Internetrecherche in der Schule

Veröffentlicht: Donnerstag, April 15, 2010 in Teaching
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In unserer digitalen Welt erlangt die Fähigkeit, sich selbstständig Information aus dem Web zu beschaffen, immer mehr Bedeutung. Daher ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler in der Schule lernen, Internetrecherchen durchzuführen.

Aber da fangen die Probleme an. Ich habe jetzt mehrfach Schülerinnen und Schüler im Internet recherchieren lassen und festgestellt, dass es nicht wirklich gut funktioniert.

Ich nenne einfach mal ein paar Phänomene, die ich beobachten konnte:

  • Schülerinnen und Schüler lesen die Seiten nicht wirklich, die sie finden. So wird bei einer Wikipedia-Seite oft höchstens der erste, einführende Absatz „gelesen“ und meist wortwörtlich als Lösung übernommen.
  • Die Übernahme von Text geht meist damit einher, dass Schüler denken, sie hätten den Text „verstanden“ und ihre Pflicht getan.
  • Wikipedia-Texte sind für die Hauptschule definitiv zu schwer zu verstehen. Daher rate ich den Schülerinnen und Schülern auch in der 9. Klasse noch, die Suchmaschine blindekuh.de zu verwenden. Eine langfristige Lösung kann das aber auch nicht sein. Schließlich sollen sie ja befähigt werden, später auch Informationen in „Erwachsenenseiten“ zu finden.
  • Vielen Schülerinnen und Schülern greifen gar nicht erst zu Texten, sondern zu Bilder und Videos. Sie suchen beispielsweise in google und gehen gleich auf die Ergebnisse der Bildersuche. Oder sie greifen direkt auf YouTube zu. Klar: Die Verarbeitung visueller Medien ist viel weniger anstrengend als das aufmerksame Lesen von Texten.

Es ist also verdammt schwierig, Schülerinnen und Schüler dazu zu bewegen, Texte im Internet (und vermutlich nicht nur dort) verständnisvoll zu lesen. Eine Kollegin z.B. lässt die recherchierten Seiten ausdrucken und dann damit weiterarbeiten. Das mutet zwar erst einmal seltsam an, ist aber keine so schlechte Lösung.

Ich habe mir überlegt, eine wissenschaftliche Hausarbeit für Studierende der PH Heidelberg auszuschreiben, die sich genau mit diesem Thema beschäftigt: Internetrecherche in der Hauptschule – Förderung verständnisvollen Lesens. Ich empfinde es wirklich als großenVorteil, gleichzeitig an der Hochschule und Schule tätig zu sein: Aus der Tätigkeit im Praxisfeld Schule erwachsen Fragen, die im wissenschaftlichen Kontext Hochschule angegangen werden können. Ich bin gespannt, ob sich eine Studentin oder ein Student findet, der das Thema gerne angehen möchte.

Nebenbei: Wissenschaftliche Hausarbeiten sind sozusagen die Abschlussarbeiten an den Pädagogischen Hochschulen. Ich habe meine Themenausschreibungen vor kurzem ins Wiki gestellt und auch Hinweise zum Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten. Wer Lust hat, mal drin zu stöbern…

Habt ihr Ideen, wie man verständnisvollen Lesen bei Internetrecherchen fördern könnte? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen und Ideen!

Kommentare
  1. sdinkel sagt:

    Nur kurz:
    Gilt natürlich für alle Texte: 5-Schritt-Lesetechnik.
    –> Methodenkompetenz

    Mit Schülern kleinschrittig bearbeiten.

