch etwas dran! Andererseits gibt es meiner Meinung nach häufig die Fehlvorstellung, Studieren fände ausschließlich in den Präsenzveranstaltungen statt, dann noch beim Lernen vor Klausuren und das wäre es dann. Alles andere erscheint dann wie “ungerechtfertigte” Mehrarbeit.
    Beispielsweise erhielt ich als Rückmeldung zu einem Planspielseminar den Hinweis, die Gruppen hätten viel mehr Zeit investieren müssen als die Teilnehmer des “normalen” Seminars, das stets zeitgleich läuft. Das stimmte! Viele setzen sich in solchen “normalen” Seminaren zwei Wochen vor Abgabefrist hin und leiern ihre Arbeiten runter; das ging bei mir nicht, man musste kontinuierlich etwas tun und in Summe tatsächlich mehr. Andererseits sollten die Teilnehmer dann einmal überschlage, wie viel Zeit sie investiert hätten. Sie kamen auf eine Summe, die noch etwas unter dem für die Veranstaltung angesetzten Workload lag. Zudem fragte ich, ob sie denn auch mehr gelernt hätten als in einem “normalen” Seminar. Die Antwort war ja, der Verhältnis zwischen Output und Input scheint also ausgeglichen gewesen zu sein: Der Mehrwert muss klar sein. Seitdem sage ich in den Informationsveranstaltungen *vorher* auch immer klar an, dass man im Planspielseminar vermutlich mehr tun muss als im “normalen”, aber auch, dass und was man mehr lerne. Jeder weiß, worauf er sich einlässt (Transparenz).

    p.s.: Vielleicht wollt ihr euch hier beteiligen?
    http://hochschulballett.wordpress.com/2010/06/14/artikel-uber-web-2-0-mit-web-2-0-verfassen-und-mit-euch/

  5. cspannagel sagt:

    @d.s. Vielen Dank, dass Sie dieses Problem ansprechen. Die schlechten Ergebnisse in der Geometrieklausur sind mit ein Grund, weshalb wir dies machen. Die bisherigen Leistungen zeigen, das etwas geändert werden muss. Wir haben den Eindruck, dass bislang die Inhalte nicht ausreichend tief verarbeitet wurden. Das neue Veranstaltungskonzept soll genau diesem Problem entgegentreten. Eine Verbesserung der Leistungen soll nun durch ein Konzept bewirkt werden, in dem die Studierenden zu einer höheren Eigenbeteiligung motiviert werden. Wenn beispielsweise Studierende in der Klausur das Problem haben, nicht präzise genug definieren zu können, dann müssen wir die Veranstaltung dahingehend ändern, dass der Prozess des Definierens stärker in den Fokus rückt. Genau deshalb setzen wir das Wiki ein: Hier wird der Prozess (mit allen Fehlern und Fallstricken) selbst zum Objekt der Reflexion.

    Gerade in den aktuellen Diskussionen des Bildungsstreiks wird von Studierenden immer wieder gefordert, dass Lernen an der Hochschule mit mehr Selbstverantwortung durchgeführt werden sollte. Dies ist unser Beitrag zu Ihrer Forderung.

  6. sjgriebel sagt:

    Aufzeichnen der Vorlesung auf Video ist eine nette Sache, gleichwohl habe ich eine Frage: Die Aufmerksamkeit von *m.g.* muss sich teilen, auf’s Zuhören und auf’s Aufzeichnen. Geht das gleichermaßen gut? Und nicht nur das, geht es gleichermaßen ohne Abstriche der jeweils anderen Tätigkeit gleichermaßen gut. Dies berührt die Frage des Multitasking, was wohl nur im Falle mechanisierter Handlungen funktioniert (Autofahren ja, sobald das Handy klingelt, steigt die Unfallwahrscheinlichkeit).

  7. spannend! Darf euch darauf hinweisen, dass wir bei e-teaching gerade einen Themenschwerpunkt zu E-Lectures gestartet haben (http://www.e-teaching.org/specials/e-lectures), also wie können Vorlesungen umgestaltet werden. Das läuft noch einige Zeit; wäre also schön am Ende des Semesters von euch vielleicht dort einen Erfahrungsbericht zu finden ;-)
    Gruß, Joachim

  8. m.g. sagt:

    Zu dieser Diskussion würde ich gern ein wenig mehr beitragen, allein es fehlt mir die Zeit. Die geht in den letzten Wochen so ziemlich für das genannte Wiki drauf.
    Für jetzt nur so viel: WEB2.0 war bis zu meiner Mitarbeit an dem Wiki aus meiner Sicht eine Erfindung für Leute die nicht in der Lage sind, ein FTP-Programm zu bedienen.
    Mittlerweile lerne ich den Zugewinn etwa eines Wikis zu schätzen:

    Früher habe ich sowas per Mail geschrieben: http://wikis.zum.de/geowiki/index.php/L%C3%B6sung_von_Aufgabe_6.10#Zum_Beweis_von_Heinzvaneugen

    Mitunter habe ich dann die Mail anonymisiert und ins WEB gestellt. Mit dem Wiki geht das einfacher.

    Was in beiden Fällen bleibt, ist ein gewisser negativer Beigeschmack. Es bleibt nicht aus, dass ich die Dinge auf den Punkt bringen muss. Falsche Vorstellungen, falsche Lösungen und falsche Formulierungen der Studierenden müssen auch als solche gekennzeichnet werden. Da bleibt es sicherlich nicht aus, dass ich den ein oder anderen frustiere.

    Dieses um so mehr, als in der Schule sehr häufig der Eindruck vermittelt wird, dass in der Mathematik immer alles von vornherein klar ist. Es gibt bezüglich der Mathematik gewisse Überflieger, die wissen alles von vornherein und sowieso. Der Rest benutzt von der Mathematik nicht viel mehr als den Dreisatz.

