Ansichten zur Kommentarkultur in Schulmeisters Weblog

Veröffentlicht: Montag, Februar 15, 2010 in Uncategorized, Web 2.0

Seit Schulmeisters Veröffentlichung Ansichten zur Kommentarkultur in Weblogs juckt es mir in den Fingern. Ich trage mich seit zwei Tagen mit dem Gedanken, einmal Rolf Schulmeisters Weblog (bzw. das Weblog des Zentrums für Hochschul- und Weiterbildung in Hamburg)  zu untersuchen. Nach einigem Hin- und Her habe ich mich nun entschieden, diese mühsame Aufgabe auf mich zu nehmen.

Eins ist mir wichtig: Diese Analyse ist als SPASS gemeint und soll auch so aufgefasst werden. Ich hoffe, dass Rolf Schulmeister auch diesen kleinen Ulk versteht.😉

Vorbemerkung

Bei dem ZHW-Weblog handelt es sich um ein Gruppenblog, in dem mehrere Personen bloggen,oft einfach auch nur unter dem Namen ZHW. 3 Blogartikel stammen von Rolf Schulmeister, wobei nicht ausgeschlossen ist, dass er auch mal unter dem Namen ZHW gebloggt hat (dies kann nicht nachvollzogen werden).

Im ersten Beitrag vom 21. April 2008 steht:

Dieses Weblog wird ab jetzt von einer Reihe von Autor(innen) geführt werden. Die unterschiedlichen Perspektiven und Interessen der Mitglieder des ZHW, die sich in den namentlich gekennzeichneten Beiträgen widerspiegeln werden, sollen einen Eindruck vermitteln, woran wir im ZHW gerade arbeiten oder planen und welche Themen uns beschäftigen.
Wir hoffen, dass die eine oder andere Nachricht auch – ganz im Sinne der Web 2.0-Idee – zur Online-Diskussion anregen wird und wir mit Ihnen ins virtuelle Gespräch kommen.

Wollen wir mal sehen, ob das ZHW-Weblog diesem Anspruch gerecht geworden ist.😉

Die Stichprobe

Nimmt man die Weblogs, ausgehend von der Blogroll des ZHW-Weblog, die sich wechselseitig verlinken, dann erhält man ein Netz von genau zwei Weblogs (nämlich ein Netz bestehend aus dem ZHW-Weblog und dem Weblog von Kerstin Mayrberger). Ok, bleiben wir mal beim ZHW-Weblog – dieses Weblog liegt ja in unserem hauptsächlichen Interesse.

Quantitative Analyse

In die quantitative Analyse sollen einmal alle Beiträge seit Gründung des ZHW-Weblogs eingehen. Ich habe zunächst einmal das Weblog um nicht zum Inhalt oder Kommentar zählende Informationen gestrippt (was bedeutet das eigentlich?). Der erste Beitrag erschien (wie oben bereits beschrieben) am 21. April 2008. Seitdem sind  ingesamt 38 Blogartikel erschienen. Das sind bei ca. 22 Monaten Laufzeit in etwa 1,73 Blogartikel pro Monat. Insgesamt wurden 19 Kommentare eingestellt, und zwar auf 15 Blogartikel verteilt (das sind 39% aller Artikel). Dies bedeutet, dass in der Regel 1 Kommentar gegeben wurde, wenn ein Artikel kommentiert wurde. Die Höchstzahl an abgegebenen Kommentaren pro Artikel war 3. Das Verhältnis „Kommentare / alle Posts“ beträgt 0,5, das Verhältnis „Kommentare / Posts mit Kommentar“ beträgt 1,27. Das ist vergleichbar mit einigen von Schulmeister untersuchten Weblogs (wobei Schulmeister auf S. 20 ein Verhältnis „Posts : Kommentare“ mit weniger als „1 : 1“ als „schon quantitativ betrachtet sehr dünn“ bezeichnet) . Unter den 19 Kommentaren waren übrigens 9 Trackbacks, d.h. (mit viel gutem Willen) waren es 10 echte Kommentare. Immerhin (in ca. 2 Jahren). ;-))

Ich hoffe, man verzeiht mir, dass ich nicht die Wörter in Artikeln und Kommentaren gezählt habe.

