Hey, hey, Wiki! Hey, Wiki, hey!

Veröffentlicht: Samstag, Februar 27, 2010 in Schule, Web 2.0, Wiki

Seit kurzem setze ich ein Wiki in meinem Schulunterricht ein (momentan in der 8. und der 5. Klasse). Freundlicherweise hat mir hierfür das ZUMTeam ein Schulwiki im Rahmen der ZUM-Wiki-Family, zu der auch das ZUM-Wiki zählt, eingerichtet. Dieses Wiki ist nun eine Umgebung, in der die Schülerinnen und Schüler meiner Schule und ich gemeinsam arbeiten können.

Inspiration hierfür war mir das Schulwiki des Regiomontanus-Gymnasiums in Hassfurt. Die beiden Lehrerinnen Maria Eirich und Andrea Schellmann, die dieses Wiki eingerichtet und gestaltet haben, besuchten wir zudem im Rahmen unserer Bildungsexpedition und berichteten darüber an verschiedenen Stellen (hier und hier und hier und hier).

Ich konnte jetzt in ein paar Schulstunden Erfahrungen im Einsatz mit Wikis in der Schule sammeln. Ein paar seien hier kurz und knackig dargestellt:

  • Zunächst einmal muss man sich entscheiden, ob die Schülerinnen und Schüler sich mit ihrem vollen Namen einrichten sollen oder mit einem Pseudonym (zunächst viel mir kein besserer Begriff ein. Die Schüler brachten mich auf „Kosenamen“; diesen Begriff verwenden wir seitdem). Ich habe mich entschieden, Kosenamen zu verwenden, und zwar mit folgender Begründung: Ich weiß, dass es zahlreiche Menschen gibt, die nicht möchten, dass etwas über sie im Internet steht (ist für mich nicht wirklich nachzuvollziehen, aber respektieren muss man das). Viele Schüler können in ihrem Alter diesbezüglich noch nicht selbstverantwortlich eine Entscheidung treffen. Insofern gilt meines Erachtens die „so-konservativ-wie-möglich“-Regel. Nachteilig daran ist, dass die Motivation, etwas einzustellen, evtl. nicht so groß ist. Ich muss einfach mal Erfahrungen damit sammeln.
  • Wie erwartet nimmt das Anmelden UNGLAUBLICH viel Zeit in Anspruch. Eine Schulstunde ist nix. So besteht die erste Schwierigkeit darin, den Link zum Schulwiki abzutippen. Ganz zu schweigen von den Problemen, die auftauchen, wenn die Schüler ihre Passwörter in Stunde Nr. 2 nicht mehr wissen und natürlich auch keinen Zugriff auf ihre E-Mail-Adresse haben (so bei mir in der 8. Klasse geschehen). In der 5. Klasse habe ich dann die Strategie gewechselt und habe alle Schüler unter meiner E-Mail-Adresse anmelden lassen. Wenn sie ihr Passwort vergessen haben, können sie mir das sagen, und dann „besorge“ ich ihnen über meine E-Mail-Adresse wieder ein Neues. Dies schützt einen aber nicht davor, dass Schüler 20 Minuten lang versuchen, sich mit ihren Nutzerdaten bei Wikipedia (also dem falschen Wiki) anzumelden.
  • Schwierig wird die Arbeit im Wiki, wenn die Klasse selbst unruhig ist und man den Fehler macht, ihnen keinen Leitfaden o.ä. an die Hand zu geben. Letzte Stunde (die erste Stunde nach der Anmeldung im Wiki) sollten die Schülerinnen und Schüler in der 5. Klasse einfach Infos in ihr Benutzerprofil eintragen. Ich habe das kurz vorgeführt, anschließend durften die Schüler selbst ran. Es gab durchgängig ca. 10 Fragen gleichzeitig, und ich bin von Schüler zu Schüler gehechtet. Da half es auch nichts, die Dinkelschen Kärtchen zu verwenden und den Schülern zu sagen, dass sie zunächst mal ihren Nachbarn fragen sollen. Hier muss ich mit den Schülern noch viel üben, was selbstständiges Arbeiten und gegenseitiges Helfen betrifft. (Es ist an mir, hier Strukturen und Rituale anzubieten und zu üben.) Nett war zudem, dass in dieser Vollkatastrophen-Stunde auch noch ein Blockpraktikant hospitiert hat. Da konnte ich ihm gleich einmal demonstrieren, dass auch Hochschuldozenten in der Lage sind, Stunden volle Kanne in den Sand zu setzen.🙂
  • Ich muss mir dringend etwas überlegen, was die Rechtschreibfehler im Wiki anbelangt. Die gibt es nämlich zu Hauf. Ich denke, das Wiki kann eine Motivation sein, ohne Fehler zu schreiben, weil schließlich alles online steht und andere mitlesen können. Das muss man den Schülern aber erst mal klar machen. Evtl. mache ich mal folgendes: Die Schüler korrigieren sich gegenseitig ihre Benutzerprofile bzgl. Rechtschreibung – so kann auch das Wiki-Prinzip nochmal deutlich werden. Allerdings befürchte ich, dass die Motivation hierfür nicht besonders groß ist.
  • Insgesamt ist zur Motivation zu sagen: Ich dachte zunächst, die Schüler sind motivierter, weil sie etwas ins Web schreiben können und es Spaß macht zu schauen, was die anderen geschrieben haben. Diese Erwartung hat sich etwas relativiert: Die Schüler machen mit, weils Schule ist. Gleichzeitig musste ich Schüler, die sehr motiviert waren, etwas bremsen („Dürfen wir Musik einstellen?“). Super.
  • Einige wenige Schüler haben das Wiki-Prinzip sofort verstanden und produktiv umgesetzt: eine Schülerin beispielsweise hat auf der Startseite völlig überraschend eine neue Seite zur Faschingsparty der Schule angelegt (ich hatte gar nicht gezeigt, wie das geht). Eine andere Schülerin hat sogar von zu Hause aus an ihrem Benutzerprofil gearbeitet. Das sind kleine Pflänzchen, die man pflegen muss. Es wird aber mühsamer, als ich dachte.
  • Insgesamt braucht man ca. 2-3 Schulstunden, bis die Schüler Text in das Wiki schreiben können und auch Links setzen können (das ist viel schwieriger als erwartet). Ich habe den Eindruck, dass ich mit den Schülern die ganz basalen Dinge viel stärker gemeinsam durchführen und üben muss („Jetzt gebt ihr eine eckige Klammer „[„ ein – wie gibt man die ein? – Ja, genau, „Alt Gr + 8“ – so, jetzt kopiert ihr den Link aus dem anderen Browserfenster…“)
  • Nach diesen eher technischen Anfängen werde ich nun mit den Schülern auch inhaltlich im Wiki arbeiten, vermutlich zu den Themen „Internet“ und „Computer“. Dazu muss ich mir in den nächsten Wochen etwas ausdenken.
  • Darüber hinaus werde ich einmal das Wiki im Lehrerkollegium vorstellen. Es wäre schön, wenn der eine oder die andere das Wiki auch einmal nutzen würde.
  • Das Wiki könnte dazu dienen, auch klassenübergreifendes Arbeiten zu ermöglichen (noch nicht getestet, aber angedacht). So schauen bereits auch die Schüler der einen Klasse auf die Profile der Schüler der anderen Klasse. Vielleicht kann man hier auch mal Projekte machen, in denen Schüler verschiedener Klassen mitarbeiten. Die Startseiten (wie beispielsweise die über Alexander von Humboldt oder über Plankstadt) jedenfalls können zukünftig von anderen Klassen weiterbearbeitet werden.
  • Total Web 1.0, aber auch total praktisch: Ich werde in Zukunft vermehrt Arbeitsblätter ins Wiki stellen, selbst wenn die Schüler darin nichts schreiben müssen. Das spart mir Kopien, die Schüler können jederzeit drauf zugreifen (auch zu Hause) und können ihre Blätter nicht verschlampern, und darüber hinaus stehen die Arbeitsblätter dann auch im Web und andere Lehrer können sie verwenden.

Mal sehen, wie es weitergeht. Es bleibt auf jeden Fall spannend. Ich würde mich natürlich sehr über Anregungen und Ideen von euch freuen – am besten hier als Kommentar!

Kommentare
  1. Thorsten S. sagt:

    Moin Christian!