    Was ich sagen möchte: Helft uns mit Euren Erfahrungen, was bedeutet Euch Mathematik und wie habt Ihr sie gelernt.
    Hier ist Platz für eine solche Diskussion:
    http://wikis.zum.de/geowiki/index.php/Diskussion:Hauptseite#Wie_lernt_man_Mathematik.3F

    Grüße
    M.G.

    PS: @sjgriebel: wir wollen ja keinen Oskar für die Videos (Orginalton Christian Spannagel: Deine Videos haben den Charme von B-Movies) zunächst ist man ein wenig angespannter, das legt sich, dann ist die Vorlesung wie immer

  9. Heinz Van Eugen sagt:

    Zum Thema “Unmut der Studierenden”:
    1. Als Student steht man unter enormen Druck. Heutzutage mehr denn je. Die Aufzählung muss ich nur beginnen mit: Studiengebühren, besch..eidene Einstellungschancen…. Man muss nicht nur das Examen schaffen, sondern außerdem schnell, zeit-effizent, da man mind. 15 h in der Woche arbeiten muss, und dann noch mit Bestnote. Die Geometrie-Note fließt als ATP bei vielen Examen mit in die Note ein, da ist der Druck ziemlich hoch.
    2. Lehr-/Lern-Bullemie (Reinstopfen und auskotzen) – sorry für die drastischen Worte – ist oftmals die einzige Lösung. Das Verständnis bleibt natürlich auf der Strecke und kann oftmals nicht abgeprüft werden.
    3. Der Einsatz der Studenten krankt wie viele andere Dinge an der Tragik der Allmende (http://de.wikipedia.org/wiki/Tragik_der_Allmende). Wenn alle Studenten der VL mitmachen würden, könnten tolle Effekte erzielt werden, zB durch Diskussionen zu Lösungen kommen, die ohne Dozenten zum “Ziel” führen.
    4. Die Technik muss ein wenig überdacht werden. Es fehlt mE ein “Help”-Button und auch die Struktur der Seiten (Diskussions-Seite, Artikel-Seite) ist noch zu ungeläufig. Eine Frage wäre: wie kann man eine wiki-Kultur einführen? Mit einem wiki gleich zu Beginn des Mathe-Studiums, mit der Arithmetik -VL?
    5. Ein Lob an die beteiligten Dozenten: Durch deren Einsatz und (durchaus kritischen und selbst-kritischen) Blick auf neue Methoden kann eine bessere Lehre (kostenneutral? wichtig an der PH Heidelberg!) erzielt werden. Als Beispiel ein Reply zu einer Übungs-Lösung, die genau das zum Ausdruck bringt, nämlich dass man für die Materie ein Verständnis bekommt: http://wikis.zum.de/geowiki/index.php/L%C3%B6sung_von_Aufgabe_6.10#Zum_Beweis_von_Heinzvaneugen
    “Natürlich kann man von den Erfahrungen anderer profitieren, aber die eigene Erfahrung ist sicherlich nachhaltiger. ”

    All in all: Lob für die Idee an sich, Bitte um Verständnis für kritische Stimmen von Seiten der Studenten. Bessere (mindestens gute) Lehre ist schön. Aber die meisten studieren nur für den Schein…

  10. cspannagel sagt:

    @Oliver Danke für deinen ausführlichen Beitrag! Zum Thema Transkription: Die Videos sollen einfach und schnell produzierbar sein. Mit einem Transkript wird ein wesentlich höherer Produktionsaufwand notwendig sein. Unser Ziel ist es, kurze Videos zu produzieren (z.B. ein Video zu einem Beweis oder ein Video zu einer Einführung in ein Thema), sodass man sich nicht durch 90-Minuten-Videos “quälen” muss. Ansonsten gibt es ja auch das Skript.

    Danke auch für den Hinweis auf den Aufruf…

    @sjgriebel *m.g.* muss sich während der Vorlesung nicht ums Aufzeichnen kümmern. Das macht ein Student.

    @Joachim Danke für den Hinweis – das klingt gut!

    @Heinz Van Eugen Das Problem mit dem Druck, den Studierende haben, ist auch aus unserer Sicht äußerst beklagenswert. Dennoch müssen wir auch in dieser Situation schauen, wie wir es erreichen, dass Sie die Dinge lernen, die Sie lernen sollen, nämlich Mathematik zu treiben (und nicht “auszukotzen”).

  11. d.s. sagt:

    @Heinz van Eugen: Ich sehe das ähnlich. Der Druck ist ein grundlegendes Problem. Ich denke aber nicht, dass er entscheidend zu den schlechten Geometrieergebnissen beiträgt.

    @Spannagel
    Sicher sind derartige Durchfallquoten “an der Uni normal”. Das höre ich sehr oft als Rechtfertigung für schlechte Ergebnisse.. reicht mir aber nicht.
    Eine Durchfallquote hat schließlich einen Grund und sollte nicht als in der Art als Maß gelten, dass die Qualität der Lehre an der Schwierigkeit bzw Quote gemessen wird. Zunächst muss man sich überlegen auf was die Durchfallquote zurückzuführen ist. Schließlich ist es eine Pädagogische Hochschule, die zukünftige Lehrer ausbildet und eine derartige Qualität haben, dass sie durch eine gute Lehre dem vorbeugt. Wenn derartige Probleme in der Lehre auftreten, wie kann man da erwarten, dass es die zukünftigen Lehrer später besser machen?

