Dreckige Wäsche

Veröffentlicht: Samstag, März 8, 2008 in Web 2.0

Schade, dass Personen, die eigentlich eine Vorbildfunktion hinsichtlich des Web 2.0 einnehmen sollten, unnötigerweise private Dinge falsch platzieren und damit die positiven Aspekte des Web 2.0 in Frage stellen, wie man einem Artikel der Süddeutschen entnehmen kann. Darüber hinaus sind sich viele Blogger immer noch nicht ihrer Verantwortung bewusst, wenn Sie über andere Personen schreiben. Man darf eben nicht alles bloggen, was „blogbar“ ist. Es gibt neben den rechtlichen Grenzen auch moralische. Und wenn das Web 2.0 zum Sinnbild öffentlicher Beleidigungen und Denunziation wird, wird es immer schwieriger, die positiven Aspekte herauszustellen und den Nutzen für die persönliche Kompetenzentwicklung und das kooperative Lernen herauszustellen.

Was ist so schwierig daran, sich auf die fruchtbare Diskussion von Inhalten zu beschränken und von privaten, persönlichen und intimen Dingen die Finger zu lassen? Vielleicht sollte man – wie im Bewerberblog vorgeschlagen – über einen Blogger-Ethos nachdenken? Vielleicht mit einer Art Button („Gütesiegel“), das man sich selbst auf sein Weblog klebt („Ich blogge fair!“ o.ä.)? Gibt’s so etwas vielleicht schon? Was meint ihr: Wo sind die Grenzen dessen, worüber man bloggen darf bzw. sollte?

[sz-Artikel gefunden im bewerberblog]

Kommentare
  1. Fischer sagt:

    Sorry, das ist doch nur wieder der übliche Anti-Blog-Quatsch der Süddeutschen. Das ist einfach deren Steckenpferd, dass die seit ein paar Monaten reiten. Siehe auch Bernd Graffs Auftritt als pöbelnder Rentner hier:
    http://www.sueddeutsche.de/,tt4m1/computer/artikel/211/146869/
    Die haben ja nicht mal den Mumm, Beispiele zu nennen.
    Das sollte man mit einer gewissen Souveränität an sich abperlen lassen.

    Im Grunde ist es sehr einfach:

    *Vielleicht sollte man – wie im Bewerberblog vorgeschlagen – über einen Blogger-Ethos nachdenken? Vielleicht mit einer Art Button (”Gütesiegel”), das man sich selbst auf sein Weblog klebt (”Ich blogge fair!” o.ä.)?*

    Nö. Brauch ich nicht. In meinem Blog ist mein Foto, in meinem Impressum stehen Name und Adresse. Das ist mein Gütesiegel.

  2. Ich finde es auch reichlich übertrieben, wie es in der SZ dargestellt wird, aber man stolpert leider doch ab und an mal über Blogs, die einem sehr suspekt erscheinen. Ein richtig fieser Blog ist mir zwar noch nicht begegnet, sehr wohl aber Blogs ohne Impressum und nur mit Künstlernamen versehen, und das obwohl sie kommerziell sind. Man sollte schon über einen Blogger-Ethos nachdenken. Warum immer erst dann so etwas entwerfen, wenn es zu spät ist und tatsächlich mal Jemand tatsächlich auch hierzulande in Grund und Boden gebloggt wird?

  3. cspannagel sagt:

    @Fischer: Du hast schon Recht, dass das Impressum u.a. dafür da ist, dass man solche Aussagen nicht trifft (und von dieser Seite betrachtet ist die Impressumspflicht sicher auch nützlich und gut). Es geht mir aber nicht nur darum. Ich fände es auch wertvoll, ein Signal zu setzen für bestimmte Werte im Umgang miteinander. Und wenn eine große Gruppe bloggender Personen mit einem Button o.ä. für einen Bloggerethos einsteht, dann wäre das sicher ein gutes Signal.

  4. Fischer sagt:

    Ehrlich gesagt sehe ich den Nutzen eines solchen Bloggerethos oder meinetwegen eines Gütesiegels absolut nicht. Was soll das bringen? Das sind doch nur ein paar Pixel, mehr nicht.

    Außerdem, was ist die Botschaft von so ner Aktion? „Ich blogge fair – im Gegensatz zu all dem anderen Blog-Gesocks im Internet, das sich die ganze Zeit gegenseitig anpöbelt“. Das ist doch Unsinn.

    Man muss mal ganz klar sagen, dass die Leute von der Süddeutschen mit ihren Ansichten über Blogs auch unter Printjournalisten eine verschwindende Minderheit sind darstellen. Dass „das Web 2.0 zum Sinnbild öffentlicher Beleidigungen und Denunziation“ werde, ist eine absolute Außenseitermeinung.

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