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cspannagel, dunkelmunkel & friends

Veröffentlicht: Donnerstag, September 1, 2011 in Lifestyle

Heute habe ich mich entschlossen, meinen Blogtitel zu ändern. “chrisp’s virtual comments” war sowieso mehr so ein Provisorium. Aber wie jeder weiß: Nichts hält sich länger als ein solches. Ich hatte damals, als ich mir einen Blog angelegt habe, überhaupt keine Idee, wie ich ihn nennen soll. Kreativ war der Einfall nicht gerade. chrisp war mein längst vergessener Spitzname und gleichzeitig Accountname an der TU Darmstadt – aber erst der zweite. Als ich mit meinem Informatikstudium begonnen hatte, musste ich mich für einen Nutzernamen entscheiden. Ich hatte überhaupt keine Idee, was das ist und dass dieser ein Teil meiner E-Mail-Adresse sein würde (was beste Voraussetzungen für ein Informatikstudium waren – dort würde ich es ja lernen. :-)). Ich wusste nur, es dürfen nur 8 Buchstaben sein, und er musste etwas mit meinem Namen zu tun haben. Also wählte ich zunächst “spannage”, weil Spannagel ja bekanntlich aus 9 Buchstaben besteht und somit das “L” hinten überhängen würde. Seitdem sprach mich aber jeder, der meine E-Mail-Adresse bzw. meinen Nutzernamen kannte, mit “Schpannaaaasch” oder “Schpännätsch” an (je nachdem, ob man “spannage” lieber französisch oder lieber englisch interpretierte), was ich ziemlich doof fand. Ich ging zur Rechnerbetriebsgruppe und bat darum, ihn nochmal ändern zu dürfen  – herausgekommen ist chrisp (hat ja auch was mit meinem Namen zu tun, gell?). “chrisp’s virtual comments” lag als unkreativer Blogtitel dann später nahe – schließlich wollte ich zu Beginn ja auch tendenziell eher Links und Texte kommentieren.

“cspannagel, dunkelmunkel & friends” gefällt mir als Blogtitel aber tausend mal besser. Und: Es steckt sogar mehr dahinter. :-) Wie vielleicht einige wissen, hieß ich früher bei Twitter cspannagel. Nachdem ich kurzzeitig aus Twitter ausgestiegen war, wollte ich meinen alten Account wieder reaktivieren. Das ging leider nicht – denn: Wenn einmal ein Twitter-Account gelöscht ist, dann lässt er sich nicht wiederbeleben. Also musste ein anderer Name her: dunkelmunkel ist’s geworden. “cspannagel ist nun dunkelmunkel” – manch einer hat damit immer noch Schwierigkeiten (liebe Grüße an @timovt ;-)). Dieser Wechsel hat den Schwerpunkt für mich von einer eher formellen auf eine eher informelle Ebene verlegt: dunkelmunkel ist “privater” als cspannagel, und dies spiegelt sich auch in den letzten Blogartikeln wieder. Manch einer fragt sich vielleicht, was das soll. Für mich fühlt es sich einfach nur gut an, mein Weblog als Denkwerkzeug zu verwenden, egal, um welchen Bereich meines Lebens es geht.

Insgesamt finde ich und fand es immer komisch, verschiedene “Christians” voneinander getrennt zu behandeln. Trotzdem: Man agiert in verschiedenen Kontexten mit verschiedenen Rollen: Man trägt verschiedene Masken. Die Schauspieler im alten Griechenland hatten im Theater verschiedene Masken, die Gefühlszustände ausdrückten – und Maske hieß auf Griechisch “persona”. Sogesehen bin ich verschiedene Personen: Professor, damit Dozent und Forscher, auch gleichzeitig Informatiker, Mathematiker, irgendwie auch Pädagoge, Grufti, Institutsleiter, Sohn und Enkel (also Kind?), Horrorfilmfan, Liebhaber, Freund, Bekannter, Kollege, wasweiß ich. Mit Adjektiven verschon ich euch mal lieber. Diese “Masken” “unter einen Hut” zu bekommen ist gar nicht so leicht. Mein Blog war bis vor kurzem überwiegend bestimmten Personen aus dieser Auswahl vorbehalten. Angefühlt hat sich dies immer unvollständig und irgendwie beschnitten.

Das Bild der Maske gefällt mir sehr gut: Hinter den Masken steckt ja immer derselbe Mensch (nämlich ich). In den verschiedenen “Rollen” (oh, wie ich diesen Begriff leiden kann!) erfüllt man die Masken durch sein eigenes Ich-Sein mit seiner persönlichen Note (darf man “persönlich” in diesem Kontext überhaupt so verwenden?). Aber wer bin ICH eigentlich? Bin ich nur beruflich Professor, aber eigentlich dunkelmunkel, so privat? Was bedeutet “eigentlich” in diesem Zusammenhang? Ist privater eigentlicher? Wenn man länger drüber nachdenkt, möchte man am liebsten Begriffe wie Authentizität und Konsorten in die Tonne kloppen.

Integration ist ein lohnenswertes Ziel. Bis dahin grüßen cspannagel, dunkelmunkel & friends.