Schulmeisters Ansichten

Veröffentlicht: Samstag, Februar 13, 2010 in OeffentlicherWissenschaftler, Web 2.0

Im Netz wird gerade Schulmeisters Artikel Ansichten zur Kommentarkultur in Weblogs (der unter Beteiligung von Roland Leikauf und Mathias Bliemeister geschrieben wurde) heftig diskutiert. Fazit von Schulmeisters Artikels ist, dass in Weblogs noch keine recht Kommentarkultur herrscht (im Sinne von wissenschaftlichen Diskursen oder einfach „Threads“), sondern dass Weblogs eher persönlichen Verlautbarungen dienen und Kommentare oft nur Sozial- oder Selbstbezug haben. Der Artikel enthält einige sehr interessante Ansätze, Überlegungen und Ergebnisse, allerdings auch einige kritikwürdige methodische Aspekte. Darauf möchte ich hier nicht näher eingehen; dies wird bereits im von Sandra eingerichteten Etherpad diskutiert (dort kann jeder mitmachen).

Ich möchte mich hier auf eine Aussage von Schulmeister beziehen, die mich doch ein bisschen traurig gemacht hat. Schulmeister hat unter anderem mein Weblog beforscht. Er schreibt (neben einigen wirklich netten Bemerkungen) auf S. 17:

Die von Spannagel freimütig vorgebrachten Berichte über seine interaktiven Lehrversuche wirken so, als würde hier Hochschuldidaktik aus eigenem Erleben neu entstehen. Der Bezug zur eigenen Praxis, die spontan wirkende Reflexion, unbelastet durch pädagogische Theorien (allerdings auch unbelastet von vierzig Jahren hochschuldidaktischer Forschung) — diese Faktoren mögen entscheidend dafür sein, warum sich zu diesen Themen so viele lobend, dankend und staunend äußern […].“

Zunächst musste ich laut lachen, weil die Formulierung „unbelastet von“ wirklich witzig ist. Dann habe ich mir überlegt, wie dies eigentlich gemeint ist. Während der erste Teil („unbelastet durch pädagogische Theorien“) fast noch als Kompliment an die Lesbarkeit meiner Weblog-Artikel verstanden werden kann, würde ich allerdings beim zweiten Teil („allerdings auch unbelastet von vierzig Jahren hochschuldidaktischer Forschung“) das nicht mehr so komplimentös verstehen wollen. Insgesamt entsteht der Eindruck, Schulmeister würde bei meinen Beiträgen die wissenschaftliche Untermauerung vermissen. Hierzu einige Gedanken, die mir seit der Lektüre des Texts durch den Kopf gehen:

  • Nur weil ich Theorie nicht expliziere, bedeutet es nicht, dass die Ausführungen in meinem Weblog unbelastet von Theorie und wissenschaftlichen Forschungsergebnisse sind. Ich habe mir mal den Spaß gemacht, einen Weblog-Artikel zu schreiben, den ich so nie geschrieben hätte: Proof Show – eine Methode für Mathematikvorlesungen. Dort habe ich Theorie noch und nöcher reingepackt, einfach mal zu übertreiben und zu „fühlen“, wie es ist, wenn ich einen Weblog-Beitrag mit dem Anspruch von Wissenschaftlichkeit schreibe. Das Resultat: Es fühlt sich komisch an. Ich schreibe meine Weblog-Artikel nicht wie wissenschaftliche Artikel. Ich erhebe nicht mal den Anspruch von Wissenschaftlichkeit an meine Weblog-Beiträge (wobei das natürlich immer davon abhängt, was man unter „wissenschaftlich“ versteht. Ich habe zugegebenermaßen selbst einen sehr weiten Begriff von „Wissenschaft“).
  • Meine Weblog-Artikel sind keine inhaltlich abschlossenen Einheiten, sondern Teil meines gesamten Weblogs bzw. Teil der Menge aller vernetzten (Mikro-)Inhalte, die ich ins Netz stelle. Insofern sind meine Weblog-Artikel Teil einer „Gesamtkonzeption“. Innerhalb dieser Gesamtkonzeption sollte eigentlich genug Theorie zu finden sein (man findet sie beispielsweise in meinen oft online stehenden Publikationen). Das soll nicht bedeuten, dass ich von jedem verlange, meine Inhalte nach Theorie zu durchforsten. Aber ich verlange es von jemandem, der mein Weblog beforscht und sich zu der Behauptung hinreißen lässt, meine Äußerungen seien unbelastet von Theorie.
  • Mal ein anderes Gedankenspiel: Nehmen wir mal an, ich hätte keine Ahnung von pädagogischen Theorien und bisherigen empirischen Resultaten. Dürfte ich nicht unbelastet von all dem meine eigenen Lehrveranstaltungen zu optimieren versuchen? Dürfte ich nicht meine Erfahrungen sammeln und öffentlich reflektieren? Dürfte ich nicht andere in meinem Weblog fragen, was sie davon halten, um dann vielleicht in dem ein oder anderen Kommentar Hinweise auf für mich relevante Literatur zu passenden Theorien zu bekommen? Darf ich als Hochschuldozent, unbelastet von hochschuldidaktischer Forschung, meine eigenen Lehrveranstaltungen nicht gestalten und darüber bloggen?
  • Es ist klar: Ich stelle keine wissenschaftlichen Ansprüche an meine Weblog-Artikel. Ich blogge einfach, was mir in den Sinn kommt. Ich erwarte nicht einmal wissenschaftliche Diskurse in Kommentaren (was Schulmeister beklagt). Weblog-Kommentare erfüllen oft einfach „nur“ soziale Funktionen – warum auch nicht? Vernetzung ist ein wesentlicher Aspekt sozialer Anwendungen.

