Endlich Schule!

Veröffentlicht: Montag, September 14, 2009 in Schule

Momentan ist alles wirklich sehr aufregend: Kaum ist die Bildungsexpedition abgeschlossen, beginnt für mich wieder etwas Neues: Ab sofort darf ich dienstags vormittags 6 Stunden in einer Hauptschule ITG (=Informationstechnische Grundbildung) unterrichten. Ich freue mich sehr darauf, weil dadurch ein Manko, das ich bislang  in meiner Arbeit gesehen habe, wegfällt: Ich kann Ideen direkt in einer Klasse umsetzen und erhalte Feedback, ob das, was ich mir überlegt habe, auch tatsächlich funktioniert. Eine perfekte und ganz wesentliche Ergänzung zur Arbeit an der Hochschule!

Ich habe bisher immer an Jean-Pol Martin bewundert, dass er neben seinem Job an der Uni auch immer parallel noch eine Schulklasse in Französisch unterrichtet hat, und das sogar noch über die Pensionierung hinaus (bis vor kurzem). Insofern freue ich mich besonders, dass ich seinem Beispiel folgen kann und ab sofort neben meinem „normalen“ Job auch unterrichten werde.

Selbstverständlich werde ich meine Unterrichtserfahrungen hier im Blog reflektieren, und vermutlich werde ich auch den ein oder anderen Tipp von euch brauchen. Insofern: Auf zu neuen Ufern!

Kommentare
  1. deutschkunterbund sagt:

    Nur weiter so!

  2. Na dann viel Spass mit neuen Herausforderungen! Und v. a. viel Spass mit Kindern!

  3. Wow, Christian! Was meinst du, wie es mich freut, dass du diesen Weg gehst! Und ich kann dir garantieren, dass deine ohnehin bereits vorhandene Glaubwürdigkeit (als Aktionsforscher) noch steigen wird, wenn du mit der Praxiserfahrung vor Lehrern und Studenten deine Ideen darstellen wirst! Gratuliere hiphiphurrah!

  4. Oliver Tacke sagt:

    Habe selbst mal ein Praktikum an einer Hauptschule gemacht und letzte Woche drei Tage lang bei einem Mathe-Projekt an meiner ehemaligen Schule ausgeholfen: sehr lehrreiche Erfahrungen. Bin gespannt auf deine.

    Frage mich übrigens, wann mal der umgekehrte Weg ausprobiert wird: Warum sollten erfahrene Lehrer aus der Oberstufe nicht auch mal Einführungsveranstaltungen an der Uni halten? Die wissen schließlich am besten, welche Kenntnisse Schüler nach dem Abi haben. So könnte man möglicherweise den krassen Bruch zwischen Schule und Uni abfangen, der einige bestimmt unnötigerweise zum vorzeitigen Ausstieg bewegt.

  5. Gabi Reinmann sagt:

    Das ist gut!! Gerade wenn man wissenschaftlich denkt und arbeitet ist eine Rückbindung an die Praxis immer ganz wesentlich. Und wenn in deiner Arbeit die Schule zentral ist, dann sollte das ein Vorbild sein, in die Schulen zu gehen. Das gilt natürlich auch für alle anderen Kontexte. Wann, wie oft und in welcher Intensität man diese Praxiskontakte und Praxisarbeit umsetzt, ist freilich eine individuelle Sache. Viel Erfolg!🙂

    Gabi

  6. Endlich Schule – jetzt kannst du die praktischen Erfahrungen sammeln, die du in deine Lehrerausbildung einbaust. Freue mich, dass dir das gelungen ist!

  7. Andreas Kalt sagt:

    Klasse. Das ist meines Erachtens der einzige Weg, als Lehrerausbilder wirklich glaubwürdig zu sein.

    Ich bin gespannt auf Deine Ansätze und die Berichte darüber, da ich selbst ITG unterrichte.

