Perturbationen

Veröffentlicht: Montag, Juni 22, 2009 in Fun
Schlagwörter:

Wie perturbiert man?

Zum Beispiel so.

Oder so:

Oder so: ein etwas älteres Bild.

Danke, Jean-Pol, für diese schönen Beispiele!🙂

Kommentare
  1. Felix sagt:

    Danke dafür!🙂 Wunderbar.

  2. saarlodri sagt:

    lol… wo hast du das denn her?

  3. cspannagel sagt:

    Verrat ich nicht.🙂

  4. cspannagel sagt:

    Jep, genau das solls (glaub ich) darstellen.🙂

  5. Äh, bin ich zu dämlich das zu begreifen? Wer kann mir das erklären?

  6. Seit zwanzig Jahren führe ich mit meinen 11.Klassen eine Frankreichfahrt durch (Loireschlösser, La Rochelle, Bordeaux und Montpellier). In La Rochelle, wo die Gruppe badet, liefere ich traditionell eine Imitation des Mister Bean Sketches:

    Die Reise an sich ist sehr durchdacht und lehrreich, glaube ich, und da und dort erlaube ich mir kleine „Perturbationen“, wie eben diese Einlage. Perturbationen sind Aktionen, die Happening-Charakter haben, relativ kurz sind und amusant sein können. Wenn sie nicht amüsant sind, sondern peinlich, dann habe ich Pech. Ich mache mir darüber keine großen Gedanken. Eine Studentin hat diese Sequenz gefilmt und mich gefragt, ob sie das in Youtube hochladen kann. Ich fand es lustig und hatte nichts dagegen. Inzwischen mehren sich die Stimmen, die das nicht gut finden. Das werden die Leute wieder vergessen, hoffe ich.

  7. Was die Perturbationen bewirken sollen:
    1. Als Lehrer und Professor, und als jemand, der sehr kultur- und leistungsorientiert ist und dazu noch recht autoritär möchte ich zeigen, dass ich auch in der Lage bin, einen absoluten Unsinn zu machen, aber bewusst und kontrolliert. Ich denke, das sieht man auf dem Video. Es ist erlaubt, alle Anlagen des menschlichen Daseins zu realisieren, vorausgesetzt, man hat das alles im Griff. Und ich bilde mir ein, dass ich auch eine so absurde Einlage bringen kann, ohne an Autorität zu büßen. Dadurch möchte ich die Schüler und Studenten ermutigen, ebenfalls aus sich zu gehen, vorausgesetzt, sie behalten die Kontrolle über die Situation. Je absurder, desto besser (no risk, no fun, aber kontrolliert).
    2. Ich möchte, dass die Schüler und Studenten durch die Einlage belustigt werden und sich überlegen, ob ein Mensch und noch dazu ein Professor meines Alters sich so etwas herausnehmen kann. Das soll sie anregen, die Grenzen, die ihnen unnötig gesetzt werden, zu durchbrechen. Ich will, dass die Schüler aus sich heraus gehen, sofern es gesellschaftlich tragbar ist. Das fördert die Kreativität. Und da ich alles kontrolliert durchführe, hoffe ich, dass sie sehen, dass Verrücktheiten als bewusste Einlagen geplant werden können. Den Hintergrund liefert unsere Behandlung des absurden Theâters im Unterricht.
    3. Da gerade diese Gruppe besonders zurückhaltend war, wollte ich versuchen, sie durch diese kleine Provokation aus der Reserve zu locken. Und sie haben tatsächlich gelacht, was mich sehr gefreut hat.

  8. Ah danke. Da war ich zu sehr Mathematiker, da sind Perturbationen was anderes.

  9. Vor allem wenn man im Geiste Permutationen und Perturbationen verwechselt. Puh. Der Tag heute war zu lang.

  10. @Ulli Kortenkamp
    Ja, du warst wahrscheinlich perturbiert.:-)))

  11. cspannagel sagt:

    … und ich bin froh, dass du, jeanpol, bei der Geschichte nicht permutiert bist. :-))

  12. @cspannagel
    Beim nächsten mal werde ich es versuchen: permutieren ohne schaden davon zu tragen.

  13. deutschkunterbund sagt:

    @ Jean-Pol,

    das mache ich auch gerne, dh. kleine Provokationen. Ich stelle manchmal was ganz schön Blödes im Unterricht an, und prüfe so, ob die Schüler im Unterricht aufpassen.. Es ist ganz schön lustig, ihre Reaktionen zu sehen:-)
    „möchte ich zeigen, dass ich auch in der Lage bin, einen absoluten Unsinn zu machen, aber bewusst und kontrolliert. “
    Ja, Unsinn machen hat oft viel Sinn…

  14. @deutschkunterbunt
    Schön, dann haben solche Aktionen auch für dich einen Sinn! Das bestätigt meinen „Ansatz“.