Man fragt sich natürlich, wie man auf die Idee kommen kann, den Anspruch von Wissenschaftlichkeit an Weblogs von Wissenschaftlern anzulegen. Ich habe den kursiv gedruckten Teil extra so formuliert, weil er deutlich macht, dass es  theoretisch einleuchtend ist. Anders formuliert: Solche Beiträge sind  vermutlich unbelastet von Praxis (bzgl. Blogging) – ansonsten kann ich mir nicht erklären, wie man überhaupt auf den Gedanken kommen kann, wissenschaftliche Diskurse in Weblogs zu erwarten.

Ich will auf keinen Fall Theorie gegen Praxis ausspielen: Beides (!) ist wichtig. Nur in der Verschränkung  von Theorie und Praxis können meines Erachtens Bildungswissenschaftler wirklich relevante wissenschaftliche Ergebnisse erzeugen. Sind Beiträge hingegen überwiegend unbelastet von eigenen Praxiserfahrungen, dann laufen sie Gefahr, bei Beforschten und Praxisaktiven auf Unverständnis zu stoßen (dies ist aus der empirischen Forschung zu Schule hinlänglich bekannt und auch in diesem Fall passiert). Aber gut, auch das hat seinen Wert: Eine kritische Diskussion wurde angestoßen, und wir alle haben einmal mehr die Gelegenheit, uns darüber bewusst zu werden, warum wir eigentlich bloggen.

Wer noch weiter in die Diskussion zum Beitrag von Schulmeister einsteigen will (oder einfach nur Kommentare mit Sozial- oder Selbstbezug hinterlassen möchte), kann dies hier tun:

Kommentare
  1. […] nun speziell die ihn betreffenden Passagen im Text zur Kommentarkultur ausführlicher kommentiert (hier). Tags » Autor: Gabi.Reinmann Datum: Samstag, 13. Februar 2010 7:37 Trackback: […]

  2. Sehr gut argumentiert – wie schon im Etherpad angedeutet, obliegt es doch eher bloggenden Menschen selbst, Konzept, Gestaltung und Sprachgebung ihres Werks zu bestimmen als problematisch zugespitzen Qualitätskriterien, die bisweilen wie Prokrustresbetten wirken – Christian, lass‘ Dich bloß nicht entmutigen!

  3. Schulmeister steht für das E-Learning der Pioniere, den Zugang zu den vielschichtigen parallelen Kommunikatonsformen, die wir heute urwüchsig pflegen, hat er nie gefunden. Die Tatsache, dass sein Artikel offensichtlich allseits so ernst genommen wird, zeigt mir einmal mehr, dass es höchste Zeit ist, sich vom E-Learning Begriff zu verabschieden, damit wir unbelastet von Theorien, die den Lernbegriff zu sehr einengen, eine demokratische, lebensweltbezogene und innovative Pädagogik voranbringen können. Eine Pädagogik, die die Praxis genauso achtet wie die Theorie !

    Ich habe Verständnis dafür, dass Du so ausführlich reagierst, dennoch wirkt Deine Reaktion für mich zu sehr wie eine Rechtfertigung. Das hast Du aus meiner Sicht überhaupt nicht nötig. Deine zahlreichen wissenschaftlichen Publikation sprechen da schon für sich alleine.

  4. […] über Schulmeisters Artikel “Ansichten zur Kommentarkultur in Weblogs” (z.B. bei Christian, Gabi, Joachim, Michael Kerres) und auch im Etherpad finden sich eine ganze Reihe an Meinungen […]

  5. ekirlu sagt:

    Ich habe gestern ein Interview mit Konstatin Wecker gesehen. (http://www.youtube.com/watch?v=ywMmwaDY7a4 – entscheindend sind ab Min ca. 30) Er wird gefragt, ob er die Welt verändert habe. Er verneint und er habe auch nicht eigentlich nicht erwartet die ganz großen Dinge zu ändern. Aber er habe durch seine Konzerte Menschen ermutigt zu sagen, was sie denken, habe Menschen gezeigt, dass sie mit ihren Gedanken und Problemen nicht allein sind.

    Mir und anderen angehenden Lehrern bist Du ebenso ein Vorbild. Wir wissen, wie viel Theorie Du kennst, geschrieben und gelesen hast. Zu lesen, wie es Dir in der Praxis geht, zu sehen, dass sich auch bei Dir Sicherheit und Konzepte erst aus der Praxis heraus entwickeln macht uns Mut😉

    Du bist ein Edu-Blogger-Liedermacher!

    Bleib so!

