Archiviertes Leben

Veröffentlicht: Samstag, Juli 21, 2007 in Lifestyle, Web 2.0

Neulich im Theaterhaus Stuttgart: Das letzte Band, ein Ein-Mann-Theaterstück von Samuel Beckett. Der Inhalt in Kürze: Krapp, ein alter, einsamer Mann, hat sein Leben auf Tonbändern aufgezeichnet und blickt nun anhand dieser Tonbänder auf sein Leben zurück.

Zunächst ist mir seltsam vorgekommen, dass jemand sein Leben auf Tonband protokolliert. Aber eigentlich ist das nichts ungewöhnliches. Das Führen eines Tagebuchs beispielsweise ist ein weitverbreitetes Phänomen. Und mittlerweile findet die Protokollierung des eigenen Lebens auch online statt:

  • Unzählige Menschen schreiben ihre persönlichen Erfahrungen in Weblogs auf.
  • Bei twitter verkünden Menschen, was Sie gerade im Moment tun. (Macht Spaß, die Liste zu durchstöbern.)
  • Über plazes.com kann man anderen mitteilen, wo man sich gerade befindet.
  • usw.

Die Online-Archivierung geht dabei weit über das Aufnehmen von Tonbändern hinaus: Man protokolliert nicht nur für sich, sondern für die ganze Welt nachvollziehbar.

Was steckt hinter dem Online-Protokollierungs-„Wahn“? Etwa der Wunsch nach Unsterblichkeit? Ich vermute, dass die Ursache viel mehr in der Tatsache liegt, dass der Mensch ein soziales Wesen ist und über die Mitteilung seiner Aktivitäten im Netz Kontakt zu Gleichgesinnten schließen kann. Social software eben.

Ürbigens: Günter Brombacher, der das letzte Band gespielt hat, ist ein genialer Schauspieler. Stücke mit ihm sind absolut empfehlenswert!

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