  15. deutschkunterbund sagt:

    @ Jean-Pol,
    und übrigens, das hast du ganz geschickt gemacht:-)))
    Gravitieren ohne perturbieren demonstrieren!
    Ela

  16. @Ela
    Danke, Ela. Solche Perturbationen werden natürlich nicht nur positiv aufgenommen sondern oft auch scharf kritisiert. Das muss man in Kauf nehmen, aber angenehm ist es natürlich nicht. Daher ist man auch auf Zuspruch angewiesen!

  17. deutschkunterbund sagt:

    @ Jean-Pol,
    Kritik muss man schon in Kauf nehmen. Jeder hat ein anderes Gespür für Humor, außerdem liegt es manchmal an dem Zeitpunkt oder an vielen anderen Faktoren.
    E.

  18. „außerdem liegt es manchmal an dem Zeitpunkt oder an vielen anderen Faktoren“
    – Völlig richtig!

  19. Zur Aktion mit der Clownmaske in New-York (Time Square)

    hatte ich damals in meinem Blog folgende Erklärung geliefert (in schlechtem Englisch):
    „“Of course you are thinking about this performance and perhaps mean, this is nonsense. One target is, that young people like my grandchildren (6 years, 12 and 14) will be interested in Times Square and New York, so they perhaps never forget, that grandpa pulled faces at Times Square. The performances are in order to motivate people to devote their attention to subjects that they perhaps never would look at in other situations („Landeskunde leicht und lustig gemacht“).
    I’m following exactly the same intention with the other projects – which seem to be more scientific like the interviews, the cooperation with Kasan and so on. I’m creating situations in order to motivate students to focus their interest on topics they perhaps never find interesting usually.“
    Der Link dazu:
    http://ipk-blog.ku-eichstaett.de/categorylist_html?cat_id=1&start:int=10

  20. deutschkunterbund sagt:

    @ Christian,

    „Wie perturbiert man?“:-))) – Tolle Einführung in das Thema!
    E.

  21. cspannagel sagt:

    @jeanpol Danke nochmal für das Posten des Texts zum Times-Square-Bild!

    @Ela „Tolle Einführung in das Thema!“ – ja, aber nicht von mir, sondern von @jeanpol.🙂

  22. @cspannagel
    Lustig. So ist ein „Wissenscontainer“ zum Thema „Aktionen“ und „Perturbationen“ entstanden.

  23. herrlarbig sagt:

    Klasse. Gefällt mir. Und dann auch noch die Theorie mitgeliefert. Sehr anregend.

  24. @Herrlarbig
    Danke! Ich werde motiviert, motiviert, motiviert und motiviert!

  25. cspannagel sagt:

    Also, Fazit der Geschichte: Jean-Pol, wir wollen noch mehr witzige Bilder und Videos von dir sehen!🙂

  26. @cspannagel
    Nun und ganz im Ernst: diese Bilder sind „Emergenzen“ aus einer sehr langen Vorgeschichte. Auch wenn sie spontan wirken, gibt es ganz viele Vorstufen. Beispielsweise die Clown-Maske in New-York hatte eine Vorphase: ein Jahr vorher hatte ich exakt dieselbe Aktion am Time-Square durchgeführt (auch für Schüler und Studenten und für meine Familie) und zeigte ein Plakat mit „Hallo“ in die Webcamera. Alle fanden das sehr lustig. Ein Jahr später habe ich dieselbe Aktion durchgeführt, wollte aber meine Zuschauer in Europa verblüffen und kam mit der Clown-Maske und mit anderen Plakaten, die man hier auf dem Bild nicht sieht. Die Mister-Bean-Aktion führe ich seit 25 Jahren durch, nur dass sie bisher nie gefilmt wurde. Und das Foto vor dem Theâter in Bordeaux (Exibitionist) stellt den Höhepunkt diverser verrückter Fotos dar, also auch hier gab es eine lange Vorphase.

  27. cspannagel sagt:

    @Jean-Pol Na, dann bin ich mal gespannt, ob das nicht alles eine Vorphase von etwas ist, was noch kommt und noch viel lustiger ist!🙂

  28. @cspannagel
    Ich hatte mehrere Antworten formuliert, aber alle wieder verworfen (zu pathetisch, unverständlich, nur für Insider nachvollziehbar, usw…) Ich lasse es also vorläufig…

  29. @Christian
    „@Jean-Pol Na, dann bin ich mal gespannt, ob das nicht alles eine Vorphase von etwas ist, was noch kommt und noch viel lustiger ist! :-)“
    – Das war nicht als Perturbation gedacht, hat sich aber ein bisschen so entwickelt. Allerdings nicht unbedingt lustig!:-))
    http://jeanpol.wordpress.com/2010/02/07/ec10hh-mons7-und-die-bottom-up-guerilla/

  30. […] irritiert, schließlich hat’s ihnen aber augenscheinlich Spaß gemacht. Und Irritation (=Perturbation) ist auch genau das, was ich erreichen wollte. Anschließend haben wir Fermi-Aufgaben behandelt. […]

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