  6. Ich sehe tatsächlich die Gefahr, dass sich die Blogosspähre als „Nebenschauplatz“ der Wissenschaft entwickelt.
    Deshalb zwei Argumente
    1.) Richtige Wissenschaft publizieren wir in peer-reviewed Papern, die Praxis in Blogs. Das fände ich schade. Deshalb finde es zunächst mal richtig, dass ein Wissenschaftler, der über seine Wissenschaft bloggt sich auch „wissenschaftliche Spielregeln“ gemessen wird. Das führt dann zu der Kritik, nicht nur über Erfahrungen und Praxis zu reflektieren, sondern die auch in vorhandene Forschung ein zu betten und das vorallem zu explizieren.
    2.) Ein Blog bietet auch die Freiheit eben genau das nicht zu tun. „Dürfte ich nicht meine Erfahrungen sammeln und öffentlich reflektieren?“ Ja, klar. Warum nicht. Der Erfolg (Kommentare …) gibt Dir recht. Und dann Schulmeister einfach falsche Kriterien angelegt.

  7. mila78 sagt:

    Nehmen wir mal an, jemand anderes kommt auf dich zu (nicht Schulmeister) und liefert dir den gleichen Text über die Kommentarkultur der Edublogger… Was würdest du ihm sagen?

    Meine spontanen Antworten:
    1. Wenn man sich mit der Materie zu wenig auskennt müssen Recherchen um so genauer sein.

    2. Pauschalisierende Aussagen die Dritte betreffen sollten nicht aus dem Bauch heraus geschehen.

    3. Behauptungen, die Dritte „belasten“ gehören ordentlich hinterfragt.

    usw usf…

    Was will ich damit sagen?
    Lassen wir mal R. Schulmeister sein und nehmen die Inhalte wahr. Da wird es schwierig mit der Scheinvergabe.😉

    Ps: ich war erst entrüstet über die Aussagen über dich, danach musste ich herzhaft lachen. Wenn man keine Ahnung hat…………………………😉

    Lg Mel

    PS: @erkirlu dem kann ich mich nur anschließen!!!
    PSS: und wieder sind es ja „nur“ Studierende die keinen wissenschaftlichen Diskurs führen. *ups* Thema verfehlt …

  8. scheppler sagt:

    Ich möchte mich Wolfgang Neuhaus anschließen.
    Hier haben wir es offensichtlich mit einem klassischen Phänomen des „Sammel Du erstmal selber Erfahrung“ zu tun. Deine Beiträge sind Innovation aber zugleich auch Provokation fürs traditionelle System – und das ist gut so, denn die eLearning Evolution braucht beständige Nahrung, die auch mal einen kommentarfreien Beitrag aushält (wobei letzteres bei Dir ja recht selten ist .-) ).
    Keep going!

  9. Vielleicht ist es an der Zeit, stärker die persönliche Bedeutung von Blogs ins Zentrum zu rücken, als sie rein vor dem Hintergrund einer wissenschaftlichen Karriere und einer damit verbundenen „Wissenschaftlichkeit“ zu beurteilen. Immerhin sagen viele Blogger ganz bewusst von sich, dass sie ihren Weblog in der Freizeit führen – dort zwar hin und wieder aus dem Berufsalltag berichten, aber das Bloggen eben nicht Gegenstand ihrer genuinen Tätigkeit ist. Möglicherweise hilft eine solche analytische Trennung dabei zu identifizieren, was Blogs leisten können, aber nicht zwingend müssen (Stichwort: Nebenschauplatz – siehe Johannes Moskaliuk).

  10. Jochen Robes sagt:

    @Christian: Die Zeile, die Du zu Recht zitierst, ist wahrscheinlich die überflüssigste im ganzen Artikel und ich kann auch nur empfehlen, hier nicht zu viel Exegese zu investieren.

    @Wolfgang: Ich glaube, bei allen Fragezeichen und Unzulänglichkeiten schätzen „wir“ den Artikel von Rolf Schulmeister, weil hier klassische Wissenschaft (Forschung & Lehre) auf neues Denken und Handeln trifft. Und diese Begegnungen und Spannungen brauchen wir, weil wir sonst nur in der eigenen Suppe schwimmen.

    Viele Grüße, Jochen

  11. ixsi sagt:

    Jetzt, wo ihr die Kommentierung der Kommentare eurer Blogs kommentiert habt, fehlt doch eigentlich zu einer gesunden Diskussion nur noch ein Kommentar Schulmeisters zu euren Kommentaren der Kommentierung eurer Kommentare – kurz: Feedback Schulmeisters erwünscht!🙂

  12. cspannagel sagt:

    Danke für eure Kommentare!

    @Wolfgang Eigentlich wollte ich mich nicht rechtfertigen, sondern nur erklären bzw. verdeutlichen, mit welchem Anspruch ich blogge. Und sagen, dass ich mich ein bisschen aufgeregt habe über das Zitat. Es liest sich daher wie eine Rechtfertigung, ist aber nicht so gemeint gewesen…