  2. Sigi sagt:

    Hallo Christian,
    deine Erfahrungen mit der Internetrecherche sind symptomatisch und kein Einzelfall. Das Phänomen der „Digistraction“ kennen wir ja alle selbst – und Hand aufs Herz, wer von uns hat Lust 30 Seiten zu einem Thema zu lesen, wenn das schon mal jemand auf den Punkt gebracht hat😉
    „Reading comprehension“ ist ja ein skill für sich und man kann das durch ganz praktische Aufgaben anschieben. Die Schüler lesen dann richtig, wenn sie in den Texten nach Informationen suchen müssen, um eine Aufgabe zu lösen.
    * einen Bericht für die Schülerzeitung schreiben
    * als Reporter Fragen zum Text ausdenken, die die andere Gruppe dann beantworten muss
    * im Wallwisher zum Text kurze Statemants abgeben, die dann anschliessend sortiert werden.
    * in Voicethread oder Voxopop mündliche Äusserungen zum Text machen, die dann wieder von anderen kommentiert werden können…
    * Fragen zum Text stellen, die nur durch genaues Lesen des Textes gelöst werden können
    …… also immer: mit dem Text auch Aufgaben verbinden für einzelne Schüler oder Schülerteams.
    **** und LDL (geht auch auf einfachem Niveau, wenn man den Schülern Verantwortung für einfachere Dinge überträgt) – aber da ist Jeanpol der Experte!
    Das sind spontan ein paar Ideen, die mir beim Lesen deines Blogposts gekommen sind – aber das hast du vermutlcih eh schon alles ausprobiert – die Krux liegt eigentlcih darin, dass die SuS das einfach noch nicht gelernt haben und Internetrecherche nicht selbstverständlicher Bestandteil in jedem Fach ist…
    Ich hoffe, deine Studis nehmen sich dieses interessanten Themas an und bewirken dadurch ein Stückchen Veränderung😉
    Sigi

  3. mteufel sagt:

    ich könnte mir eine vorstrukturierte internetrecherche nach der methode webquest oder wikiquest vorstellen…

    vielleicht steigert sich die arbeitsmoral und das engagement mit der aussicht, die erarbeiteten ergebnisse wieder öffentlich zu machen und sie in einem öffentlichen schulwiki festzuhalten…

    damit hätten wir noch nicht das problem gelöst, dass die schüler v.a. in höheren klassen weitestgehend selbständig recherchieren sollten…

    ich denke, diese vorstrukturierung mzss nach und nach zurückgenommen werden…

    das mit dem drucken von textenund lesen nach der 5-schritt-methode finde ich eine gute idee, nur woher wissen die schüler bei der recherche, was sie drucken sollen? oder einfach mal das ganze internet rauslassen ?😉

    interessantes thema für eine wissenschaftliche hausarbeit…

  4. Karl Kirst sagt:

    Deine Erfahrungen sind typische Erfahrungen, denke ich. Deshalb verzichte ich inzwischen möglichst auf einen Auftrag wie „Recherchiere einmal im Internet zum Thema xy“.

    Stattdessen ist es wesentlich effektiver, gezielt bestimmte Arbeitsaufträge zu stellen, die am besten per Datei verteilt oder auch als Kopie ausgeteilt werden. – Dazu gehört für mich in der Regel auch, dass ich konkrete Internetadressen vorgeben oder doch zumindest grob eingrenzen, z.B. so:
    – „Schaue in der Wikipedia nach.“
    – „Nutze dazu LeMO: http://www.dhm.de/lemo

    Gut sind prinzipiell auch Aufgabenformate wie WebQuests, die ich allerdings bisher noch kaum genutzt habe.

  5. Christian sagt:

    Gut vorstellen kann ich mir – wie auch beim lesen gedruckter Texte – die Schülerinnen und Schüler dazu aufzufordern eine Mindmap zu erstellen. Das zwingt zu sprachlicher Umgestaltung. Außerdem kann dies auch am Computer und sogar kollaborativ geschehen, so dass bei unterschiedlichen Rechercheaufträgen Querbezüge sichtbar werden.

  6. Martin Kurz sagt:

    In Bezug auf die Formulierung für die Wissenschaftlichen Hausarbeiten: wäre für das Adjektiv „verständnisvoll“ nicht besser der Begriff „sinnerfassend“ zu verwenden?

