Archiv für die Kategorie ‘Communication’

Virtuelle Projekte

Veröffentlicht: Freitag, Mai 9, 2008 in Collaboration, Communication, Web 2.0

Wie gewinnt man Mitstreiter für virtuelle Kooperationsprojekte? Diese Frage beantwortet Jean-Pol Martin in einem Beitrag bei den Blogpiloten: Netzsensibilität. Wie man Mitstreiter findet und bindet! 7 Tipps!

Hyperfreundschaft

Veröffentlicht: Sonntag, Mai 4, 2008 in Communication, Web 2.0

In einem Kommentar zu meinem Artikel Freund oder Bekannter? von gestern abend hat mich arual0 auf den Text von Fono und Raynes-Goldie aufmerksam gemacht: Hyperfriendship and Beyond: Friends and Social Norms in LiveJournal. Ein wirklich toller Tipp!

In diesem Text wird herausgearbeitet, dass der Begriff “Freund” in Online-Communities durchaus mehrere Bedeutungen haben kann. Messen Personen diesem Begriff nun unterschiedliche Bedeutungen bei, so birgt dies ein Potenzial für Konflikte – und dabei kann der Begriff “Freund” in diesem Zusammenhang sogar bei einer einzigen Person mehrere Bedeutungsaspekte beinhalten. Mögliche Bedeutungen wurden von den Autoren herausgearbeitet:

  • Friendship as Content: Personen werden als Freunde hinzugefügt, wenn man über deren inhaltliche Beiträge (beispielsweise Blog-Einträge) informiert werden möchte.
  • Friendship as Offline Facilitator: In virtuellen Communities kann man seine Offline-Bekanntschaften auch über einen längeren Zeitraum pflegen, selbst wenn Personen weit auseinander wohnen. Kommt ein Freund mal in die räumliche Nähe eines anderen Freunds, so kann man ein Treffen vereinbaren, und man ist auch auf dem Laufenden darüber, was der andere die ganze Zeit über gemacht hat.
  • Friendship as Online Community: Im Gegensatz zum vorher genannten Aspekt wird hier Freundschaft als Online-Kontakt gesehen, der mit realen Treffen nichts zu tun haben braucht. Es gibt mehr oder weniger lose Kontakte, die z.B. auf gleichen Interessen beruhen können.
  • Friendship as Trust: Manche Personen stellen Inhalte nur geschützt online. Auf diese geschützte Bereiche haben nur Freunde Zugriff. Somit bedeutet das Adden eines Freundes hier, ihm Zugriff auf “geheime” Daten zu geben.
  • Friendship as Courtesy: Freundschaft beruht hier auf Gegenseitigkeit: Wer geaddet wird, sollte ebenso zurückadden.
  • Friendship as Declaration: Wird ein Freund hinzugefügt, dann ist dies ein öffentliches Statement: Wir sind bekannt, es gibt irgendeine Art Beziehung zwischen uns.
  • Friendship as Noting: Hier bedeutet das Hinzufügen eines Freundes nicht mehr als das Anhängen eines Namens an eine Liste. Geschehen kann dies beispielsweise aus Langeweile.

Diese Definitionsvielfalt führt natürlich zu folgendem Interpretationsproblem:

Thus, when someone specifies someone else as a friend, two questions arise: Does it actually
mean anything, and if it does, then what? If two users call each other friends, then how do
they know if they are talking about the same thing?

Nach Meinung der Autoren destabilisiert Hyperfreundschaft die Bedeutung des Begriffs Freundschaft. und führt so zu Unklarheiten und Konflikten. Dies wird auch noch dadurch bestärkt, dass Menschen nur selektiv idealisierte Informationen über sich einstellen bzw. unrealistische Bilder ihres Gegenübers aufbauen aufgrund dessen selektiver Information und aufgrund ihrer eigenen, falschen und überhöhten Erwartungen (Hyperpersonale Interaktion).

Die Autoren schließen mit der Bemerkung, dass der Begriff “Freund” einerseits Konfliktpotenzial hat, andererseits aber auch dem Aufbau eines virtuellen Netzes dienlich ist.

Thus, finding the appropriate words is a matter of walking the fine line between avoiding ambiguity, and leveraging it.

Ich persönlich sehe den Begriff Freund in diesem Zusammenhang wohl am stärksten unter den Aspekten Friendship as Offline Facilitator, Friendship as Online Community und Friendship as Content. Wie ist es bei euch?

Nett sind auch die englischen Worte “friending” und “defriendig”. Wie könnte dies im Deutschen heißen? “freunden” und “entfreunden”? :-)

BarCamp 2.0

Veröffentlicht: Donnerstag, April 24, 2008 in Collaboration, Communication, Conferences, Web 2.0

Was sind eigentlich die Vorteile von BarCamps? Unter anderem – würden manche sagen – die Möglichkeit zur Spontaneität. So kann man erst auf dem BarCamp selbst entscheiden, ob man eine Session halten möchte und wozu.

