Lobhudelei ist verboten!

Veröffentlicht: Dienstag, Mai 18, 2010 in Web 2.0

Ab sofort gilt eine Regel für mein Weblog, die mir sehr wichtig ist: Lobhudelei ist verboten. Ende damit. Bitte schreibt keine Kommentare mehr, in denen ausschließlich drin steht, wie toll alles ist. Das bringt weder mir noch euch weiter, und es wird eine Atmosphäre geschaffen, in denen kritische Stimmen sich nicht getrauen, etwas „dagegen“ zu sagen.

Das Schreiben von Weblog-Artikeln ist ein Wert an sich: Man strukturiert seine Gedanken, um sie verständlich darzulegen. Auf der anderen Seite sind inhaltliche Anregungen in Kommentaren sehr wertvoll, weil sie in der Sache weiterbringen. Wenn aber gefühlte 90% der Kommentare Bestätigung sind, dann verzerrt das die Wahrnehmung enorm. Beispiel (übertrieben, aber die Tendenz stimmt): Ich blogge, dass irgendwas methodisch nicht funktioniert hat. Anstatt das gemeinsam überlegt wird, wie man es besser machen kann, rufen alle „Yeah, Spannagel ist authentisch und bloggt über seine Niederlagen.“ Ehrlich: Wem hilft das?

Ich hatte vorhin ein intensives Gespräch mit m.g., und ich habe erstmals vollständig begriffen, WIE gefährlich das eigentlich ist. Ich bin mir auch nicht sicher, ob das nicht ein webspezifisches Problem ist. Ich werde trotzdem weiter versuchen, inhaltliche Diskussionen anzuregen. Sollte ich in Zukunft feststellen, dass sich dieses Problem im „Medium Weblog“ nicht beseitigen lässt, dann werde ich auch das Bloggen aufgeben.

Wenn ihr geneigt seid zu „lobhudeln“, dann würde ich euch bitten, zwei Dinge zu tun:

  1. Lest meinen Beitrag nochmal *aufmerksam*. Es ist extrem unwahrscheinlich, dass euch nichts komisch vorkommt, dass ihr nichts zu kritisieren habt, und dass alles ganz toll ist. Beschreibt die Kritik und die Ideen, die ihr habt, möglichst inhaltsbezogen und ohne persönliches Lob („Es ist alles ganz toll, was du machst, aber evtl. gibt es da etwas, ich bin mir nicht sicher, aber…“ hilft nicht wirklich.)
  2. Sollte euch wirklich nichts Kritikwürdiges auffallen, dann schreibt euer Lob trotzdem nicht, denn – es wird andere davon abhalten, Kritik zu äußern. Wenn ihr was gut findet, könnt ihr mir das bei nächster Gelegenheit auch bei nem Bierchen erzählen.

Sollte dennoch jemand lobhudeln, würde ich folgende Konsequenz vorschlagen: Für jede Lobhudelei, bei der wir uns alle gemeinsam ganz toll fühlen, hilft man denjenigen Menschen, die sich nicht toll fühlen, und zwar mit einer Spende von 5 € in die WEBenin-Kasse (Das ist ein sehr unterstützenswertes Benin-Projekt von Ulrike Reinhard und Alexander Rausch).

So, und wir üben jetzt mal bei diesem Artikel: Keine Lobhudelei als Kommentar, dass ich das Problem der Lobhudelei offen anspreche! (Und sollte mir zu Ohren kommen, dass in Twitter über diesen Artikel gelobhudelt wird, dann sind ebenfalls 5 € fällig!)

Kommentare
  1. Super, toll!

    Ich bring‘ Dir gleich die 5€ rüber.

    Ganz ernst und ganz herzlich

    Markus

    PS: Mein erster Weblog-Eintrag

  2. mosworld sagt:

    So da bin ich mal dabei😉 dann bin ich nicht mehr der Buh-Mann muss ich mir was neues einfallen lassen?

  3. fschaumburg sagt:

    Ich würde liebend gerne lobhudeln, aber ich finde es im Grunde eine Anmaßung, dass Du den Kommentatoren bei Dir vorschreiben möchtest, was sie kommentieren sollen. Geht das nicht etwas zu weit, Christian?

    Ist es nicht toll, wenn jede/r kommentieren darf und kann, wo und vor allem WIE er möchte?

  4. Hokey sagt:

    Dann lobhudele ich jetzt einmal diesen Beitrag. Es war nämlich ein Grund für mich, Twitter und dem Lehrerweb2.0 den Rücken zu kehren, weil ich diese ewigen Lobhudeleien und das Sich-selbst-Beweihräuchern nicht mehr lesen konnte…

    Ein nettes Lob zur rechten Zeit wird sich natürlich hier im Blog dennoch niemand nehmen lassen.😉

  5. Helge sagt:

    Ich hab eben mal nachgeschlagen… nur so aus Spaß „das Lobhudeln, übertriebenes, kritikloses Lob, lobendes Gerede“. Ich schätze Jean-Remy von Matt würde ergänzen wollen „…auf der Klowand“.

    Muss ich dafür jetzt 5 € Transferleistungen erbringen oder ist das noch kosten- äh lobhudelfrei genug? Lustiger hätte ich dann ja schon ein „Lobhudelmeter“ gefunden, glaube ich. So als Plugin für WordPress, um den Gesamtlobhudelstand zu messen. =)

    Christian, Du bist in letzter Zeit öfters für ’ne Überraschung gut.

  6. cw sagt:

    @fschaumburg
    So sehe ich das auch, und ganz offen gesagt, das Problem liegt doch sicher nicht nur bei den Kommentatoren.