    Angenommen das Problem liegt auf Studentenseite. Dass es an Motivation fehlt, glaube ich nicht. Dann bleibt nur noch die mangelnde Vorbereitung übrig. Dazu ist zu sagen, dass es zahlreiche Lerngruppen für Geometrie gibt, die sich mehrmals die Woche, oft über zwei Semester treffen, zusätzlich beide Übungen und beide Vorlesungen besuchen. Dennoch sind die Ergebnisse schlecht. Bereiten sie sich falsch vor? Dann sind die Dozenten gefragt, ihre Anforderungen konkreter zu vermitteln.
    Oder entsprechen sie nicht den Anforderungen eines Mathematikstudiums? Dann sollte nicht eine ATP als Auslesewerkzeug verwendet werden, sonder über eine Eingangsprüfung nachgedacht werden. Wenn Aussieben, dann bitte zu Beginn des Studiums. Ob dies überhaupt sinnvoll ist ist eine andere Frage.

    Ein weiterer Aspekt ist, dass die Geometrieklausur eine ATP ist. Wenn jedes Fach an der Pädagogischen Hochschule einen derartigen Lernumfang für eine ATP voraussetzen würde, wäre das Studium nicht mehr zu bestreiten.

    ich denke es klafft ein immer breiter werdender Graben zwischen Studenten und Dozenten. Ich glaube nichteinmal, dass dies an den Anforderungen der Dozenten liegt. Vielmehr weiß die eine Seite nicht, wie es auf der anderen aussieht. Es wäre äußerst Sinnvoll durch eine gezielte Umfrage Probleme aufzudecken und eine Brücke zu schlagen.

  12. m.g. sagt:

    @d.s.
    Ich möchte die Sache nicht allzulange unbeantwortet lassen. Auch auf die Gefahr hin, momentan nicht vollständig antworten zu können, weil mir die Zeit fehlt, hier einige Gedanken:
    (1) Ich bin zu jedem Gespräch bereit. Wir müssen und sollten uns zusammensetzen, um zu reden. Sie kennen meinen Raum, die Zeiten meiner Sprechstunde sind bekannt.
    (2) Auch wenn Sie die Durchfallquote als zu hoch einschätzen, realistisch gesehen, wäre sie eigentlich noch höher.
    (3) Es mag sein, dass für Sie das Argument der Durchfallquoten an der Uni nicht zählt. Für mich schon. Bedenken Sie auch, dass ein Diplommathematiker häufig schlechter bezahlt wird (je nach dem, was er für einen Job bekommt) als ein Lehrer. Mir fehlt die Logik, warum ein Studium an der PH einfacher als ein Studium an der Uni sein soll.
    (4) Mit dem was ich jetzt schreibe möchte ich niemanden persönlich beleidigen. Aber aus meiner Sicht ist es eine Tatsache, dass eine nicht zu vernachlässigende Zahl von Studierenden nicht über genügend Fähigkeiten verfügt, um hinsichtlich der späteren Tätigkeit als Lehrer hinreichend genug Mathematik zu studieren. Ich könnte auch kein Opernsänger werden.
    (5) Die meisten Studierenden wissen nicht, was es bedeutet, Mathematik zu studieren. Da hat die Schulzeit einen nicht geringen Beitrag zu geleistet. Mathematik in der Schule ist häufig nichts anderes als das Abspulen von Algorithmen. Wenn wir das an der Hochschule nicht unterbrechen, wird es mit jeder Generation von Lehrerabsolventen immer schlimmer. Unmittelbares Erlebnis heute: Richtige Lösungen von den Schülern einer Hauptschulklasse, die eigentlich als nicht leistungsfähig gilt. Der Praktikant bügelt die Ideen der Schüler ab, der Algorithmus des Dreisatzes wird stattdessen abgespult. Wie viele Stunden habe ich in der Realschule schon gesehen, in denen die Praktikanten den Ideen der Schüler aus fachlicher Sicht nicht gewachsen waren.
    (6) Überhaupt, es ist die Sicht auf Ihre späteren Schüler, die in der Diskussion um Durchfallquoten in Mathematikprüfungen zu kurz kommt. Wie sollen spätere Schüler mit den mangelnden sprachlich logischen Fähigkeiten hinsichtlich mathematischer Begriffe und Zusammenhänge vieler unserer Absolventen klar kommen? Wo nehmen viele der Studierenden eigentlich das Recht her, diese Aspekte wegen der einseitigen Sicht auf die eigene Lage zu vernachlässigen. Denken Sie an Ihre eigenen späteren Kinder.
    (7) Motivation: Natürlich habe ich viele Studierende kennen gelernt, die engagiert insbesondere auch die Geometrie angehen. Es sind gerade die Studierenden, die mein Mitgefühl haben, wenn es andere Studierende gibt, die es nicht einmal schaffen, pünktlich zu den Vorlesungen zu kommen und diese dann noch durch lautstarke persönlich Gespräche zu stören: Wenn der da vorne was anschreibt, dann bin ich ruhig und schreibe mit (egal was da an die Tafel geschrieben wird) ansonsten habe ich Privatveranstaltung mit Freunden. Möchten Sie deratige Absolventen als Lehrer für Ihre eigenen Kinder sehen? Ich hab da so meine Bedenken.
    (8) Nicht wirklich zum Schluß aber für heute zu guter letzt: Die Erwartungshaltung bezüglich dessen, was man ihnen im Rahmen des Studiums bieten sollte, ist bei vielen Studierenden enorm. Wegen dieser unglaublichen Erwartungshaltung möchte man am liebsten gar nichts mehr bieten. Sie bekommen: Ein Wiki, das enorm viel Arbeit macht. Ein Skript als PDF: Auch wenn dieses Skript momentan nicht verlinkt ist. Sie sollten wissen wie man heran kommt (Medienkompetenz). Dabei sackweise Übungsaufgaben mit Lösungen, Probeklausuren mit Lösungen. Es gibt ein weiteres Skript von Herrn Prof. Dr. Filler (jetzt HUB). Ständig werden Bezüge zur Schule hergestellt. Wir lassen uns etwa 18 Minuten Zeit (s. Video) um so etwas Profanes wie den Begriff des Winkels zu definieren. Sie erfahren dabei nebenbei, wie man es sinnvollerweise in der Schule machen würde. Sie bekommen eine weitere zusätzliche Übung jeden Donnerstag. Überhaupt in fast jedem Semester bin ich bereit, eine zusätzlich Übung zu halten, die mir nicht auf mein Deputat angerechnet wird.
    Und dann gibt es Studierende, die erwarten, dass man Ihnen zu Verfügung gestellte Lösungen nun noch einmal zusammenfasst, damit sie sich diese leichter ausdrucken können. Die entsprechend formulierte “Bitte” entbehrt gewisser Formen des Respekts und der Höflichkeit.