Art der Kommentare

Ich habe versucht, dieselben Kategorien wie in der Untersuchung von Schulmeister anzulegen (Sachbezug, Sozialbezug, Selbstbezug, Hinweise, Restkategorie). Mit bestem Wissen und Gewissen bin ich auf folgende Zahlen gekommen: 4 der echten Kommentare haben Sozialbezug, 3 haben Sachbezug, einer Selbstbezug und 3 sind Hinweise. Also immerhin 30% haben Sachbezug.

Qualitative Analyse des Weblogs

Viele Artikel im ZHW-Weblog sind Ankündigen (z.B. von Forschungsprojekten, Stellenausschreibungen u.ä.) oder Berichte zu ähnlichen Themen. Es ist schwierig, echte Kategoriegrenzen zu ziehen, aber ich würde sagen, 33 Artikel haben diesen Ankündigungs- oder Berichtcharakter. So ist es kaum verwunderlich, dass die vier Artikel, die ich eindeutig in „echte Inhaltsdarstellungen“ einordnen würde, auch die meisten Kommentare erhielten, so beispielsweise ein historischer Artikel über Weblogs von Rolf Schulmeister und ein Artikel über einen Referenzrahmen für e-Learning-Angebote von Kerstin Mayrberger mit jeweils 3 Kommentaren. Wobei zu sagen ist, dass im ersten Fall die drei Kommentare Trackbacks sind und  im zweiten Fall eine Nachfrage zu einem PDF-Dokument und zwei Antworten dazu.

Fazit

Betrachtet man das ZHW-Weblog, so könnte man zu der Auffassung kommen, dass Artikel, die hauptsächlich im Ankündigungs- und Bericht-Stil geschrieben sind, nicht so recht förderlich für eine wissenschaftliche Kommentarkultur zu sein scheinen. Jedenfalls helfen auch die explizitien Aufforderungen in den jeweiligen Artikeln, dass doch bitte kommentiert werden solle, nicht, mehr Kommentare zu erhalten wie z.B. im Blog-Beitrag über die Teilnahme an der Demo, der mit einem fettgedruckten

Was meinen Sie? Was waren Ihre guten Gründe für oder gegen die Beteiligung am Bildungsstreik? Schreiben Sie uns einen Kommentar!!!!

endet – leider erfolglos (0 Kommentare). Vielleicht ist es aber auch nicht der Charakter der Artikel, sondern die Tatsache, dass auf Nachfragen nicht geantwortet wird, wie beispielsweise hier.😉 Oder vielleicht ist auch der Grund, dass es sich nicht um ein persönliches Weblog mit persönlichen Reflexionen handelt, sondern um ein institutionelles Gruppenweblog?

Na, was sagt uns das jetzt? Ich würde folgendes sagen:

Das ZHW-Weblog ist wie viele andere Weblogs deswegen wertvoll, weil  aktuelle Informationen zu einem bestimmten Themenbereich (nämlich den Themen des ZHW) eingestellt werden und sich Menschen, die an den Aktivitäten des ZHW interessiert sind, auf diese Weise leicht informieren können. Es ist doch nicht schlimm, dass wenig kommentiert wird. Weshalb auch, wenn es dort wenig zu diskutieren gibt? Die Autoren möchten anscheinend keine kontroversen Beiträge einstellen, welche zu heftigen Diskussionen führen könnten. Also: Die Intention des Weblogs scheint (auch wenn im ersten Weblog anders formuliert) die Information über das ZHW zu sein. Insofern entspricht doch das Kommentarverhalten in diesem Weblog exakt der Intention der bloggenden Autoren.

Schulmeister schreibt auf S. 21:

Im Bildungsbereich sollte man allerdings erwarten können, insbesondere wenn man die Absicht hat, diese Methode im Studium als Lern- oder Lehrmethode einzuführen, dass der Aus-
tausch von Ideen und Meinungen zu wissenschaftlichen Diskursen führt. Web 2.0 erhebt den Anspruch auf Partizipation, auf aktive Teilhabe, dieser Anspruch scheint aber noch nicht eingelöst zu werden.

Ich weiß nicht: Ich würde dieses Zitat wirklich (und das meine ich absolut ehrlich) nicht  auf das ZHW-Weblog beziehen wollen, weil ich das Gefühl hätte, diesem Blog damit Unrecht zu tun. Insofern wünsche ich (und auch das ist aufrichtig gemeint) dem ZHW-Weblog zukünftig weiterhin viele Leser – denn, auch das muss man sagen: Über die Reichweite des Blogs und die Anzahl der Leser können nur die ZHW-Leute etwas sagen!