    Ein unkritisches Publikum erzieht man sicher nicht zur Kritikfähigkeit, indem man ihm quasi den Mund verbietet.

    Und dann noch zu drohen, dass Du nicht mehr bloggen willst, wenn Deine Artikel so oft gelobt werden, @Christian … Du brauchst wohl mal einen auf den Deckel wie Kruse😉

    Aber das Thema an sich ist interessant. Gibt ja auch Medien, bei denen nur draufgehauen und nie gelobt wird.

    Ps: Ist diese ganze Bildungs- und Web-2.0-Hysterie, wie ich sie mal vorsichtig nennen möchte, nicht auch eine einzige unkritische Lobhudelei?

  7. scheppler sagt:

    Lieber Christian,
    bei diesem Beitrag gibt es tatsächlich mal keinen Grund zur Lobhudelei. Denn mit diesem Einschnitt stellst Du Dich gegen etwas, was ich als grundlegende Notwendigkeit im Lehrerberuf erachte.

    Ich weiß nicht, was Dir Dein Kollege in dem angedeuteten Gespräch erklärt hat, es würde mich echt interessieren. Und ich möchte mich im Folgenden auch mal etwas vom reinen Blick auf Weblogs lösen – sehe diese aber durchaus als Bestandteil des Folgenden…

    Lehrer und Feedback:
    Der Lehrerberuf kann schnell ein einsamer werden. Man geht in die Schule, sitzt im Lehrerzimmer beim Gespräch über Belanglosigkeiten (an wirklich pädagogische, didaktische Diskussionen – oder gar über konkrete Schüler – traut sich keiner). Es wird gemosert, gemeckert, sich bewehleidet. Dann geht es in die Klasse – zu diesen RAckern, Monstern usw. Anschließend zurück. Dann Heim ins stille Kämmerlein zur Vorbereitung des nächsten Tages.

    Das kann es nicht sein. Habe ich aber leider doch (für mein Gefühl) zu oft erlebt.

    In mehreren Praktika und auch an meiner jetzigen Schule erlebe ich aber etwas anderes. Etwas sehr wohltuendes. Etwas, was die Wahrnehmung meiner Arbeit und mein Wohlbefinden damit sehr prägt: ehrliche, echte und (das trifft jetzt Deinen Punkt) positive Kommunikation und Feedbackkultur. Und ja, das beinhaltet neben streitbaren aber fairen Auseinandersetzungen um die Sache, um die Schüler, um unsere Pädagogik auch, dass KollegenInnen zu mir kommen und ich zu ihnen gehe und ihnen einfach mal sage, wie sehr ich Ihre Arbeit schätze, wie sehr sie mir helfen usw.

    Ich finde, das ist von so großer Bedeutung, dass ich erschrecke, mit welcher Vehemenz Du eine solche Lob- & Bestätigungskultur über Bord wirfst ja fast diffamierst. Denn letztlich sehe ich meinen Blog ähnlich wie Du als eine sich schon im Schreibprozess selber bestätigende und tragend befriedigende Sache. Ich giere auch nicht nach Lobhudeleien, verstehe meinen Blog aber durchaus als eine digitale, virtuelle Öffnung des traditionellen Lehrer- bzw. Teamzimmers wie ich es mir Wünsche. Und dazu gehört ganz eindeutig, dass es möglich und sogar erwünscht sein sollte, seine Kollegen respektvoll und anerkennend auf die Schulter zu klopfen, sie in den Arm zu nehmen und sich mit Ihnen über Erfolge zu freuen oder bei Schwierigkeiten Mut zu machen.

    Ich kann nicht genau nachvollziehen, wie Deine aktuelle, persönliche Entwicklung aussieht, wie Du mit den von Dir angedeuteten Schwierigkeiten zurecht kommst. Ich habe aber das Gefühl, dass Du Dir nicht zu viele Sorgen darum machen solltest, ob es sich bei diesen Lobhudeleien nun um Schleimerein oder ähnliches handelt. Vielmehr sehe ich durch Beiträge wie diesen eine kollegiale Atmosphäre in Mißkredit gezogen, die ich selber sehr schätze und oft für unterschätzt halte. Und – betrachte es als Lobhudelei oder nicht – die ich auch bei Dir und in Deinem Blog stets als sehr angenehm empfunden habe: Die Möglichkeit, neben der sachlichen und sicher teilweise auch strittigen Auseinandersetzung über konkrete Unterrichtsbelange/-szenarien/-settings auch mal sagen zu können, dass man etwas schätzt und als positiv wahrgenommen hat.

    Denn man sollte nicht unterschätzen, dass solche Botschaften (Schulz von Thun mit seinen 4 Ebenen einer Nachricht lässt Grüßen) nicht immer nur auf der Beziehungsebene anzusiedeln sind. Sondern darin steckt sicher auch eine Portion Selbstoffenbarung in dem Sinne, dass die Lobhudeler damit etwas von sich (Bestätigung, Erleichterung, Befreiung – am Beispiel Deines Berichts vom Scheitern einer Methode) offenbaren. Den bewussten Blick auf das Schulz von Thun’sche Modell und vielleicht Deinen eigenen Umgang damit, könnte vielleicht ein Ansatz sein, nicht nur die eine Botschaft in solchen Kommentaren zu lesen, wie Du es – so erscheint es mir – derzeit tust.

    Verstehe meinen Kommentar nicht als Angriff. Vielmehr als die Bitte, eine mir und aus meinen Lehrererfahrungen als so wichtig erlernte Lehrerzimmer-Kultur (und den Blog als dessen Öffnung verstanden) nicht mit einem solchen Federstrich beiseite zu wischen.

