Komm! Ins Offene, Freund!

Veröffentlicht: Mittwoch, November 16, 2011 in Gastbeitrag, Schule, Web 2.0

Am Wochenende war ich auf der Mitgliederversammlung der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V. (ZUM). Die Personen, die in der ZUM aktiv sind, habe ich seit einigen Jahren lieb gewonnen – anders kann ich es nicht sagen. Das Treffen am Wochenende war wieder einmal sehr anregend, unter anderem durch den Vortrag, den Klaus Dautel als inhaltlichen Einstieg in das Wochenende gehalten hat. Ich finde es wunderbar, dass Klaus zugestimmt hat, die Ausarbeitung seines Vortrags hier als Gast-Blogbeitrag zu veröffentlichen. Was soll ich sagen? Komm! Ins Offene, Freund!

Gedanken zum Thema „Offener Unterricht und WEB 2.0“

Piratenpartei und ZUM-Treffen: Der Erfolg der Piratenpartei wird damit erklärt, dass in den etablierten Kreisen das WEB 2.0 vorwiegend von seiner problematischen, gefährlichen Seite thematisiert wird. Größere Teile der jungen Öffentlichkeit sehen das aber anders, und zwar von seinen positiven Potenzialen her, von dem her, was das Internet ermöglicht! Wir ZUM-ler sehen das auch so, wir machen uns diese Perspektive schon lange zu eigen; und die Leute und Initiativen, die heute und hier zusammengekommen sind, haben gemeinsam, dass sie für die positiven Aspekte des Internets Ideen, Materialien und Technik beisteuern.

Nicht Geräte und nicht Plattformen, sondern Schüler-Persönlichkeiten: Wenn man nun in unserem Zusammenhang über Schule und Unterricht nachdenkt, läuft man schnell Gefahr, beides von den Geräten her zu denken, die uns neuerdings immer einfacher zur Verfügung stehen. Ebenso auch von den Plattformen her, auf denen wir und vor allen die Jugendlichen sich bewegen bzw. befinden. Das ist wichtig und höchste Zeit, aber auch eine riskante Verengung. Um dieser Horizont-Verengung zu entgehen hilft es, sich darüber klar zu werden…

  1. …welche Persönlichkeiten und Persönlichkeitsmerkmale, welche Tugenden und welche Haltungen wir für wünschenswert halten.
  2. …welchen Beitrag wir Blogger, ZUM-ler, Twitterer, Googler und Sozialnetzwerker dazu leisten wollen/können.
  3. …in welchem Umfang neue Technologien, Internetangebote und Geräte uns dabei helfen oder auch stören.

Das geht aufs Ganze! Wo ist der Einstieg in diesen ganzen Komplex?

Das Motto: Als Lehrer an einem Gymnasium, das den Namen Friedrich Hölderlins trägt, möchte ich auch mit Hölderlin einsteigen! Es gibt von ihm ein Gedicht (Hymne oder Ode, egal, Hauptsache Hexameter) mit dem Titel: Der Gang aufs Land und das beginnt so:

Komm! ins Offene, Freund! zwar glänzt ein Weniges heute
Nur herunter […] und fast will
Mir es scheinen, es sei, als in der bleiernen Zeit.
Dennoch gelinget der Wunsch, Rechtglaubige zweifeln an Einer
Stunde nicht und der Lust bleibe geweihet der Tag.
Denn nicht wenig erfreut, was wir vom Himmel gewonnen … (1801)

Ohne Zweifel hat der geniale Friedrich H. in seiner Seher-Qualität („Was bleibet, stiften die Dichter“) nicht nur die „bleierne Zeit“ und unser Novemberwetter vorausgeahnt, sondern auch die „Cloud“. Und vor allem hat er uns ein großartiges Motto vermacht. Begeben wir uns also mutig „ins Offene“!