    Ich wundere mich des öfteren wie früh die Schüler mit dem Internet, bzw. mit Web 2.0 konfrontiert werden. Ich bin mir selber noch nicht ganz sicher, ob man Wikiarbeit in einer 5. Klasse anbieten sollte, da dieser „Kommunikationskanal“ doch sehr abstrakt ist. Mich wundert es nicht, wenn die Schüler vielleicht auch ein bisschen überfordert sind (bezogen auf Dein Beispiel: Anmeldeversuche bei Wikipedia). In der realen Welt sieht man sein Gegenüber und man bekommt über mehrere Sinneskanäle (visuell, auditiv,…) eine Rückmeldung. Das Internet ist doch erst einmal eine große Black Box und ich (bzw. der Schüler) tippe auf einer Tastatur und schaue dabei auf einen emotionslosen Bildschirm. In der Regel gibt mir ein Computer nur die Rückmeldung, „Du hast was falsch gemacht“, er sagt aber nicht wie man es richtig macht. Für Schüler der 5. Klasse dürfte das sehr abstrakt sein, weil es nicht ihre Erlebniswelt ist.
    So wie Du habe ich auch ein Wiki für eine FOT (Fachoberschule Technik) Klasse und einer Kasse 11 auf einem Fachgymnasium, seit Anfang Februar, erstellt. Siehe: http://bbs-technik-cloppenburg.wikispaces.com/ Allerdings habe ich „nur“ die Themen meiner Stunden und einige organisatorische Dinge, eingestellt. Zum Anderen wollte ich auch hin und wieder Experimente mit der digitalen Kamera aufnehmen und einstellen. Allein das hat schon dazu geführt, dass sich nun ein Lehrer bei mir gemeldet hat und von mir eine kleine Unterweisung bezüglich Wikis haben wollte. Bei den Schülern hat sich das bereits bis zu den Abiturienten durchgesprochen. Diese sehen natürlich eine interessante Möglichkeit, um sich auf das Abitur „vorbereiten“ zu können (Kurswiki). Das soll heißen, sich gegenseitig mit Informationen zu versorgen. Hier muss man natürlich wieder auf andere Dinge achten, z.B. dass nicht Bücherseiten kopiert werden und als PDF-Datei ins Wiki eingebaut werden.
    Natürlich bekomme ich als Referendar auch die Rückmeldung, ich sollte nicht zu viel mit dem Computer arbeiten, da nicht alle Schüler computerbegeistert sind…

    Gruß
    Thorsten

  2. mccab99 sagt:

    „Insgesamt braucht man ca. 2-3 Schulstunden, bis die Schüler Text in das Wiki schreiben können und auch Links setzen können (das ist viel schwieriger als erwartet).“

    Wir haben eine völlig unpädagogische Videodidaktanlage. Ich zeige gerade in „kleinen“ Klassen zunächst Schritt 1 – dann fassen sich alle symbolisch an Händchen und machen Schritt 1 – dann führe ich Schritt 2 vor – dann fassen sich alle…

    Das ist sowas von dämlich, aber so schafft man die Anmeldung und das Ausfüllen des Profils innerhalb von einer Stunde.

    Aber dann probiere mal das Folgende:
    Gib ihnen irgendeine Plattform, die so aussieht wie eine Socialnetworkingdienst, z.B. Mahara oder Elgg. Mir fällt die Kinnlade runter, weil das größtenteils in 5 Minuten geht und dann schon die ersten Gruppeninvites abgesetzt sind und gechatted wird.

    Gerade in Mahara klicken dir viele in kürzester Zeit Seiten mit Bildern und Videos zusammen – und diejenigen, die fertig sind, die schauen links und rechts und helfen dann. – ich nutze bei sowas immer skrupelos und radikal die SuS als Mitlehrer.

    Vielleicht ist ein Wiki einfach nicht „sexy“ genug und textlastig… Ich mag strukturierte Syntax aber auch so gerne und sie bereitet ja auch auf’s Programmieren vor… Seufz.

  3. mccab99 sagt:

    @thorsten
    Ich arbeite quasi in der Schule „nebenan“. Vielleicht sollten wir uns mal treffen… Witzig…

  4. „Vielleicht ist ein Wiki einfach nicht “sexy” genug und textlastig…“
    – Denke ich auch. Ansonste finde ich absolut super, dass du einen solchen Bericht in deim Blog anbietest! Dass du so praxisnahe arbeitest ist hocherfreulich! In meinem eigenen Erfahrungsfeld war es tatsächlich so, dass die Wikis am wenigsten angenommen wurden (von Schülern und Studenten) und heute noch werden (unter Senioren). Senioren, die im Prinzip wie junge Schüler „geführt“ werden müssen, freuen sich auf Blogs und kommen zurecht damit. Wirst du deine Schüler einmal Blogs erstellen lassen?

  5. Oliver Tacke sagt:

    @Dudenredaktion:

    spannageln (immer wieder neue webzwonullige Ideen im (Hoch-)Schulbereich erarbeiten und erproben und darüber berichten); ich spannagele; Spannagel (deutscher Pädagoge)

  6. Sehr spannend, vorallem weil ich gerade an einem ähnlichen Projekt arbeite und Kiddies motivieren will, auf einer Community-Webseite mitzumachen.
    Ich denke, dass das Wiki-Prinzip für die Schülerinnen und Schüler durchaus nachvollziehbar ist, das allerdings die technischen Hürden im Weg stehen.

    Viele der genannten Probleme wird man vermutlich auch in den Griff bekommt:
    – Verwechsung mit Wikipedia: Deutlich eigenständiges Layout
    – Passwörter: Single-Sign-On mit schuelerVZ? Nutzen 5. Klässler das schon?
    – Wiki-Syntax: Wysiwyg-Editor
    – Geeignete Materialien zum Nachschlagen. Z.B. gedruckte Anleitung mit einer bebilderten und kleinschrittigen Anleitung wie man sich wo anmeldet, wie man einen Artikel editiert usw.

  7. Ich habe mir gerade den Blog durchgelesen und auch gleich mal im RMG-Wiki gestöbert. Ich bin absolut begeistert und sehe das Schul-Wiki als riesen Chance. Im Rahmen eines Hochschulseminars haben wir schon selbst Konzepte diskutiert, wie man die Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler, aber auch innerhalb der Schule fördern könnte. Wir haben dies damals mit einer Lehrerhomepage versucht, aber das Schul-Wiki trifft genau den Punkt. Mir waren bisher noch gar nicht die Möglichkeiten bewusst.
    Wenn ich an meine eigene Schulzeit oder auch an das Studium zurückdenke, war der Lernstoff, der durch Bücher und Lehrer vermittelt wurde die eine Sache. Was aber immer am wertvollsten war, sind die Erfahrungen der Lernenden und die Tipps von älteren Schülern. Dabei fungiert das Schul-Wiki als eine Art interne Homepage, bzw. Intranet, das von jedem Schüler verändert und mitgestaltet werden kann. Gerade z.B. im Deutschunterricht sind Texte für reelle Leser didaktisch sehr wertvoll und bieten einen hohen Anreiz für Schüler. Find ich super!

    @Thorsten
    Sicher sind nicht alle Schüler PC-begeistert, aber es gibt heute praktisch keinen Beruf mehr in dem sie nicht mit PC’s konfrontiert werden. Daher kann der PC-Einsatz nicht früh und intensiv genug stattfinden. Zudem bin ich mir relativ sicher, dass auch nicht alle Schüler Fans von Pythagoras und & Co sind, dennoch macht es Sinn es zu behandeln 😉 Aber für die Kursvorbereitung stimme ich dir auf jeden Fall 100 pro zu.

    Auch die 5. Klasse mit Wiki zu konfrontieren finde ich nicht zu früh. Wenn ich mir die heutige Generation 5.-Klässler anschaue, dann wundere ich mich immer wieder, wie erstaunlich fit sie schon im Umgang mit dem PC sind. Fast jedes Kind nutzt den PC, unter anderem zum Spielen. Das mag auf den ersten Blick nicht sehr bildungsreich sein, aber dennoch lernen die Kids dabei eine Menge. Funktioniert beispielsweise ein Spiel auf ihrem PC nicht, müssen Foren durchkämmt werden, um das technische Problem zu lösen oder auch um sich Tipps innerhalb eines PC-Spiels zu googlen, um z.B. einen Level zu meistern. Die Motivation hierbei ist zwar das „Zocken“, aber diese ist enorm und sie Lernen den Umgang mit dem PC, dem Internet und insbesondere den Umgang mit textlastigen Foren und Blogs.