Das ist sicher richtig. Aber ist es nicht viel wertvoller, sich gemeinsam auf ein solches Treffen schon im Vorhinein intensiv vorzubereiten? Wir jedenfalls haben diese Erfahrung auf dem EduCamp gemacht: Wir haben als Gruppe intensiv im EduCamp-Forum zuvor diskutiert und eine gemeinsame Wissensbasis geschaffen, auf der wir die face-to-face Diskussionen im EduCamp aufsetzen konnten. Dieses Vorgehen würde ich jedem empfehlen! Das heißt: Wir brauchen ab sofort Veranstaltungen vom Typ BarCamp 2.0!

Interview mit Peter Kruse

Veröffentlicht: Freitag, April 11, 2008 in Collaboration, Communication, Web 2.0

Die Videosequenz über ein Interview mit Peter Kruse (im Gespräch mit Lutz Berger und Ulrike Reinhard von SCOPE) hat mich wirklich begeistert (unbedingt alle Teile ansehen!). Er liefert darin sehr schöne Denkmodelle für eine vernetzte Welt und sehr viel Stoff zum Nachdenken. Kruse versteht es, Dinge auf den Punkt zu bringen und dabei auch noch die Aussage überzeugend zu formulieren. Hier ein schönes Beispiel:

Was wir in den letzten Jahren gemacht haben, ist, wir haben die Vernetzungsdichte im System “Welt” explodieren lassen. [...] Wir sind ein bisschen wie die Zauberlehrlinge. Es ist relativ leicht, eine vernetzte Welt zu erzeugen, aber es ist bei Weitem nicht so leicht, mit den Wirkungen dieser Vernetzung hinterher auch angemessen umzugehen.

Oder:

Wir machen im Moment alles kaputt, was die Basis unserer Seins ist. Und wenn es uns nicht gelingt, an diesem Punkt eine Kollektivintelligenz zu inszenieren, die funktioniert, dann werden wir im kleinsten Detail große Probleme bekommen.

(Danke an Alexander für den Hinweis auf die Interviews)

Sehr schöner Artikel bei Lisa Neal von Stephen Downes: Seven Habits of Highly Connected People. Dort werden die folgende Verhaltensmerkmale in einer stark vernetzten Welt vorgestellt:

  1. Be reactive
  2. Go With The Flow
  3. Connection Comes First
  4. Share
  5. RTFM
  6. Cooperate
  7. Be Yourself

Insbesondere finde ich die Punkte 3 und 7 wichtig. Sie heben hervor, dass nicht nur Inhalte vernetzt werden, sondern auch (und vor allem) Menschen. Das ist doch das faszinierende am social web: Das Menschen an unterschiedlichen Stellen der Welt aufgrund ähnlicher Interessen miteinander in Kontakt kommen. Und genau das fasziniert mich gerade bei den Diskussionen in Vorbereitung auf das EduCamp.

What makes online communication work is the realization that, at the other end of that lifeless terminal, is a living and breathing human being.

[Danke an Tamim für den Tipp]

Entstehungsgeschichte der Emoticons

Veröffentlicht: Donnerstag, August 9, 2007 in Communication

Über teachersnews.at bin ich auf einen lesenswerten Artikel gestoßen, in dem die Entstehungsgeschichte der Emoticons beschrieben wird… Wusstet ihr, dass Japaner anders grinsen? ^_^

Grundlagen der Kommunikation

Veröffentlicht: Donnerstag, April 5, 2007 in Communication

In Berlin ist mir das Buch “Grundlagen der Kommunikation” von Walter Simon, das in der Reihe “GABALs großer Methodenkoffer” erschienen ist, in die Hände gefallen. Das Buch gibt einen schönen Überblick über verschiedene Modelle rund um das Thema Kommunikation.

Das Buch ist in drei Bereiche aufgeteilt:

  • Im ersten Teil werden grundlegende Kommunikationsmodelle beschrieben, z.B. das Modell von Paul Watzlawik, die Transaktionsanalyse, das Modell von Schulz von Thun und viele andere.
  • Im zweiten Teil folgen Darstellungen zu verschiedenen Teilaspekten der Kommunikation, unter anderem zu Fragetechniken, Zuhörtechniken, Körpersprache und Gesprächsführung.
  • Im dritten Teil werden schließlich zahlreiche, speziellere Kommunikationsfälle beschrieben wie beispielsweise Lehrmethoden, Moderation, Mediation, Verhandlungstechniken und Bewerbergespräche.

Insgesamt ein gut lesbares und auch lesenswertes Buch. Simon hätte hier und da zwar mehr in die Tiefe gehen können, aber das ist vielleicht auch nicht der Sinn dieses Buches, das einen Überblick zum Themenfeld Kommunikation geben möchte. Leicht gestört haben mich Aussagen der Art “Psychologen haben herausgefunden, dass…” – hier wünscht man sich unter anderem doch den ein oder anderen gezielten Literaturhinweis. Aber nichtsdestotrotz hat dieses Buch Spaß gemacht!