Der öffentliche Wissenschaftler: Diskussion zu Vorträgen

Veröffentlicht: Mittwoch, Mai 21, 2008 in OeffentlicherWissenschaftler

Ich mache mir in letzter Zeit vertieft Gedanken darüber, welche Methoden öffentliche Wissenschaftler anwenden können. Gestern habe ich dazu etwas ausprobiert:

Ich war zu einem Vortrag im Oberseminar der Didaktik der Mathematik in Würzburg eingeladen. Nach dem Vortrag gab es eine sehr gute Diskussion. Während (!) der Diskussion habe ich die Anregungen / Ideen / Kritikpunkte direkt stichpunktartig in meinen Forschungsbereich bei Wikiversity eingetragen, und zwar hier. Somit waren sofort während und nach dem Vortrag die Diskussionsanregungen im Web. Heute habe ich die Stichpunkte noch etwas ausformuliert und den Link an die Teilnehmer des Vortrags geschickt. Somit besteht die Möglichkeit, weiterhin auf der Plattform miteinander zu diskutieren. Oft ist es ja so, dass man als Zuhörer eines Vortrags einige Tage nach der Präsentation noch eine Idee bekommt. Jetzt besteht die Möglichkeit, dass die Teilnehmer diese Idee einfach dort auf die Seite schreiben. Ist das nicht prima?

Diesen Stil werde ich in Zukunft weiter pflegen. So entsteht direkt eine Ideensammlung, auf die ich und andere zugreifen können. Dadurch entsteht ein richtiges Flow-Erlebnis!

Kommentare
  1. Wirklich sehr interessant, die Sache mit dem Prozess. Das kann man auch auf „geisteswissenschaftliche“ Denkprozessen anwenden, oder?

  2. Noch eine Frage: hat schon ein Teilnehmer etwas in deine Seite eingefügt?

  3. cspannagel sagt:

    Gute Idee mit den geisteswissenschaftlichen Denkprozessen. Die Methoden würden auf jeden Fall funktionieren. Mein Tool (CleverPHL) funktioniert aber nur im Zusammenhang mit Computerwerkzeugen. Wenn sich der geisteswissenschaftliche Prozess aber in irgendeiner Weise im Benutzungsprozess eines Computerwerkzeugs manifestiert (der Geisteswissenschaftler beispielsweise verwendet irgendein Denkwerkzeug wie ein MindMapping-Programm oder so), dann würde auch mein Werkzeug vielleicht nützlich sein können.

    Bislang hat noch kein Teilnehmer kommentiert. Ich denke (hoffe) aber, dass das bald noch geschieht.

  4. cspannagel sagt:

    … aber die Punkte, die dort stehen, sind im Wesentlichen Beiträge der Teilnehmer innerhalb der Diskussion, die ich dann zusammengefasst habe …

  5. OK. Danke! Ein kleines Problem in deinen vielfachen Seiten sehe ich darin, dass ich, der dich ja überall „verfolgt“ und unbedingt erfahren möchte, was du alles machst, damit sehr viel Zeit verbringe (ich muss praktisch jeden Eintrag von dir aufspüren! Wahrscheinlich geht es auch vielen anderen so. Du bräuchtest unbedingt eine Seite, wo dur nur das allerwichtigste schreibst, damit man auf dieser Seite mit dir im Gespräch bleiben kann. Für mich ist das im Augenblick deine Wikiversity-Seite, aber auch sie vermehren sich! Oh Gott!:-)))

  6. Ich habe mich ja schon geoutet, daß ich Dein nun noch weiter intensiviertes Engagement begrüße und gespannt verfolge. Allerdings stimme ich Jean-Pol Martin zu, denn die Gefahr sich „zu verzetteln“ besteht durchaus – wenn auch nur in dem Sinne, daß der Aufwand für die interessierten Mitleser und potentiellen Diskursteilnehmer anwächst, all die Verästelungen zu verfolgen.

    Brauchen wir also dann doch eine Aggregationsplattform, in dem Blogposts, Wikiinhalte etc. gesammelt werden?

  7. mosworld sagt:

    Super, was Du da machst. Vorträge nach dem Vortrag einen Plattform zu bieten ist eine gute Sache, gerade wenn man einen Prozess in Gang setzen möchte mit dem Vortrag.
    Was Marc sagt finde ich toll. Denn es müssen neue Werkzeuge her. In dem Moment, wenn die jetzigen Werkzeuge an ihre Grenzen stossen, können neue Ideen geboren werden. Ich freue mich auf die neuen Ideen, und vielleicht kann man neue Tools bauen und entwickeln.
    @Marc Ich kann nur sagen: JA, wir brauchen diese.

  8. cspannagel sagt:

    Vielen Dank für eure tollen Beiträge!

    Für mich persönlich ist mein Weblog mein „Zentrum“. Dort schreibe ich auch hinein, wenn ich eine neue Wiki-Seite o.ä. angelegt habe. In diesem Sinne ist die Seite, von der Jean-Pol spricht, eigentlich mein Blog. Wenn jemand meine Aktivitäten verfolgen möchte, dann bietet sich vermutlich am ehesten das Lesen meines Weblogs an…

    Bei Wikiversity, Wikipedia etc. sehe ich das Problem, dass Änderungen momentan nur auf den Beobachtungsseiten mitgeteilt werden und nicht etwa per RSS-Feed irgendwo eingebunden werden können. Oder kennt jemand hierzu eine Möglichkeit?

  9. cspannagel sagt:

    … die Verästelungen halte ich im übrigen für gut und nicht für schlecht: Sie schaffen Vernetzung.

  10. […] die Beobachtungslisten gehen muss. Dieser “Notstand” wurde auch in den Kommentaren zu einem meiner letzten Weblog-Artikel […]

  11. Nachgedanke: das Verstreuen ist auf jeden Fall gut und das tun wir auch alle. Es geht hier aber um den Aufwand, den der Rezipient deiner Aktivitäten und Initiativen aufbringen muss, um diese wahrzunehmen. Aber das ist inzwischen klargeworden. Wenn man das Wichtigste wahrnehmen will, dann empfiehlt sich diesen Blog zu lesen. Ansonsten gibt es die rss-Möglichkeit.

  12. cspannagel sagt:

    Genau – zumindest habe ich keine bessere Idee.

  13. Open Teaching: Concepts and Current Implementations -…….

    There is a tendency of more and more people from academia getting involved in blogging and thus provide valuable and interesting insights into their daily life as researchers. Christian Spannagel, assistant professor at PH Ludwigsburg, is an researcher…

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s