Die Ausgestaltung des Offenen: Ich möchte den Begriff des Offenen Unterrichts aus der Perspektive der digitalen Medien betrachten und um einige Aspekte erweitern. Die nachfolgenden Überlegungen könnten dann unter der Fragestellung stehen, welchen Beitrag unsere Aktivitäten und Initiativen zu dieser „Offenheit“ und „Öffnung“ leisten sollen.

Die Vorstellungen vom Offenen oder Offeneren Unterricht (Bovet/Huwendiek: Leitfaden Schulpraxis, Cornelsen 2000 S. 74) beschränken sich immer noch sehr auf den Klassenraum und den vorgegebenen schulischen Zeitrahmen, z.B. die Unterrichtsstunde. Zeitliche und räumliche Erweiterungen sind zwar in Projekt- und Freiarbeit enthalten, insgesamt verbleiben aber die Vorstellungen im Denken der vor-digitalen Welt, also der 80er Jahre. Bezogen auf die Unterrichtsmethodik der 60er und 70er-Jahre waren Forderungen nach Gruppenarbeit, Projektarbeit, Stationenlernen und ähnlichem natürlich ein Fortschritt. Daraus hat sich heute ein standardisierter Stundenablauf entwickelt, der mindestens 10 Minuten Gruppen- oder Partnerarbeit enthält, im aktuellen Doppelstundenmodell darf es dann auch ein bisschen länger oder mehr sein. Richtet man den Blick auf die Potenziale, die dem Lernen und Lehren durch die digitalen Medien und insbesondere WEB 2.0 zur Verfügung stehen, dann eröffnen sich aber ganz andere Perspektiven für offenen Unterricht:

1. Da ist zuerst einmal die räumliche Öffnung

  • aus dem Klassenzimmer, sogar aus dem Schulgebäude hinaus und
  • hinein ins Internet in die digitale Welt, mit ihren etwas anderen Verkehrsregeln und Kommunikationsformen.

2. Dann ist da die zeitliche Öffnung über den Stundenplan-regulierten Rhythmus hinaus

  • in die Nachmittags-, Abend- und Nachtstunden, in das Wochenende und die so genannte unterrichtsfreie Zeit hinein.
  • Alles ist Lernzeit, der ganze Tag, jeder Tag kann für die Kommunikation von Lehrenden und Lernenden genutzt werden.

3. Offener Unterricht wird auch öffentlicher Unterricht bedeuten:

  • In Weblogs, Micro-Blogs, Wikis, Foren und Communities kann Unterricht geplant, reflektiert und aufgearbeitet werden.
  • Die Zahl der Mitleser kann größer sein als die der Mitarbeiter, die Mitleser befinden sich in anderen Kontexten, das kann voller Überraschungen sein, Missverständnisse sind nicht ausgeschlossen.
  • Es können sich andere Formen der Zusammenarbeit, andere Zusammensetzungen von Lerngruppen bilden.

4. Dem öffentlichen Unterricht entspricht der veröffentlichte Unterricht, in dem Arbeitsergebnisse als Publikationen verstanden und Arbeitsprozesse für Außenstehende nachvollziehbar werden:

  • Hausaufgaben, Protokolle, Referate, Handouts und Projektergebnisse werden im Internet zur Verfügung gestellt;
  • dadurch könnte für alle Beteiligten eine größere Ernsthaftigkeit und einen höheren Verpflichtungscharakter zum inhaltlich sauberen und rechtlich verantwortungsbewussten Arbeiten erwachsen.
  • Dafür sind Wikis besonders geeignet, Beispiele findet man in den Schulwikis der Wiki-Family.
  • Und ganz ins Offene gedacht: So wie sich z.B. Christian Spannagel sich als öffentlicher Wissenschaftler versteht , so könnte sich die Lehrkraft als „öffentlich Lehrender“ definieren, der sich in der Schülerschaft Mitautoren für seinen Unterricht sucht.