  8. Was mich angeht, so habe ich dich vehement „gelobt“. Allerdings nie als Person sondern als Aktionsforscher. Auf dieser Ebene machst du eine hervorragende Arbeit. Und das möchte ich als Spezialist sagen dürfen.
    Wir sollten also nicht persönliche und fachliche Ebenen vermischen.

  9. Oliver Specht sagt:

    Erwartest Du in den Kommentaren wissenschaftliches Arbeiten?

    Ansonsten verstehe ich Deine Aufforderung nur unter dem persönlichen Aspekt des Genervtseins🙂

  10. Anna sagt:

    @cspannagel Du schlägst vor: „[…] Beschreibt die Kritik und die Ideen, die ihr habt, möglichst inhaltsbezogen und ohne persönliches Lob („Es ist alles ganz toll, was du machst, aber evtl. gibt es da etwas, ich bin mir nicht sicher, aber…“ hilft nicht wirklich.)“

    Diese Regel wiederspricht der einfachen Regel des guten Feedbacks, die besagt: Man sagt etwas Positives (etwas das man gut findet) und schiebt dann die Kritik hinterher, die man am besten noch noch mit einem konstruktiven Verbesserungsvorschlag abrundet.

    Warum macht man das so? Nun dann ist derjenige, der die Kritik einstecken muss durch den ersten positiven Kommentar vielleicht mehr bereit, sich die Kritik ernsthaft anzuhören.

    Ich halte es für falsch, alles Positive aus Kommentaren zu streichen (ich hab deine Aussage so interpretiert > falls das nicht so gemeint war, sag bescheid). Damit erreichst du auf Dauer, meines Erachtens, nur den gegenteiligen Effekt: nämlich das du das Gefühl bekommst, dass die Welt gegen dich ist und kein Mensch mal deiner Meinung ist…

    Ich bin also für die goldene Mitte: konstruktive Kritik und Positives zu paaren. Ich gehe dabei natürlich davon aus, dass der Empfänger des Feedbacks nicht nach dem positiven Kommentar, aufhört weiterzulesen und glücklich nach Hause geht…

  11. Lisa Rosa sagt:

    Wieder finde ich, dass man von dem, was in 1 weblog vor sich geht, nicht gleich generalisierend auf webspezifik oder medienspezifik schließen darf. Wenn hier viel Bestätigungs-Verkehr war, dann heißt das nicht, dass es anderswo auch so ist. (Bei mir z.B. nicht, ich kriege mindestens genausoviele kritische Kommentare wie Zustimmung und Ergänzung.) ich denke, die Art der Kommunikation ist von mehreren Faktoren abhängig: vom Medium natürlich, aber natürlich auch von den Kommunikanden, denen, die an der Kommunikation teilnehmen. Wenn du nicht mehr soviel Laudatio haben möchtest und nicht zum Guru gemacht werden willst, kann ich das sehr gut verstehen. Der Weg dahin ist sicher nicht, bestehende Kommunikationskanäle zu verschließen, sondern selbst andere Signale auszusenden. Was du ja hiermit getan hast.

  12. MAWSpitau sagt:

    Das ist doch Mist! Wenn ich etwas gut finde, dann muss man es auch schreiben dürfen! Dogmen taugen auch hier nichts! Jede Handlung hat in einem speziellen Kontext ihre Berechtigung. Und ich meine JEDE Handlung!

  13. Ich kann mich scheppler insofern anschließen, dass auch ich eine ausgereifte und gerade auch positive Feedback-Kultur enorm wichtig finde. Nicht nur im Lehrerberuf – auch an der Uni oder vielen anderen Berufen ist eine solche häufig nicht gut ausgebildet.

    Was mir dabei aber vor allem wichtig ist: am produktivsten ist für mich immer das Feedback, was *informativ* ist… und das ist m.E. – auch wenn es positiv ist – eigentlich keine „Lobhudelei“. Also ich denke, es bringt auch weiter, wenn jemand sagt, was genau er positiv findet… wenn ich mich darüber freue, dass endlich mal jemand ein bestimmtes Problem anspricht, dann muss ich das eigentlich auch sagen dürfen. Gerade um dann gemeinsam nach Lösungen zu suchen…

    Aber vielleicht geht es gar nicht darum – ich habe eher den Eindruck, es geht dir, Christian, um eine Art „Hype“ die entsteht, wenn sehr viel positiv kommentiert wird bzw. dass der Eindruck eines solchen erzeugt wird… (habe ich das richtig verstanden?)