    @Johannes @Sandra „Richtige Wissenschaft publizieren wir in peer-reviewed Papern, die Praxis in Blogs.“ – Nein, auf keinen Fall! Nur: In Blogs haben wir viel mehr Freiheiten und sind nicht unbedingt (!) an harte wissenschaftliche Kriterien gebunden. Man kann neben „wissenschaftsartigen Texten“ auch einfach erste Eindrücke und Intuitionen bloggen. Und: Genau das gehört eben auch zum Prozess wissenschaftlichen Arbeitens, und Blogs helfen dabei, diese Prozesse ebenso zu veröffentlichen! Nun werden nicht mehr nur die „Produkte wissenschaftlichen Arbeitens“ veröffentlicht, sondern alle Gedanken, die in irgendeiner Weise zur Arbeit eines Wissenschaftlers beitragen. Und damit sind die Blogs nicht „Nebenschauplatz“, sondern wenn man öffentliche Wissenschaft ernst nimmt, wird das Web zum „Hauptschauplatz“: Hier kann ich alles, was zu meinem Denken beiträgt, veröffentlichen, dadurch selbst nochmal reflektieren und vielleicht sogar mit anderen diskutieren. Dass echte Wissenschaft nur in peer-reviewed Journals passiert, das wäre eine viel zu enge Sicht (und das meinte ich auch im Artikel mit „ich habe eine breitere Sicht von Wissenschaftlichkeit“). Nur möchte ich eben in meinen Blog-Artikeln nicht diejenigen Kriterien von Wissenschaftlichkeit anlegen, die Personen vertreten, die eine enge Sicht von Wissenschaft haben.

    @ekirlu @mila78 Eigentlich wieder mal ein schönes Beispiel dafür, worüber wir im Kontext „Maschendraht“ öfter gesprochen haben, oder?🙂

  13. @Christian klar braucht der „Wissenschaftliche Prozess“ auch Eindrücke, Erfahrung und Intution, und ich stimme Dir zu, dass ein Blog eine gute Möglichkeit ist, schnelles Feedback zu kriegen. Da hättest Du mich falsch verstanden: Ich meine nicht, dass Wissenschaft ausschließlich in Zeitschriften stattfindet.

    Aber gerade weil ich überzeugt bin, dass das Web eben kein Nebenschauplatz sein sollte, und Wissensschaft eben nicht nur in Journals stattfindet, finde ich es sinnvoll auch bei Blogs gewissen Regeln der Wissenschaft gelten zu lassen.

    Und dazu gehört nun mal, dass man das Rad nicht neu erfindet, sondern sich auf Idee/Ergebnisse/Erfahrungen außerhalb der Blogosshäre beruft.

    Und das ist meine alte Kritik die ich z.B. schon im Kontest von LDL oder bei der Frage „Buchgesellschafts-Lern-und Wissenbegriff wuppt Wissensgesellschaft“ geäußert habe. Wir müssen mit learning 2.0 Anschlussfähig bleiben.

    Und da hilft es manchmal, sich die Extreme klar zu machen. Und die CTL würde ich jetzt einfach mal als Extrem bezeichnen und bin fast sicher, dass Du dein didaktisches Handeln nicht wirklich aus der Unterscheidung von Germane und Extraneous CL ableitest😉

  14. @Jochen
    Ich schätze das wissenschaftliche Werk Schulmeisters sehr, habe einige seiner Bücher in meinem Regal stehen und werde sicherlich auch in meinen zukünftigen wissenschaftlichen Publikationen daraus zitieren. Ob das für den hier diskutierten Artikel von Schulmeister zutrifft bin ich mir nicht so sicher, zumal er selbst ihn ja – für wissenschaftliche Artikel eher untypsch – mit „Ansichten zu …“ tituliert. Wie unsere Blog-Publikationen, scheint auch dieser Artikel irgendwo zwischen wissenschaftlichem Anspruch und persönlicher Meinungsäußerung nicht ganz eindeutig einzuordnen zu sein.

  15. cspannagel sagt:

    @Johannes Es ist für mich keine Frage: Natürlich müssen wir mit learning 2.0 anschlussfähig bleiben, natürlich müssen wir Theorien, Forschungsergebnisse, … in unser Denken mit einbeziehen. Die Frage ist nur, ob wir uns beim Aufschreiben Regeln unterwerfen wollen. Ich würde sagen: Keine Regeln für Blog-Texte, auch nicht wissenschaftliche! Ich möchte in meinem Blog frei schnauze schreiben. Das kann auch mal den Charakter einer wissenschaftlichen Arbeit haben – soll es aber nicht immer. Ich habe einen viel geringeren Anspruch an meine Weblog-Texte als an meine wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Und ich sehe es auch nicht ein, dass der Eindruck erweckt wird, dass ich andere Ansprüche haben sollte. Es ist mein Weblog, und hier schreibe ich so, wie ich es will. Wenn jetzt jemand kommt und sagt: „Da fehlt aber die Theorie!“, dann sage ich: „Ja. Und? Muss ich als Wissenschaftler immer nur peer-review-fähiges von mir geben?“ Ok, es mag sein, dass jemand die Theorielosigkeit nicht einfach vorwerfen möchte, sondern tatsächlich daran interessiert ist, welche theoretischen Aspekte eine Rolle spielen. Dann kann derjenige das ja als Wunsch in einen Kommentar schreiben, und dann verfasse ich extra einen Weblog-Artikel nur zu dahinterliegenden Theorien. Sollte es aber als Vorwurf gemeint sein, dann werde ich bockig.🙂

    Zur CLT: Du wirst es kaum glauben, aber ich habe alles Mögliche im Kopf, wenn ich meine Lehrveranstaltungen methodisch gestalte, und dazu zählt auch die CLT. Bei der Gestaltung jeder einzelnen Folie habe ich die CLT im Kopf (und Mayers Multimedia Learning). Und bei der Planung der Proof Show hatte ich eben genau diese Assoziation, weil es um Lösungsbeispiele und Selbsterklärungen geht. Natürlich hab ich dann auch die CLT im Kopf. Aber die Darstellung war natürlich eine Persiflage.