  8. Lisa Rosa sagt:

    Ah, das ist super! Viel Spaß, viel gute Kommunikation mit Deinen Schülern, viele „notwendige Fehler“ in den Unterrichts-Experimenten und gutes Gelingen! Freue mich auf die Auswertungen hier!🙂

  9. Lisa Rosa sagt:

    @Oliver Tacke Der umgekehrte Weg ist häufig an Unis schon institutionalisiert: oft sind Fachdidaktik-Professuren für die Lehrerausbildung ausdrücklich für Menschen ausgeschrieben, die bisher Lehrer waren. Ich arbeite in HH mit einem Geschichts-Didaktik-Prof zusammen, der vorher Studienrat war. Im Fach „Schulmusik“ ist das schon lange Standard. Das bringt’s wirklich!

  10. @Lisa
    „Der umgekehrte Weg ist häufig an Unis schon institutionalisiert: … ausdrücklich für Menschen ausgeschrieben, die bisher Lehrer waren.“
    – Au, ich muss doch was dazu sagen: wirklich relevant und glaubwürdig ist das, was man gestern oder gerade noch vor einer Woche im Unterricht gemacht hat. Schon nach einem Monat verblasst die Erinnerung. Die Schüler und die Schulwelt verändern sich rasant, was nützt, wenn jemand vor zwei Jahren unterrichtet hat. Es MUSS verschränkt bleiben: Hochschullehre und GLEICHZEITIG Schule.

  11. Mit Grausen höre ich Didaktiker-Kollegen, die als Legitimation verkünden: „Ich war doch selbst mal Lehrer“. Wann denn, lieber Kollege? Darauf kommt es ja an! Es verändert sich doch soviel! Auch in der Erinnerung übrigens (Rückidealisierungen)!

  12. Oliver Tacke sagt:

    @Lisa
    Ah, das wusste ich nicht. Bin ja eigentlich nicht aus der Didaktik-Ecke (siehe http://de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:O.tacke/Gedanken_zur_Lehre).

    Ich könnte mir aber auch vorstellen (meine vielleicht naive Sichtweise), dass Lehrer Fachvorlesungen übernehmen, z. B. Lineare Algebra im ersten Mathe-Semester – irgendwie ein Zwischending aus Schulunterricht und Frontalvorlesung, um den Übergang zu erleichtern.

    Auf einer Diskussionsveranstaltung zum Thema Mathe-Didaktik wurde neulich festgestellt, dass Professoren oft gar nicht wissen, welche Kenntnisse Schüler wirklich haben, und dann schockiert sind – und andersherum Lehrer nicht unbedingt wissen, was Professoren an der Uni erwarten. Auch vor diesem Hintergrund scheint mir eine Verschränkung, wie Jean-Pol es nennt, eine gute Idee zu sein.

  13. Thomas Rhode sagt:

    Hallo Christian,

    viel Erfolg bei diesem wichtigen Schritt Theorie auch schulpraktisch umzusetzen. Das wird sicherlich eine tolle Erfahrung, die aber auch einiges an Mühe und Anstrengungen mit sich bringen wird.

    Viele Grüße aus Paderborn

    Thomas Rhode

  14. @Jean-Pol, @Oliver

    Ja, das ist tatsächlich das einzige, was es bringt: Lehrer(in) bleiben. Leider ist das gar nicht so einfach, Schulen können zum Beispiel leider oft nur schlecht mit der notwendigen Flexibilität umgehen, die man braucht, wenn man auch mal auf eine Konferenz fahren möchte. In der Schweiz scheint das aber zu klappen, jedenfalls weiß ich von manchen Kollegen dort, dass sie zu 50% an der Schule und zu 50% an der Uni/PH sind. Finde ich ideal!

    @cspannagel:

    Prima – viel Spaß!! Die besten Ideen sind mir auch immer in der Schule gekommen, ich habe das ja auch eine Zeitlang parallel freiwillig gemacht, oder dann später im Schulpraktikum (welches ja auf jeden Fall schon mal besser als gar nichts ist — für die nicht-B-W-Menschen hier: an den Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg begleitet man die Studentinnen und Studenten jede Woche einmal für 2 Schulstunden + Besprechung in ihre Praktikumsschule). Echte Erfahrung ist halt unschlagbar!