Und ich ende mit einem Ausruf, der die Ernsthaftigkeit dieses Blog-Beitrags nochmals unterstreichen soll:

Helau!

Kommentare
  1. Oliver Tacke sagt:

    Christian, du bist unnachahmlich🙂

  2. cspannagel sagt:

    @Oliver Vorsicht!! Das war ein Kommentar mit Sozialbezug!!!

  3. mila78 sagt:

    Ach mist, wie kann ich diesen Beitrag jetzt kommentieren, ohne gleich Opfer einer Volkszählung zu werden?

    Klassifikation Sachbezug:

    Um den wissenschaftlichen Austausch zu fördern: „Web 2.0 erhebt den Anspruch auf Partizipation“ – wieviel Selbstreferentialität erträgt also das social web? Bitte um einen wissenschaftlichen Diskurs!

    Klassifikation: Sozialbezug:
    Lieber Christian, faszinierend, dass du dir am Rosenmontag die Zeit für eine so erschöpfende Analyse nimmst. Diese Ode ist dir gelungen.😉

    Klassifikation Selbstbezug: tja, aufgrund meiner eigenen Erfahrungen sind Kommentare eben Kommentare und damit die Chance für einen ersten Kontakt, vor allem natürlich mit mir selbst. *helau*

    Klassifikation Hinweise:
    Trackback folgt noch, Twitterwerbung ist schon raus.

    Klassifikation Rest: 😀😛

    In diesem Sinne, Mel

  4. […] kann), dann bei einigen Beforschten wie Sandra, Christian (ergänzend dazu der Beitrag hier und hier), Joachim Wedekind, Jochen Robes, Gabi Reinmann, Michael Kerres. Eine Stellungnahme von Peter […]

  5. Oliver Tacke sagt:

    Sehr geehrter Kollege, lieber Herr Spannagel,

    Ihr Beitrag birgt keinerlei ernsthaften Erkenntnisfortschritt und genügt nicht den strengen Anforderungen der Wissenschaftlichkeit. Die „scientific community“ würde es schätzen, wenn Sie sich künftig an die üblichen Gepflogenheiten halten. Insbesondere empfehle ich Ihnen, künftig nicht frei von der Jahrhunderte alten Theorie der Satire zu schreiben und Ihre Aussagen durch entsprechende Zitate hochrangiger Forscher zu untermauern. Ihre Objektivität scheint zudem mehr als fragwürdig zu sein.

    stets zu Diensten
    Oliver Tacke

  6. Also… wenn ich jetzt 3 oder 4 Tage Zeit hätte… würde ich eine Software oder gar ein Plugin für WordPress hacken, die/das „Schulmeister Report“ hieße und vollautomatisch jedes WordPressblog auf entsprechende Kriterien analysieren könnte. Das ist nicht so schwer wie der gemeine WordPress-User vielleicht glaubt. Das wäre mal richtig lustig, der „Schulmeister Check“ für jedes Weblog *weltweit* per Knopfdruck plus Benchmark natürlich.

    Chris, Du befeuerst grade mein Imagination. =)

    @rolfschulmeister: Ich hab aber ja keine Zeit oder auch die falschen Prioritäten je nachdem wie man es sieht. Das Leben ist ungerecht zu mir… jetzt muss ich Christian einfach mal so den Evil-Genius-Award überlassen. Grmpf!

  7. cspannagel sagt:

    Sehr geschätzter Kollege Tacke,

    ich fühle mich geehrt, dass Sie in Person meine Forschung derart Ernst nehmen, dass Sie sogar kommentieren.

    Ich muss Ihnen allerdings leider mitteilen, dass Sie irren: Die hier präsentierten Zahlenwerke sind objektiv nachprüfbar, die Ergebnisse nach strengsten wissenschaftlichen Kriterien ermittelt und entsprechende Aussagen mit äußerster Vorsicht getroffen. Oder wollen Sie etwa behaupten, dass meine persönliche Perspektive als Wissenschaftler hier eingeflossen ist? Das nehmen Sie doch nicht im Ernst an?

    Ebenso stets zu Diensten,

    Christian Spannagel

  8. cspannagel sagt:

    @Helge Gut, dass du die Prioritäten ansprichst!! Ich erinnere mich an einen sehr populären Weblog-Beitrag zu diesem Thema.😉 Ist dieser Artikel vielleicht eine Antwort auf Schulmeisters Frage am Ende seines Artikels, wie man als Forscher bei all der Informationsflut seine Forschung nicht vernachlässigt?