5. Die Lehrer-Schüler-Beziehung öffnet sich in Richtung Gegenseitigkeit und Gleichwertigkeit.

  • Ich mache mich offen, indem ich mir in die Karten sehen lasse, meine Arbeitsweise und Ziele offenlege, Kontrolle zurücknehme, meine Absichten begreifbar und mich angreifbar mache.
  • Lehrende und Lernende sitzen im selben Boot, das bringt sie einander näher, ändert aber wenig an der Rollenverteilung von Kapitän und Mannschaft. Gelegentlicher Rollentausch muss aber möglich sein.
  • Kleiner Exkurs zu einem lesenswerten Blogbeitrag  von Herrn Larbig zum Thema: Kompetenzorientierter Unterricht. Kompetenzorientierung wird darin am Beispiel von Aufgabenstellungen (Stichwort: „echte Aufgaben“) diskutiert. Das ist spannend, aber im Hinblick auf offenen Unterricht noch nicht alles. Kompetenzen werden durch Feedback erworben, ein Schüler/eine Gruppe erhält hilfreiche Rückmeldung über seine Arbeitsschritte und wird dadurch zur Selbstreflexion angeregt. Das muss auch nicht allein der Lehrer machen. Qualifizierte (d.h. kriterienbasierte) Feedbacks können von Mitschülern kommen, und diese müssen nicht einmal in der gleichen Klasse oder Schule sein. Dafür sind nun genau WEB 2.0-Plattformen geeignet, sie haben die Interaktion, das Rückmelden und Kommentieren als wesentliche Bestandteile ihrer Funktionsweise und ihres Selbstverständnisses. Das bedeutet auch: Lehrende und Lernende können gleichermaßen kompetente „Andere“ sein.

6. Die Öffnung in Richtung Unterrichts-Material: Alles kann zum Unterrichtsmaterial werden. Hier sind wir im Zentrum einer heißlaufenden Diskussion angelangt. Unabhängig vom „Schultrojaner“ hat jüngst die UNESCO eine Empfehlung für freie Lehrmaterialien ausgesprochen. Die Argumentation ist zwar noch auf den akademischen Bereich bezogen, nichtsdestotrotz von Belang. Hier spielt uns die augenblicklich aufgeflammte Diskussion um die Open Educational Resources (OER) in die Hände bzw. Tastatur; tatsächlich ist es sehr gut, hier Überlegungen anzustellen und zwar in Richtung Kooperation und Koordination der Internet-Individualisten und WEB2.0-Aktivisten. Eine digitale Bibliothek von Unterrichtsideen und -materialien ist eine quasi utopische Angelegenheit, vergleichbar der Wikipedia, nur schwieriger, und benötigt vor allem Kommunikationsstrukturen. Die technische Seite ist wahrscheinlich die einfachste.

Zwei Schritte scheinen mir sofort machbar, um ein Terrain zu besetzen oder einen Anspruch zu markieren, und da hat Torsten Larbig schon starke Impulse gegeben.

Es gilt

  1. Linksammlungen bereitzustellen, die auf schon vorhandenes Unterrichtsmaterial verweisen, dies ordnen und maßvoll kommentieren,
  2. eine Kennzeichnung, ein Logo, für das Material und die Linksammlungen zu entwerfen: Offener Bildungsinhalt (OER) als Markenzeichen!

Die Forderung nach „qualitativ hochwertigen Bildungsmedien“ würde ich zunächst nicht in den Vordergrund stellen wollen, sie wird uns in Qualitätsdiskussionen verstricken und sich zum Hindernis für den freien Fluss der Ideen entwickeln.

7. Öffnung in Richtung OpenSource

  • Zum offenen Lernen gehört also die OpenSource-Idee, die Philosophie des freien Zuganges und der kontinuierlichen Veränderbarkeit von Arbeitsmitteln, auf die man sich einstellen muss, an der man auch teilhaben kann.
  • Ebenso ein Lizenzrecht, das geistiges Eigentum und Kreativität schützt und gleichzeitig deren Ergebnisse nicht exklusiv macht. Die Creative Commons Vereinbarungen sind hier hilfreich.