    In der Formulierung „verständnisvoll“ könnte auch die Komponente „mit Verständnis“ im Sinne von „mitfühlend“ mitschwingen.

    Oder denke ich zu kompliziert? Ich weiß auch von meinen Deutschkollegen, dass sie eher von „sinnerfassendes Lesen“ sprechen und schreiben.

    lg Martin

  7. Hallo Christian,
    du hast die Problematik klar auf den Punkt gebracht. Aus meiner Sicht kommt es zu den beschriebenen Problemen häufig dann, wenn Arbeitsaufträge zu allgemein formuliert sind. Siehe auch:
    Lehrerfreund: Wie Rechercheaufträge im Internet methodisch sinnvoll gestaltet werden können

  8. fdagner sagt:

    Mich würde interessieren wir deine Arbeitsaufträge konkret formuliert sind und was du überhaupt mit der Internetrecherche bezwecken willst. Ist die Internetrecherche ein Lernziel oder eine Methode?

  9. cspannagel sagt:

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für eure Kommentare und Hinweise!! Eure Kommentare würde ich so zusammenfassen:
    – Die Motivation muss klar sein (Warum?)
    – Der Arbeitsauftrag muss klar sein (Was?)
    – Es muss Struktur gegeben sein (Wie?)

    (Also, wie eigentlich immer im Unterricht)

    @Martin Kurz oops, du hast vollkommen recht! Ich formulier’s um in „sinnerfassend“.

    @fdagner Am Anfang vermutlich wirklich zu offen – mittlerweile bin ich dazu übergegangen, Leitfragen zu formulieren, die von den Schülern beantwortet werden sollen. Internetrecherche ist meines Erachtens immer Lernziel und Methode gleichzeitig. Sie sollen ja das Recherchieren lernen, auf der anderen Seite soll auch immer ein Zweck damit verbunden sein.

  10. Patrick Stephenson sagt:

    Hi Christian,

    du hast vollkommen recht. Ich unterrichte Kinder und Lehrer in der Grundschule. Und hier fängt im Grunde das Problem schon an. Die Kinder wissen zum einen nicht, WIE sie etwas suchen müssen. Der nächste Schritt, die Ergebnisse richtig auszuwerten ist ja noch mal schwieriger. Die Kinder lassen sich einfach zu sehr berieseln und werden auch in der Schule nicht gefordert. Hier müssen die Kinder Zeugs ausmalen anstelle mal etwas mehr nachzudenken. Ausmalen ist für die Lehrer natürlich immer recht angenehm und eifnach vorzubereiten… Weiter geht’s im Text. Sie erkennen oft die Zusammenhänge von Fragen nicht, bzw. man muß sie wirklich mit „Kopf darauf stoßen“. Der *normale* Lehrer, und da möchte ich nicht gegen die LehrerInnen reden, nicht daß mich da jemand missversteht, ist mit dem Thema Internet völlig überfordert. Überhaupt grassiert bei, ich würde mal sagen 90% der Leute im Internet ein Halbwissen darüber was das Internet ist und wie es funktioniert. Das gleiche gilt für Suchmaschinen. Ein Lehrer hat einfach nicht die Zeit beim Thema Computer Technik und Internet Schritt zu halten. Auch wenn manche meinen sie wüßten bescheid und wenn die LehrerInnen dabei auch noch eingebildet sind, dann passiert folgendes. Das was nicht verstanden wird oder als für zu kompliziert erachtet wird, wird dann einfach ausgegrenzt.

    Ich gebe mal ein paar Beispiele.

