Impro-Vortrag: Resümee

Veröffentlicht: Dienstag, November 15, 2011 in Twitter, Web 2.0

Gestern hab ich nen Impro-Vortrag in Bad Urach im Rahmen eines Treffens des Netzwerks Senioren-Internet-Initiativen zum Thema „Chancen und Risiken im Social Web“ gehalten. Das Prinzip: Über Twitter und Twitterwall wurden Stichpunkte zugeworfen, die ich aufgegriffen und ein wenig darüber erzählt habe. Das Ganze wurde auch gestreamt, damit die Twitterer, die nicht zufällig gerade in Bad Urach saßen, auch was davon hatten. Ein paar resümierende Gedanken im Folgenden:

  • Die hohe Aktivität auf der Twitterwall hat die Dynamik des Social Web wirklich sehr eindrücklich demonstriert. Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die sich beteiligt haben! Die Aktivität war so hoch, dass sogar ein Teilnehmer fragte, ob man die Twitterwall-Änderungen nicht langsamer einstellen könnte. Ich konnte tatsächlich bei weitem nicht alles, was über Twitter eingebracht wurde, aufgreifen. Auch das war letztlich eine schöne Demonstration: Man kann nicht alles, was in Twitter passiert, mitbekommen. Das ist aber auch nicht schlimm: Ein Tweet, der uns im Raum nicht erreicht hat, hat vielleicht andere Menschen in der Twittersphäre erreicht. Also: Alles im Lot.
  • Einigen Teilnehmern (on- und offline) hat der rote Faden gefehlt. Klarerweise konnte es bei diesem Konzept keinen roten Faden geben. Dies mag man an dem Vortrag bemängeln, allerdings hat der Vortrag dafür rüber gebracht, wie Netzaktivität in Twitter und ähnlichen Netzwerken beschaffen ist: Diese hat nämlich oft auch keinen roten Faden, sondern ist überaus sprunghaft. Also: Zweck erfüllt, würde ich sagen. Es ging mir nicht darum, einen geschliffenen Vortrag über das Social Web zu halten, sondern darum, das Social Web in den Vortragsraum zu bringen. Und ich glaube, dies ist gelungen.
  • Eine Erfahrung, die ich bei solchen Events öfter mache: Man kommt eine Stunde vorher, baut alles auf, testet, und dann passiert 5 Minuten vor dem Vortrag irgendwas, was einen in extremen Stress versetzt. So auch gestern: Ich hatte meinen ustream-Stream recht früh getestet, alles lief – bis 5 Minuten vor Vortrag. Dann habe ich das Stativ der Kamera etwas höher gestellt, dabei ein wenig am Kabel gewackelt, und schon hat Windows meine Kamera nicht mehr gefunden. Also: Rechnerneustart. Danach funktionierte zwar der Stream wieder, ich war aber nur in „Micky-Maus-Ton“ zu hören. Gottseidank hat @tracernet das Problem kurz nach Beginn dadurch lösen können, dass er die Audioqualität runtergeschraubt hat. (Reminder an mich: Audioqualität runterschrauben). An dieser Stelle übrigens herzlichen Dank an Ralph Schneider und Kai-Uwe Piazzi für die ausgesprochen gute technische Unterstützung vor Ort.
  • @hskzoom hat mich gebeten, mal aufzuschreiben, was man für dieses Setting alles braucht (falls das mal jemand nachmachen möchte). Also:
    1. Präsentationsrechner: Rechner + Beamer für die normale Präsentation, am besten mit Internetanschluss, um flexibel auf Twitter usw. zugreifen zu können.
    2. Twitterwall-Rechner: Rechner + Beamer + Internetanschluss. Damit wird die Twitterwall an die Wand geworfen. Ich habe den Dienst twitterwallr genutzt.
    3. Streaming-Rechner: Rechner + Internetanschluss + USB-Kamera + Stativ + Funkmikro. Die Kamera wird per USB als Webcam verwendet. Das Funkmikro stellt sicher, dass der Ton gut übertragen wird (das Problem ist ja meist nicht das Bild, sondern der Ton). Als Streaming-Dienst habe ich ustream.tv verwendet. (Leider spielt ustream.tv Werbung ein, und gestern war das Werbung für einen Egoshooter. Nicht wirklich passend, aber auch wieder ein Beispiel zum Thema „Chancen und Risiken des Web 2.0“).
  • Eigentlich hatte ich auch ein Etherpad vorbereitet, um Aspekte zu sammeln und gleichfalls die Möglichkeit zu bieten, von außen Änderungen vorzunehmen. Im Laufe des Vortrags habe ich das schlicht vergessen. Und, ehrlich gesagt wäre es dadurch auch noch komplexer geworden.

Auf einer Wikiseite habe ich Links und Materialien zusammengestellt – diese dürfen dort natürlich gerne ergänzt werden.

So, und jetzt bin ich über eure Meinung zum Vortrag gespannt: Wie habt ihr das erlebt? Habt ihr Verbesserungsvorschläge für solche Aktionen? Ich würde mich auch sehr freuen, wenn Teilnehmer, die vor Ort waren, kommentieren würden! Also: Feedback bitte!🙂

Kommentare
  1. Hannes sagt:

    Hallo Christian,

    schnelle Reaktion – Klasse🙂 Drei Rechner sind natürlich schon eine hohe Hausnummer für den Schulalltag, an den ich denke. Ich gucke mir in den nächsten Tagen das Ganze in Ruhe an und hoffe, meine schlummernden Ideen dabei zu wecken bzw. weiter zu entwickeln. Darüber hinaus muss ich einfach mal feststellen, dass ich in der Stunde(?) gestern mehr gelernt habe als in allen andern (nicht vorhandenen) Fortbildungen der letzten 2(3,4,?) Jahre.