    Daher denke ich, steht und fällt bei der Benutzung von Wiki in einer 5. Klasse alles mit dem Thema, das damit verknüpft wird. Wenn das Projekt oder Thema an sich für die Schüler ansprechend und motivierend ist, werden die Schüler auch motiviert sein ihre Ergebnisse im Wiki zu präsentieren. Dies muss ja nicht immer in Form von Text sein, sondern kann vielmehr auch ein Bild des Klassenhaustieres oder ein Video einer Theateraufführung sein (siehe HSP-Wiki). Ich führe aktuell eine Sport-AG an einer Schule durch in der wir u.a. ein Video erstellt haben. Die Schüler waren dabei nicht zu bremsen, Plakate zu erstellen und das Video auf der Schulhomepage den Mitschülern zu präsentieren.

    @ Philipp Brauner
    Inwiefern arbeitest du mit den Schülern an einer Community-Webseite!? Finde ich sehr spannend. Wenn du das noch mit Wiki verknüpfst, könntest du dich vor Klicks auf der Schulseite wahrscheinlich nicht mehr retten. Wie genial wäre eine Schulplattform, die die Eigenschaften einer Schul-Homepage, Schul-Wiki, Schüler-Vz und Chat kombiniert!?

  8. Thorsten S. sagt:

    @mccab99
    Ist ja mal wieder so ein Ding. Da muss man erst im Web twittern und bloggen, um Lehrer im nahen Umfeld mit den gleichen Interessen zu finden.🙂 Über ein Treffen würde ich mich freuen. Vielleicht in den Osterferien? Zur Zeit bin ich mit Unterrichtsbesuchen und meinem Unterricht sehr beschäftigt.

    @blog2dschaefer
    Das mit den, „nicht alle Schüler sind PC-begeistert“ habe ich auch nur aufgeführt, weil es nicht immer auf Verständnis bei Kollegen stößt. Natürlich sind nicht alle PC-begeistert, ebenso wenig sportbegeistert, mathebegeistert,…

    @cspannagel

    Du hast geschrieben, dass Du im ZUM-Wiki eine Seite eingerichtet hast. Das ist auch „harter Tobak“ gerade für junge SuS. Ich würde wie @mccab99 überlegen, ob ich nicht eine einfachere Umgebung wählen könnte. Zum Beispiel ist wikispaces nach meinem Empfinden wesentlich leichter zu bedienen. Vielleicht gibt es noch andere leicht zu bedienende Wikiportale? Das würde mich durchaus interessieren, auch im Hinblick auf ein „schulinternes“ Wiki!

    Thorsten

  9. landeskunde sagt:

    Hallo Christian,
    ich habe mich sehr über deine Reflexion gefreut. Viele deiner Beobachtungen konnte ich auch bei meiner Wiki-Arbeit machen. Für mich persönlich ist es sehr wichtig und auch „beruhigend“, über die Probleme, aber auch deren Lösungen anderer Wiki-Nutzer zu lesen. Wie du weißt, arbeite ich mit dem DSD-Wiki in Budapest und habe dadurch kaum (außerhalb des Internets) die Möglichkeit, mich darüber auszutauschen.

    Zuerst muss ich auf zwei Dinge eingehen, die unsere Arbeit im Wiki unterschiedlich beeinflussen. Da ist einmal das Fach Deutsch als Fremdsprache (DaF), welches andere Voraussetzungen hat und Ziele verfolgt. Neben deinen beschriebenen Problemen (Anmeldung, Zeit, „bin von Schüler zu Schüler gehechtet“ – ich auch😉 ) kommen natürlich bei mir die sprachlichen Defizite meiner Lerner. Alles im Wiki ist Deutsch. Die erste Hürde ist hier auch die Anmeldung, aber auch das Navigieren und Editieren will erst einmal in der Fremdsprache bewältigt sein. Das, was hier wie ein Nachteil klingt, ist natürlich beim Erwerb einer Fremdsprache von Vorteil, weil die Schüler gezwungen sind, sich in der „Zielsprache“ zu bewegen.

    Ein anderer Punkt ist der in Ungarn andere Umgang mit dem Internet. Medienkompetenz beschränkt sich hier auf den Erwerb wichtiger MS-Office Fertigkeiten. Hier sind die Schüler richtig gut. Aber ein sensiblerer Umgang mit dem Urheberrecht oder Persönlichkeitsrechten ist hier kaum ein Thema. Auf der IDT in Jena war es für mich sehr interessant, die weltweit unterschiedlichen kulturellen und rechtlichen Bedingungen für E-Learning kennenzulernen. Je weiter man in den Osten kommt, um so unbedarfter geht man mit dem Internet um. Selten interessieren sich Eltern oder Direktoren für die Arbeit der Schüler im Netz. Hier gibt es noch viel Nachholbedarf, aber es ist auch angenehm, ohne die in Deutschland vorherrschende Internethysterie zu arbeiten. Es gab ja auch schon Fälle, wo aufgebrachte Eltern oder die Schulleitung die Arbeit in Wikis nicht zugelassen haben. Jedenfalls ist Netzsensibilität ein wichtiges interkulturelles Unterrichtsthema in DaF geworden, wo Schüler wirklich motiviert mitdiskutieren.
    Motivation, da bin ich nun auch schon bei einem wichtigen von dir angesprochenen Problem: „Die Schüler machen mit, weils Schule ist.“ Schüler merken recht schnell, dass Arbeit im Wiki auch nur Arbeit ist. Hausaufgaben kosten Zeit, aber das wäre bei anderen Lernszenarien – Blog oder Moodle ähnlich. Daher meine Frage: Ist Arbeit dort wirklich “sexy”? Auch bei mir gab es nur „Einige wenige Schüler … (,die) das Wiki-Prinzip sofort verstanden und produktiv umgesetzt“ haben. Meine Erfahrung ist auch, dass die genannten technischen Probleme mit der zunehmenden Wiki-Praxis abnehmen. Natürlich gibt es immer wieder einzelne Schüler, die nur mit Hilfe einen zufriedenstellenden Wikitext verfassen können. Darin sehe ich das größte Problem. Hier gilt es Alternativen anzubieten. Aber liegt das wirklich an Wiki? Ich bin mir sicher, dass dies mit Moodle oder Blog nicht anders wäre.

    Unbedingt sollten wir der unzureichenden Umsetzung des Wiki-Prinzips mehr Beachtung schenken. Eine Möglichkeit sehe ich in der von dir vorgeschlagenen Entwicklung von Strukturen und Ritualen. Deine Tafelidee geht da in die richtige Richtung. Auf der anderen Seite ist Wiki hier wirklich nicht so motivierend, wie angenommen. Schüler schreiben mir lieber ein E-Mail oder fragen über Twitter nach, aber ist das schlimm? Sollten wir uns nicht endlich von der engstirnigen Vorstellung verabschieden, das beste Lernarrangement gefunden zu haben, nach dem Motto: Ich habe die erfolgreichste, schönste, größte Lernplattform! Ist nicht das Zusammenspiel verschiedener Medien sinnvoller? Sollte nicht jeder Lehrer kompetent genug sein, einschätzen zu können, mit welchen Mitteln, ob mit dieser Lerngruppe, wie, die Lernziele zu erreichen sind?
    Es gibt noch vieles, was man über die Möglichkeiten von Wikis berichten könnte, so zum Beispiel die Möglichkeit nicht nur klassenübergreifend zu arbeiten, sondern länderübergreifend (natürlich geht das mit anderen Plattformen auch) oder das Erstellen von Quizaufgaben, die dann von anderen Schülern bearbeitet werden können.

    Für mich ist durch Christians Beitrag noch etwas ganz anderes klar geworden: Wie wichtig es ist, dass Hochschulen und Schulen zusammenarbeiten. Leider gibt es das im DaF-Bereich kaum. Die auf Konferenzen von Universitäten vorgestellten E-Learning–Unterrichtsszenarien für DaF haben selten etwas mit der Unterrichtspraxis gemein.
    Deshalb nochmals vielen Dank an Christian und uns allen wünsche ich noch viele, spannende und natürlich erfolgreiche Unterrichtsstunden:

    Es gibt nichts Gutes / außer: Man tut es.

    Link zum DSD-Wiki: http://wikis.zum.de/dsd/index.php/Hauptseite

  10. […] im Unterricht – Erfahrungsaustausch Christian Spannagel berichtet im Blog-Post “Hey, hey Wiki!” von seinen Erfahrungen mit Wikis in der Schule. Seine Erlebnisse mit aufwändigen […]

  11. Kai sagt:

    An meiner Schule beginnen gerade Klassen unabhängig voneinander selbst Wikis zur Unterrichtsdokumentation einzurichten. In meinem Unterricht sitzt z.B. nun ein Schüler, der immer gleich im Wiki protokolliert. Wir bieten demnächst den Schülern auf einem schuleigenen Server Platz für solche Projekte.