  9. cspannagel sagt:

    @mila78 Ein Trackback wäre kein Hinweis, sondern kein echter Kommentar! (Egal, ob auf der trackbackenden Seite kommentiert wird oder nicht)

  10. Oliver Tacke sagt:

    Werter Herr Spannagel,

    ich bin positiv überrascht, dass Sie obgleich dieser seltsamen Publikationsform willens sind, einen ernsthaften Diskurs zu führen. Aber treten wir doch besser in Postverkehr – dieser Austausch in elektronischer Form ist doch sehr flüchtig.

    Ich wünsche eine geruhsame Nacht
    Oliver Tacke

  11. Michael Wald sagt:

    @helge

    immer wenn ich deine seite mit meinem xp rechner aufrufe piept der so komisch. das macht mir angst.

    (dieser kommentar tut überhaupt nichts zur sache und kann auch von der statistik abgezogen werden…)

  12. mila78 sagt:

    @cspannagel mist, warum passt mein rechner nicht unters kopfkissen damit sich das „wirklich relevante Wissen selektiert“ (Schulmeister 2000) und ich nicht in Ohnmacht falle?

    Congratz zum evil-genius-award !!!

  13. mila78 sagt:

    Noch ein Paar Daten gefällig?

    Ein Artikel mit 12 Kommentaren (jetzt 13 – Statistik verfälscht) davon 4 verschiedene Kommentatoren, ein Trackback und 4 recomments von cspannagel.

    Was sagt uns das jetzt?

  14. @Michael: Das liegt an dem Plugin, das da unten links eingeblendet ist. Das signalisiert eine neue Nachricht seit dem letzten Besuch. Hmm… scheint doch zu nerven. Bau ich in der nächsten Version mit Option zum Anschalten (per default dann AUS).

    Ist also nix Schlimmes. klick einfach mal auf den roten Böppel mit ner Ziffer drin, der da an dem Ding klebt. Lass das Ding paar Sekunden auf bis der Böppel verschwindet, dann piept er nicht mehr… bis wieder eine neue Nachricht dazugekommen ist.

    It’s a beta… ich weiß keine Entschuldigung. Ich dachte ja schon es wäre wieder eine False Positive-AVIRA-Warnmeldung aufgepoppt. Hatte ich auch schon.

    (kommentar bitte auch abziehen… statistisch völlig irrelevanter threadfremder content! hätte ursprünglich gleich in twitter ausgelagert werden sollen. hach, twitter…, das letzte unbeforschte paradies im cycberspace…)

  15. Bruce Spear sagt:

    Hi Christian!

    Thanks for the post! I started this comment questioning why you say you want to remain within Schulmeisters exceedingly limited categories, because I think they lead us nowhere and that there are far more interesting terms to be explored. Please forgive me for recycling a couple of citations I left on Gabi Reinman’s blog a few months ago as well as this overly long comment: I am working with certain principles over the long terms and want to be part of your conversation.

    I think the far more interesting principles here include:

    1) Disintermediation (Laurence Solum, speaking at Harvard’s Berkman Center, http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=898168#_jmp0_): whereby people use the web to go around the Schulmeisters — exactly as we twitterers RESPECTFULLY during the GML/DELPHI podium discussion, and exactly as the EDUCAMPers did in Hamburg the most interesting conversations these days are being conducted on completely different terms: why not simply go there? Barcamps, Pecha Kucha … I learned last weekend of copyright lawyers in Berlin meeting every few weeks in this spirit … all over, there are new forms of open conversation: why argue with someone who, clearly, wants to close the conversation down and in such narrow terms?

    2) Thinking out loud (Chris Anderson, http://www.longtail.com/bloggingheroes.pdf): whereby we do some of our best thinking in public, that the greater part of research is very much a social affair (the web allows a more expanded community), and that research is not simply ideas but involves work at every step of the process — as you may see in this little survey of natural science blogging: http://delicious.com/bruce.spear/science-blogs. A much more sophisticated discussion of this rich cultural anthropology is to be found in John Seely Brown, „The Social Life of Information“ and online in the very accessible talk, http://www.youtube.com/watch?v=jNwCGWXK6YU&.