  2. Für mich als Grufti war die Technik faszinierend, ganz besonders aber auch der lebendige Vortrag.

    Nochmals ganz herzlichen Dank.

    Jürgen

  3. kuki111 sagt:

    Hallo Dunkelmunkel,

    als Teilnehmer vor Ort in Bad Urach war ich wie viele der Anwesenden anfangs skeptisch, was hier ablaufen soll.
    Aber Du hast das wirklich toll gemacht. Ich war überrascht, mit welcher Spontanität und Ruhe Du die Fragen beantwortet hast.
    Für uns alle war das ein Erlebnis, das so schnell wohl nicht getoppt werden kann.
    Vielen Dank
    Helmut

  4. cspannagel sagt:

    @Hannes Wenn kein Vortrag gehalten wird, reicht vorne auch ein Rechner und ein Beamer. Und eigentlich könnte man die Kamera auch an diesen Rechner zum Streaming anschließen, allerdings braucht man dann unter Umständen ein langes Verbindungskabel.

    @Jürgen und @Helmut: Danke für euer nettes Feedback!🙂

  5. carmenulm sagt:

    Hallo, Christian, danke dass du nach Bad Urach gekommen bist und gleich deine „Freunde“ mitgebracht hast. War eine Superdemo von Social Web und hat bei den Teilnehmenden nachhaltig Eindruck gemacht. Nach den vorherigen Negativbeispielen von „Twittern“ und Ablehnung bei den Senior/-innen hat sich nun die Stimmung geändert, vielleicht probieren wir das nun auch mal.
    Bis bald, herzlichen Gruss, Carmen

  6. cspannagel sagt:

    @Carmen Das freut mich wirklich sehr! Ich würde mich freuen, wenn ihr Twitter ausprobiert – und vergesst nicht, @dunkelmunkel zu folgen!🙂

    Viele Grüße, Christian

  7. carmenulm sagt:

    Nachtrag: habe deinen Vortrag mit Flipcamera aufgenommen. Hat eine erstaunlich gute Qualität. Schicke ihn dir zu. Gruß, Carmen

  8. cspannagel sagt:

    @Carmen Das ist ja klasse – ich bin gespannt drauf! Danke!

  9. Anita Hesselmeier sagt:

    Lieber Dunkelmunkel, als absoluter Fan jeder neuen Technik war ich von Deinem Vortrag in Bad Urach begeistert. Na ja, es hat natürlich auch Dein Outfit zum Gesamteindruck beigetragen. Erst dachte ich, aha eine junge Praktikantin hilft hier mit und war ganz platt, als ich Dein Namensschild las.
    Der Vortrag war super, sehr lehrreich und ich würde ihn gern weiterempfehlen !
    Aber ich glaube, bis die Senioren twittern, das dauert noch Jahre…
    Übrigens waren wir uns alle einig, bei solch einem Professor hätten wir gern Mathe gehabt.
    Anita

  10. cspannagel sagt:

    @Anita Wie jetzt? Praktikantin? :-))) … danke für dein nettes Feedback!

  11. Claudia sagt:

    @Anita Super! Ich wette du twitterst bereits. Ich finde es auf jeden Fall viel einfacher als Mathe🙂

  12. Tracernet sagt:

    Moin moin,

    eigentlich kann ich mich auch nur den anderen anschließen (mal von der Praktikantin abgesehen😉 ). Es war total genial.

    Vor allem denke ich haben die Teilnehmer nun mal einen guten Einblick bekommen was Twitter eigentlich überhaupt ist. Denn diese Frage wird hin und wieder gestellt, und der erste Vergleich ist halt der mit der SMS im Internet. Aber die Dynamik die dann entstehen kann, und was ein Hashtag wie z.B.: #nws2 ist, kann man irgendwie nur mittels solch eines Vortrages zeigen, und nicht mit irgendwelchen Folien.

    Von daher Danke für Deinen Impro-Vortrag, aber auch ein Danke an alle Deine Follower, denn ohne diese wäre es so nicht möglich gewesen.

    Gruss
    Kai

  13. apanat sagt:

    […] Die Blogparade wurde erst durch Klaus Dautel […] angestoßen […]

  14. […] Diese Idee muss hier noch “archiviert” werden: Sich über Twitter und Twitterwall Stichworte zurufen lassen und daraus spontan seinen Vortrag entwickeln. Das hat nämlich Christian Spannagel vor einigen Tagen umgesetzt. Und mit Blick auf die Kommentare scheint es funktioniert zu haben! Ein schönes Beispiel für die Öffnung des Klassenraums bzw. das Hereinholen des “Netzes” in den Klassenraum. Christian Spannagel, cspannagel, dunkelmunkel & friends, 15. November 2011 […]

  15. […] Professor an der PH Heidelberg, bin ich auf diese Idee gestoßen. Er schreibt auch über seine Erfahrungen mit diesem […]

  16. Techniker sagt:

    […] interessante Infos/Vortrag zu Chancen und Risiken im Social Web […]

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