  12. Karl Kirst sagt:

    „Sollten wir uns nicht endlich von der engstirnigen Vorstellung verabschieden, das beste Lernarrangement gefunden zu haben, nach dem Motto: Ich habe die erfolgreichste, schönste, größte Lernplattform! Ist nicht das Zusammenspiel verschiedener Medien sinnvoller? Sollte nicht jeder Lehrer kompetent genug sein, einschätzen zu können, mit welchen Mitteln, ob mit dieser Lerngruppe, wie, die Lernziele zu erreichen sind?“

    Dem kann ich nur zustimmen. In der Auswahl des richtigen Mediums zur richtigen Zeit liegt ein wichtiger Schlüssel für den Erfolg von Unterricht – und manchmal ist ja auch die Kreidetafel sinnvoller als irgendein digitales Medium😉

    Aber zu deinen konkreten Erfahrungen, Christian:

    Vieles habe ich so oder so ähnlich auch schon erlebt. Und vermutlich muss man gerade dann, wenn man sich auf neue Wege begibt, einkalkulieren und akzeptieren, dass man selbst viel „Lehrgeld“ zahlen muss. Aber ist das nicht besser, als immer nur auf ausgetretenen Pfaden zu wandern?

    Mit Fünftklässlern kann man, denke ich, vermutlich besser in einem Wiki arbeiten als mit Achtklässlern. Dass eine Einführung lange dauert, ist eine Erfahrung, die auch auch immer wieder mache, wenn es z.B. um die Änderung eines Passwortes in unserem Computerraum oder um die Anmeldung in unserem Lo-net2-Account geht. – Ich kalkuliere dafür inzwischen entsprechend viel Zeit ein; aber das muss ich im 5. Jahrgang doch auch im traditionellen Unterricht für fast alles, was neu ist.

    Drei Tipps finde ich hilfreich:

    Maria Eirich und Andrea Schellmann verwenden bei Fortbildungen (mit Erwachsenen!) so genannte Master-Seiten, also Seiten, die das Gerüst einer zu erstellenden Seite vorgeben, sodass man dieses Gerüst einfach kopieren kann und somit schon einen Leitfaden für das weitere Vorgehen hat.

    Das Zweite: Lass die SuS doch einfach die Syntax z.B. eines Links mit Hilfe der Buttons oberhalb des Eingabefeldes beim Bearbeiten eingeben.

    Und ich könnte mir denken, dass Fünftklässler viel Spaß daran hätten, interaktive Übungen selbst zu gestalten. Dazu brauchten sie nur den entsprechenden Quellcode einer solchen Übung zu kopieren und dann den eigenen Vorstellungen anzupassen; sieh z.B. http://wiki.zum.de/Hilfe:Quiz-Script_Framework

    Drum: Lass dich nicht entmutigen😉

  13. Lieber Christian,,

    ich war schon sehr gespannt darauf zu lesen, wie deine ersten Erfahrungen mit deinem Schulwiki den so aussehen. Nun kann ich natürlich nicht anders, ich muss sie einfach kommentieren!

    – Zu den Kosenamen: Im RMGWiki melden wir (Maria Eirich und ich) als Administratoren die Schüler an, und zwar mit vollem Namen. Bevor wir ein Mitglied der Wiki-family des ZUMWikis wurden, hatten wir ein selbst aufgesetztes Wiki. Dort haben sich die Schüler selbst angemeldet und auch meist „Kosenamen“ verwendet. Leider war es uns bei den mehreren Hundert Schülern nicht mehr möglich nachzuvollziehen, wer eigentlich wer ist. Und das hat den einen oder anderen dazu verleitet, auch mal (den Admins zeitraubenden) Unfug anzustellen. Daher haben wir beim „Umzug“ unseres Wikis bewusst den anderen Weg bestritten und haben dieses Problem seitdem nicht mehr. Diese zunächst mehr oder minder aus reinem Selbstschutz getroffene Entscheidung hatte eine erstaunliche Nebenwirkung: Die allermeisten Schüler haben sich sehr gut überlegt, was sie der Welt von und über sich mitteilen. Und sie waren richtig stolz darauf, dass man ihre Beiträge im Internet sehen kann.

    – Das Anmelden von 30 Benutzern ist zeitaufwendig, auch wenn es die Administratoren machen. Nur sitze ich dabei in Ruhe bei einer Tasse Kaffee zu Hause am Rechner. Ich gehe dabei folgendermaßen vor: Namen aus Klassenlisten (liegt als .xls vor) kopieren und einfügen, kurzes einheitliches Passwort für alle eingeben, Emailadresse (hab eine eigene fürs Wiki) einfügen, anmelden, nächster Schüler. In der ersten Stunde, in denen ich mit den Schülern arbeite, melden wir uns dann gemeinsam an und ich zeige ihnen, wie sie das Passwort ändern. Wer mag, darf seine eigene Emailadresse einfügen. Das hat sich super bewährt.

    – Wir haben unseren Schülern häufig unsere Kurzanleitung (siehe http://wikis.zum.de/rmg/images/6/60/Kurzanleitung_rmgwiki2008.pdf) zum Arbeiten im Wiki kopiert. Meist haben wir sie aber einfach probieren lassen.

    – Zu den Rechtschreibfehlern:
    Das Problem ergibt sich vor allen in den unteren Klassen. Da haben einige noch massive Probleme mit der Rechtschreibung. Wir haben bei unserem Projekt mit den 5. Klassen eine Gruppe von Schülern gefunden, die den anderen „behilflich“ war beim Auffinden und Verbessern von Rechtschreibfehlern. Allerdings durften sie auf Benutzerseiten nur mit Zustimmung des Benutzers verbessern, auf Projektseiten natürlich immer. Hat ziemlich gut geklappt, ganz im Gegensatz zu meinem Versuch einer Fehlerverbesserungsstunde, in der jeder auf einer bestimmten Seite Rechtschreibfehler suchen und verbessern sollte. Absoluter Verschlag. Mein Rat: Freiwillige suchen.

    – Nun zur Motivation:
    Man kann, glaube ich, nicht wirklich erwarten, dass Schüler schon alleine deshalb motiviert sind, weil sie in einem Wiki arbeiten dürfen/sollen. Wir bauen eher darauf, dass es ihnen genauso geht wie uns, nämlich dass sie das Wiki als geniale Plattform erleben, die das Zusammenarbeiten mit anderen enorm vereinfacht. Wenn wir mit Schülern im Wiki arbeiten, dann nicht, damit sie halt mal in einem Wiki arbeiten. Sondern weil das Wiki einen Rahmen schafft, in dem man orts- und zeitunabhängig miteinander kooperieren kann. Das Wiki muss einen echten Mehrwert gegenüber anderen Möglichkeiten bieten, sonst macht es wenig Sinn.

    Momentan nutzen wir das Wiki zusammen mit unseren Leistungskursschüler zur Vorbereitung auf das Matheabi. Eine kurze Vorstellung dazu findet man in der ZUM-Unity: http://unity.zum.de/blogs/schule/Wiki-und-die-Vorbereitung-auf-das-Matheabi;art273,302

    @mccab99
    Warum findest du ein Wiki „textlastig“? Bilder, Videos, Quiz, Puzzles, Applets, GoogleMaps und und und – die Möglichkeiten sind mittlerweile gigantisch! Noch dazu (im warsten Sinne des Wortes) kinderleicht – und ziemlich „sexy“!