    3) Cosmopolitanism. And the challenge of cosmopolitanism more generally: why the „tempest in a teapot“ argument in the first place? If Schulmeister really wanted to show the limits of a group of German bloggers, then why not make it really interesting and offer a comparison to some other national or international group and show either a) how they are just as dumb as us, in which case he could throw all blogging and bloggers out the window, or b) do a real content analysis to show how this other group is just so much smarter, more creative, etc., etc. Where might we advise him to start? Stephen Downes (http://www.downes.ca/news/OLDaily.htm), Graham Atwell (http://www.pontydysgu.org/) … ? Well, mapping such people would show that a whole lot of us are reading and profiting from them (and when we say something of broader interest, we are cited in turn.

    Moreover, if he were to begin charting the cosmopolitanism/internationalism of the German edublogger scene, I believe he would end up demonstrating how so many of us are looking over the horizon and learning from others. For example, Martin Ebner’s work on PLE’s is linked on the Cloudworks page for the „VLE is Dead“ debates in the ALT-C community (http://cloudworks.ac.uk/cloud/view/2162), and it seems to me that the entire framework of how often and how long one comments or is commented upon, as Schulmeister recommends, is completely beside the point of the fundamental questions of learning management systems and institutional policies that one finds discussed openly and very intelligently there — conversations that I’d bet ALL of the edubloggers Schulmeister cites are well aware of and which a number of them are addressing more often and more openly as they find their audiences online and, rather spectacularly nowadays, at the alternative conferences — AND how so many of us in Germany are part of these debates abroad in the near absence, at least until recently, of such debates happening here at home.

    4) Transparency. I think the most spectacular case in point is the story of Prof. Martin Grötschel’s excellent talk (http://www.gml-2009.de/Referenten/Folien/Groetschel.pdf) at the GML2 conference in Berlin last March — a talk that left him fuming at the conference organizers and their panel at as the answer to the question he posed on his slide #48, „Wer von den Organisatoren der GLM2-Tagung macht seine Artikel im Netz verfügbar?“ became clear: none. His argument was that transparency — not the number of citations and their length — was at the center of scientific work and that after 15 years of involvement in „e-learning“ he had reached the conclusion that the firewalls that define learning management systems were antithetical to the research enterprise. His slide #46 features a screenshot of the Center for Digital Systems website at the time (it was dramatically changed days later) and where he circled the three login in buttons on their flagship applications and writes next to them: „Open Access?“ with a big fat question mark and argued, if I remember it correctly: „even IF there was interesting research on e-learning going on, you couldn’t find it: everything is all locked up behind a firewall“.

    His slide #52 presents his alternative, our 2.0 technologies, as „Komponenten des selbstorganisierten Lernens“. With slide 54 he introduces us to the website of Terence Tao, which you will find is vintage 1997 html with tables and lists of classes and papers linked to pdfs and is completely simple, accessible, and so completely the point of opening research to the scientific community — an argument all the more pointed because Grötschel did not show Tao’s blog, http://terrytao.wordpress.com/, which is even more extraordinary — and identical in design and intent to all of the German edubloggers Schulmeister cites.

    It seems to me that the thing to be done is to identify how and where blogging is contributing to research, teaching, and learning, and if critique is to be a part of conversation, let it be forward-looking, addressing principles that are widely-acknowledged to be central to our educational enterprise, constructive, and above all, interesting!

  16. Walter Spannagel sagt:

    Christian: Schämst Du dich denn gar nicht (wenigstens ein bißchen)? Schulmeister hat doch einen Beitrag zum erziehungs-wissenschaftlichen Diskurs geleistet. Obwohl… langsam kommen mir da schon Zweifel :-}

    (Kommentar zählt natürlich nicht, da keine Kategorie Schulmeistern vorgesehen)

  17. Lustig. Allerdings wäre auch hier sehr viel stoff zum witzeln, oder Christian?:-))
    http://wissenschaftler20.mixxt.de/networks/forum/category.8153

  18. Falls du dich fragst, was ich damit meine: es war doch von anfang an klar, dass wir von dieser Art von „Forschung“ nichts zu erwarten haben:
    http://wissenschaftler20.mixxt.de/networks/forum/thread.15277:6#posting_15277_79614

    Kenner der Materie sind sie nicht, weil sie auf absicherung und vorsicht aus sind. Und im web20 ist offenheit (open source) unabdingbar. Offen bist du und du bringst uns durch deine Offenheit weiter.
    Offen sind aber auch Herr Larbig und Maik Riecke. Es sind Lehrer, die voll in der Praxis stehen und gerade deshalb intensiv reflektieren. „Wahre“ Wissenschaft also:
    http://herrlarbig.de/2010/02/15/vernetzter-diskurs-ein-beitrag-zur-schulmeister-debatte/