    Darf es ein wenig mehr sein?

    Mit freundlichen Grüßen
    Michael Gieding

    PS: Einen Nürnberger Trichter gibt es nicht.

  13. m.g. sagt:

    Liebe Leser dieses Weblogs,
    die Geometrieausbildung an der PH Heidelberg ist seit einigen Jahren ein Problemfall. Damit bestand von vornherein die Gefahr, dass dieser Weblog-Artikel von Christian die Initialzündung einer weiteren mehr oder weniger internen Diskussion zum leidigen Thema “Einführung in die Geometrie” an der PH Heidelberg werden würde. Diese Diskussion ist wichtig und notwendig, allerdings sollten wir sie an einem anderen Ort führen.

    Vielleicht schaffen wir es ja hier, den Gedankenaustausch bezüglich der Verwendung von Wikis im Rahmen einer Lehrveranstaltung noch einmal zu aktivieren. Allerdings glaube ich nicht wirklich daran, dass hier an dieser Stelle die Diskussion zu Wikiproblematiken noch einmal Aufflammen könnte. Falls sich meine Befürchtung bewahrheitet, sollten wir an anderer Stelle noch einmal anfangen.

    Meine Befürchtung, dass es an dieser Stelle mit dem Gedankenaustausch bezüglich des Nutzens eines Wikis in Lehrveranstaltungen nicht mehr weiter gehen könnte, ergibt sich aus einer Erfahrung, die ich über die Jahre mit dem Medium Internet gesammelt habe. Ich möchte diese Erfahrung als Axiom 1 der Webnutzung deklarieren:

    Axiom 1 (Sudden-Death-Axiom)
    Was im Web nicht schnell so läuft, wie es gedacht war, ist genau so schnell tot.

    Eng verbunden mit Axiom 1 ist das folgende Axiom 2:

    Axiom 2: (Unmöglichkeit der Reanimation)
    Was im Web tot ist, bleibt für immer tot.

    Das könnte doch eine schöne Geschäftsidee für Freunde des morbiden Gedankens sein: Unter dem Titel “Virtual Graveyards” wird eine Reise zu den schönsten toten Webprojekten angeboten:

    “… und hier meine Damen und Herren Platz 5 auf der Liste unserer schaurigsten toten Webaktionen. Genießen Sie es, wenn Ihnen der kalte Schauer den Rücken herunter läuft. Zwicken Sie sich gegenseitig, falls Sie glauben, das alles nur zu träumen. Es ist wirklich wahr: Das Projekt VIB war nichts weiter als ein paar HTML und PDF-Dokumente. Wenn Sie ganz still sind, hören Sie noch den alten Sound: “Verlinkung als pädagogische Idee”, “Hypermediale Lernumgebung”, Hyper, Hyper … . Auch ein wenig Java-Script konnte da nicht helfen … ”

    ” … Sie glauben, das war grausam? Dann schaun Sie mal hier: eine Web 2.0 Aktivität, initiiert von einem Pseudowissenschaftler. Das ist nur etwas für ganz Hartgesottene: technikgläubige Pädagogen. PHP rettet die Welt. Das Schlimme ist zugleich das Schöne an dieser Aktivität: sie kam nie zum Laufen … .”

    Lieber Christian, lieber Andreas, Ihr habt doch nicht wirklich daran geglaubt, dass die Studierenden das Skript selbst erstellen:

    “Das Ziel, dass die Studierenden anfangs das Skript komplett selbst erstellen, war allerdings zu hoch gesteckt.”

    Im Rahmen der Geometrieveranstaltung konnte und durfte das nicht unser Ziel sein. Liebe Studierende, fassen Sie diese Aussage von mir nicht als Mißachtung Ihrer Fähigkeiten auf. Vielmehr möchte ich ein weiteres Axiom des Umgangs mit Webaktionen verdeutlichen:

    Axiom 3 (Problem der naiven Arroganz)
    Eine Webaktion, deren Ziel zu hoch angeetzt wird ist von vornherein tot.

    Eigentlich wollte ich das Axiom ander nennen: Axiom vom schnellen Kindstot. Mit der nun doch anders gewählten Bezeichnung möchte ich folgendes verdeutlichen: Zu schnell sind wir von Web2.0 & Co und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten begeistert. Das ist der naive Teil. Wenn wir genauer hinsehen, erkennen wir natürlich, dass die Dinge so toll nun auch wieder nicht sind. Das verdrängen wir dann. Dieses Verdrängen ist auch eine gewisse Form von Arroganz.

    Will sagen: In vielen Fällen wußte man bzw. hätte man wissen können, dass man Totgeburten ins Web setzt.

    Ich weiß nicht wie es ist, wenn man vom Menschen zum Neuron mutiert ist. Vielleicht fällt es dann angesichts der kollektiven Begeisterung schwer, warnende Worte zu formulieren.

    Auch wenn man etwa ein Wiki zur Verfügung hat, bleibt die eigentlich Aufgabe bezüglich einer solchen Lehrveranstaltung wie etwa die Einführung in die Geometrie an der PH Heidelberg die didaktische Aufbereitung der Veranstaltung durch die Lehrpersonen und das intensive Studium durch die Studierenden. Das Wiki kann dem Dozenten und den Studierenden ein wenig helfen, mehr nicht.