  16. hey, war kein Vorwurf! Natürlich kannste in Deinem Blog schreiben, was Du möchtest. Der Erfolg gibt dir ja auch recht.

  17. cspannagel sagt:

    @Johannes Ich hab das auch gar nicht als Vorwurf empfunden!🙂 <– alles easy

    Aber die Frage ist schon: Darf ich jetzt schreiben was ich will, oder sollen wissenschaftliche Kriterien an meine Weblog-Artikel angelegt werden? Wenn du wissenschaftliche Regeln auch für Weblog-Artikel forderst, dann dürfte ich das ja vermutlich nicht mehr so ohne weiteres…

  18. Schulmeister legt halt den funktionalen Wandel (nicht: Paradigmenwechsel) des Wissenschaftlerblogs vom ephemeren Sudelbuch zur wertigen Publikation zugrunde, getriggert von der Ablösung durch die „neuen“ Echtzeitkanäle, die nun die Rolle der Improvisationsmedien haben.

    Wenn man großzahlig die Anwendungspraxen beim wiss. Blogging/Microblogging beobachtet (das hat Schulmeister nun nicht getan), kann das durchaus plausibel sein. Also: Du twitterst live im Unterricht bzw. lässt twittern und dabei etwaige Erfolge abfeiern; seriös veröffentlicht wird dann im Blog (nicht vergessen: Kommentarfunktion disablen – zulässig sind nur eigenständige Repliken, old school Wissenschaftskommunikation eben), dann wäre der Keks gegessen. Oder Du bespielst Deinen Blog nach der anderen alten Schule, wie vor der Microblogging-Ära. Unzureichend ist das alles.

    Wie M. Kerres angesetzt hat, muss man alle Kanäle in der Gesamtschau ihrer Wirkungszusammenhänge betrachten, erst dann wird’s rund. Von einer eigenständigen Qualität eines jeden Mediums (Tweet: ugly, Blog: nice), die von der community von Zeit zur Zeit neu konsentiert wird, auszugehen, kann vielleicht gefährlich sein.

    Der Erstkommunikator/Autor sollte vielmehr individuell bestimmen – keep on rocking, mit welcher (spontanen) Ausprägung live oder im Studio (albumtechnisch) abgeliefert wird, legt der Künstler fest. Hauptsache: LET THERE BE ROCK!

  19. Dass Schulmeister an *unsere* Blogs mit falschen Prämissen rangegangen ist, habe ich in meinem Blogbeitrag auch schon festgestellt. Möchte aber dran erinnern, dass er wohl diese als Vorbild für Blognutzung in Lehrszenarien gesehen und deshalb beforscht hat: „Im Bildungsbereich sollte man allerdings erwarten können, insbesondere wenn man die Absicht hat, diese Methode im Studium als Lern- oder Lehrmethode einzuführen, dass der Austausch von Ideen und Meinungen zu wissenschaftlichen Diskursen führt.“

    In der Regel sind solche Blogs aber nichtöffentlich und können also nicht vergleichbar analysiert werden. Bei meinen eigenen Seminarblogs hatte ich zumindest in bestimmten Phasen und zu konkreten Seminarthemen schon erhofft, dass sich dabei (über die Kommentare) ein wissenschaftlicher Diskurs entwickelt. Das war nicht immer der Fall, passierte jedenfalls nicht einfach, sondern bedurfte der Impulse und Begleitung, konnte aber darüber hinaus natürlich in den Präsenzphasen aufgegriffen und fortgeführt werden.

    Für mich ist Schulmeisters Ansatz nicht einfach deshalb schon erledigt, nur weil er an der falschen Ecke angefangen hat …

  20. cspannagel sagt:

    @Joachim „Für mich ist Schulmeisters Ansatz nicht einfach deshalb schon erledigt, nur weil er an der falschen Ecke angefangen hat …“ –> Nein, nein, für mich auch nicht! Ich habe ja geschrieben, dass darin einige interessante Ergebnisse zu finden sind. Ich habe mich in meinem Weblog-Artikel nur auf ein einziges Zitat bezogen. Das soll nicht den gesamten Bericht disqualifizieren!