8. Zum Verständnis von offenem Unterricht und offener Schule gehören dann auch die Offenen Internet-Plattformen!

  • Die Alternative zwischen Moodle und lo-net und Ilias einerseits und Blogs und Wikis andererseits wäre dann gar keine mehr: Moodle ist ein Programm-Paket, das zwar nominell alles Mögliche erlaubt und in sich aufzunehmen vermag, im End-Effekt aber sehr schnell lehrerzentrierten Unterricht und hierarchisch strukturiertes Lerner-Lehrer-Verhältnis reproduzieren kann.
  • Als Grundregel würde ich formulieren: ein interessierter User sollte ohne Passwort mindestens lesen können, für das Schreiben mag dann ein Registrier- und Authentifizierzwang angemessen sein.

9. Überwinden wir die Allzweck-Computerräume, die alle Bedürfnisse und Aufgaben eines entwickelten Schulbetriebes meistern müssen und dadurch hochkomplizierte Konfigurationen und Sicherheitsvorrichtungen benötigen.

  • Lassen wir für genau definierte Lernszenarien die Medien zu, über die die Lerner schon verfügen: Laptops, Netbooks, Tablet-PCs, Smartphones …
  • Vergessen wir die Computerräume mit ihren pädagogischen Netzen und Kontroll-Mechanismen und machen wir den Unterricht offen für die Lernmittel in der Schülerhand.

10. Den Google-verengten Horizont verhindern und darüber hinaus und dahinter schauen lernen – sich nicht begnügen mit dem, was das Netz uns auf den ersten Blick liefert. Hier möchte ich aus einem Zeitungsartikel von Peter Glaser aus dem Jahre 2006 zitieren:

“Bildung heißt heute, zu wissen, was sich hinter dem Google-Suchschlitz befinden könnte, zu wissen, was es zu wissen gibt. und auch zu wissen oder zumindest abschätzen zu können, welche Informationen und Quellen vertrauenswürdig sind. Das zu lernen sollte heutzutage zur Allgemeinbildung gehören. (…) Nun ist der Witz von dem Mann, der nur ein Buch hat, Wirklichkeit geworden. Das Buch heißt Google, und es wird immer dicker. Seine Dienste bieten genug Komfort, dass ein Großteil der Netznutzer gar nicht erst nach Alternativen sucht – die durchaus vorhanden sind. Es gibt eine Menge Informationen, die einem keine Suchmaschine liefern wird.” („Das Orakel unseres Universums – Google verändert die Welt”, Stuttgarter Zeitung 10.6.2006)

Das bedeutet, dass wir uns über die Grenzen des Google-Kosmos verstärkt Gedanken machen, dass wir überlegen,

  • wie wir uns weitere Horizonte bewahren und den „digital natives“ weitere Horizonte vermitteln können als die medial naheliegenden,
  • wie wir an das Wissen kommen, das nicht gleich auf dem Bildschirm erscheint und von undurchsichtigen Algorithmen vorstrukturiert wurde.

Aus diesem Grund fällt es mir übrigens auch schwer, der Philosophie des Schwarms zu folgen, denn es ist zuerst zu fragen, unter welchen Voraussetzungen das Wissen, das der Schwarm generiert, zustande kommt. Es gilt mehr denn je der Satz vom einfachen User, der immer der Loser ist, weil er sich in digitalen Welten bewegt, die zwar für ihn gestaltet wurden, aber aus ihm fremden Motiven heraus.