    Lieber Christian, natürlich ist unser Wiki eine tolle Sache. Es macht Spaß und ich danke Andreas und Dir, dafür, dass Ihr mich trotz meiner Skepsis mit ins Boot geholt habt.

    Aber bitte lass uns auf dem Boden bleiben. Das Wiki ist nichts weiter als ein schönes Werkzeug. Bitte keine Schwarmintelligenz und derartiger Schwachsinn. Schau Dir nur mal Deine Bemerkung zur Vernetzung mit anderen Projekten an. Das sowas geht und anzustreben ist wissen wir doch. Jeder weiß das. Und weil es jeder weiß, ist die explizite Benennung einer solchen Trivialität aus meiner Sicht kontraproduktiv, weil eine durchaus wichtige Sache irgendwie zur Plattitüde gerät.

    In der Hoffnung, Axiom 2 bezüglich der vorliegenden Diskussion außer Kraft gesetzt zu haben,

    m.g.

  14. Oliver Tacke sagt:

    Die Axiome (besonders das dritte) finde ich interessant, da lohnt sich das nachdenken.

    Zu Axiom 1 (Sudden Death) würde ich aber in den Raum stellen: Ist das nicht auch im “Web 1.0″ oder im physischen Leben so? Produkte, die nicht gleich laufen, fliegen wieder aus dem Sortiment. Fernsehsendungen, die nicht gleich eine hohe Quote bringen, werden schnell wieder abgesetzt.

    Zum Thema Wiki-Einsatz in der Lehre: Mit dem Angebot, dass Studierende freiwillig eine gemeinsame Mitschrift erstellen, bin ich auch schon einmal auf die Nase gefallen. Für die Teilnehmer war aber im Prinzip schon das Schreiben in einem Wiki neu, daher würde ich nicht grundsätzlich folgern, das ginge nicht.
    In einer “Vorlesung” (ich setze das mal ausdrücklich in Anführungszeichen) könnte ich zumindest http://web.wi2.phil.tu-bs.de/dokuwiki/doku.php?id=informations-_und_kommunikationsmanagement_lehrveranstaltung als Gegenbeispiel anführen. Hier wird sehr wohl, sehr engagiert in Wikis der Lernstoff durch Gruppen von Studierenden aufbereitet – allerdings sind die Rahmenbedingungen andere.

    Ich glaube schon, dass “webzwonullige” Instrumente grundsätzlich das kollaborative Lernen fördern können, aber “aus dem Nichts” wird das sicher nicht passieren.

  15. Alex Perl sagt:

    Hallo Christian,
    Ich habe gerade dieses semester ein ähnliches Konzept mit einer Lehrveranstaltung gemeinsam mit der Chefin arrangiert. Insgesamt haben wir das Skript, und im Endeffekt auch die klausurrelevanten Inhalte, vollständig von den Studenten erstellen lassen. Es hat eigentlich sehr gut funktioniert. Wir haben allerdings aus dem Mehraufwand für die Studenten auch eine wichtige Konsequenz gezogen: Er wird “nominell” vergütet. Ich hoffe morgen Abend mehr berichten zu können (Ich feiere gerade eine Hochzeit in Franken).

  16. cspannagel sagt:

    @d.s. Wie gesagt: Wir glaube, dass ein Grund für die Durchfallquoten u.a. darin liegt, dass die Studierenden nicht kontinuierlich aktiv gefordert sind und das Lernen vielleicht auch in gewissem Maße “oberflächlich” stattfindet bzw. wie m.g. feststellt, erst kurz vor der Klausur intensiv gelernt wird. Dem wollen wir mit dem neuen Veranstaltungskonzept vorbeugen.

    @m.g. “Lieber Christian, lieber Andreas, Ihr habt doch nicht wirklich daran geglaubt, dass die Studierenden das Skript selbst erstellen” – Doch. Einige Erfahrungen von Dozenten an anderen Hochschulen zeigen, dass das durchaus möglich ist. Allerdings bin ich auch nicht wirklich enttäuscht, dass es in unserem Kontext nicht geklappt hat. Das hängt von so vielen Faktoren ab; dennoch wollte ich es nicht unversucht lassen.

    “Das Wiki kann dem Dozenten und den Studierenden ein wenig helfen, mehr nicht.” Stimmt. Volle Zustimmung.

    “Das Wiki ist nichts weiter als ein schönes Werkzeug. Bitte keine Schwarmintelligenz und derartiger Schwachsinn.” Ich glaube dass du meine Position diesbezüglich manchmal etwas “vorurteilsbehaftet” einschätzt. Ich schätze den Nutzen von Wikis viel realistischer ein als du denkst. ;-)

    “Schau Dir nur mal Deine Bemerkung zur Vernetzung mit anderen Projekten an. Das sowas geht und anzustreben ist wissen wir doch.” Ja – aber wer macht es denn? Wer vernetzt denn Aktivitäten in einer Hochschulveranstaltung mit Lehrerfortbildungen? Ich habe nur hervorheben wollen, dass Wikis die Möglichkeit bieten, so etwas zu tun. Sicher gibt es auch zahlreiche andere offline-Möglichkeiten. Aber warum hier nicht erwähnen?

  17. m.g. sagt:

    @christian:
    Hinsichtlich der Sache mit der Vernetzung möchte ich mich bei Dir entschuldigen. Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel. Ich hätte mir ein besseres/anderes Beispiel heraus suchen sollen, das verdeutlicht, wie schnell und wie oft wir gerade im E-Learning-Bereich mit Trivialitäten hausieren gehen. Diese Trivialitäten sind der Grund für gewisse allergische Reaktionen meinerseits, die bereits bei unbeabsichtigter Erwähnung der Bezeichnungen E-Learning und Blended Learning einsetzen. Ich werde sinnvollerweise alle Bücher zum E-Learning aus dem Regal meines häuslichen Arbeitszimmers in den Schuppen verbannen. Bei eBay wird man sie wahrscheinlich nicht los werden. (Definition: Die Chatiquette ist die Netiquette des Chat. Danke Frau Maier-Häfele, danke Herr Häfele.)