    Ich denke auch, dass einige Unterschiede zwischen einer Feedbackkultur in einer Schule, Uni oder in einem Unternehmen und einer Feedbackkultur in einem Weblog bestehen… – meine ersten Gedanken dazu:
    – im Weblog ist jedes Feedback öffentlich zugänglich… und das ist ja einerseits von Vorteil (ich kann auch über die Kommentare zu einem Artikel zum intensiveren Nachdenken darüber angeregt werden), andererseits kann natürlich dann eher mal der Eindruck entstehen, dass hier jetzt „alle“ nur „jubeln“… das ist für einen eher kritischen Leser (der diese Kommentare ja dann alle liest, bevor er vielleicht noch einen eigenen verfasst oder es dann bleiben lässt…) vielleicht wirklich ein Problem. Und das *gerade* noch in einem thematischen Bereich (v.a. in der „Selbstbespiegelung“ des web 2.0), in dem kritische Leser tendenziell weniger Erfahrung haben, sich vielleicht unsicherer und eher ‚außen vor‘ fühlen… Und dann besteht die Gefahr des „Hypes“ (auch wenn der vielleicht nur von außen so wahrgenommen wird und vielleicht gar nicht so extrem existiert) nach meiner Wahrnehmung wirklich… (das wäre mal ein eigenes Blogpost wert, aber was schreibt man schon kritisches im web 2.0 übers web 2.0 ;-))
    – außerdem: die Feedbackkultur innerhalb eines Weblogs ist meiner Wahrnehmung nach wesentlich weniger „abgeschlossen“ als woanders. In einem Unternehmen etc. sind es ja immer die gleichen Personen, die sich gegenseitig Feedback geben – im Blog (zumindest in diesem ;-)) kommen immer mal wieder auch neue dazu. Auch das ist ja eigentlich sehr positiv und genau einer der Vorteile… nur es entsteht vielleicht für den Außenstehenden der Eindruck eines sehr großen Kreises, die alle etwas ganz toll finden…
    – und: die Feedback-Geber im Weblog sind für den Außenstehenden (und vielleicht manchmal auch für den Gefeedbackten selbst?) nicht unbedingt in ihrem Kontext wahrnehmbar (in der Uni oder in einer Schule weiß man, wer da Feedback gibt, welche Rolle er/sie normalerweise hat, welcher Erfahrungshintergrund vielleicht besteht…) – vielleicht verändert das auch die Wahrnehmung des Feedbacks? (auch das hat natürlich wieder Vorteile und Nachteile, könnte ich mir vorstellen…)

    Insofern denke ich schon, dass bezüglich der Feedbackkultur im Weblog Besonderheiten bestehen… ich würde diese nun nicht unbedingt gleich dafür ‚verantwortlich‘ machen, dass eine bestimmte Kultur (sei es Hypes, sei es ‚Flames‘) entsteht… da geht es natürlich vor allem darum, sich dieser Besonderheiten bewusst zu sein und sie bewusst zu nutzen… und insofern finde ich es gut, diese Problematik anzusprechen – auch wenn ich grundsätzlich nicht denke, dass ein „Verbot“ bestimmter Kommentarsorten dabei viel bringt…

  14. Filterraum sagt:

    ganz tolle kommentare.
    ich bin begeistert!

  15. Walter Spannagel sagt:

    Keine Lobhudeleien: das könnte bedeuten, positives Feedback nur noch spezifisch zu äußern. Das finde ich ok.

    Es könnte aber auch bedeuten: generell kein Lob mehr in Kommentaren. Das kannst du als Pädagoge aber nicht wirklich ernsthaft verlangen.

    Oder es kann schließlich bedeuten: Liebe Leute, es wird mir alles ein wenig zu viel. Das kann ich als Gegenpendel-Reaktion auf deine jetzt abgeschlossene exzessive SocialWeb-Zeit verstehen.

    Die Fast-Drohung, den Blog zu schließen, bitte ich dich gründlich zu überdenken. Vergiss bitte nicht, dass es nicht wenige Nutzer deiner Webpräsenz gibt, die (wie ich) nicht ohnehin ständig mit dir im Kontakt stehen. Willst du die alle wirklich loswerden, abschütteln, abweisen?

  16. Hokey sagt:

    Ich bin ein wenig enttäuscht über den Tenor in den Kommentaren und hoffe, dass das auf einem Missverständnis beruht: Ich habe nicht den Eindruck, dass Christian Lob gänzlich verbannen will, aber „Lobhudelei“ (sprich: übermäßiges, unkritisches, unreflektiertes Lob) in Zukunft gerne vermeiden möchte.

    Es glaubt doch nicht im Ernst jemand, dass Christian sofort Kommentare löscht oder gar Schlimmeres tut, weil man sich positiv über einen Beitrag äußert. Die Kirche darf auch heute wieder eine Nacht im Dorf verbringen…

  17. mosworld sagt:

    Ich finde wenn jemand das Bloggen aufgeben will, soll er das ruhig machen. Das ist doch keine Drohung. OK, die Fans von den Take That usw. reagierten ähnlich. Na wenn jemand kein Musik macht, weil es kein Spaß mehr macht oder man sich dabei nicht ausdrucken kann ist das super OK.
    Man muss ja nicht für andere bloggen, denn dann wird es nicht authentisch.
    Es ist Chris Blog wenn er keine Lob will dann will er den nicht.
    Ist ja keiner gezwungen hier zu lesen. Der Diskurs hat das Bloggen/Kommentieren/lesen auf diesem Blog interessant gemacht. Wenn das fehlt, weil alle einer Meinung sind wird es langweilig.

  18. cspannagel sagt:

    @Hokey Danke. Es gibt für mich einen klaren Unterschied zwischen positivem, inhaltlich begründetem Feedback und Lobhudelei. Ich denke, dass hierauf einige Missverständnisse in den Kommentaren beruhen.

    Die Punkte 1 und 2, die ich angeführt habe, beziehen sich auf eine „wenn“-Aussage: „Wenn ihr geneigt seid zu lobhudeln, dann…“. Wenn ihr etwas gut findet, dann schreibt das, und besser noch warum. Wenn ihr lobhudeln wollt, dann lasst es. (Insofern, Anna: Könnte darauf dein Missverständnis beruhen?)

    @Scheppler Schau dir z.B. nochmal deinen ersten Absatz an: „bei diesem Beitrag gibt es tatsächlich mal keinen Grund zur Lobhudelei. Denn mit diesem Einschnitt stellst Du Dich gegen etwas, was ich als grundlegende Notwendigkeit im Lehrerberuf erachte.“ Ich kann mir nicht ernsthaft vorstellen, dass du Lobhudelei als grundlegende Notwendigkeit im Lehrerberuf erachtest. Feedback – positives wie konstruktives – ist enorm wichtig. Lobhudelei ist gefährlich und kontraproduktiv.

