Prof. Dr. Dunkelmunkel: Ist die Zeit reif für Grufti-Profs?

Veröffentlicht: Samstag, Mai 18, 2013 in Gothic, Hochschuldidaktik

Ich nutze einfach mal den regnerischen Start des Wave-Gotik-Treffens in Leipzig, um einen Blogbeitrag zu schreiben, der mir schon länger auf dem Herzen liegt. Auf dem EduCamp hat mich Oliver Berger  gefragt, ob ich nicht mal etwas über die vermeintliche Diskrepanz zwischen meinem Beruf und meinem Auftreten schreiben kann: Lange Haare, Piercing, Mono-Inc-Shirt, Nietenhose, Springerstiefel, immer schwarz. Vermutlich gibt es bei Menschen, die nicht wissen, welchen Beruf ich ausübe, zunächst mal starke Vorurteile. Man kann sich im reinsten konstruktivistischen Sinne die Gedanken der „Omi an der Supermarktkasse“ ausmalen, in etwas solche wie „Arbeitsloser Rocker“ oder  „Langhaariger Bombenleger“.

Auf der anderen Seite mache ich öfters die Erfahrung, dass Menschen, die erfahren, dass ich Professor bin, es für meinen Geschmack ein ganzes Stück mit der Ehrfurcht übertreiben. Überspitzt formuliert wird mir gegenüber des öfteren deutlich  gemacht: „Danke, Herr Professor, dass Sie ein Stück Ihrer wertvollen Zeit opfern (wo sie doch ganz bestimmt so viel zu tun haben mit ihren vielen Projekten), um sich  mit meinen unwürdigen Gedanken auseinandersetzen.“ Manchmal denke ich, dass meine Stiefel eigentlich viel sauberer sein müssten als sie es sind.

Vorstellungen von Prototypen scheinen eine viel stärkere Rolle im menschlichen Umgang zu haben, als mir das bislang bewusst war. Wenige Signale werden zum Anlass genommen, ganze Persönlichkeitskonzepte abzuleiten. „Lange Haare“ wird zu „Arbeitsloser Rocker“, „Professor“ wird zu „unnahbarer Wissenschaftsgott“. Eigentlich schade, dass Menschen mit ihren Prototyp-Konzepten dann in die zwischenmenschliche Kommunikation hineingehen, oder dass die Kommunikation vielleicht sogar aufgrund der prototypischen Vorstellungen gar nicht erst zustande kommt.

Gestern fragte mich der Taxifahrer, wo ich her komme. „Heidelberg.“ – „Ah, da gibt es viele Studenten in Heidelberg.“ – „Ja, genau, Heidelberg besteht praktisch aus Studenten.“ – „Was studieren Sie denn?“ – „Ich bin kein Student.“ – „Was machen Sie?“ – „Ich arbeite als Professor.“ – „So sehen Sie aber nicht aus.“ – „Ich gebe mir auch größte Mühe.“

Etwas anders gelagert ist die Tatsache, dass ich meine „normale“ Kleidung auch an der Hochschule und in Vorlesungen trage. Das habe ich nicht immer konsequent gemacht (wie meine ersten Vorlesungsvideos zeigen; wäh!). Die letzten Jahre waren für mich aber auch ein Stück weit eigene Persönlichkeitsentwicklung. Es ist immer wichtiger für mich geworden, meine verschiedenen Identitätsfacetten nicht zu trennen, sondern zu integrieren. Tagsüber Professor, abends Grufti – das fühlt sich für mich nicht gut an.