Die Reflexion: Jede dieser zehn Öffnungen verlangt nach Differenzierungen, Beispielen und Rechtfertigungen. Manches ist Zukunftsmusik oder wird sich als undurchführbar, vielleicht auch unwichtig erweisen. Nicht wenige Elemente sind aber auch schon Realität: Klassen legen E-Mail-Listen an, bilden digitale Arbeitsgruppen, LehrerInnen lassen sich Protokolle, Handouts, Hausaufgaben zumailen, kommunizieren auch mit Eltern, Kollegen, Schulleitung über E-Mails oder in (noch geschlossenen) virtuellen Räumen. Es wird experimentiert, kommuniziert und es werden Erfahrungen gesammelt. Überall öffnen sich auch Pespektiven in Richtung selbst verantwortetes Lernen, individuelle Betreuung und Förderung, Umgang mit Heterogenität,

  • wenn z.B. per E-Mail-Korrespondenz eine gezielte Rückmeldung auf eine individuelle Frage gegeben wird,
  • wenn in einem Wiki Schüler die Schreibprodukte ihrer Mitschüler im Diskussions-Feld gewissenhaft kommentieren,
  • wenn Schüler im Team einen Arbeitsauftrag erfüllen und dabei ihre eigenen Lösungswege und Darstellungsformen finden
  • wenn Schüler Themen-Portfolios und Doku-Mappen entsprechend ihrer individuellen Stärken gestalten können
  • und so weiter.

Es gibt noch viel zu tun, dafür möchte ich zum Schluss folgende Fragen formulieren und zum Gespräch anbieten:

  1. Wie steht es um die didaktisch-methodische Aufarbeitung dieser „Öffnungen“ durch WEB 2.0? Wer leistet diese: Die Blogger, die Universitäten, die Schulen, die Ausbildungsseminare, der LehrerInnen-Schwarm?
  2. Wie müssen die Plattformen, Communities, Institutionen aussehen, um die neuen Anforderungen, die da heißen: differenzierter Unterricht in heterogenen Klassen in neuen Schulformen (Einheits-, Gemeinschafts-, Stadtteilschulen), gerecht zu werden?
  3. Droht endgültig die Grenzverwischung zwischen Arbeitszeit und Freizeit? Sitzt die Lehrkraft ab jetzt auch noch nachts am Computer und kommuniziert, publiziert, redigiert und gibt Feedback per E-Mail, Wiki, Blog und Twitter?
  4. Und zu guter Letzt: Nehmen wir uns nicht zu viel vor? Sind wir Burn-Out-Kandidatinnen und Kandidaten?
About these ads
Kommentare
  1. herrlarbig sagt:

    Klaus,

    mir gefällt diese Zusammenfassung deines Vortrages. Und ich stimme zu: Gerade bei der Sichtbarmachung des Anliegens der OER, du nennst es „Terrain besetzen“, gilt es schnell was zu tun.

    In Sachen offene Internetplattformen stimme ich zu:

    Moodle hat den Anspruch, konstruktivistischen Ansprüchen zu folgen, führt aber meist doch zu Lehrerzentrierung.
    lo-net erlebte ich als schlecht bedienbar und seit sich das ein Schulbuchverlag gegriffen hat…
    Illias ist an Schulen eher weniger bekannt.

    Die Öffnung für Lernmittel in Schülerhand kann ich nur unterstützen und auf positive Erfahrungen zurückgreifen.

    Was Google angeht: Oft wäre es schon hilfreich, wenn Google sinnvol eingesetzt würde, denn das Suchen ist weit weniger trivial als macher meint.

    Und was deine letzte Frage angeht:

    Jein. Wenn das ganze Flow und nicht Krampf ist, wird das Energien freisetzen und nicht binden.

  2. Lutz Berger sagt:

    da komm ich doch gerne mal mit. cooler beitrag!

  3. apanat sagt:

    Ein guter Tipp, die Blogparade über offene Bildungsinhalte (Open Educational Resources) mit diesem Text anzufangen!
    Nicht jedem würde zu OER gerade Hölderlin einfallen, aber es gibt der Aktion eine gewisse Weite.