    Meine Überlegung, mit dem Bloggen aufzuhören, war auch keine (Fast-)Drohung, sondern eine ernsthafte Überlegung. Ich bin mir unsicher, ob der Austausch in meinem Weblog tatsächlich inhaltlich und konstruktiv ist oder mich eher verblendet. Wenn letzteres zutrifft, ist es besser, es zu lassen.

  19. mosworld sagt:

    @chrisp Kurze Frage macht Dir das bloggen Spaß? ich will nicht wissen, ob es produktiv ist, oder inhaltlich konstruktiv ist. Macht es Spaß zu schreiben? oder die Kommentare zu lesen?

  20. Scheppler sagt:

    @hokey und @cspannagel: Danke für die Kommentare. Tatsächlich scheint sich auf meiner Seite in Ansätzen ein Missvrerständnis aus der Fremdhei/Unkenntnis des Worts Lobhudelei ergeben zu haben.

  21. Maik Riecken sagt:

    „Kurze Frage macht Dir das bloggen Spaß? ich will nicht wissen, ob es produktiv ist, oder inhaltlich konstruktiv ist. Macht es Spaß zu schreiben? oder die Kommentare zu lesen?“

    Das sind für mich die entscheidenden Fragen beim Bloggen. Und Lobhudelei gehört zum Berühmtsein dazu. Ob man berühmt wird oder nicht, sucht man sich als Mensch selten selbst aus. Aushalten können möchte ich das trotzdem, wenn es bei mir mal so weit kommen sollte :o)…

    Da meine Beiträge in meinem Blog statisch sind, kann ich – nach mittlerweile Jahren – wieder daraufschauen und meinen heutigen Standpunkt in Relation zu den Gedanken (und im besten Fall auch Kommentaren) in dem jeweiligen Artikel bestimmen. Dann fällt es mir leichter daran zu glauben, dass man sich entwickelt.

    Das ist für mich nachhaltig gut. (Kritische) Kommentare sind auch gut. Aber in meinem Blog muss ich teilweise auch wochenlang ohne auskommen. Und das geht, wenn ich an den Nutzen durch die potentielle Relativierungsmöglichkeit denke.

    Gruß,

    Maik

  22. cspannagel sagt:

    @mosworld Spaß? Mmh… ich würde es anders ausdrücken: Ich habe eine hohe Motivation zu bloggen. Manchmal macht es Spaß, bestimmte Dinge so und nicht anders zu formulieren. Manchmal ist es aber auch anstrengend.

    Um evtl. noch eine Erläuterung hinzuzufügen: Ich greife mal Schepplers Beispiel aus dem Lehrerberuf auf. Ich betreue ein Tagespraktikum, in dem Studierende Unterricht halten müssen. Anschließend diskutiert die Gruppe über den Unterricht und gibt Feedback. Dabei lege ich logischerweise (!) besonderen Wert darauf, dass das Feedback nicht bei Aussagen wie „Dein Unterricht war toll.“ stehen bleiben darf. Sondern: Die Studierenden haben Beobachtungsbögen mit bestimmten Schwerpunkten, auf denen sie mitprotokollieren, was sie gut/schlecht fanden und warum. Genau diese inhaltlichen Aspekte werden dann mit Begründungen und Verbesserungsvorschlägen nach der Unterrichtsstunde besprochen. Dies vergleiche man mit folgendem hypothetischen Szenario: Der unterrichtende Student gibt nach dem Unterricht einen Kommentar ab: „Irgendwie lief es nicht so gut. Mit diesem und jenem Aspekt war ich nicht zufrieden.“ Die anderen, beobachtenden Studierenden sagen darauf hin: „Wir finden das ganz toll, dass du das zugibst. Das ist authentisch.“ Nicht wirklich prima, oder?

    Ich weiß, dass dieses Beispiel überzogen ist, aber die Tendenz dazu besteht in den Kommentaren in meinem Blog oft. Ich möchte aber auch @cw und m.g. Recht geben: Es liegt vielleicht auch an meinen Beiträgen. Ich werde zukünftig versuchen, noch konkretere Erfahrungen zu berichten und konkrete inhaltliche Fragen zu stellen bzw. auf konkrete, mögliche Diskussionspunkte hinzuweisen.

    Insgesamt zweifle ich aber momentan daran, ob die Diskussionen im Web tatsächlich dieselbe Tiefe erreichen können wir das „kollegiale Arbeitsgespräch“, wie es m.g. genannt hat. Vielleicht ist auch der Anspruch überzogen, dass hier im Blog „echte“ Diskussionen stattfinden können/sollen. Denn, wenn man es nüchtern betrachtet: An einen Weblog-Beitrag schließt sich nicht ein Forum an, sondern es sind Kommentarfelder. Und Kommentare sind oft etwas anderes als Diskussionsbeiträge.

