Weblogs als Lesetagebücher

Veröffentlicht: Dienstag, Januar 2, 2007 in Learning, Web 2.0

Ich finde den Einsatz von Weblogs im Schulunterricht besonders spannend. Weblogs sind eine Anregung für Schülerinnen und Schüler, eigene Texte zu verfassen und diese zur Diskussion zu stellen. Dabei ist zu vermuten, dass die potenzielle Leserschaft die Qualität und Art der Textproduktion beeinflusst. Schließlich werden Weblogs nicht nur von einem selbst bzw. von der Lehrperson gelesen, sondern von der ganzen Klasse oder gar von Personen irgendwo in der Welt.

Evidenz hierzu liefert eine Untersuchung von Thomas Raith (2006) in der 9. Klasse einer Mädchenrealschule. Die Schülerinnen sollten den Roman „If you come softly“ von Jacqueline Woodson lesen und parallel dazu ein Lesetagebuch führen, entweder klassisch in Papierform oder in einem Weblog. Nach Raith war dabei einer der drei häufigst genannten Gründe für die Wahl den Mediums die potenzielle Leserschaft: Entweder wählten Schülerinnen das Medium Weblog, weil sie es interessant fanden, dass andere ihre Gedanken lesen können, oder sie wählten die Papierform, weil sie aus genau diesem Grund abgeschreckt wurden. Ebenso konnte festgestellt werden, dass Online-Tagebücher eher zu persönlichen Mitteilungen motivierten als die Papiertagebücher. „Dieses Ergebnis der Studie bestätigt: Zu authentischer Kommunikation sind ein Sprechanlass und ein echter Adressatenbezug notwendig. Umgekehrt kann man auch sagen, dass der Einsatz von Weblogs grundsätzlich authentische Kommunikation begünstigt und Lerner zum Aushandeln von Bedeutung anregt.“ (Raith, 2006, S. 31)

Literatur:

  • Raith, T. (2006). Lesegespräche im Weblog. Der fremdsprachliche Unterricht Englisch 84, 28-31.
Kommentare
  1. […] Spannend zu lesen: Weblogs als Lesetagebcher bei chrisps virtual comments. […]

  2. […] Einzelne Beiträge werde ich demnächst wohl kommentieren. Heute kam ein Hinweis auf einen kleinen Beitrag in einem Blog eines Herrn Spannagel, dessen Hintergrund ich noch nicht ganz ergründen konnte. Der […]

  3. Das klingt ja mal vernünftig. Und so wie ich es (zugegebenermaßen überflogen) gelesen habe, offensichtlich ein gelungener Versuch.

    Ich werde wohl mal nach Quellen schauen, mal sehen ob es da noch ein abschließendes Fazit gibt.

    Allemal ein interessanter Ansatz…

  4. […] Ein gelungener Einsatz von Weblogs als reading journals. Merke ich mir vor. […]

  5. […] Ein gelungener Einsatz von Weblogs als reading journals. Merke ich mir vor. /* […]

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