studiVZ und warum ich nicht drin bin

Veröffentlicht: Freitag, April 2, 2010 in Teaching, Web 2.0

Ich bin ja so ziemlich in allen social networks angemeldet, die es gibt: facebook, XING, Linked-In, myspace, werkenntwen und wie sie alle heißen. Ab und zu werde ich gefragt, ob ich auch in studiVZ bin und ob ich mich nicht anmelden möchte. Meine Antwort: Nein, möchte ich nicht.

Dann werden mir die Vorzüge aufgezeigt, die es hätte, wenn ich dort vertreten wäre. Ich könnte mich dort mit meinen Studierenden vernetzen, und ich würde beispielsweise mitbekommen, was Studierende dort über meine Lehrveranstaltung sagen. Trotzdem: Nein.

Warum nicht? Die Begründung ist ganz einfach: Meiner Ansicht nach ist studiVZ ein Netzwerk, in dem sich Studierende unter sich vernetzen sollten. Sie sollen die Möglichkeit haben, in diesem Raum über meine Lehrveranstaltung zu sprechen, ohne dass ich das mitbekomme. Der Austausch in studiVZ soll genau so sein, als wenn Studierende in der Pause zusammenstehen und sich über meine Veranstaltungen oder über mich unterhalten. Sie sollen irgendwo im Web die Möglichkeit haben sich über Dozenten und Vorlesungen zu unterhalten, ohne dass sie belauscht werden. Ich respektiere diesen geschützten Raum und werde dort nicht eindringen. Aus dem gleichen Grund werde ich mich auch nicht in schuelerVZ „einschmuggeln“. Vernetzen kann ich mich mit Studierenden und Schülerinnen und Schülern auch in den anderen Netzwerken, und das reicht mir vollkommen.

Wie seht ihr das?

Kommentare
  1. Angesichts von MooresLaw und seinen exponentiellen Geschwisterkürvchen (Festplatten, RAM, Breitband)
    vermutlich eine Strategie, die nicht NachHaltig praktikabel bleiben dürfte. Da dürfte es über kurz oder lang keine geschlossenen „Räume“ geben, sondern Vernetzung von Allem und Jedem in jedem denkbaren Aspekt. Deshalb finde ich es spannender, mich möglichst bald mit dieser PostPrivacy-Welt vertraut zu machen, in der man immer häufiger nur noch so über Menschen reden wird, wie man auch mit ihnen reden würde.

  2. cspannagel sagt:

    @Rainer Ok, dein Argument ist logisch. Trotzdem: Wenn Studierende wissen, dass ich nicht in studiVZ sein werde (und nach diesem Blogartikel haben sie zumindest die Möglichkeit das zu wissen), können sie trotz PostPrivacy-Welt davon ausgehen, dass ich nicht nachgucke, was sie dort schreiben.

  3. Sigi sagt:

    Christian, mir geht es genau so.. ich käme auch nicht auf die Idee, mir in SchülerVZ die Aktivitäten meiner Schüler anzusehen. Das würde den Schülern auch ziemlich sauer aufstossen Und wenn sich die Schüler mit mir vernetzen möchten, tun sie das freiwillig über Twitter… aber auch das nutzen sie eher zögerlich und das ist auch in Ordnung so. Mir istves wichtiger, dass wir über die Foren in Moodle und Mahara im Austausch bleiben können. Ich möchte auch nicht meine Schüler, auch wenn sie noch so nett sind, in meinen XING oder´FB Kontakten haben…..

  4. Jan sagt:

    Ich bleibe StudiVZ aus rein „globalen“ Gründen fern – eine Begrenzung auf den deutschsprachigen Raum ist mE langfristig zum Scheitern verurteilt.

    Die „Privatsphäre“ (soweit man das im Web 2.0 überhaupt sagen kann..) bleibt bei mir aber auch auf Facebook insofern bestehen, dass ich dort nur mit Leuten befreundet bin, mit denen ich tatsächlich ein freundschaftliches Verhältnis pflege – Schulfreunde, Studienkollegen etc. Dem entsprechend sind auch meine Einträge dort vor allem über Freizeit & Privatleben.
    Wann ich welchen Kuchen mit meiner Tochter backe geht – abgesehen von Familie & Freunden – einfach niemanden was an🙂

  5. Jonathan sagt:

    Ehrlich gesagt kann ich Deine Argumentation nicht ganz nachvollziehen.

    Auch wenn Du bei StudiVZ angemeldet wärst – oder bei MeinVZ, da Du ja kein Student bist – könnten Deine Studierenden untereinander über Dich und Deine Veranstaltung kommunizieren, ohne dass Du das mitbekommst. Zum Beispiel über persönliche Nachrichten oder in Gruppen, bei denen die Inhalte nur für Mitglieder sichtbar sind und in die nicht jeder eintreten darf. Man kann ja immer selbst entscheiden, was man wohin schreibt und wer das dann sehen darf.

  6. cspannagel sagt:

    Vielen Dank für eure Kommentare!

    @Jonathan: Ok, das mag sein. Aber allein die Anwesenheit dort würde ich nicht für gut finden. Ich würde mich nicht wohl und als „Eindringling“ empfinden…

  7. gon sagt:

    wir haben uns darüber unterhalten, und ich bin mit deiner meinung einverstanden.
    ich weiß aber, dass manchmal lehrerInnen😉 in SchVZ spicken, wenn sie – oder möglicherweise die elternschaft – es für erforderlich halten, wg mobbing oder cybermobbing – hab den terminus tecnicus vergessen – und dergleichen.
    In so einem fall halte ich das für legitim.
    Ansonsten denke ich, der freiraum sei ihnen auf jeden fall zugestanden.

  8. […] chrisp’s virtual comments: studiVZ und warum ich nicht drin bin) « Medizinstudium: Die Masse […]

  9. marc sagt:

    ich bin im studivz, auch als lehrender. das liegt daran, dass ich bereits als student dort mitglied war.

    was die studierenden dort jedoch schreiben habe ich mir auch noch nie angesehen. und es treibt ich auch nix dazu.

    wozu ich jedoch ab und zu genutzt habe, war einen studierenden für einen kollegen zu kontaktieren. wenn man keine email-adresse des studis hat und einen termin absagen muss, dann ist das eine praktische variante

  10. cspannagel sagt:

    @Gon Klar – wenn ein Verdachtsfall von Cyber Mobbing bzw. Cyber Bullying o.ä. vorliegt, dann muss man natürlich dagegen vorgehen.

    @Marc Sollte man dann nicht von studiVZ zu meinVZ wechseln? ;-))

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