  14. Sigi sagt:

    Lieber Christian,
    was du da mit deinen Schülern beim Einrichten des Wikis erlebt hast, ist völlig normal in einem Umfeld, wo solche Arbeitsweisen für die Schüler unbekanntes Terrain sind. Man braucht da schon etwas langen Atmen, bis man es zu einem sinnvollen Einsatz schafft- optimal wäre natürlich, in der Klasse gäbe es ncoh andere Kollegen, die diese Arbeitsformen verwenden.
    Habt ihr in der Schule keine Moodle Plattform, wo du für deine Schüler ein eigenes Klassenzimmer einrichten kannst und die Schüler dann im geschützten Bereich mit ihren richtigen Namen und Profilen unterwegs sind? Dann hast du auch keine Probleme, gerade bei minderjährigen Schülern mit der Akzeptanz bei den Eltern. Es gibt auch im Moodle die Wiki Funktion, die ich sehr gerne für kollaboratives Arbeiten einsetze, aber darüber hinaus hast du eben alle anderen Vorteile von Foren bis zu Quiz und Einbetten von Videos und anderen web 2.0 Elementen wie Mindmaps und wallwisher etc… die Schüler haben – was gerade bei den kleineren wichtig ist- ihr Zuhause. Was mir daran so gut gefällt, ist die Möglichkeit innerhalb eines „Klassenzimmers“ alle Lernszenarien unterbringen zu können, gleichzeitig aber auch das Klassenzimmer öffnen zu können durch entsprechende „Wege nach draussen“. Ein Wiki ausserhalb bietet meiner Meinung nach dann eher bei den älteren Schülern, die mit anderen Klassen zusammen arbeiten und ihre Beiträge öffentlich sehen wollen, eine Akzeptanz und einen sinnvollen Einsatz.
    Aber ich finde es toll, dass du dich gleich auf solches Terrain begibst- nur so kann man etwas bewegen- und Lehrgeld zahlen wir immer, wenn wir neues ausprobieren.
    Sigi

  15. cspannagel sagt:

    @all Vielen Dank für eure Kommentare! Ich glaube, ich habe noch nie so viele so ausführliche Kommentare erhalten. Schulmeister würde sich freuen…

    @Thorsten „Ich wundere mich des öfteren wie früh die Schüler mit dem Internet, bzw. mit Web 2.0 konfrontiert werden.“ – Die Schüler werden auch in ihrer Freizeit bereits in diesem Alter mit dem Web 2.0 konfrontiert. Insofern finde ich es nicht zu früh, bereits in der 5. Klasse damit anzufangen. Es ist eher erschreckend, dass Schüler in der 8. Klasse noch nicht wissen, wer alles in Wikipedia ändern kann. Insofern finde ich es gerade richtig, früh Konzepte des Web 2.0 einzuführen. Ist jedenfalls sinnvoller als 10-Finger-Tipp-Übungen, was im Bildungsplan gefordert wird.

    „In der Regel gibt mir ein Computer nur die Rückmeldung, “Du hast was falsch gemacht”, er sagt aber nicht wie man es richtig macht.“ – Genau das ist meiner Ansicht nach der Vorteil von Wikis: Hier können sich die Schüler gegenseitig Feedback geben. Nur muss man erst mal da hin kommen…

    @mccab99 „Vielleicht ist ein Wiki einfach nicht “sexy” genug und textlastig…“ – Das ist ein guter Hinweis. Ich denke, das kann man relativ schnell ändern, da die Wikis in der ZUMWiki-Family ziemlich viel Mediales unterstützen (Youtube-Videos, DGS-Applets, Bilder, interaktive Übungen, …). Ich sollte darauf setzen…

    @mccab99 @Thorsten Witzig, dass ihr beiden euch hier gefunden habt.🙂

    @jeanpol „Wirst du deine Schüler einmal Blogs erstellen lassen?“ – In Zukunft sicher mal. Jetzt fokussiere ich erst mal das Wiki. Nicht zu viel auf einmal… (auch für mich)

    @Philipp „Single-Sign-On mit schuelerVZ? Nutzen 5. Klässler das schon?“ – Manche. Vielleicht 50%. Die Idee mit den Anleitungen hatte ich auch. Wobei ich eher auf Bildschirmvideos setzen würde, denn: gelesen wird nicht wirklich.

    @blog2dschaefer „Daher denke ich, steht und fällt bei der Benutzung von Wiki in einer 5. Klasse alles mit dem Thema, das damit verknüpft wird.“ – Ich stimme dir voll und ganz zu. Das gilt übrigens nicht nur für die Arbeit mit Wikis, sondern generell und immer. Demnächst werde ich vielleicht mal mit den Schülern einen Malwettbewerb durchführen: Bilder in Paint erstellen, ins Wiki hochladen und dann das schönste Bild prämieren. Was haltet ihr davon?

    @Thorsten „Du hast geschrieben, dass Du im ZUM-Wiki eine Seite eingerichtet hast. Das ist auch “harter Tobak” gerade für junge SuS.“ – Es geht. Die Verlinkung ist recht kompliziert, alles andere klappt ganz gut. Ich habe mich ganz explizit für ein Wiki in der ZUM-Wiki-Family entschieden, da es hier sehr viele Plugins gibt, die die Einbindung ganz unterschiedlicher Medien zulassen und daher sehr attraktive Wiki-Übungen u.ä. ermöglichen (s.o.).

    @landeskunde „Sollten wir uns nicht endlich von der engstirnigen Vorstellung verabschieden, das beste Lernarrangement gefunden zu haben“ – Diese Vorstellung hab ich gar nicht. Ich wollte einfach ein Wiki für die Schule einrichten, um mal eine „Grundumgebung“ im Internet zu haben, von der aus ich weiterarbeiten kann. Mitnichten ist irgendein Medium das beste unter allen. Klaro

    „Wie wichtig es ist, dass Hochschulen und Schulen zusammenarbeiten.“ – Auf jeden Fall. Die Verschränkung von Theorie und Praxis müsste noch viel stärker vorgenommen werden. Für mich ist es besonders lehrreich, ein Wiki im Unterricht einzusetzen, denn ich kann den Studenten dann erzählen, wo die WIRKLICHEN Probleme und Chancen liegen.

    @Kai Auch ne gute Idee…

    @Karl „Aber ist das nicht besser, als immer nur auf ausgetretenen Pfaden zu wandern?“ – Klar.

    „Maria Eirich und Andrea Schellmann verwenden bei Fortbildungen (mit Erwachsenen!) so genannte Master-Seiten“ – Witzig, die Idee hatte ich auch. Die Schüler der 8. Klasse hatten eine Vorlage, die sie sich zunächst auf ihr Benutzerprofil kopiert haben. In der 5. Klasse wollte ich das nicht machen, weil ich dachte, dass das bereits zu schwierig ist. Hier sollten die Schüler einfach Text auf ihr Benutzerprofil schreiben.

    „Das Zweite: Lass die SuS doch einfach die Syntax z.B. eines Links mit Hilfe der Buttons oberhalb des Eingabefeldes beim Bearbeiten eingeben.“ – Ja, stimmt. Das hatte ich irgendwie nicht im Blick, vermutlich weil ich selbst die Buttons nie verwende.

    „Und ich könnte mir denken, dass Fünftklässler viel Spaß daran hätten, interaktive Übungen selbst zu gestalten.“ – Ja, das stimmt. Das wollte ich sie auch mal machen lassen. Danke auch für den Link auf das Quiz-Framework, den kannte ich noch nicht.

    „Drum: Lass dich nicht entmutigen ;-)“ – Auf keinen Fall! :-))

    @Sigi „Habt ihr in der Schule keine Moodle Plattform, wo du für deine Schüler ein eigenes Klassenzimmer einrichten kannst“ – Nein, aber das würde ich auch nicht verwenden wollen. Ich sehe große motivationale Vorteile einer öffentlichen Umgebung, und vielleicht will ich auch mal die Schüler mit Personen außerhalb der Schule kooperieren lassen. Das geht einfach besser mit einem öffentlichen Wiki. Und wenn die Schüler nicht ihre Realnamen verwenden, dann dürften auch die Eltern nix dagegen haben.

  16. cspannagel sagt:

    @Andrea Klar, eure Argumente für Realnamen sind auch gut. Beides hat Vor- und Nachteile. „Leider war es uns bei den mehreren Hundert Schülern nicht mehr möglich nachzuvollziehen, wer eigentlich wer ist.“ – Ich habe die Schüler auf ein Blatt ihren Kosenamen und Realnamen schreiben lassen, damit ich weiß, wer wer ist.

    „Nur sitze ich dabei in Ruhe bei einer Tasse Kaffee zu Hause am Rechner.“ – Das ist natürlich ne gute Idee. Da muss ich mir mal überlegen, ob ich das nicht auch mal so mache…

    „Mein Rat: Freiwillige suchen.“ – ok, guter Tipp!

  17. landeskunde sagt:

    Hallo Christian,

    “Sollten wir uns nicht endlich von der engstirnigen Vorstellung verabschieden, das beste Lernarrangement gefunden zu haben”

    damit habe ich bestimmt nicht dich gemeint.

    Mir fällt nur auf, dass es in der „E-Learning Community“ oft darum geht, welche Plattform die bessere sei, anstatt gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Oder wie verstehst du folgenden Blogeintrag? „Vom arg begrenzten Wert der öffentlichen Wikis und Blogs für den Bildungsbereich“ hier http://dialoge.info/b2/index.php/2009/04/03/vom-arg-begrenzten-wert-der-oeffentliche

    Es ist schon schwer genug E-Learning an den Schulen zu etablieren…

  18. Manuela sagt:

    Hallo Christian, ☺

    ist ja unglaublich, wie viele Ihren Beitrag innerhalb weniger Stunden kommentiert haben.