  21. Oliver Tacke sagt:

    Dem Beitrag von Herrn Schulmeister kann man immerhin abgewinnen, dass er eine interessante Diskussion erst angestoßen hat – die durchaus auch Anlass zur kritischen Reflexion der eigenen Sichtweise bietet.
    In meinen Augen, und da greife ich Christians Ausführungen auf, lassen sich die Reibereien unter anderem auf ein unterschiedliches Verständnis von Wissenschaftlichkeit zurückführen. Möglicherweise versteht Herr Schulmeister darunter lediglich wissenschaftliches Arbeiten im Sinne des Festhaltens von Ergebnissen, Bewahrung von Objektivität, Sicherung der Nachprüfbarkeit von Aussagen, usw. und macht diese an einer äußeren Form fest: Eine bestimmte Sprache, Zitate, usw, die auch (nur) eine gewisse Klientel ansprechen. Sollte ich dies fehlinterpretieren, lasse ich mich gerne eines Besseren belehren. Dieser Sichtweise läge allerdings durchaus ein gewisse Weltbild zu Grunde, das die EduBlogger als eine eng abgegrenzte Gruppe „Höher gestellter“ darstellt – und man Diskurse auch nur unter diesen führen könne. Andere wären lediglich „defizitäre“ Empfänger, aber keine potenziellen Lieferanten von wertvollen Impulsen.
    Ich denke (und auch hier lasse ich mich gerne korrigieren) Christian fasst den Begriff der Wissenschaftlichkeit insofern weiter, als dass er diese nicht an einer äußeren Form festmacht und „populärwissenschaftlich“ nicht als abwertende Bezeichnung sieht (früher hatte Popularisierung eine durchaus positive Bedeutung als Mittel, um Bildung im Volk zu verbreiten). Er sieht seine Diskussionspartner nicht nur in „Gleichgestellten“ sondern potenziell in allen Interessierten, und diese Sichtweise impliziert eine andere Ansprache. Dabei gibt er die Wissenschaftlichkeit nicht auf (Fundierte Ableitung von Schlussfolgerungen, Streben nach Objektivität, usw.), sie findet ihren Ausdruck allerdings nicht in der „gewohnten“ Form. Und hier hat man schlicht nicht das Gefühl, Wissenschaft wäre etwas Trockenes und für „Normalsterbliche“ nicht zugänglich. Im Gegenteil, sie kann sehr viel Spaß machen – und das bringt Christian sehr schön in seinen Posts rüber – gerade auch, weil er authentisch ist, auch von seinen Problemen berichtet und die Aueinandersetzung mit einer breiten Masse sucht. Ist es da verwunderlich, dass er mehr Zuspruch erfährt?

  22. Lehrerfreund sagt:

    Schulmeister hat mit seinem Aufsatz eine Grenze kreiert: die Grenze zwischen der Wissenschaft, die die Wahrheit sucht und findet, und der Bloggerei, die sich in Kommuniziererei übt und nicht fähig (reif genug?) für den wissenschaftlichen Diskurs ist.

    Du, Christian, überwindest diesen scheinbaren Gegensatz wieder und wieder, indem du über dein Blog konstruktive Diskussionen erzeugst – statt deine Positionen nur in auserwählten hochschulischen Kreisen zu diskutieren. Die Zeichen der Zeit stehen auf Interaktion, nicht auf Beschwallung. Deshalb stehen wir staunend vor Schulmeisters Zeigefinger, der vertrocknend aus dem Elfenbeinturm ragt:

    [quote]Im Bildungsbereich sollte man allerdings erwarten können, insbesondere wenn man die Absicht hat, diese Methode im Studium als Lern- oder Lehrmethode einzuführen, dass der Austausch von Ideen und Meinungen zu wissenschaftlichen Diskursen führt. Web 2.0 erhebt den Anspruch auf Partizipation, auf aktive Teilhabe, dieser Anspruch scheint aber noch nicht eingelöst zu werden. (S. 21)[/quote]

    Ich wage zu behaupten: Du hast durch deine Aktivitäten im Web mehr Einfluss auf die Realität der (Hoch-)Schullehre genommen als [url=http://www.zhw.uni-hamburg.de/zhw/?page_id=148#Publikationen]sämtliche von Rolf Schulmeister jemals geschriebenen Aufsätze[/url]. Dafür sind wir dir dankbar.

  23. In aller bescheidenheit: ich halte meine vorlesungen seit november 2008 nur noch in meinem blog. Ist das Wissenschaft?
    http://jeanpol.wordpress.com/vorlesungsthemen/

  24. Leider sind hier wieder nur „Wissenschaftler“, also Leute, die irgendwo an einer hochschule „forschen“ unter sich.
    Warum fragt man nicht z.B. Blogpate? Die frau kennt sich aus, oder?
    http://jeanpol.wordpress.com/2010/02/13/zum-schulmeister-artikel/#comment-2180

  25. „Wie M. Kerres angesetzt hat, muss man alle Kanäle in der Gesamtschau ihrer Wirkungszusammenhänge betrachten, erst dann wird’s rund.“
    – Wie oft muss man das wiederholen? Das ist genau der Punkt.

  26. Wo bloggt Rolf Schulmeister? Habe seine Ansichten zur Kommentarkultur gelesen und möchte ihm antworten. Welche Dialogkanäle bietet er an? Möchte er Feedback?

  27. @Ina
    Super, dass du hier einsteigst! Und bitte, bitte: bleib dran!