Ab und zu werde ich gefragt, ob mir das im Laufe meiner „Karriere“ nicht auch mal im Wege stand. Ich kann glücklicherweise sagen: Nein, überhaupt nicht. Gut, vielleicht hab ich das nicht mitbekommen. Aber offen wurden mir gegenüber niemals Vorbehalte geäußert. Als ich mich auf die Professur beworben habe, hat mich ein befreundeter Professor vorsichtig gefragt, ob ich nicht mein Piercing auf dem Bewerbungsfoto lieber rausmachen möchte. Das wollte ich nicht: Die Berufungskommission soll mich wollen, nicht die Maske, die ich aufbaue. Das muss natürlich nicht immer gut gehen. Aber wenn es kein Risiko gäbe, bräuchte man ja auch keinen Mut dazu, und dann wäre es auch nicht befriedigend, wenn’s klappt.

Natürlich kokettiere ich auch gerne damit wie beispielsweise hier im Video mit Graf Zahl oder bei einem Video zu unserer MOOC-Bewerbung (Achtung: schon gevoted? Wir brauchen eure Stimme!). Ich nutze die Strangeness für die Gewinnung von Aufmerksamkeit. Ich müsste ja nicht unbedingt das vampirige Zylinderbild im Web verwenden, aber dadurch macht man neugierig, und Menschen treten mit mir in Interaktion. Jean-Pol Martin hatte es mal auf den Punkt gebracht: Durch Aufmerksamkeit erhält man zahlreiche Impulse von außen und man gewinnt Menschen für die punktuelle oder längerfristige Zusammenarbeit an gemeinsamen Zielen. Problematisch daran ist: Die Grenze zur gefälligen Selbstdarstellung ist schnell überschritten. Das passiert mir ab und zu (tut mir leid). Aber ich übe ja auch noch.

Trotz der Gefahren muss ich sagen: Ich fühle mich in meiner Haut immer wohler. Und das scheint auch nach außen hin zu wirken. Neulich kam eine Studentin auf dem Gang der PH auf mich zu und meinte: „Herr Spannagel, wir haben Sie gerade im Seminar als positives Beispiel verwendet!“ – „Oh. In welchem Seminar denn?“ – „Es ging um Lebensstile.“ – „Und was wurde da gesagt?“ – „Dass man den Kleidungsstil, der zu einem passt, nur dann finden kann, wenn man mit sich selbst im Reinen ist.“ Oder so ähnlich, ich erinnere mich nicht mehr ganz genau an den Wortlaut. Es waren aber auf jeden Fall große Worte.

Gerade im Lehramtsstudium… (oh, ich merke gerade, dass ich diesen Satzanfang öfter verwende: „Gerade im Lehramtsstudium“… dieses Studium scheint doch ganz besondere Anforderungen mit sich zu bringen) … also, nochmal: Gerade im Lehramtsstudium ist Persönlichkeitsentwicklung ein wichtiges Thema. Ich meine dabei nicht die abstrakte, theoretische Behandlung des Themas, sondern die eigene, also die Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden. Diese begleiten nämlich später Kinder und Jugendliche bei deren Identitätsfindung und Persönlichkeitsentwicklung.  Würden wir uns nicht alle Lehrerinnen und Lehrer wünschen, die sich selbst ein Stück weit gefunden haben und aus dieser Selbstbewusstheit heraus mit Kindern und Jugendlichen arbeiten? Hier gilt also (wie immer im Lehramtsstudium): wir müssen in der Hochschullehre als gutes Beispiel vorangehen. Und das bedeutet: Hart an der eigenen Persönlichkeitsentwicklung zu arbeiten.

Vor einiger Zeit kam ein Student mit Dreadlocks in mein Büro und hat sich bei mir bedankt. Er studiere gar keine Mathematik, aber ihm mache es Mut, wenn er bei mir sieht, dass man sich nicht verstellen muss und es doch „zu was bringen“ kann. Genau das ist mir wichtig.