    Offensichtlich ist „E-Learning“ ein Thema , das auf sehr großes Interesse stößt.
    Mehrmals musste ich schmunzeln, als ich Ihren Beitrag las – und Vieles kam mir sehr bekannt vor… ☺

    Mir fällt bei unserer kostenfreien Online-Rechtschreibplattform „www.orthografietrainer.de“ auf, dass doch die meisten Lehrer bei der Anmeldung ihrer Schüler als Loginnamen den richtigen Namen ihrer Schüler wählen, was ich wenig sinnvoll erachte – vor allem, weil die Schüler bei uns sehr rege ins Gästebuch schreiben, um sich mit uns und anderen Trainierenden auszutauschen.
    Bei jedem Eintrag erscheint in der Autorenzeile der Loginname – und wer wissen möchte, was der ein oder andere Schüler noch so alles im Netz „treibt“, bräuchte nur den Namen in eine Suchmaschine einzugeben.

    Ich werde mal überlegen, ob wir nicht doch unseren Lehrern (aus D, aus der CH und aus A) Ihren Tipp mit den „Kosenamen“ weitergeben sollten. ☺

    Viel Erfolg mit Ihrem
    „Hey, hey, Wiki! Hey, Wiki, hey!“ ☺

    Viele ♥-liche Grüße aus Bayern
    Manuela,
    Redakteurin von Orthografietrainer.de

  19. mccab99 sagt:

    @landeskunde
    „Mir fällt nur auf, dass es in der “E-Learning Community” oft darum geht, welche Plattform die bessere sei, anstatt gemeinsam an einem Strang zu ziehen.“

    Ja. Dahinter formulierst du aber einen immensen Anspruch. Ich glaube, dass wir gerne Tools nutzen, die wir leicht und niederschwellig bedienen können, mit denen wir uns schnell „sicher“ fühlen – das ist ja auch effizient. Ich weiß manchmal nicht, was zuerst da ist: Die Begeisterung für ein Tool oder die didaktische-methodische Begründung für einen Einsatz desselben.
    Wenn wir mehr darüber wüssten, wie diese Tools eigentlich „unter der Oberfläche“ arbeiten, wäre wir vielleicht etwas freier in der Auswahl und könnten uns eher in neue Tools eindenken. Aber was bräuchten wir dann für Fortbildungsangebote? Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich KuK/SuS Klickwege zeige – anstatt vielleicht umgangssprachlich zu sagen:
    „Hey, das hier ist ein Objekt, die Methoden des Objektes erreichst du so und die Attribute so – ach ja: Und bei diesem Objekt ist das auch so und bei diesem auch! Achja – und dein Handy hat übrigens auch Objekte, aber…“

    Gemeinsam an einem Strang ziehen kann bedeuten, sich für ein Tool zu entscheiden. Es kann aber vielleicht auch bedeuten, Methoden zu entwickeln, die mit mehreren Tools (Objekten) zu erreichen sind.

  20. landeskunde sagt:

    @mccab99
    Mit deiner Einschätzung gebe ich dir recht. Du hast den Kern des Problems gut getroffen. „Gemeinsam an einem Strang ziehen kann bedeuten, sich für ein Tool zu entscheiden.“ auch das sehe ich so, aber mein Problem ist, dass dies manchmal in „Grabenkämpfe“ endet. Vielleicht bin ich auch nur zu harmoniesüchtig.😉

  21. Karl Kirst sagt:

    @mccab99
    „Gemeinsam an einem Strang ziehen kann bedeuten, sich für ein Tool zu entscheiden. Es kann aber vielleicht auch bedeuten, Methoden zu entwickeln, die mit mehreren Tools (Objekten) zu erreichen sind.“
    Zustimmung zu beiden Aussagen! – Aber wie kommen wir zu den richtigen Methoden bzw. zur Entwicklung derselben? – Ich habe noch keine wirkliche Antwort darauf, sehe aber eine Notwendigkeit dazu und bin froh, dass Christian und viele andere bereit sind, neue Pfade zu betreten, die uns helfen können, auch neue Konzepte zu entwickeln.

    Im Umfeld der Wikis auf ZUM.de werden wir uns in zwei Wochen auf dem „ZUM-Wiki-Seminar 2010“ unter dem Motto „Wikis und die richtigen Konzepte“ sicherlich auch mit ähnlichen Fragestellungen auseinandersetzen:
    http://wiki.zum.de/ZUM-Wiki:ZUM-Wiki-Seminar_2010

  22. […] am 28. Februar 2010 von landeskunde Ich möchte hier kurz  Christian Spannagels Blog-Post “Hey, hey Wiki!” erwähnen. Hier berichtet er über seine Unterrichtserfahrungen mit einem Wiki in der […]

  23. […] mit dem Wiki im Unterricht Kategorie: Wiki    Von miriam um 20:59Hey, hey Wiki, hey Wiki hey! Wertvolle Erfahrungen und Überlegungen von Christian Spannagel.KommentareBis jetzt keine […]

  24. […] Februar 2010 in Internet, Lernen, Wiki Hey, hey Wiki, hey Wiki hey! Wertvolle Erfahrungen und Überlegungen von Christian […]

  25. cspannagel sagt:

    Hallo zusammen,

    die Frage, welche Plattform die bessere sei, lässt sich natürlich überhaupt nicht allgemein beantworten. Insofern stimme ich euch zu, dass diese Frage keinen Sinn macht.

    Es kommt (wie immer bei der Wahl von Medien, Methoden, Aufgaben, …) darauf an, was die Lernziele sind, welche Schüler ich vor mir sitzen habe, um welche Inhalte es geht, welche Aktivitäten die Schüler durchführen müssen usw. usw. usw…

  26. Hallo Christian,

    auch ich staune über die Reaktionen und den Austausch… gleichzeitig schmunzele ich ein wenig über deine Erfahrung, die ich nur teilen kann.

    Es gibt nicht „das“ richtige didaktische Konzept zur Hinführung unserer Schüler an die Plattform. Und die ersten Schritte sind doch sehr mühselig. Das musste ich auch bei den Studenten der Uni Augsburg feststellen, die zusammen mit meiner 6. Klasse im RMG-Wiki gearbeitet haben. Doch… So schwierig auch der Anfang ist und umso mehr „Nerven und Geduld“ er auch kostet, umso mehr staune ich teilweise über die Ergebnisse, die dabei herauskommen.
    Generell habe ich durchaus festgestellt, dass durch die Möglichkeit, die verschiedensten Medien (Hördateien, Videoclips, interaktive Übungen, Bilder und Text) im Wiki auf einer Seite zu kombinieren (und das sehr einfach!) die Motivation der Schüler sehr wohl steigt. Auch das Medium „Rechner“ allgemein kann die Schüler mehr zum Arbeiten motivieren, als die traditionelle Schreibarbeit im Heft. Dennoch gebe ich Karl Kirst recht: Auch das Wiki ist letztlich nur ein „Werkzeug“ im Unterricht, d.h. nicht das Wiki als solches steht im Vordergrund, sondern die Inhalte, die vermittelt werden.
    Außerdem glaube ich, sollte man die Arbeit im Wiki gerade in den unteren Jahrgangsstufen „dosiert“ einsetzen, im Sinne eines Medienwechsels (Dies fällt uns hier am RMG natürlich dank der Arbeit mit Netbooks leicht…), sonst läuft sich auch das Wiki irgendwann tot.

    Dennoch – viel Spaß und starke Nerven bei deiner Arbeit.

  27. Schüler mit ähnlichen Projekten erzählten mir, dass viel mehr Schwung rein kam als Schüler derselben Schule mit mehr Wiki und CMS Dingsbums Erfahrung in die Klasse kamen und per Internet Anleitung und Tipps anboten.

    Versuch mal so was wie Mentoren unter den Schülern zu finden.

  28. Positives Beispiel: http://www.obeling.de/klasse10a — klappt ohne viel Arbeit und mit relativ wenig Erklärung.

    Lasst euch nicht entmutigen!