    Das Problem der Generierung des Skripts durch die Studierenden:
    Ich bin überzeugt davon, dass sowas geht und dass die Sache auch Sinn macht. Im nächsten Sommersemester wird mein eh nur rudimentär vorhandenes Skript zur Veranstaltung Geometriedidaktik endlich einen Ersatz finden und zwar durch ein von den Studierenden im Rahmen unseres Wikis (Die Didaktik der Geometrie darf im Geometriewiki nicht fehlen!) erstelltes Skript. Am liebsten wäre es mir, wenn dieses Skript selbst die akademische Teilprüfung wäre. Zumindest wäre es wünschenswert, wenn es zu einem Teil in besagte Prüfung eingehen würde. Leider sind uns diesbezüglich die Hände durch die Prüfungsordnung gebunden.
    d.s. bemerkt ganz richtig, dass unsere Idee im Rahmen einer Lehrveranstaltung mit einem Wiki zu arbeiten, bei den Studierenden sicher auf größere Resonanz gestoßen wäre, wenn wir die Geometriedidaktik ausgewählt hätten.
    In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal das Axiom der naiven Arroganz aus meinem vorangegangenen Beispiel mit in die Diskussion bringen. Natürlich ist die Idee nahe liegend, für eine Lehrveranstaltung, die nur dann erfolgreich absolviert werden kann, wenn man sich wirklich aktiv mit ihren Lehrinhalten auseinandersetzt, eine Plattform einzurichten, die gerade diese aktive Auseinandersetzung fördert. Je mehr man darüber nachdenkt, um so mehr verliebt man sich in diese Idee. Vor lauter Verliebtheit übersieht man die Realität. Bis hier hin ist das normal und auch gut. Verliebtheit ist ein toller Zustand, aber es ist schon sehr sinnvoll, dass in unserem normalen Leben ein solcher Zustand nicht für immer und ewig andauert. Irgendwie ist man ja auch neben der Spur und macht die unmöglichsten Sachen, für die man ggf. später nur ein Kopfschütteln übrig hat. Das Ganze wäre nicht so schlimm, wenn es nicht für die Liebe einer weiteren zweiten Person bedürfte. Im Falle der Liebe zu einer Idee, wie etwa der des Wikieinsatzes, sind es sogar sehr viele Personen, die in die persönliche Liebesbeziehung zwangsweise integriert werden. Es wäre doch aber auch zu schön, wenn diese Personen von unserer Liebe profitieren würden.
    Mitunter und je mehr Zeit ins Land geht beschleichen uns doch gewisse Gedanken, ob unsere Idee, in die wir uns so verliebt haben, doch auch für die andere Seite so gewinnbringend sein wird.
    Ach Quatsch, wird schon passen und falls nicht, wir haben es ja nur gut gemeint und wir müssen ja auch unsere Erfahrungen sammeln.
    Aber gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht und waren da nicht doch schon gewisse Erfahrungen, die uns eigentlich zeigten, dass es so problemlos nicht werden würde?
    Als Lehrende müssen wir auch immer pädagogisch/didaktische Entscheidungen fällen. Diese haben sich auch und insbesondere an dem Lernenden auszurichten. Es obliegt mir, als mehr oder weniger erfahrener Lehrer einzuschätzen, welche Art der Aufgabenstellung für diejenigen sinnvoll und vor allem auch machbar ist, für die die Lehrveranstaltung eigentlich durchgeführt wird.
    Was die Lehrveranstaltung “Einführung in die Geometrie” an unserer Hochschule anbelangt, ist ganz klar und eindeutig zu sagen: Die Aufgabenstellung, erstellt mit Hilfe des Wiki euer eigenes Skript zu Veranstaltung, ist ganz klar und eindeutig eine Überforderung der Studierenden. Ich sage das nicht weil ich der Meinung bin, dass unsere Studierenden prinzipiell zu dumm bzw. unfähig wären, eine derartige Aufgabe zu lösen. Ich meine vielmehr, dass bei dem mathematischen Niveau das die Lehrveranstaltung anzuschlagen versucht und bei den mathematischen Vorkenntnissen die unsere Studierenden aus der Schule mitbringen und natürlich der zu Verfügung stehenden Zeit die Aufgabe der eigenen Skripterstellung ein ganz klare Überforderung unser Studierenden darstellt.
    Noch einmal: Ich schrieb das letztere ohne jede Wertung. Ich sage weder die Studierenden sind zu dumm und zu unfähig noch finde ich den geschilderten Umstand als bedauernswert. Unser Welt ist so wie sie ist und wir müssen sie so nehmen wie sie ist.
    Unsere Studierenden werden im Rahmen der Geometrieausbildung mit mathematischen Denkweisen konfrontiert, die sie so aus ihrer schulischen Ausbildung nicht kennen. Für viele von ihnen war Mathematik ein Abarbeiten von Algorithmen. Setz was in die Formel ein und rechne aus. Dabei musst du nicht wirklich wissen was du machst, aber mach es einfach: “Tabea, wie oft soll ich es Ihnen noch sagen, Sie müssen erst die erste Ableitung bilden und dann Null setzen … .” Tabea schaut auf ihren Merkzettel: Die erste Ableitung von x quadrat ist zwei x. Tabea löst die Aufgabe, weiß aber nicht wirklich, was die erste Ableitung ist.
    Wir als Lehrende wissen um diese Umstände. Wenn wir unseren Studierenden jetzt trotzdem vor eine Aufgabe stellen, die sie letztlich nicht meistern können, dann ist das nicht nur fahrlässig sondern auch höchstgradig unfair. Und wenn wir es tausend mal gut gemeint haben, letztlich haben wir unseren Studierenden durch unsere naive Arroganz vorsätzlich ein Misserfolgserlebnis geschaffen.
    Seien wir ehrlich zueinander und nehmen die Sache so wie sie ist.
    Es hätte unter Umständen auch so kommen können: Einige wenige Studierende versuchen sich am Skript. Es kommt nicht wahnsinnig viel dabei heraus, aber immerhin ein Anfang wäre ja gemacht. Jeder weiß, dass die Sache nicht wirklich was gebracht hat. Aber wir könnten stolz verkünden: Auch wir waren mit den Studierenden Web1.8.7 mäßig unterwegs. Und das ist doch toll, nicht wahr. Die zwangskollektivierte Neuronencommunity würde sicher Beifall klatschen, denn nett wie wir alle sind, ist alles was wir mit den modernen Medien machen gut gemeint und was gut gemeint ist kann ja gar nicht schlecht sein. Vor allem dann nicht, wenn wir authentisch sind.
    Ich versuche es noch einmal ganz brutal in einem anderen Zusammenhang auf den Punkt zu bringen. Wenn etwa sowas passiert, dass man Hauptschüler in das kalte Wasser wirft und Ihnen sagt, schreibt doch mal ein Wiki, dann ist das bei den konkreten Hauptschülern um die es geht, eine absolute Überforderung. Diese Schüler gehen Tag für Tag seit vielen Jahren vor allem mit Mißerfolgserlebnissen aus der Schule nach Hause. Jetzt kommen wir und hauen ihnen noch so ein Ding rein. Das Ganze war natürlich zum Scheitern verurteilt und bei Lichte gesehen wussten wir das auch. Aber wir waren doch sooo mutig, sogar mit Hauptschülern sowas zu machen. Die Community klatscht und lobt unsere Authentizität. Keiner sagt: Was habt Ihr den Schülern wirklich angetan?