  28. cspannagel sagt:

    @Oliver @jeanpol Genau, es liegen hier bestimmt auch unterschiedliche Auffassungen von Wissenschaftlichkeit vor. Öffentliche Wissenschaft ist für mich gerade die Einbeziehung aller Menschen in den wissenschaftlichen Wissensproduktionsprozess, und hierfür ist das Web 2.0 eine super Umgebung. (siehe auch http://tinyurl.com/qg52j4 )

    @Ina Herr Schulmeister bloggt ab und zu mal hier:
    http://www.zhw.uni-hamburg.de/blog/
    Allerdings gibt es dort keinen Artikel zum Text…

  29. Aus meiner Sicht ist Wissenschaft Organisation kollektiver Reflexion. Wo kann kollektive Reflexion besser organisiert werden, als in einem Blog, mit allen Querverweisen, die in einem Blog möglich sind. Man kann einen Blog richtig zu einem Gehirn aufbauen (vor allem Cortex). Vielleicht könnte man diese Gedanken in alle bisher zitierten Blogs einspeisen (Reinman, Wedekind, Kerres, usw.)

  30. […] unterscheiden sich darindeutlich von denen anderer Weblogs. Christian ging in einem Blogbeitrag (Schulmeisters Ansichten) detailliert auf diesen Vorwurf ein, von da her gibts für Schulmeister hier nur Fleißkärtchen. […]

  31. Karsten Ehms sagt:

    Auch meine Kommentare zu Text und Diskurs finden sich nicht hier im Kommentarfeld, sondern – eben – hier in einem eigenen Beitrag.

  32. Karsten Ehms sagt:

    den link hat „er“ nicht genommen, dann also so: http://www.ehms.net/?story=3597

  33. digiom sagt:

    Schaue gerade mal in diese deutschen Wissenschaftlichkeit in Blogs-Debatte rein und werde mich da gar nicht erst einklinken.

    Denn es ist doch wirklich so einfach:

    Wenn es einem Menschen wirklich mögliche, nach Art eines perfekten PR-Beauftragten im eigenen Dienst all seine Aktivitäten – sei es auf Blogs, Kommentaren oder sonstwo im Social Web – allein an der idealisierte Erwartungshaltung auszurichten, dass nämlich WissenschaftlerInnen sich zu jedem Zeitpunkt wie in einer wissenschaftlchen Publikation äußeren müssten, dann kann man vor mir aus auch solche Studien durchführen.

    Dass das weder möglich noch erstrebenswert ist, ist wohl allen klar.

    Das wäre wohl das Ende von Wissenschaft, und funktioniert WIRKLICH nur im Elfenbeinmodell. Open Innovation, anyone? Über die Rolle der Cafeteria für die Forschung im CERN gibt es auch eine schöne Studie.

    (Shameless Plug: Im Twitter-Steckbrief gegen Ende haben wir das andiskutiert – da ist zwar auch eine Kurzstudie über ‚wissenschaftliches twittern‘ drin, aber klar dargelegt sind dabei die Kriterien, nach der jemand als wissenschaftlich galt, und deren begrenzte Gültigkeit: http://bit.ly/twitterita)

    Jössas!

  34. digiom sagt:

    Nebenbei (jaja, peformativer Widerspruch, habe mich ja doch eingeklinkt): Gibt es in der Medienpädagogik nicht so etwas wie Ethiküberlegungen in der Forschung? Anonymisierung? Hat er vorher nicht euer Einverständnis eingeholt?

    Finde das methodisch bedenklich – als Blogpost wär’s freilich ok gewesen:-P

  35. […] viel bei “Gruppenarbeit” herauskommen kann), dann bei einigen Beforschten wie Sandra, Christian (ergänzend dazu der Beitrag hier), Joachim Wedekind, Jochen Robes, Gabi Reinmann, Michael Kerres. […]

  36. cspannagel sagt:

    @digiom „Das wäre wohl das Ende von Wissenschaft, und funktioniert WIRKLICH nur im Elfenbeinmodell.“ –> Genau!

    Zum Einverständnis: Nein, er hat kein Einverständnis eingeholt. Aber das stört mich auch überhaupt nicht. Ich schreibe meinen Blog ja öffentlich, das kann ruhig jeder unanonymisiert analysieren…

  37. mila78 sagt:

    @oliver Du schreibst: „Dieser Sichtweise läge allerdings durchaus ein gewisse Weltbild zu Grunde, das die EduBlogger als eine eng abgegrenzte Gruppe “Höher gestellter” darstellt – und man Diskurse auch nur unter diesen führen könne. Andere wären lediglich “defizitäre” Empfänger, aber keine potenziellen Lieferanten von wertvollen Impulsen.“

    Sehr treffend formuliert und die Auswirkungen sind verheerend. Soviele Ressourcen die ungenutzt bleiben, können wir uns das leisten? Wann wird dieser Blickwinkel auch allgemein anerkannt? SilverSurfer, Studierende, Menschen… können effektiv zur Zukunft Deutschland beitragen. Ich würde das noch weiter ausdehnen und sagen: ohne die Beteiligung vieler an einem etwas in die Jahre gekommenen Systems fährt der Zug Bildung an die Wand. Die Wissenschaft und damit ihre Protagonisten sind ein wichtiges und überaus nützliches Element. Doch solange die Bundespolitik Bildung mit der Marke „zu teuer“ belegt müssen wir uns eben selbst helfen – in gemeinschaftlicher Arbeit mit den Experten. Deshalb ein Danke an die öffentlichen Wissenschaftler, die ihre Erkenntnisse und Idee zeitnah im Web zur Verfügung stellen, transparenz erzeugen sowie die Diskurse umstrittener Punkte. Bei offensiver Nutzung könnte das die träge Bildungsmaschinerie einen Gang höher schalten.