    LG Steffen Obeling

  29. fdagner sagt:

    „Insofern finde ich es gerade richtig, früh Konzepte des Web 2.0 einzuführen. Ist jedenfalls sinnvoller als 10-Finger-Tipp-Übungen, was im Bildungsplan gefordert wird.“

    Ich finde es sinnvoller, wenn Schüler erst mal das Handwerkszeug drauf haben und TIPPEN können, bevor sie in so ein offenes System etwas TIPPEN müssen/dürfen. Die Ersteller des Bildungsplan haben sich sicher dabei etwas gedacht. Kann man sich in BW da einfach so darüber hinwegsetzen? Das 10-Finger-System lernen die Schüler recht fix – es ist eine sinnvolle Investition!

  30. cspannagel sagt:

    @fdagner Wirklich, halte ich nicht für sinnvoll. 10-Finger-Tippen ist was für Schreibkräfte. Die Expertise und die Geschwindigkeit im Tippen kommt mit intensiver Übung von selbst. Nur woran üben? Klar: Im Rahmen der normalen Benutzung, also z.B. bei der Benutzung eines Wikis.

  31. fdagner sagt:

    Werden deine Schüler keine Schreibkräfte?
    Schreiben muss man immer, ob im Chat, im Büro oder eine Hausarbeit für die Uni. Zum 10-Finger-System gehört auch nicht nur das schnelle Tippen mit allen 10 Fingern, sondern auch das „blinde“ Tippen: das Schreiben ohne auf die Tasten schauen zu müssen. Nicht zuletzt gehören auch gesundheitliche Apekte einer ergonomisch günstigen Eingabetechnik dazu. Ich finde es ehrlich gesagt unfair, den Schülern diese Gelegenheit zu nehmen, da beim Gewöhnung an eine eigene Technik das Umstellen zu einem späteren Zeitpunkt sehr schwierig ist.

    Einige Studien aus dem englischsprachigen Raum:
    http://www.vw2p.de/de/schlde.html
    Interessant:
    „[…] Durch automatisierte Fingerbewegungen mit der Computer-Tastatur schneller schreiben als mit der Hand; denn das kognitive Potential kann effizienter verwendet werden als für die Aufmerksamkeit auf das mechanische Tippen.“

    und:

    „[…] stellt die Verfasserin u. a. fest, dass Keyboarding leichter und weniger anstrengend ist als mit der Hand zu schreiben. Daher schreiben Schüler – sobald ein angemessenes Tempo mit der Computer-Tastatur erreicht wird – Berichte, Aufsätze usw. mit dem Computer viel lieber und ausführlicher bei verbessertem Umgang mit der Muttersprache.“

  32. cspannagel sagt:

    @fdagner Einigermaßen blind, schnell und kognitiv entlastend schreiben kann man auch ohne diese bescheuerte 10-Finger-Tipptechnik. Wenn ich sehe, wie Leute mit dieser Technik schreiben: Also, ich tippe schneller, wendiger und es sieht bei mir auch weniger verkrampft aus. – Und das sehe ich auch bei anderen Personen.

    Mich würden mal Studien interessieren, die das 10-Finger-Tippsystem mit dem „intuitiven“ Schnelltippen vergleichen, das man sich durch intensive Benutzung selbst angeeignet hat. Ich halte letzteres für völlig ausreichend und zudem für entspannter.

  33. Oliver Tacke sagt:

    Das Argument für den 10-Finger-Tipper hatte ich zunächst auch im Kopf, aber dann doch schnell verworfen.
    Ich selbst habe eine recht eigenwillige, selbst angeeignete Sieben-Finger-Technik, tippe damit sein rund 20 Jahren auf Tastaturen rum – auch blind – und bisher sind mir die Hände nicht abgefallen und Fehlstellungen oder Schmerzen habe ich auch keine.

    Zum Vergleich, hab’s gerade mal beobachtet auf einem kleinen EeePC (ob ich auf einer anderen Tastatur anders tippe, weiß ich nicht).

    Ganz links steht der kleine Finger der linken Hand, Mittig die beiden Daumen, ganz rechts der kleine Finger der rechten Hand, dann sähe das binärcodiert sähe das so aus: 1011101110

    Wenn ich Lust habe, lasse ich auch mal eine Häufigkeitsanalyse durchführen…

  34. Ingrid Piltz sagt:

    Hallo, Herr Spannagel,

    ich wundere mich, mit welcher Intensität Sie das Nicht-Zehnfingersystem verteidigen. Ok, Sie nutzen das nicht, andere finden es gut.

    In die Schule sollten Sie Ihre vehemente Abneigung nicht mitnehmen. Warum die Schüler/innen gängeln? Ihre eigene Überzeugung kann ja von Ihren Schülerinnen und Schülern ganz anders gesehen werden.

    Bringen Sie Ihrer Klasse das Zehnfingersystem bei, und anschließend kann sich jede/r Einzelne selbst entscheiden, wie sie oder er tippen möchte.

    Grüße,
    Ingrid Piltz

  35. cspannagel sagt:

    Liebe Frau Piltz,

    ich habe die Klasse eine Stunde in der Woche. Neben dem 10-Finger-Tippen stehen noch wesentlich mehr andere zu erzielende Kompetenzen im Bildungsplan. Ich kann mich nun entscheiden, ob ich die meiste Zeit des Halbjahrs 10-Finger-Tippen übe (das dürfte nämlich recht viel Zeit in Anspruch nehmen), oder ob ich alles andere mache und sich dabei eine ordentliche Tippgeschwindigkeit auf Dauer von selbst einstellt.

    Ich habe mich für letzteres entschieden, weil ich die mir zur Verfügung stehende knappe Zeit sinnvoll nutzen will.

  36. Ingrid Piltz sagt:

    Hallo, Herr Spannagel,

    haben Sie denn aufgrund Ihrer geringen Stundenzahl in der Klasse die Freiheit, sich aus dem Bildungsplan das herauszusuchen, was Sie unterrichten möchten?

    Ich hätte jetzt gedacht, dass die Kompetenzen, die der Bildungsplan vorschreibt, komplett „abgearbeitet“ werden müssen, irgendwie, auch bei geringer Stundenzahl.

    Wenn man einiges weglassen darf, dann ist klar, dass man seine eigenen Überzeugungen mit in die Entscheidung einbezieht. Und das 10-Finger-System können die Schülerinnen und Schüler bei Bedarf auch privat lernen. Es gibt etliche diesbezügliche Lernsoftware.

    Grüße,
    Ingrid Piltz

  37. cspannagel sagt:

    Liebe Frau Piltz,

    sagen wir mal so: ITG ist in BW in die anderen Fächer normalerweise integriert – d.h. in der Regel faktisch „wegintegriert“. Natürlich muss man sich nach dem Bildungsplan richten, aber: 1. wenn die Zeit nicht dafür da ist, kann man nicht anders als selektieren, und 2. es ist besser, als wenn noch weniger stattfindet, weils in die Fächer „integriert“ ist.

  38. Ingrid Piltz sagt:

    Hallo, Herr Spannagel,

    ok.

    Grüße,
    Ingrid Piltz

  39. theli34 sagt:

    Hallo, zu Wiki bin ich eigentlich positiv voreingenommen, ich bin Systembetreuer am Regiomontanus-Gymnasium in Haßfurt und nutze das RMG-Wiki oft und gerne, ….

    Jetz kommt das ABER:

    Wiki könne einige im Unterricht für mich interessante Dinge nicht sehr gut. Meine Überlegungen betreffen hauptsächlich die Nutzung für z.B. die Anfertigung der Facharbeitbei älteren Schülern (Oberstufe). Da halte ich z.B. das http://www.rmgwiki.de für nicht wirklich ideal.

    In wohl den meisten Wiki auf Mediawiki-Basis kann man nicht
    – etwas wirklich Privates schreiben (da man immer öffentlich schreibt, keine Zugriffs oder Kommentarbeschränkung vornehmen kann)
    – länger oder an einem umfangreicheren Entwurf arbeiten, ohne ihn direkt zu veröffentlichen
    – Material, das ggf. nicht copyrightfrei ist, z.B. kurzfristig nur bestimmten Nutzern zugänglich machen
    – etwas wirklich völlig löschen (im Wiki kann jeder immer alte Versionen wieder herstellen

    Als Lösung möchte ich es in Ergänzung zum Wiki mit einem Blog versuchen. Das soll also genau die Dinge tun, die ein Wiki per Definition nicht tun kann oder soll.