  15. Lisa Rosa sagt:

    @Jean-Pol @Oliver: Ja klar! Das beste ist Verschränkung der Tätigkeitssysteme und aktuelle Praxis in beiden. In meinem Projekt arbeitet auch eine Lehrerin, die ist gleichzeitig noch Lehrerin und hält Veranstaltungen an der Uni für die Studenten ab. Und am LI (für Fortbildung) sind (fast) alle FortbildnerInnen gleichzeitig auch noch Lehrer an ihren Schulen.

  16. Jonathan sagt:

    Sehr schön! Dann beginnt ja jetzt der Ernst des Lebens…

  17. sdinkel sagt:

    Hey wow! Find absolut genial!
    Viel Erfolg! Bin gespannt🙂

  18. scheppler sagt:

    Dann begrüße ich doch auch mal den „neuen Kollegen“. Ich würde mich aber auch nicht nur über Unterrichtsberichte sondern über Wahrnehmungen des Drumherum (Kollegen, Ausstattung, Schulklima usw.) freuen. Zum Einen, da ich leider selber – außer in Gesamtschulen – noch nicht richtig mit Hauptschule in Kontakt gekommen bin. Und zum Anderen, da ich besonders gespannt bin, wie Du Dich einfindest im schulischen Alltagsgeschäft: Lehrerzimmer, Kopierraum, Schulsekretariat und andere schulische Biotope🙂

    Ich drücke die Daumen und wünsche ganz viel Spaß.

  19. rip sagt:

    Auch von mir alles Gute! Ich wünsche dir freudige Lernerlebnisse (aktiv und passiv) und viel Geduld!

  20. cspannagel sagt:

    Vielen herzlichen Dank für euren tollen Zuspruch! Ich find das total klasse, dass ihr mir hier alle viel Erfolg wünscht! Das motiviert mich noch mehr!

  21. ThS sagt:

    Auch von mir viel Erfolg. Ich denke dass sollte für jeden Didaktiker eine Selbstverständlichkeit sein, aktiv zu Unterrichten. Bald geht es auch bei mir los und ich freue mich auch schon sehr darauf….
    Gruß
    Thorsten

  22. cspannagel sagt:

    @ThS Ich wünsch dir auch viel Erfolg!

  23. Hast du nun angefangen, lieber Christian? Macht es dir Spaß? Siehst du auch die konkreten Probleme in der Praxis: Schüler sind normale Menschen und freuen sich, wenn sie Quatsch machen können. Daher ist als erstes „strenge“ Disziplin angesagt. Und dann kann man viel Spaß haben! Aber einen, den man selbst bestimmt, als Lehrer!:-)))

  24. Und da ich gerade bei „Quatsch“ bin: dein Foto finde ich etwas ambig (Finger?):-)))

  25. Hi Jean-Pol,

    ja, es macht Spaß, und es ist verdammt anstrengend. Demnächst kommt ein ausführlicher Blog-Artikel über die Erfahrungen der ersten Stunden.

    Ambig?🙂 Ja, es ist der Daumen… :-))

  26. @Christian
    „Verdammt anstrengend“! Genau! Jetzt verstehst du, warum kaum ein Didaktiker sich das nachhaltig antut! Dabei ist es unglaublich lebendig und bereichernd. Wenn ich zurückblicke auf die letzten 30 Jahre sehe ich nur meine Schüler, die Schule und Schülerprojekte mit Studenten. An die Univeranstaltungen erinnere ich mich kaum. Nur Uni wäre entsetzlich öde gewesen!

  27. […] Oktober 13, 2009 von cspannagel Seit kurzem unterrichte ich dienstags vormittags in einer Haupt- und Werkrealschule. 6 Stunden ITG […]

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