    „Feedbackkultur in Blogs, Projekte, Impulse – entdecke die Möglichkeiten“

  38. Oliver Tacke sagt:

    Nur zur Klarstellung: Natürlich haben auch öffentliche Wissenschaftler ein gewisses Weltbild – und es obliegt mir nicht festzulegen, das eine sei besser als das andere. Ich kann lediglich meine Ansichten wiedergeben und diese begründen – allerdings immer vor dem von mir konstruierten Bild der Welt, das andere ganz anders sehen können. Niemand ist im Besitz der reinen Wahrheit, und man sollte immer im Hinterkopf haben, dass man sich möglicherweise irrt.

    Abseits davon freut mich der Zuspruch natürlich🙂 Ich kann durchaus verstehen, dass man bei „Experten“ mehr Substanz vermutet, allerdings dürften bei der Abschottung gegenüber „Amateuren“ schlicht Impulse verloren gehen, die nicht ankommen. Letztlich geht es auch im bestehenden Wissenschaftsbetrieb um Effizienz: Ich beschränke mich auf Expertenaussagen, um mir so Arbeit zu sparen. Diese Denkweise finde ich per se auch gar nicht unsinnig, allerdings wurde sie übertrieben: Statt „Ich vertraue den Experten, berücksichtige aber auch Amateure“ kommt vielfach „Ich vertraue nur Experten, weil Aussagen von Amateuren nichts wert sind“ zum Vorschein.

  39. @digiom [schrieb: Nebenbei (jaja, peformativer Widerspruch, habe mich ja doch eingeklinkt): Gibt es in der Medienpädagogik nicht so etwas wie Ethiküberlegungen in der Forschung? Anonymisierung? Hat er vorher nicht euer Einverständnis eingeholt?

    Finde das methodisch bedenklich – als Blogpost wär’s freilich ok gewesen:-P]

    Medienrechtlich und -ethisch gelten die Blogs einschließlich Kommentare als (zitierfähige) Veröffentlichungen und dürfen, analog der Literaturbeobachtungen, zustimmungsfrei beforscht und berichtet werden. Schließlich werden keine privaten Kommunikationsstrukturen und -medien betrachtet. Formell also einwandfrei – für die Bildungswissenschaften gelten die forschungsethischen Grundsätze auch🙂

    Ob die Vorgehensweise allerdings dem Gebot der kollegialen Fairness entspricht, sei dem Leser überlassen. Für mich jedenfalls war diese Praxis zwar methodisch zulässig, zwischenmenschlich aber „kein feiner Zug“.

  40. Schulmeister sagt:

    […] Christian Spannagel […]

  41. […] (dafür gibt’s ja Twitter) nicht gelesen. Ich werde es auch nicht tun, die Diskussion im Web dazu ist schon spannend genug. Am besten finde ich Jean-Paul Martin, der einen Blogbeitrag schreibt, […]

  42. […] Februar 2010 | Autor: Ricarda Eigentlich sollte das hier ja ein Kommentar werden. Und zwar zu diesem Artikel hier bzw. zu dieser PDF Datei mit dem netten Titel “Ansichten zur Kommentarkultur in Weblogs”, […]

  43. cspannagel sagt:

    @Jan-Martin Danke für den Hinweis! Klasse!

  44. […] habe neulich mit einem Kollegen darüber gesprochen, und er hat mir gesagt, dass er sich bei meiner Kritik des Schulmeister-Artikels nicht getraut hat, meine Position öffentlich zu kritisieren, weil die entsprechende […]

  45. […] Theoretische Grundlagenarbeit schadet nicht. So kann vermieden werden, dass statt des Blogs das Wiki der Autoren rezensiert wird. Bei den Rezensionen zeigt sich auch der (völlig normale und verständliche) studentische Tunnelblick: Die Rezensenten lesen und bewerten eine ausgewählte Internetseite. Das ist ja auch ihre Aufgabe. Die meisten Blogs sind allerdings untereinander vernetzt, reagieren aufeinander und miteinander . Es sind nicht unbedingt immer die Kommentare, die relevant sind (vgl. die Kontroverse um die Thesen zu Blogs und Kommentarkultur von Schulmeister, z.B. hier) […]

  46. […] Theoretische Grundlagenarbeit schadet nicht. So kann vermieden werden, dass statt des Blogs das Wiki der Autoren rezensiert wird (wie bei der Rezension zu “Kritische Geschichte” geschehen). Bei den Rezensionen zeigt sich auch der (völlig normale und verständliche) studentische Tunnelblick: Die Rezensenten lesen und bewerten eine ausgewählte Internetseite. Das ist ja auch ihre Aufgabe. Die meisten Blogs sind allerdings untereinander vernetzt, reagieren aufeinander und miteinander. Es sind nicht unbedingt die Kommentare, die die Relevanz von Artikeln aufzeigen (vgl. die Kontroverse um die Thesen zu Blogs und Kommentarkultur von Schulmeister, z.B. hier). […]

  47. […] in einer kleinen empirischen Studie zu den „Beforschten“ gehörten (z.B. hier, hier, hier und hier). In der Tat ist es in vielen Fällen nicht so weit her mit den Kommentaren auf Blog-Posts oder gar […]

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