  19. cspannagel sagt:

    Vielen Dank an alle für eure Kommentare, die ich nicht als solche zählen soll.🙂

    @Jean-Pol Ich halte nichts von Labeln wie „wahre“ oder „falsche“ Wissenschaft. Schulmeisters Artikel hat doch einen enormen Wert: Er hat uns alle zum Denken angeregt und wirkt dadurch auch auf unsere zukünftige Arbeit. Zu meiner Position bzgl. „Theorie und Praxis“ arbeite ich aber gerade einen weiteren Weblog-Artikel aus…🙂

  20. Oliver Tacke sagt:

    Zu Theorie und Praxis habe ich auch was im Hinterkopf, weil ich auf dem EduCamp in Hamburg während unserer Session auf eine Idee gebracht wurde. Ich brauche mehr Zeit… Okay, zurück an den Schreibtisch, noch zahlreiche Arbeiten durchzusehen…

  21. Yetused sagt:

    Ich verzerre jetzt mal die Statistik und schreibe als Person, die nicht aus dem Edu-Bereich stammt, sondern lediglich aus der Kommunikationswissenschaft.

    Ich fertige sobald eine Gesprächsanalyse der getätigten Gespräche an. Dabei ist es unerheblich, ob ein Diskurs angestoßen wurde, oder ob Links angegeben wurden. Uns geht es nur um Inhalt. Ha!

  22. @Christian
    @Jean-Pol Ich halte nichts von Labeln wie “wahre” oder “falsche” Wissenschaft. Schulmeisters Artikel hat doch einen enormen Wert: Er hat uns alle zum Denken angeregt und wirkt dadurch auch auf unsere zukünftige Arbeit. Zu meiner Position bzgl. “Theorie und Praxis” arbeite ich aber gerade einen weiteren Weblog-Artikel aus…🙂
    – wahr/falsch: klar, ich kenne dich ja.
    – schulmeisters artikel: mich regen vor allem texte an, die mich überraschen. schulmeisters text hat leider nur meine vorurteile bestätigt. er selbst ist ein sehr freundlicher mensch. aber die von ihm angewandten kriterien, um wissenschaftlichkeit zu gewähren, stammen aus dem „alten paradigma“. Ich zitiere aus seiner Replik (http://www.zhw.uni-hamburg.de/uploads/replik2.pdf:
    – Hat das Rezensentkollektiv genauer gelesen als der Einzelne? (meine Antwort: natürlich nicht, er hat nicht genauer gelesen aber ganz anderes und wahrscheinlich viel fruchtbarer, als wenn es sich genau mit dem text befasst hätte)
    – Demonstiert das Kollektiv eine rationale Textkritik? (meine Antwort: selbstverständlich nicht, siehe oben)
    – Führt eine kollektive rezension zur Vermeidung von
    Fehlern und irrelevanten Abweichungen (meine Antwort: auf keinen fall, und gott sei dank)
    – Führt die kollektive überarbeitung zu einer stringenten und fokussierten argumentation (meine antwort: nein, und das ist auch gut so)
    Hier stößt lineare methodik auf nicht-linearen forschungsgegenstand.
    Auf deinen Artikel bin ich gespannt, Christian. Bitte, überrasche mich! Das wird mir vielleicht zum denken geben!:-))

  23. Sorry, es muss heißen „ES hat nicht genauer gelesen…“ (also DAS kollektiv hat nicht genauer gelesen)

  24. cspannagel sagt:

    @Oliver Da bin ich mal gespannt!

    @Yetused Da bin ich mal gespannt!

    @Jean-Pol Und wieder einmal ists gezeigt: Es kommt in erster Linie auf die Fragen an, und dann erst auf die Methoden!

  25. Jonathan sagt:

    @jean-pol martin
    Dann ist ein Etherpad vielleicht nicht das geeignete Mittel, um eine Rezension zu schreiben. Zumindest nicht, wenn man eine rationale, fehlerfreie Textkritik mit stringenter und fokussierter Argumentation haben möchte. Ich fände so eine Textkritik aber eigentlich schön, glaub ich.

  26. @Jonathan
    Die Frage ist, ob der Artikel, der zufällig in den fokus geriet, wirklich der geeignete gegenstand ist.

  27. So langsam wird ja scheints zum Gegenschlag gegen den Etherpad-Einsatz an sich ausgeholt und der Untergang des Abendlandes durch gemeinsame Arbeit vorhergesagt.