  4. cspannagel sagt:

    @apanat Gute Idee! Kommt zwar spontan, aber – besser spontan als gar nicht. :-) Also: Lasst uns eine Blogparade über Open Educational Resources starten. Schreibt bis Ende November einen Blogbeitrag über OER und setzt einen Trackback hier auf den Blogbeitrag (oder verlinkt ihn einfach hier). Ganz besonders würde ich mich über Beiträge zu den OER der ZUM freuen (gerade weil Klaus diesen Beitrag formuliert hat und weil die ZUM schon seit ewigen Zeiten offene Bildungsinhalte zur Verfügung stellt), das muss aber natürlich nicht sein.

    Also: Bloggt, was das Zeug hält! :-)

  5. [...] Evaluation bisheriger Schritte und Weiterentwicklung der Vision auf Basis der Erfahrungen mit dem Ziel der Formulierung neuer Langfristziele. Soweit dieser Diskussionsvorschlag. Ich bin neugierig, inwiefern die Diskussion on- und teilweise auch offline fruchtbar, effizent, nachhaltig und auf lange Sicht für alle Beteiligten bereichernd sein wird, sodass wir hier und heute beginnen, neben all den Reformen rund um PISA nicht über neue Reformen, sondern über neue Visionen für Schule und Bildung nachzudenken. Nachtrag: Gerade startete eine Blogparade zum Thema OER, deren Organisation Christian Spannagel übernommen hat und zu der…. [...]

  6. Oh, Danke. Das war ein guter Tag, definitiv, und die Gespräche und Diskussionen interessant.

  7. [...] Komm! Ins Offene, Freund! Gedanken zum Thema „Offener Unterricht und WEB 2.0“ … dunkelmunkel [...]

  8. Ich war am WE auf dem Barcamp in Hamburg und habe dort die Session von Dörte Giebel (@dieGoerelebt) zu open knowledge besucht. Wir haben, angelehnt an die Thesen Gunter Duecks aka @wilddueck aus den Büchern Professionelle Intelligenz und Aufrechen!, u.a. zum Thema OER diskutiert…

    Ich sehe verschiedene Pfade, die für eine Veränderung gegangen werden können (müssen), um zeitgemässe Bildung zu ermöglichen. In Stichpunkten:
    – Schaffunge eines OER (Dueck, provokativ: “Alles Wissen ins Netz”) – hier könnte ein Startup hilfreich sein, welches ein so großes Projekt zusammenhält. Stichworte: Urheberrechte, Verlage, die dem mit Sicherheit entgegenwirken würden, ein Modell für Bezahlung o.ä. derjenigen, die Content produzieren u.a.m.
    – Bundesweite Schulungen (z.B. an päd. Tagen) für LehrerInnen zur Nutzung des OER statt (oder in Kombination?) mit Schulbüchern
    – Schullungen zu Web2.0, Toolnutzung bzw. basic Computerschulungen
    – Schulungen zu Kommunikation2.0, damit Tools entspr. eingesetzt werden können

    Meine Erfahrungen im Bildungsbereich sind die, dass ausser denen, die hier im Kontext aktiv sind, viele Lehrenden noch nicht mal eine Idee davon haben, worüber wir diskutieren.
    Von daher sehe ich hier eine der größten Herausforderungen das zu ändern =)

    Eine weitere Erfahrung wurde als Punkt 4 im Vortrag benannt: die Gefahr des Burnouts bzw. der totalen Resignation bei denen, die sich 3-8 Jahre sehr engagiert haben und dann (weil sie häufig gegen Windmühlen kämpfen) resigniert und deprimiert in den Pausen im Lehrerzimmer in eine Ecke verziehen…

  9. cspannagel sagt:

    @Alexander Mmmh…. Schulungen… ich weiß nicht, ob das weiterhilft. Zu Fortbildungen im Bereich Medien gehen nicht so viele Lehrer, und Schulungen, die zu einem Zeitpunkt einmalig stattfinden, haben meiner Erfahrung nach keine großen Effekte…. man macht das danach dann doch nicht, man vergisst nach einiger Zeit wieder alles…

  10. Karl Kirst sagt:

    Das ZUM-Team steht für eine lange Tradition offener Bildungsinhalte. Und gerne bieten wir Platz für mehr: Weitere Autorinnen und Autoren sind willkommen! Und gerne greifen wir Impulse auf, vernetzen uns und sind offen für Neues.