Fazit: Die Gesellschaft braucht mehr Grufti-Profs und Punk-Schulleiter!🙂

So, und jetzt geh ich in die Moritzbastei frühstücken. Hoffentlich gibt’s noch was…

Kommentare
  1. kmesch sagt:

    Wenn ich in meinen Pädagogikkursen das Thema Identitätstheorie, Beispiel Keupp, behandelt habe und dabei zu dem Begriff „Kernnarration“ kam, habe ich immer eine ganz persönliche Kernnarration vorgetragen – natürlich leider nie ganz vollständig, Schule hat Grenzen – und dabei immer sehr gute und meistens witzige Erfahrungen und Diskussionen gehabt. Ein Aufhänger war dabei immer die Schülerfrage „Warum tragen Sie eigentlich nur Schwarz?“ Die richtig langen Haare haben sich leider schon in den 80er Jahren von selbst erledigt.🙂 Will sagen: Man kann als Lehrperson schon offline und online Identitätsmanagement betreiben, muss dabei aber sicherlich viel Fingerspitzengefühl entwickeln. An der Kasse bei Aldi ist das einfacher; wenn mich dort früher jemand angesprochen hat mit „Junge Frau, jetzt machen Sie mal voran“!, musste ich kein Fingerspitzengefühl hervorkramen.

  2. An meiner Hochschule (Business School) herrschen ganz andere Sitten. Schon das Tragen eines längeren Bartes brachte mir nach wenigen Wochen (als klar wurde, dass ich nicht einfach das Rasieren vergessen hatte) den Spitznamen „Osama“ ein.

  3. …jetzt bin ich gespannt, was auf mich zukommt, nach der Veröffentlichung meiner Sammlung von Kurzgeschichten mit dem Vertrauen erweckenden Namen „Thank You For Your Sperm„. Gruftis und Punks sind doch vergleichsweise harmlos—sobald Eros und Libido ins Spiel kommen, wird es erst interessant, wie Sigmund Freud schon merken musste—große Tabus werden da nicht gebrochen…die liegen zur Zeit dort, wo Political Correctness wütet und um sich schlägt…

  4. Christian, du bringst es manchmal SO auf den Punkt, dass ich zwar nicht in Ehrfurcht vor dem Herrn Professor versinke – eher davor, dass jemand Mathe versteht, aber das ist ein ganz anderes Thema –, aber begeistert bin, dass ein Hochschullehrer als „öffentlicher Lehrer“ wirklich öffentlich lehrt. Und eben nicht nur Mathe.

    Früher nannte man Leute, die sich nicht nur in Ihre Wissenschaft vergraben, sondern über akademische Bildung verfügen und bereit sind, öffentlich Stellung zu nehmen, mal Intellektuelle. Ich bin bereit, dich auch noch in diese „Schublade“ zu stecken. (Das ist ein Kompliment, keine Festlegung auf eine Rolle und schon gar nicht mit der Erwartung verbunden, dass du auch nur ansatzweise bereit und in der Lage sein wirst, in dieser Schublade auszuruhen).

    Und was das Thema Selbstdarstellung angeht: Sorry, Christian, da wirst du bei allem Bemühen nicht rauskommen, das ist imho ein wenig die andere Seite der Medaille. Die Bereitschaft, sich auf die Bühne zu begeben gehört zu so einer Rolle dazu. Ohne zumindest ein wenig „Rampensau“ zu sein, geht das mit der öffentlichen Wirksamkeit wohl nicht – „ein wenig“, weil einfach genug Zeit ohne „Bühne“ nötig ist, um sich reflexiv zu entwickeln, im eigenen Lernen und im eigenen Bildungsprozess nicht stehen zu bleiben, weil man nur noch raushaut und gar nichts mehr aufzunehmen in der Lage ist.

    LG
    Torsten aka @herrlarbig

  5. Eibel Thomas sagt:

    Like it!