    Kinder. Die Kinder bekommen die Aufgabe im Internet (Hilfe: google, yahoo, bing, Kopf…) herauszufinden, wann der nächste Flieger von Frankfurt nach London, Rom und Paris fliegt. Die Fragen werden als 3 getrennte Fragen an die Tafel geschrieben. Was passiert: Egal ob es sich um „dumme“ oder „intelligente“ Kinder handelt, sie geben in der Suchmaschine ein: „Wann geht der nächste Fliger von Frankfurt nach London“ – natürlich ohne die „“. Is klar, was google etc dann findet. Tickets, tickets und noch mal irgendeine Verkaufsseite.

    Lehrer. „das neue Office schaut anders aus, als das was ich zu Hause habe, also ist das schlecht und wir wollen das nicht in Schule. Außerdem gibt es doch das kostenlose OpenOffice….“ ja is klar, nur, das auf 70-80% der PCs nun mal MS Office installiert ist, wird ignoriert. Und anstelle den Kindern einfach mal beide Office Pakete, oder auch Softmaker, mal zu zeigen, wird gesagt, „niet“. Thema Internet und Lehrer. Ich würde gerne mal wissen, wie viele Lehrer Alternativen zu google, wikipedia und blindekuh kennen. und zwar aus dem Stehgreif ohne darüber nachzudenken!!!! Sowas könnte man mal in deine Studie mit einbauen.

    Das nächste Problem ist, führt allerdings leicht am Thema vorbei, die Kinder, Lehrer, Eltern, allgem. Internuser sind sich der Gefahren die Google, Facebook, wkw, vz, etc. nicht bewußt und schlimmer noch, denken a) nicht darüber nach und b) Lehrer wissen einfach nicht genug darüber. Weder über die Rechte noch was man dagegen tun kann.

    So, das war das Wort zum heiligen Sundach!

    Grüße,
    Patrick.

  11. sjgriebel sagt:

    Neben äußerer digitaler Spaltung solte man auch über innere digitale Spaltung nachdenken. Die äußere betrifft Zugang zum Internet, mit den Untergliederungen breitbandig oder ach mobil. Die innere digitale Spaltung wird in meinen Augen noch wenig diskutiert. Es geht um die Nutzbarmachung der dargebotenen Informationen. Schülergruppen, die Probleme haben, Texte sinnvoll zu erfassen, können mit zum Teil stark textlastigen Internetseiten nichts anfangen. Da Lesen generell mitunter anstrengender ist, als Bilder zu betrachten oder Videos anzuschauen, muß man heute vielleicht häufiger als früher seinen inneren Schweinehund niederringen; häufiger deswegen, weil derartige vermeintlich leichte Wissenskost im Zeitalter gedruckter Werke schlicht nicht im selben Maße zur Verfügung stand. Danke für dein Bemühen, die Farge strukturiert anzugehen.

  12. Christian, heute komme ich nicht von dir los, sorry…-) – Wie siehst du die Chancen einer Kooperation zwischen Uni und Studienseminar? Die Ausschreibungsthemen könnten m.E. auch in den das Referendariat abschließenden Schriftlichen Arbeiten behandelt werden; die Synergie- und Bereicherungseffekte einer „Tandemarbeit“ (StudierendeR und ReferendarIn behandeln dasselbe Thema aus schwerpunktmäßig unterschiedlichen Perspektiven) erscheinen mir attraktiv, jedenfalls weiteren Nachdenkens wert…

  13. cspannagel sagt:

    @Patrick Du bist nicht etwa der Patrick Stephenson, mit dem ich auf der Schule war? Zu deinem Kommentar: Du hast prinzipiell recht, jedoch würde ich weniger „Lehrerschelte“ betreiben wollen. Der Job ist ziemlich anstrengend und vielseitig, und ich kann verstehen (auch wenn ich es nicht gut finde), dass jemand sagt: „Muss ich mich denn darum jetzt AUCH noch kümmern.“

    @sjgriebel Ich versteh nicht ganz: Was meinst du mit „innerer Spaltung“?