    Die aktuelle Diskussion über offene Bildungsinhalte kann ein wichtiger Ansatzpunkt für neuen Schwung und neue Akzente sein. Wichtiger als “perfekte” Konzepte sind sicherlich konkrete Beispiele für Machbares.

  11. Lieber Christian,

    (Fort)Bildung macht natürlich nur da Sinn, wo ein Anliegen formuliert ist! z.B. arbeiten einige KollegInnen erfolgreich mit einem OER, Web2.0 Tools usw. an einer Schule, erregen Aufmerksamkeit, “infizieren” das Kollegium, dann – und nur dann (Anliegen) – würden Workshops, Barcamps, OpenSpaces usw. zum Thema Sinn machen…
    Alles andere ist, wie von dir beschrieben, nur verschenkte Zeit und Energie – genau wie bei den SuS, die in ähnlicher Atmosphäre etwas “beigebracht bekommen”.

    PS: Was bei der Diskussion auf dem Barcamp noch aufkam: Für Eltern wäre ein OER auch super – dann könnte man z.B. mit seinem Kind Themen er(auf)arbeiten, die im Schulunterricht nicht verstanden wurden… es gäbe versch. Möglichkeiten Wissen zu bilden!

  12. [...] Artikel wurde inspiriert von der Dokumentation des Vortrags von Klaus [...]

  13. cspannagel sagt:

    @Alexander Genau, da stimm ich dir zu. Das Kollegium zu infizieren ist allerdings auch eine schwierige Sache. Hab ich mir sagen lassen. :-)

  14. Fontanefan sagt:

    Lehrfreiheit und offene Bildungsinhalte
    Zu den folgenden Fragen können Sie bei einer Umfrage rechts von den Blogartikeln abstimmen –>

    1. Sind Sie der Meinung, dass ein Lehrer sein Unterrichtsmaterial an die Unterrichtsmaterial an die Situation in seiner Klasse anpassen dürfen soll? …

  15. Das klingt alles toll, doch Open-Dok und CCC hört für mich dann auf, wenn ich eben keine feste Stelle habe. Als Selbständiger ist das mein Kapital… Oft genug musste ich feststellen, das meine Ideen, meine Umsetzungen für ein Appel und Ei angeboten wurde…

  16. Jörg Thelenberg sagt:

    @Gerald Jörns
    Ich stimme dir zu – nur: der größte Teil der Lehrerinnen und Lehrer hat eben eine feste Stelle, und zumindest die könnten ihre Ideen synergetisch unter CC Lizenz zur Verfügung stellen, da sie eben nicht davon leben müssen, wohl aber erheblich von der erhöhten oder gar massenhaften Verfügbarkeit von Unterrichtsmaterialien profitieren.

    zum Problem “Grenzverwischung zwischen Arbeitszeit und Freizeit” sehe ich auch, dass die Nutzung von Wiki, Blog mich zeitlich mehr unter Druck setzt, Feedback zu gebe, zu prüfen, ob meinen Schüler im Wiki mal wieder eine Urheberrechtsverletzung begangen haben, usw. – die Möglichkeit, jederzeit zuzugreifen, zu kommentieren und prüfen erzeugt letztlich auch den Druck das schnell zu tun.
    Aus meiner Erfahrung hilft da momentan nur eine selbst gewählte Dosierung über Klassen / Kurse hinweg. Genauso, wie ich nicht die Hefte aller meiner Klassen in der gleichen Woche zur Korrektur einsammle, lasse ich nicht 4 Wiki-Gruppenarbeiten parallel laufen, sondern verteile sie so, dass ich zum Zeitpunkt X immer nur eines begleiten muss …

  17. cspannagel sagt:

    @Fontanefan Welche “Umfrage rechts” meinst du genau?