  23. mosworld sagt:

    @cspannagel vielleicht solltest Du Dir einen Spaß Blog einrichten. Ich danke mit Spaß hat es vor Jahren angefangen. Wenn der Blog auch ein Teil Deines Jobs ist musst Du halt manchmal durch.
    Die andere Frage ist, bist Du der einzige der von den Beiträgen profitiert, mansch ein Kommentar in Deinem Blog ist länger als andere Blogbeiträge. So hätten sich sicher einige Diskussionen auf mehre Blogs verteilen können, was sicher interessant gewesen wäre.
    Ich sehe den Blog als ein Werkzeug um eine bestimmte Tiefe an Diskussion zu erreichen. Ist ein Thema interessant genug und man muss tiefer gehen, kann man es auf dem nächsten Educamp Diskutieren z.B.. Ist es super interessant, dann kann man die entsprechenden Beteiligten zu einem Skyp Gespräch einladen, wenn sie verteilt sind in der Welt.
    Bei 46 Kommentaren müssen nicht alle gut sein. Das sind mehr Kommentare als ein LehrerIn in einer Schulstunde zusammen bekommt🙂 .
    Bedenke noch eins, dass wir (viele) noch lernen müssen wir man in einem Blog konstruktiv Kommentiert. Das Gespräch lernen wir von der Schule an über Studium. Das schriftliche kurze spontane Reflektieren muss vielleicht noch erlernt werden.

  24. payoli sagt:

    Kritik Kannst Du haben:
    Absolute ‚Micky Maus‘- Themen, die sich mit läppischen peanuts befassen die völlig am Leben, um nicht zu sagen der Lebensessenz vorbeigehen.
    Liebe Grüße!
    paradise your life ! 😉

  25. Adi Kreft sagt:

    Ungalublich die Wissenschaft.
    Alles wird zerlegt. Mit Logik.
    Und keiner hört mehr zu. Das Ghetto der Gleichgesinnten lutscht sich aus.
    Ich fasse es nicht.
    Konkrete Taten sind gefragt. WOW Projekte.
    Draußen brennt es.
    Arbeitslosigkeit. Mutlosigkeit.
    Erwachsene und Jugendliche sind im gleichen Boot. Perspektivlosigkeit.

    Und hier?

    Shit.

    Es wird Energie verschwendet, statt aus dem Ghetto der Wissenschaft zu entfliehen und konkrete großartige Lösungen anzugehen. Nach der Methode Try, fail, learn.

    Christian, Du tust mir leid. Warum?
    Weil Du eine Kapazität hast, die Du nach meiner Meinung weiterhin im Ghettoraum statt in der rauhen Realität draußen anwendest.

    Realität hat das Problem der Lobhudelei nicht. Weil der Weg voller Fehler ist. Immer, wann man was Neues wagt, innovatives, wird man naive Fehler machen…..

    So, jetzt widme ich mich wieder der anderen Welt…bye…..

  26. mosworld sagt:

    @adi Realität ist da wo man sich aufhält. Nicht jeder hat die Selbe Realität. Ich weiß, dass meine Realität sich geändert hat mit der Zeit. „das Ghetto der Gleichgesinnten“ ist keine schlechte Sache solange sie durchlässig ist, was wiederum dann kein echtes Ghetto wäre.
    Wenn die ersten Physiker und Mathematikerinnen nicht in ihrem „Ghetto“ hantiert hätte, wäre die Welt jetzt anders als sie ist. Ich nehme an wir hätten jetzt kein Blog zum kommentieren.

  27. Adi Kreft sagt:

    @mosworld
    Du hast mich falsch verstanden.
    Was meinte ich?
    80% raus an die Front – dort wo die Probleme gelöst werden – und zwar die brennendsten und 20% Kopfarbeit (Wissenschaft).
    Bitte die %-te nicht wörtlich nehmen.
    Kollektive Intelligenz bilden durch heterogene Gruppen – unterschiedliche Typen. Und konkrete WOW-Projekte definieren. Erstbesteigungen von 8000-ern.

  28. cspannagel sagt:

    @payoli @Adi Ihr trefft den Nagel auf den Kopf. Genau so ist es. (Das war auch der Tenor des Gesprächs mit m.g.)

  29. apanat sagt:

    Bis mir meine Kritik eingefallen ist, steht sie hier schon. Zum Teil sogar ernst gemeint.
    Nur zwei Beobachtungen darf ich anfügen:
    1. Deine Forderung „Nicht erstmal Lob, sondern Kritik“ klingt sehr deutsch. (Deutsch ist doch hoffentlich ein negativer Ausdruck?)
    2. Dein Blog soll von jetzt offenbar den Anforderungen genügen, die ein gewisser schulmeisternder Blogbeobachter an Blogs gestellt hat.
    Muss man immer gleich arbeiten müssen und darf man sich nicht freuen, wenn jemand etwas, was man schon immer tun wollte, mutig getan hat???

  30. cspannagel sagt:

    Lieber apanat,

    zu deinem 1.: Meine Bitte war „Wenn du geneigt bist zu lobhudeln, dann behalte dein Lob für dich.“

    zu deinem 2.: Klar darfst du dich freuen. Du musst aber auch sehen, dass – wenn du lobhudelst und andere mit einsteigen – dass dann Kritiker verhaltener mit ihrer Kritik reagieren oder es sogar ganz sein lassen, weil sie den Eindruck haben, dass sie sich gegen eine eingeschworene Gemeinschaft stellen. Du verhinderst also den inhaltlichen Austausch dadurch.

  31. apanat sagt:

    Völlig einverstanden damit, dass „Hype“ und gegenseitige Selbstbestätigung den Blick auf Wirklichkeit verstellen können. (Und ich will nicht behaupten, dass ich nie ‚verhaltener mit meiner Kritik reagiert‘ hätte, wenn die Lobenden sich mal wieder sehr einig waren, und ganz gewiss nicht, dass ich jedesmal (!), wenn ich etwas weniger gut fand, das gleich gemeldet hätte. Aber dafür hat niemand die Zeit.)

    Manche Arbeiten darf man freilich auch nicht zu realistisch sehen, sonst finge man sie nicht an.