    Wie auch immer, so wie es läuft mit unserem Wiki läuft es besser als ich erwartet hätte. Das dadurch, dass wir die Aufgabenstellungen etwas kleiner gemacht haben, lösbarer, überschaubarer. Insbesonder profitiere ich als Lehrender: Viele der fehlerhaften Gedankengänge (ich meine das hinsichtlich der konkreten Lösung einer Aufgabe, ansonsten sind die Gedankengänge natürlich nicht fehlerhaft), die die Studierenden darlegen, waren mir nicht so bewusst. Dass man eine ganze Implikation umgangssprachlich als eine Behauptung ansehen kann, aus mathematischer Sicht aber nur ein Teil der Implikation die Behauptung ist, scheint manchen Studierenden (zu Recht) Probleme zu bereiten. Ich mach den Job schon ein paar Jahre, aber dass die Probleme der Studierenden bezüglich der Kennzeichnung von Voraussetzung und Behauptung derartige umgangssprachliche Ursachen haben könnten, wurde mir erst durch das Wiki bewusst. In dem Maße, wie ich den Studierenden meinen Lernprozeß bezüglich Ihrer Fehlvorstellungen verdeutlichen kann, hoffe ich, dass ich vermitteln kann, welcher Art Tätigkeit sie mit ihrem späteren Beruf anstreben.
    Aber ist das vielleicht nur eine Wunschvorstellung, in die ich mich nur verliebt habe, weil ich gern als der große Zampano vor den Studierenden da stehen möchte?

    Viele Grüße
    m.g.

    PS @Oliver, Ich freue mich, dass Du der erste warst, der Axiom 2 hier außer Kraft gesetzt hat. Deine Bemerkungen zu den “Axiomen” sind natürlich absolut korrekt. Sie sind wissenschaftlicherseits auch nicht wirklich ernst zu nehmen. Ich verstehe mich aber eigentlich auch weniger als “Wissenschaftler”, sondern mehr als Rampensau der Lehrveranstaltung.

  18. Oliver Tacke sagt:

    @m.g.
    Wie lustig, ich habe mich neulich in einer Vorlesung selbst auch als Rampensau bezeichnet :-)

    Dass die Axiome nicht wissenschaftlich gemeint waren, war mir bewusst, aber dennoch kann ich ja versuchen, sie zu widerlegen (ebenso unwissenschaftlich).
    Das dritte Axiom finde ich noch immer nachdenkenswert und sicher auch andere.
    Wie wäre es mit einem (un)wissenschaftlichen Plädoyer? Unter http://www.imb-uni-augsburg.de/files/CfP_webSquare_2010-04.pdf findet sich ein Aufruf für Beiträge zum Thema: “Bloggen, Twittern und Co.: Was bringt’s wirklich?” Gesucht sind wissenschaftliche Arbeiten (6-8 Seiten) oder Plädoyers (2-3 Seiten) bis zum 15.07.2010 – Studierende sind übrigens explizit auch aufgerufen, etwas einzureichen.

  19. cspannagel sagt:

    Lieber m.g., vielen Dank für deinen Beitrag. Ich finde, dieser Beitrag gehört in ein Lehrbuch zur Unterrichtsgestaltung und zur didaktischen Planung von Hochschulveranstaltungen. Deine Anmerkung zu “eigentlich hätte man es vorher wissen können” möchte ich aber relativieren. Ganz ehrlich: Ich wusste nicht, was passiert, wenn wir versuchen, das Skript erstellen zu lassen. Ich wusste es nicht, ich wollte es aber ausprobieren. Nicht, um es auszuprobieren und Web 1.8.7 einzusetzen, sondern weil ich dachte, dass dies tatsächlich den Studierenden helfen könnte, sich aktiv mit der Geometrie auseinanderzusetzen. Im Nachhinein würde ich auch sagen: Das war blauäugig. Aber im Nachhinein ist man immer schlauer. Vielleicht habe ich hier auch noch (im Gegensatz zu dir) zu wenig Lehrerfahrung.