    Für ein Blog spricht
    – schneller und attraktiver Weg (für Schüler), sich selbst Webspace zu erstellen
    – man kann einfach Links sammeln, Dokumente speichern, Meinungen austauschen, abstimmen lassen
    – man kann Gefundenes oder selbst Verfasstes mit anderen teilen und diskutieren (auch z.B. die Facharbeit mit anderen Schülern oder dem Lehrer, der irgendwann mal einen Entwurf sehen will

    Warum kein Moodle (vereint ja u.a. Wiki und Blog usw. )?Hab ich auch probiert ….)
    – z.B. hier ein Blog neu anzulegen und etwas einzustellen ist aus meiner Erfarung schneller und einfacher
    – Moddle kann mehr, aber der Zugang ist oft nur über zwei Passworte (Moodle, Kurs ….) möglich. Ich will auch nicht immer einen Moodle Admin fragen müssen, ob er mir ’nen neuen Kurs einrichtet, oder wegen Inaktivität nach einem Jahr ohne echte Vorwarnung gelöscht werden.
    – Moodle „riecht“ zumindest in Form des Ufra- oder Bayern-Moodle zu sehr nach Schule. Ein Blog wie dieses ist m.E. etwas viel Privateres, über das die Schüler mehr eigene Kontrolle haben. Das ist besonders bei älteren Schülern wichtig und auch angemessen. Es hat auch keine eingebauten Kontroll- oder Benotungstools für Lehrer wie o.g. Schul-Moodles.
    Um es sehr vereinfacht zu sagen:

    Wikis sind klasse, bieten aber zu wenig Privatsphäre/Zugriffskontrolle

    Moodle kann fast alles, ist aber nicht barrierefrei und zu verschult

    Blogs sind simple&sexy, und können als Ergänzung zu Wikis genau das, was denen fehlt

  40. mbonnet sagt:

    Hallo,

    schön hier auf Erfahrungen anderer zugreifen zu können, plane ich doch demnächst selbst in 2 Klassen (10 und 11 Gym) ein Wiki einzusetzen (bei wikispaces).

    Ich habe mich für ein Wiki entschieden weil:

    1) Blogs sind m. E. zur Dokumentation z. B. einer Projektarbeit sinnvoll, ein Wiki hat eine andere Intention.

    2) Die Schüler erhalten eine offene Fragestellung („Wie schnell kann man mit einem Motorrad durch die Kurve mit den Geo-Daten 49°32‘59.20“N 08°38‘15.00“E fahren?“ Die Lösung zu dieser und weiterer Fragestellungen kommt in das Wiki. Die Schüler müssen selbst die theoretischen Grundlagen zur Beantwortung der Frage erarbeiten und ebenfalls ins Wiki stellen, denn:

    3) das Wiki ersetzt den kompletten Hefteintrag (kann man ja ausdrucken) und die Mitschüler, die eine andere Fragestellung bearbeitet haben, können alles dort nachlesen. Ein Wiki motiviert dann – so hoffe ich – wenn es wirklich als solches genutzt wird: selbstproduzierter Lern- und Wissensinhalt.

    4) Jeder Schüler bearbeitet nur eine von 6 Fragestellungen. Er ist auf die Wikieinträge der anderen angewiesen, um den gesamten Lernstoff sich aneignen zu können.

    5) Mit Leitfragen kann ich etwas die Inhalte steuern.

  41. cspannagel sagt:

    @theli34 Schön, dich als Sysadmin des RMG mal kennenzulernen!🙂

    Ich gebe dir recht: Weblogs haben (andere) Stärken als Wikis. Dafür erlauben Wikis das kooperative und sukzessive Ändern von Verbessern von Texten. Es kommt eben immer darauf an, was man machen will. Die Medienwahl richtet sich nach den Lernzielen.

    In die Richtung geht auch der Kommentar von mbonnet.

    @mbonnet zu 4) Das geht auch in die Richtung „Gruppenpuzzle“ – eine Methode, die meines Erachtens perfekt zum Medium Wiki passt.

  42. […] Unterrichtsvorhaben ergeben, werden unter anderem von Christian Spannagel in seinem Blogpost “Hey, hey, Wiki!” und von Werner Prüher auf seinem Blog “Lernen heute” sowie in meinem nächsten […]

  43. […] von Christian Spannagel aufgelisteten Schwierigkeiten bei der Arbeit mit Wikis lassen sich nicht leugnen. Auch im Blog Lernen heute schreibt Werner Prüher zum Unterricht mit […]

  44. sjgriebel sagt:

    Hallo Christian,

    mich treibt die Frage um, welche Medien oder welche Einsatzszenarien von Medien größere Kompetenzzuwächse bei mehr Schülern erwarten lassen als andere Medien und deren Einsatz. Ich bin daher neugierig mehr darüber zu erfahren, welche Kompetenzzuwächse (inhaltsbezogen wie prozessbezogen) Du in Deiner Klasse beobachtest und inweifern Du dies für reproduzierbar hälst. Freue mich auf Deine Erfahrungsberichte.

    Beste Grüße
    Stephan

  45. cspannagel sagt:

    @sjgriebel Ich glaube, die Frage lässt sich so allgemein nicht beantworten: „Welche Medien fördern Kompetenzuwachs besser?“ Es gibt so viele andere Faktoren, die hier mit hineinspielen:
    * Welche Kompetenzen sollen gefördert werden?
    * In welchen inhaltlichen Kontexten?
    * Welche anderen Lernziele spielen noch eine Rolle?
    * Mit welchen Medien kennt die Lehrperson sich gut aus und setzt sie gerne ein?
    * Welche Schüler sind in der Klasse?
    * Wie (!) werden die Medien eingesetzt?
    usw…

    Die Medienfrage ist eine ziemlich alte, und mittlerweile ist man sich ziemlich darüber einig, dass man die Frage immer in Interaktion mit anderen Einflussfaktoren stellen muss…

  46. […] von sjgriebel am 13. April 2010 CSpannagel hat als auf Antwort auf meinen Kommentar zu seinem Blog Hey, hey Wiki! Hey, wiki, hey! zu recht festgestellt, dass die Frage, welche Medien einen Kompetenzzuwachs bei Schülerinnen und […]

  47. […] Hey, hey, Wiki! Hey, Wiki, hey! « chrisp's virtual comments […]

  48. […] weißt Christian Spannagel noch auf einige “Alltagsprobleme” hin. So seien viele (gerade jüngere) Schüler mit dem Einsatz eines Wikis überfordert und bräuchten […]

  49. […] über die grundsätzlichen Potenziale, interessante Erfahrungsberichte und Tipps gibt es hier, hier, hier und […]

  50. theli34 sagt:

    Sinnd Wikis in der Schule und der Datenschutz inkompatibel?
    Zumindestens für Bayern scheint das so.
    Wäere jammerschade …. und daja hier Wiki-Fans mitlesen, würde ich gerne mal die Meinungen dazu hören
    Das Grundproblem: Wikis (z.B. ZUM) geben an, Profile und Daten von Nutzern nicht wirklich absolut löschen zu können oder zu müssen …. aber das widerspricht eklatant den zumindest für bayerische Schulen geltenden Bestimmung zum Datenschutz bei Online-Lernplattformen.
    Wen es genauer interessiert: http://theli34.wordpress.com/2012/03/13/sind-schulwikis-und-datenschutz-in-bayern-kompatibel/

  51. snufkin sagt:

    Wir haben viele Schwierigkeiten der Wikinutzung umgangen, indem wir ein Wiki mit Wysiwig-Editor benutzen. Ich habe es unter meinem Namen angemeldet. Für die Zeit, in der die Schüler im Unterricht daran arbeiten sollen, schalte ich es auf „öffentlich“, sodass man ohne Anmeldung Beiträge schreiben und editieren kann. Alle Änderungsmeldungen erhalte ich auf meine (Extra-)Mailbox. Das Sytem ist so einfach, dass sogar meine Zweitklässler damit zumindest schreiben konnten.
    Für längere Texte nutzen wir ein Office-Programm mit Rechtschreibprüfung. Der fehlerfreie Text wird dann per copy and paste in das Wiki eingefügt.

    Wir haben das Wiki für Webquests genutzt, als „Wissensspeicher“ und zur Kommunikation und Dokumentation unserer Partnerschaft mit einer Schulklasse in Oregon.
    Im Unterrichtsalltag dient das Wiki zur Information und zur Bereitstellung von Unterrichts- und zusätzlichem Übungsmaterial. Da ich relativ zuverlässig die Hausaufgaben dort eintragen, haben einige Eltern auch den RSS-Feed der entsprechenden Seite genutzt, was die Hausaufgabenfrequenz deutlich steigerte. 🙂

  52. cspannagel sagt:

    @snufkin Danke für deinen Beitrag! Welches Wiki-System mit WYSIWYG nutzt du denn?

  53. snufkin sagt:

    Ich habe einen Lehrer-Account bei http://www.wikispaces.com/ .

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