    Und du hast in der Tat manches in die Hand genommen, wozu man schon einen großen Schuss Selbstvertrauen braucht. Und das war gut so.

  32. So wenig Authentizität war noch nie. Aber: In Diskurs und Tat konstruiert sich doch niemals Schulmeisters Laden daraus. Laudatiert oder gedisst zu werden – das kommt gleich; die strukturale Dimension des Netzwerks ist dem Gelobten oder dem Gehateten sowieso nicht zugänglich, weil er Handelnder ist. Erst wenn Christian mit dem Bloggen aufhört und sich auf eine (selbst)entspiegelte Beobachterposition zurückzieht, wird’s schulmeisterlich inkommod, Re-Aktionsforschung quasi … Die klassische Alternative „Veröffentlichen ohne Netzwerk“, wie von Schulmeister letztgültig implizit favorisiert, scheidet aus. Mancher wird seine Followerschaft und Leadership halt nie los … Das Primat des Sozialen eben, nicht sein Fluch. Und das ist sehr lässig. Rise up.

  33. @DerAlteFritz
    Interessant! Bitte mehr davon!

  34. Tobias Unger sagt:

    Schalte die Kommentarfunktion aus und lass Dir E-Mails schicken! Wer eine solche schickt, macht sich in der Regel mehr Gedanken, formuliert und begründet diese. Sowohl bei positivem als auch bei negativem Feedback. Sachen wie einfach nur „toll“ oder „klasse“ fallen dann weg …

    Im Allgemeinen geht es doch um die Frage, wie viel Öffentlichkeit und Feedback möchte ich. Was bleibt privat und wo gebe ich nichts von mir kund. Von einem omnipräsenten Spannagel solltest Du daher nicht zu einem omniabstinenten Spannagel mutieren. Die Balance zu finden, ist sicherlich das Schwierigste …

  35. ekirlu sagt:

    Dies ist der Versuch Deine Blogeinträge seit dem Ausstieg auf das wesentliche herunterzubrechen:

    Was Du suchst ist „Wahrhaftigkeit“. Um dem auf den Grund zu gehen was wahrhaftig ist an einer Sache, muss man sich mit den Aspekten dieser Sache auseinandersetzen. Um sich mit etwas auseinanderzusetzen reicht es nicht, dass einzelne Kommentatoren einzelne Aspekte ansprechen und Du kurz Stellung dazu beziehst. Um sich dem Kern einer Sache zu nähern braucht es Kommuniktionsschleifen. Dies kann nicht funktionieren, wenn Du 2 Artikel pro Woche postest auf die dann jeweils 30 Menschen antworten. Wenn Du mit jedem eine „Kommunikation“ führen wolltest, die zum Kern führt, hättest Du für nichts anderes mehr Zeit.

    Es gibt m. E. zwei Wege um den Blog weiterzuführen und zu Wahrhaftigkeit zu gelangen:

    1. Du suchst Wahrhaftigkeit außerhalb des Blogs und nutzt den Blog als Anregung im Sinne von: „Diese Aspekte sind angeprochen worden – mit diesen setze ich mich auseinander.“

    2. Du beschränkst die Anzahl der Kommentatoren auf 5 je Artikel. Mit diesen diskutierst Du. Die anderen Blogleser können diesen Diskussionen – ähnlich einer Podiumsdiskussion – folgen. Durch die Beschränkung würden automatisch nur noch die Menschen etwas schreiben, die etwas wichtiges zu sagen haben und jeder würde sich überlegen, ob das was er zu sagen hat wichtig ist. Und die Kommentatoren würden wechseln, denn nicht jeder hat zu einem Thema etwas zu sagen.

  36. Hier noch my 2 ct:

    1. Von der Veranlagung und örtlichen Herkunft her bin ich wohl eher ein Mensch, der Euphemismen verwendet… und als Pädagogin natürlich lieber eine Person, die starken Seiten stärken will, eben durch Rückbestätigung.
    Von daher ist ein Lob-Verbot für meine Persönlichkeit und Arbeitsweise eine Herausforderung (gut).

    2. Verbote generell verleiten mich – auf der anderen Seite – wiederum, genau jenes verbotene Land aufzusuchen und zu versuchen.

    Von daher habe ich jetzt zwei Seelen mehr in meiner Brust, die sich gegenseitig wahrscheinlich aufheben.

    P.S.: Warum hast Du meinen Bier-Kommentar gelöscht?

    m

  37. cspannagel sagt:

    @Tobias Ich hatte tatsächlich schon überlegt, die Kommentarfunktion auszuschalten. Aber nur ganz kurz überlegt. Ich will ja Diskussionen führen und Kommentare haben. Nur – die bisherige Kommentarpraxis verhinderte Kritik. Und das finde ich schade bis gefährlich. Ich werde demnächst eine Seite in meinem Weblog angelegen, auf der ich -konstruktiv- beschreibe, wie ich mir Diskussionen wünsche.

    @ekirlu Kommunikationsschleifen – genau. Deshalb ist der nicht-virtuelle Austausch auch intensiver und wirksamer. Ich denke, Punkt 1 deiner Vorschläge ist der bessere – ich will auch Nr. 6 die Möglichkeit geben, mitzusprechen.