    Sollen die Propheten, ruhig rufen und sich echauffieren über diese Tools. Fakt ist, sie haben einen ganz schön langen Weg bereits ihre Dienste geleistet. Da bedauer ich nicht, das Etherpad 2 aufgesetzt zu haben.

    Es ist nur logisch, dass man versucht den Erfolg des Etherpad 1 weiterzuführen und weiter offen zu experimentieren. Von Leuten die sagen „Wird nicht funktionieren!“ oder „Ist doch ein ungeeignetes Tool!“ haben wir genug wenn nicht gar zu viele. Um selber konstruktive Beiträge zu liefern sind diese Kritiker sich selbst allerdings oft zu schade oder schlimmer noch, nicht mal in der Lage dazu.

    Das ist das Einzige was ich bis hierher wirklich bedauere!

    Leute, ich sag nur: „Selber machen statt rumnölen!“

  28. Jonathan sagt:

    Es geht doch wohl um diesen Text hier http://etherpad.com/GGICl17qIi, an dem sich viele der Blogger beteiligt haben und auf den an mehreren Stellen hingewiesen wird. Also zufällig ausgewählt oder ungeeignet erscheint mir der nicht – zumindest wenn er inhaltlich über die Kritikpunkte an seinem Artikel diskutieren möchte.

    Die Fragen, die er am Anfang stellt, beziehen sich leider weniger auf die Inhalte der Rezension, sondern mehr auf die Kollektivität der Rezension. Das ist ja wieder ein ganz anderes Thema. Da stimme ich zu: Es kommt erst mal auf die Fragen an.
    Aber anschließend geht er ja auch auf einige Kritikpunkte inhaltlich ein.

  29. Tobias Unger sagt:

    Also ich kann die ganze Diskussion um den Schulmeister-Artikel wirklich nicht nachvollziehen. Dass wissenschaftliche Untersuchungen von neuen Phänomenen oftmals nicht den Kern des Phänomens treffen und dadurch sich oftmals auch falsche Rückschlüsse ziehen lassen, ist hinlänglich bekannt. Ich kann Schulmeisters Ansichten/Ergebnisse sogar tendenziell folgen, immerhin gibt er hier den Anstoß, sich nochmal mit Blogs im Bildungsbereich intensiv auseinanderzusetzen. Warum das nicht?

    Und Christian, Du machst wirklich tolle Sachen im Web – Pionierarbeit! Du hast es doch gar nicht nötig – auch, wenn nur scherzhaft gemeint – Deine Empörung hier in dieser Art und Weise kund zu tun. Eingeschnappt braucht keiner zu sein – wer Blogs in der Bildung nutzt, der sammelt Erfahrungen. Fundierte Erkenntnisse gibt es dazu doch noch gar nicht und Schulmeister zeigt ja auch, wo es evtl. hakt. Also: weitermachen, rumprobieren, ausprobieren, sich evaluieren lassen … Kritik gehört dazu. Und nochmals: wenn Du Deine Lernenden begeisterst, dann spielt es doch keine Rolle was externe sagen, evaluieren oder kommentieren. So ist eben Wissenschaft.

    Alaaf!

  30. ZHW-Team sagt:

    Mit spitzer Feder knapp vorbei: Schulmeister ins Ziel genommen und uns beforscht!
    Der „Forschungsgegenstand“ meldet sich zu Wort: Helau und Alaaf

    Das ZHW-Team

  31. cspannagel sagt:

    Liebes ZHW-Team,

    ich weiß – das habe ich ja auch dargestellt. Insofern seid ihr unfreiwillig zum Forschungsgegenstand geworden. Das ist aber ein bekanntes Phänomen im Karneval: Auch Politiker werden häufig unfreiwillig „Büttenthema“. ;-)))

    Insofern nochmals ein dreifach donnerndes:

    ZHW – Helau! ZHW – Helau! ZHW – Helau!

    ;-))))

  32. cspannagel sagt:

    @Tobias Du verstehst mich wirklich falsch: Ich bin überhaupt nicht eingeschnappt oder empört.

  33. Rolf Schulmeister sagt:

    Lieber Herr Spannagel,

    gratuliere! Ihre Mühe hat sich gelohnt, Ihre Analyse hat mir Spaß gemacht. Und nun muss ich doch mal einen Kommentar ablassen, nachdem einer ihrer Follower meinen Spaß mit den Forschungsfragen zur Rezension nicht humorvoll nehmen wollte.