    Ich habe schon mehrfach die Erfahrung gemacht, dass Dinge, die ich ausprobiert habe, viel besser geklappt haben, als ich es mir vorher jemals ausmalen konnte. Im Endeffekt müssen wir doch auch sagen: Vorher kann man gar nicht so genau wissen, was passieren wird. Dafür sind Lehrsituationen zu komplex. Die Haltung “Das wird doch eh nix” könnte demnach auch echte Verbesserungen im Vorhinein verhindern. Und ehrlich: Wenn wir es nicht ausprobiert hätten, dann würden wir die Effekte, die du heute als positiv beschreibst (siehe dein Kommentar) niemals erfahren haben. Insofern denke ich, dass Überlegungen wie “das klappt doch nicht” zwar durchaus getroffen werden müssen, aber nicht zur Maxime erhoben werden dürfen.

    Im übrigen denke ich: Die Tatsache, dass du solche Dinge ausprobierst, macht dich mehr zu einem Wissenschaftler als jemanden, der hinter dem Schreibtisch Theorien entwirft, ohne diese dem Praxistest auszusetzen.

  20. schnirch sagt:

    Nach all der Kritik brennt mir es jetzt doch etwas unter den Fingernägeln einige positive Aspekte des Wiki-Einsatzes zu erwähnen. Schaut Euch doch beispielsweise mal folgende Diskussion zu einer Übungsaufgabe an: http://wikis.zum.de/geowiki/index.php/Diskussion:L%C3%B6sung_von_Aufgabe_8.5
    Ist es nicht genau das, was wir wollen? Die Autoren des Beitrags lösen sich von der eigentlichen Aufgabe (Definition gleichschenkliges Dreieck) und diskutieren weitere Gesichtspunkte und Auswirkungen. Die Entwicklung eigener Gedanken, die vermutlich ja auch ohne Wiki entstehen, werden jetzt im Wiki dokumentiert, gemeinsam diskutiert und somit angeregt und vorangetrieben. Für uns Lehrende ergibt sich dabei die schöne Möglichkeit zu verstehen an welchen Stellen im Lernprozess der Studierenden Probleme auftauchen. Hättet Ihr am Anfang gedacht, dass das Wiki so intensiv zur Diskussion genutzt würde? Noch wissen wir nicht, ob der Einsatz des Wikis objektiv positive Auswirkungen auf den Lernprozess der Studierenden hat, aber gerade das wollen wir ja untersuchen. Ich bin schon sehr gespannt ob und ggf. welche Einflüsse die Nutzung des Wikis auf die Lernmotivation, die geometrische Selbstwirksamkeit und den Lernerfolg haben wird. Es lohnt sich sicherlich genau das zu untersuchen und erst dann können wir fundierte Aussagen über den Nutzen eines solchen Systems machen.

  21. D.S. sagt:

    @m.g. Ich stimme Ihnen in großen Teilen sogar zu. Ich glaube tatsächlich, dass das Problem ein Verständigungsproblem ist. Die von Ihnen skizzierte Studentenhaltung gibt es tatsächlich und auch viel zu oft. Ich persönlich habe 5 intensive Monate investiert und muss zugeben auch sehr viel gelernt zu haben, aber es war auch schwierig den “richtigen Weg” zu finden. Auch die Befürchtung keine qualifizierten Lehrer zu produzieren, teile ich mit Ihnen, da mir ähnliche Fälle aus eigenem Praktikumserleben bekannt sind. Ich glaube aber nicht, dass sie durch fachliche “Hürden” zu bremsen sind, da die Klausur nur einen fachlichen Teilbereich abdeckt. Der Fokus und die Gewichtung sollte stärker auf dem Praktikum liegen.
    Das Thema ist aber sehr diffizil und ich denke eine Diskussion wäre nur fruchtbar, wenn Sie sie mit Studenten führen, die die Klausur bereits erfolgreich bestanden haben, da so weniger Emotionen wie Angst usw. mitspielen. Ich muss mir dazu noch einige Gedanken machen und werde evtl vielleicht wirklich einmal in Ihre Sprechstunde kommen, da mich das Thema sehr interessiert. Leider ist es mir derzeit nicht möglich, werde es mir aber vornehmen.
    Viele Grüße
    d.s.

  22. [...] und Simon Knoblauch. Sie setzen im Rahmen einer Geometrie-Veranstaltung, in der wir auch das Geowiki verwenden, ein System ein, das es ermöglicht, studentische Lösungen aus Aktivitätsphasen anynom [...]

  23. [...] Methodische Fragen: Gleich nach dem „was?“ stellt sich die Frage des „wie?“ Es gibt zahlreiche Methoden, bei denen die Denkprozesse im Mittelpunkt stehen, und mir begegnen immer wieder neue. So ist das Modell der kognitiven Meisterlehre (cognitive apprenticeship) darauf ausgelegt, dass einerseits die Lehrperson ihre Denkprozesse bei Demonstrationen expliziert (Lernen am Modell), währen die Schüler in Arbeitsphasen angehalten sind, ebenfalls ihre Prozesse zu reflektieren und untereinander zu besprechen. Das aktive Plenum lässt Prozesse in der diskursiven Auseinandersetzung deutlich werden: Hier vollziehen die Lernenden Prozesse als Gruppe und diskutieren die jeweiligen Teilschritte. In der Mathematikdidaktik wären in diesem Zusammenhang auch das EIS-Prinzip und das operative Prinzip zu nennen, die jeweils als Grundannahme haben, dass sich das Denken aus dem Handeln entwickelt. Darüber hinaus werden Prozesse längerfristig nachvollziehbar und zu Objekten der Reflexion, wenn sie kollaborativ verschriftlicht und diskutiert werden, beispielsweise in Web-2.0-Tools wie Wikis. [...]

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