    @MatthiasHeil Kooperationen mit dem Studienseminar finde ich immer sinnvoll! Eine sehr gute Idee – im Rahmen von wissenschaftlichen Hausarbeiten hab ich noch gar nicht drüber nachgedacht…

  14. sjgriebel sagt:

    @cspannagel
    Formen digitaler Spaltung, die ich als „äußere“ bezeichnen möchte, da sie die vorhandene Infrastruktur betreffen:
    – Internet vorhanden ja/nein/…
    – Breitband ja/nein/…
    – mobiles Internet ja/nein/…

    Der Begriff „innere“ digitale Spaltung soll den Grad der tatsächlichen Nutzung in verschiedenen Komplexitätsstufen beschreiben:
    – Häufigkeit der Nutzung immer/manchmal/selten/nie
    – Tiefe und Breite der Nutzung
    Beispiel: Informationen konsumieren < Informationen verständig bewerten < Informationen aufbereitet einstellen
    In der schulischen offline-Welt mag dies in einem gewissen Sinne den drei Anforderungsniveaus entsprechen.

    Der Begriff "innere" digitale Spaltung existiert (noch) nicht, zumindest bin ich an anderer Stelle noch nicht auf ihn gestoßen. Vielleicht ist er geeignet, die von Dir und auch vielen anderen beschriebenen Schwierigkeiten zu beschreiben. Vielleicht ist der Begriff aber auch überflüssig, da er mit "Medienkompetenz" bereits erfasst ist.

  15. cspannagel sagt:

    @sjgriebel Mmmh… irgendwie leuchtet mir den Begriff „innere Spaltung“ nicht ein, zumindest nicht „intuitiv“…

  16. Wiebke sagt:

    Hallo Christian,

    das Problem Texte zu lesen beschränkt sich nicht nur auf das Internet, sondern auch auf gedruckte Texte. Es gibt aus unterschiedlichen Fachdidaktiken (z.B. Deutsch oder auch Physik) viele wertvolle Hinweise, wie das Leseverstehen gefordert und gefördert werden kann. Deshalb würde ich auf jeden Fall einen Blick in diese Richtungen werfen:

    Zum Beispiel:
    – Josef Leisen (http://www.leseverstehen.de/)
    – Zeitschriften „Praxis Deutsch“ und „Deutschunterricht“

    Auch die Frage, was Leseverstehen eigentlich ist, sollte dabei nicht vernachlässigt werden, denke ich. Da geben z.B. die Bildungsstandards (wenn man sie denn mag) ein paar Antworten, auch die Webseite von PISA. Christmann/Groeben: Psychologie des Lesens (in Franzmann, B: Handbuch Lesen) 2001. geben einen psychologischen Einblick, wie sich Lesen entwickelt/was Lesen ist.

    Man könnte zur Leseförderung verschiedene Dinge tun:

    – Texte strukturieren lassen (z.B. Teilüberschriften finden lassen, Marginalien setzen lassen)
    – Texte transformieren: Text zu Tabelle, Text zu MindMap/Cluster
    – generell aufschreiben lassen, was verstanden wurde (nicht umgekehrt danach fragen, was nicht verstanden wurde, kann demotivieren, wenn gar nichts verstanden wurde)
    – Texte weiter schreiben lassen (Fortsetzungen)
    – Überlegungen anstellen, welche Rolle das eigene Vorwissen zum Verstehen des Textes spielt (z.B. sind die Infos direkt dem Text zu entnehmen oder muss ich Lücken mit eigenem Vorwissen schließen? wo im Text sind die Lücken?)
    – bei Hypertexten sind die Links nochmal spannend: hier könnte man fragen, welche Funktion die Links in entsprechenden Texten haben und was ich als Leser davon habe

    Interessant wird jetzt, ob diese Techniken auch für das Lesen von Internettexten funktioniert. Ich habe bisher noch keine Literatur zum Lesen von Texten im Netz gesehen. Das scheint in der Leseforschung noch ein starkes Desiderat zu sein.