    Lassen Sie uns weiter unsere Diskurse mit so viel innerer Gelassenheit und Humor führen. Wir kommen, glaube ich, weiter, wenn wir uns nicht verletzen, sondern gegenseitig auf die Sprünge helfen.

    Alles Gute
    Rolf

  34. cspannagel sagt:

    Lieber Herr Schulmeister,

    ich finde es grandios, dass Sie hier kommentieren und es ebenso mit Spaß betrachten. Viele Menschen nehmen vieles viel zu ernst.

    Ich würde mich ebenso freuen, wenn wir weiterhin einen manchmal ernsten, aber auch manchmal humorvollen Austausch pflegen. Ich freue mich drauf!

    Viele Grüße,

    Christian Spannagel

  35. lutzland sagt:

    generationsübergreifende gelassenheit am faschingsdienstag. gratuliere!

  36. Crossyard sagt:

    Ich hoffe am morgigen Aschermittwoch ist nicht alles vorbei. Seit langem mal wieder eine wissenschaftliche Diskussion, die mich amüsiert. Sozusagen Edutainment in Reinform🙂
    Gratulation und ein dreifaches „Breisgau Ofaloch“

  37. adikreft sagt:

    Hhhmmmmmm,
    ich staune über den hohen Intellekt am Faschingsdienstag im Ghetto der Gleichgesinnten…..;-)
    Die armen Hauptschüler werden hier voll ausgebremst.

    Grüße

  38. @adikreft
    Ja, adi, da ist was dran! Wir werden also wieder an diesem punkt ansetzen müssen (bottom-up):-))
    http://jeanpol.wordpress.com/2010/02/07/ec10hh-mons7-und-die-bottom-up-guerilla/

  39. Michael Wald sagt:

    @adikreft

    ich bin hauptschüler und fühle mich nicht ausgebremst.

    bin eher erheitert, weil ihr euch mit bildung und lernen beschäftigt http://twitter.com/lisarosa/status/9144306158

  40. @jeanpol sagt:

    Bottom up oder top down – es ist mir ehrlich gesagt egal. Da liebe ich die chaotischen (ab und zu), komplexen (auch ab und zu) und geordneten (selten) Zeiten zu sehr.
    Von allen 3 Zonen brauche ich je nach Gericht unterschiedliche Mengen.
    Vielen Dank für den Link. Fabelhaft.

  41. Adi Kreft sagt:

    @jeanpol
    sorry, ich habe falschen Absender angegeben. Hmmm, wie kann ich es korrigieren?😉

  42. Adi Kreft sagt:

    @Michael Wald

    Prima, ich liebe die Maiwiesen. Stehe nicht so auf Wembleyrasen.
    Es lebe die Vielfalt, nicht nur in den Schulen, sondern auch hier…;-)

  43. @adikreft
    gar nicht korrigieren. du magst chaos und schaffst auch welches. ist doch prima, oder? :-))

  44. cspannagel sagt:

    Den letzten Kommentar habe ich gelöscht, weil es eine waschechte Beleidigung war. In meinem Blog wird nicht beleidigt.

  45. Lisa Rosa sagt:

    Das posting gefällt mir, Christian. Das war eine schöne Idee und deine Ausführung ist sehr unterhaltsam!🙂

    Aber es antwortet in seiner Schlussfolgerung eben doch nicht auf Schulmeister, denn das Problem ist ja nicht: Haust du meine Tante, hau ich deine Tante.

    Das Problem liegt darin, dass Schulmeister ja auch aus einer potenziellen Analyse seines „eigenen“ Blogs wieder nur herausbekäme: Blogs taugen nicht zur Wissensgenerierung, weil keine Diskursqualität im wissenschaftlichen Sinne erkennbar. Das kann er immer wieder herauskriegen, weil er seinen Untersuchungen ja immer den derzeit (noch) gesellschaftlich prämierten Lern- und Wissensbegriff zugrundelegt. Es ist, als würde ich das typografische Leitmedium Druck mit den Kriterien der skriptografischen Kultur messen, um dabei natürlich immer feststellen zu müssen: Die Schrift in den gedruckten Büchern ist nicht so individuell und ästhetisch wertvoll wie diejenige in den Büchern der mittelalterlichen Klöster. Natürlich ist das ein methodologischer (ja! und eben nicht nur ein methodischer) Mangel.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s