Kombinatorik in der 1. Klasse

Veröffentlicht: Dienstag, Februar 12, 2008 in Mathematics

Ab welcher Klasse kann man Kinder kombinatorische Probleme lösen lassen? Selbstverständlich bereits in der 1. Klasse. Neulich habe ich das ausprobiert, und es hat toll funktioniert.

Begonnen haben wir im Stuhlkreis mit drei verschieden farbigen großen Steckwürfeln. Nachdem ein Kind daraus einen Turm gebaut hatte, habe ich gefragt, ob der Turm auch anders zusammengebaut werden kann. Nach und nach fanden die Kinder verschiedene Turm-Varianten (immer wieder mit neuen Steckwürfeln, damit man alle bereits gefundenen Türme sehen kann). Nachdem alle 6 Türme gefunden waren, gab es noch einige weitere Versuche, Türme zu bauen, die wir noch nicht gefunden hatten. Dies hat die Kinder zu schönen Diskussionen angeregt („Schau mal, den haben wir schon dort.“ usw.)

Anschließend habe ich auf den Tageslichtprojektor eine Folie mit „leeren“ Steckwürfelturmabbildungen aufgelegt, die von den Kindern ausgemalt werden mussten. Dabei sollten sie diesmal alle Türme mit zwei blauen und einem gelben Steckwürfel finden. Ich habe dabe die Kinder gebeten, „geschickt“ vorzugehen, damit wir sicher sind, alle Lösungen gefunden zu haben. Nachdem alle drei Lösungen ausgemalt waren, meinte ein Mädchen, dass wir jetzt alle Lösungen haben, da „der gelbe Stein einmal oben und einmal in der Mitte“ ist. Ein anderes Mädchen half und ergänzte, dass auch ein Turm mit dem gelben Stein ganz zuunterst da ist.

Anschließend bearbeiteten die Kinder ähnliche Arbeitsblätter, bei denen Sie zu verschiedenen Steckwürfelmengen alle möglichen verschiedenen Türme, die man daraus bauen kann, finden sollten. Macht man die Arbeitsblätter unterschiedlich schwer, dann hat man eine schöne Möglichkeit zur Differenzierung.

Am witzigsten fand ich den Kommentar einer Schülerin: „Wieso machen wir eigentlich kein Mathe? Ich dachte, wir machen jetzt Mathe…“.

🙂

Kommentare
  1. Colince sagt:

    Zum Kommentar: “Wieso machen wir eigentlich kein Mathe? Ich dachte, wir machen jetzt Mathe…”.

    Das ist das schönste, was einem Lehrer passieren kann.
    Ich wünsche ich würde es jedesmal erleben. Viele Kinder schrecken einfach vor dem Wort „Mathematik“ (=Territorium für Pädagogen), dabei entwickelt jedes Kind, die Fähigkeit ein Problem auf eigener Art zu lösen. Das ist, was Lehrer erreichen wollen!!

    Ich werde die Methodologie bei Alissa(6) probieren.
    Danke

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