    @Gerald Ich sehe es ähnlich wie @Jörg: Lehrerinnen und Lehrer riskieren keinen Umsatzeinbruch, wenn sie ihre Materialien online stellen…

    @Jörg “selbst gewählte Dosierung” – ja, genau – da ist nichts hinzuzufügen.

  18. [...] Ich weiß, dass diese Diskussion in vielen Ländern, wo dieses Blog gelesenen wird, auf Unverständnis stoßen wird. Offene Bildungsinhalte gehen uns jedoch alle an. Wer weitere Links zu diesem Thema sucht, findet diese im oben erwähnten Post. Hervorheben möchte ich den Text von Klaus Dautel, den man hier lesen kann: http://cspannagel.wordpress.com/2011/11/16/komm-ins-offene-freund/ [...]

  19. Fontanefan sagt:

    @cspannagel: Ich meinte diese Umfrage: http://fontanefan.blogspot.com/2011/11/lehrfreiheit-und-offene-bildungsinhalte.html Den Link hatte ich freilich in meinem Namen versteckt.
    Damit man sie aber gleich hier lesen kann, zitiere ich:
    “1. Sind Sie der Meinung, dass ein Lehrer sein Unterrichtsmaterial an die Unterrichtsmaterial an die Situation in seiner Klasse anpassen dürfen soll?

    2. Haben Sie gehört, dass es einen Vertrag zwischen Schulbuchverlagen und den Bundesländern gibt, wonach diese private Software einsetzen sollen, um auf Schulbuchcomputern nach eventuellen Copyrightsverletzungen durch Lehrer suchen zu dürfen?

    3. Haben Sie schon von offenen Bildungsinhalten (OER) gehört?

    4. Wären Sie bereit, eigenes Unterrichtsmaterial zur freien Verwendung im Internet zur Verfügung zu stellen?

    5. Kennen Sie die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet (ZUM), die seit 1997 freie Unterrichtsmaterialien ins Netz stellt?”

    Die “Abstimmung” zu den Fragen 2-4 habe ich angesichts der geringen Beteiligung freilich inzwischen schon geschlossen. Ich öffne sie aber gern wieder, wenn in einem Kommentar Interesse angemeldet wird.

  20. Karl Kirst sagt:

    Martin Kurz und Thorsten Groß geben einen Modle-Kurs frei: “Der Kurs und alle Screencasting-Videos dürfen kopiert und weitergegeben, aber auch verändert werden.” http://paradigmagnus.wordpress.com/2011/11/27/ein-bisschen-frei/

  21. [...] Komm! Ins Offene, Freund! Der Erfolg der Piratenpartei wird damit erklärt, dass in den etablierten Kreisen das WEB 2.0 vorwiegend von seiner problematischen, gefährlichen Seite thematisiert wird. Größere Teile der jungen Öffentlichkeit sehen das aber anders, und zwar von seinen positiven Potenzialen her, von dem her, was das Internet ermöglicht! Wir ZUM-ler sehen das auch so, wir machen uns diese Perspektive schon lange zu eigen; und die Leute und Initiativen, die heute und hier zusammengekommen sind, haben gemeinsam, dass sie für die positiven Aspekte des Internets Ideen, Materialien und Technik beisteuern. [...]

  22. [...] ist auch der Monat des Schultrojaners und der aus dem Protest dagegen entstandene (nicht-nur-)Lehrer-Bewegung für “Freie Bildungsmedien”. Ich sag nur: [...]

  23. [...] und Kommentaren Luft gemacht hatten, begann man dort auch über Alternativen nachzusinnen (siehe Blogparade), so wie eben Thorsten Larbig, der ein paar Tage nach dem offenen Brief den Aufruf „#OER – [...]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s