    @Monika Nicht, dass du handlungsunfähig wirst!😉
    Ups – ich hatte deinen Kommentar nicht gelöscht, der ist im Spam-Ordner gelandet. Seltsam… ;-)) Du willst ein Bier ausgegeben haben? Das klingt aber nach Bestechung…😉

  38. ixsi sagt:

    Der Besucher, der auf deinen Blog gerät, sieht zunächst ein Bild von dir in einer lockeren Pose und einen nicht unbedingt ernst gemeinten Untertitel. Er denkt sich, „Toll, hier geht es nicht zu ernst zu, hier darf ich auch mal mit einem Wissenschaftler locker diskutieren.“

    Wenn er diesen Beitrag liest, stellt er fest, dass dem nicht so ist. Er darf nur noch auf eine bestimmte Weise schreiben. Die Erleichterung, dass auch Wissenschaftler in der Schule eine Bauchlandung erleben, darf er nicht äußern, denn das ist unerwünschte „Lobhudelei“. Oder er schreibt eine ausführliche Kritik der Stunde (die er nicht kennt bzw. nur aus deinen Worten), die der Arbeit eines Fachleiters alle Ehre machen würde.

    Im Gegensatz zu einem Stundenentwurf eines Referendars ist ein Eintrag im Blog doch wesentlich informeller. Schon in seinem Aufbau, aber auch in der Wortwahl bist du keinen Regeln unterworfen. Ebenso antworten dir Menschen nicht so formal wie der Fachleiter auf einen Stundenentwurf.

    Ich hoffe, ich konnte meine Verwirrung über deinen Blog verständlich machen. Ich würde mir wünschen, zukünftig wieder positivere Berichte (auch aus der Schule) zu lesen und auch zu kommentieren.

  39. Lieber Christian,

    du wirst sie nicht los, die Kommentare, vor allem die emotional gefärbten – im Gegenteil: Je mehr Störung du in deinem Umfeld verursachst, umso mehr werden sie. Entweder du intendierst genau das und das Ganze ist eine Strategie (dann machst du das gerade perfekt – würde dir jeder Kommunikationsforscher zugestehen) oder das passiert ungewollt (dann hast du grad ein Problem – aber manchmal braucht man die ja, um über ihre Lösung weiterzukommen).

    Auf jeden Fall wäre es eine interssante psychologische Studie, mal zu schauen, wie es kommt, dass die in Blogs oft vermisste Kommentarkultur😉 unter bestimmten (welchen?) Bedingungen richtiggehend aufblüht.

    Auch wenn Wisenschaft und damit auch Blogs von Wissenschaftlern sicher in gewisser Weise ernsthaft sein sollten (auch ernsthaft übrigens bei Kritik UND Bestätigung), besteht die Lösung vielleicht darin, dass man manches dann doch etwas gelassener sehen und nicht ganz SO ernst nehmen sollte (jedenfalls sind unsere Themen ja nicht existenziell). Vielleicht ist Helges Vorschlag vom „Lobhudelmeter“ in diesem Sinne eine besonders geeignete Lösung🙂

    Gabi

  40. Oliver Tacke sagt:

    Gerade gestern einen neuen Begriff kennengelernt. Erlebst und befürchtest du möglicherweise so etwas wie einen positiven „shit storm“?

    http://saschalobo.com/2010/04/22/how-to-survive-a-shitstorm/

  41. Esther sagt:

    Lieber Christian
    Bedenkt man einmal, dass in dem Wort „Blog“ das Wort Log und damit (Schiffs)tagebuch drinsteckt, sind Kommentare dazu genauso unpassend wie die Tatsache, dass in dem Wort Lobhudelei das Wort Lob enthalten ist.
    Ich meine welcher Käptn würde schon wirklich wollen, dass die Besatzung mit ihm über seine Einträge im Logbuch diskutiert…
    Nach dieser eher sprachlich gefärbten Sicht auf die Dinge, glaube ich schon verstanden zu haben, um was es dir eigentlich geht. Ich wünsche mir auch eine bestimmte Reflexionskultur (zum Beispiel in der Arbeit/ Praktika mit Studenten), dennoch bin ich für einen respektvollen Umgang miteinander und dazu gehört auch, Menschen mit deren Reflexionsfähigkeit (Lob und Kritik trifft vielleicht gar nicht, um was es dir hier geht) es nicht so weit her ist, mit Respekt zu begegnen.
    Allerdings werden wir in Zeiten von „gefällt mir“-Buttons im Web leider nicht besonders zur Reflexionskultur angeregt.
    Übrigens zeugen auch negative Kommentare, die man in anderen Blogs zu Hauf lesen kann, oft nicht gerade von einer echten Auseinandersetzung mit dem Thema.
    Esther

  42. cspannagel sagt:

    @ixsi Klar, es wird wieder positive Berichte geben. Im Endeffekt war auch dieser Beitrag nicht negativ gemeint, sondern ist aus der Motivation heraus entstanden, den aktuellen Zustand zu verbessern. Etwas näher habe ich das in meinem neuen Blogbeitrag beschrieben: Breit oder Tief?

    @Gabi „Auf jeden Fall wäre es eine interssante psychologische Studie, mal zu schauen, wie es kommt, dass die in Blogs oft vermisste Kommentarkultur😉 unter bestimmten (welchen?) Bedingungen richtiggehend aufblüht.“ – Genau das habe ich mir auch schon gedacht. Mir fällt dazu sogar ein experimentelles (!) Design ein. Wollen wir das mal angehen?

    @Esther Unter anderem war dein Beitrag ausschlaggebend für meinen neuen Blogartikel. Somit ist dieser eine Antwort auf deinen Beitrag.😉

  43. @Christian: Sorry für die verspätete Antwort … aber die Quantität in flächenbegrenzten Rechtecken …. davon bin ich auch betroffen😉. Ja, wäre schön, wenn du mir deine Idee der Übeprüfung der Frage nach den Bedingungen für eine „Kommentarkultur“ mitteilen könntest.

    Gabi

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