    Vielleicht hilft mein Kommentar🙂
    Wiebke

  17. Oliver Specht sagt:

    Hi, Christian,
    als ich Deinen Post gelesen hatte, war ich etwas verwundert und halte es Dir auch zu Gute, daß du davon ausgehst, daß Deine Schüler / Lernenden auch immer das Ziel haben, etwas zu lernen.

    Was du jedoch völlig ausser acht lässt ist die Option, daß jemand schlicht keinen Bock hatte und einfach behauptet, er hätte etwas gelesen und verstanden (oder Du gehst davon aus, daß er davon ausgeht🙂

    Insbesondere dieser Teil:
    „Die Übernahme von Text geht meist damit einher, dass Schüler denken, sie hätten den Text “verstanden” und ihre Pflicht getan.“

    machte mich stutzen. Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, war bei vielen (mich nicht ausgenommen😉 das oberste Ziel, den **** irgendwie hinter sich zu bringen und zwar möglichst ohne aufzufallen.

    Wie gesagt, Deine Perspektive in allen Ehren, aber um an des Pudels Kern zu kommen, solltest du erstmal alle Schüler ausschliessen, die obige Motivation besitzen und Dich dann nur noch mit denen beschäftigen, die wirklich davon ausgehen, sie hätten etwas verstanden, weil sie einen Satz auf Wikipedia drüber lesen.

  18. cspannagel sagt:

    @Wiebke Und ob dein Kommentar hilft!! Vielen Dank – das sind wirklich super Ideen. Ich selbst habe ja praktisch keine Ahnung in Deutschdidaktik, insofern ist es wirklich extrem hilfreich.

    @Oliver Ich will niemanden ausschließen, sondern meine Motivation ist, Situationen zu schaffen (interessante Aufgaben), die auch diejenigen aktivieren, die Null-Bock-Stimmung haben. Klar, dass das nicht immer und vollkommen funktioniert, aber das Ziel sollte man schon haben.

  19. Lisa Rosa sagt:

    Informationen zu suchen, macht ja nur Sinn, wenn man eine Frage hat. Wenn die Frage als „Leitfrage“ vorgegeben ist, hat man häufig das Problem, dass die Frage nicht verstanden wurde. Am besten ist also, man läßt die SuS zu ihren eigenen Fragen Informationen suchen.
    Eine Lerneinheit zur Recherchekompetenz für jüngere Sek.II-SuS kann dann z.B. so aussehen:

    1. Fragen entwickeln – was will ich wissen? Wie kann eine Frage, die nicht einfach mit ja/nein zu beantworten ist, also eine komplexere Frage, aussehen? Welchen Allgemeinheitsgrad darf sie haben, damit sie bearbeitbar ist? (Also nicht: „Wie die Menschen früher gelebt haben“.)
    2. auf die Suche machen. 3 – 5 Materialien finden. Suche beenden. Es können alle Sorten Dateien sein – auch bilder! Bilder sind interpretierbar und führen zu neuen Fragen.
    3. In Texten alles markieren, was einem auf die Frage zu antworten scheint; danach versuchen mit eigenen Worten zu sagen (Paraphrasieren). Erst dadurch merkt man, ob man etwas verstanden hat.
    4. Überlegen, ob die markierten Stellen tatsächlich auf die Frage antwortet, und inwiefern.
    5. Welche neuen Fragen kann ich aus den Antworten bilden? (Zyklus beginnt von vorne).
    6. Protokoll bzw. Lerntagebuch über die Tätigkeiten

  20. Hallo!

    Ist zwar schon eine Weile her, aber kann die oben genannte Hausarbeit irgendwo finden? Ist sie von jemanden geschrieben worden?

    Vielen Dank!
    Verena

  21. dunkelmunkel sagt:

    nein, leider nicht – es hat sich bislang kein Interessent gefunden..

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