  6. Astrid sagt:

    Hallo Christian,
    was ein wundervoller Artikel über Identität, Selbstwertgefühl, Außenwirkung und Wahrnehmung durch sich selbst und von anderen.
    Sein eigenes Selbstbildnis erkennen, kreieren und akzeptieren – das ist etwas, was nicht nur in der Hochschule, sondern auch in der Geschäftswelt wenig Platz hat – leider.
    So viele versuchen, Erwartungen anderer zu erfüllen, vergessen dabei sich selbst und landen dann oftmals in einer der Reha-Kliniken, die ich betreue. Denn am Ende des Weges tut Selbstverleugnung sehr weh und bringt das Leben in eine Schieflage.
    Auch ich habe dich in Seminaren etc. immer wieder als positives Beispiel aufgeführt… obwohl ich leider lange nicht mehr die Möglichkeit hatte, dir persönlich gegenüberzusitzen und einfach mal einen Kaffee zu schlürfen…
    Bleibt so, wie du bist. Du bist genau richtig. Liebe Grüße Astrid

  7. Jan-Martin Klinge sagt:

    Schöner Eintrag, den ich noch aufgreifen werde🙂
    Ich kann dem Kollegen Larbig nur zustimmen!

  8. AM sagt:

    Sali Christian (gilt das Du noch?)

    Ja mit der Vorstellung der Prototypen für irgendwas, mal ehrlich, wer hat keine solchen. Auch ich bin nicht davor gefeit.

    Auf dich bezogen, fing es damit an, dass ich etwas zum Thema arithmetische oder geom. Folgen auf youtoube gesucht habe. (Es ist halt schon eine Weile her, seit meiner Schulzeit). Du weisst, wenn man ein youtube anklickt, dann bekommt man auf der Seite einen Menge Vorschläge von weiteren videos zum Thema. Darunter warst auch du aufgelistet. Ich erinnere mich noch gut an meine Gedanken: „Na was will denn der ausgeflippte Typ da, was wird denn der schon können“. Angeklickt habe ich dich lange nicht. Irgendwann hatte ich genug und sagte mir, na dann klick ihn halt mal an, vielleicht gibt er dann endlich Ruhe. Es ging dann sehr wahrscheinlich etwa eine knappe halbe Minute und ich war erst einmal sprachlos vor lauter Staunen, über das, was ich da sah. Nun, mittlerweile hab ich bestimmt an die 200 Videos von dir auf meiner harddisk gespeichert.

    Über die Sauberkeit deiner Stiefel mach dir keine Gedanken. Vergiss es, du sollst nicht Stiefel putzen, du sollst uns lieber teilhaben lassen an deinen Vorlesungen. Zieh dabei an was du willst, ist egal. Und sowieso, immer diese elende Putzerei…. Ich putze meine Wanderschuhe auch nicht, wozu, ich ziehe sie im Treppenhaus an damit der Dreck von der letzten Wanderung nicht in der Wohnung rausfällt. Ich wohne zuoberst in einem Mietshaus, Niemand sieht den Dreck, (schliesslich ist es derselbe in dem auch unsere Kartoffeln wachsen) und die Putzfrauen kommen sowieso jeden Dienstag. In der Wandergruppe versuchen dann manche mir zu erklären, warum es wichtig ist, diese Schuhe zu putzen. Erfolglose Versuche!

    Es gibt noch mehr solche unerfreulichen Arbeiten. Ich suche jemanden, am liebsten eine Frau deren Kinder ausgezogen sind und die nicht unbedingt Geld verdienen muss, die aber schon immer den Wunsch hatte, hinter das Geheimnis des Buchstabenrechnens zu kommen. Vielleicht war es ihr bisher vergönnt, aus welchen Gründen auch immer. Wenn Sie mir die Fenster putz, werde ich sie dafür in dieses Geheimnis einführen und ihr Algebrastunden erteilen, soviel sie will. Einzige Voraussetzung: 100% Motivation. Dann kann ich meine diesbezügliche „Sucht“ vielleicht endlich mit jemandem teilen. In meiner Ausschreibung dazu im Internet gebrauche ich deine Worte „wir werden ganz von vorne anfangen“. Es ist das Los von Unbekannten: niemand liest es. Diesbezüglich teile ich das Schicksal vieler. Oh wie ich Fenster putzen hasse. Besser ich lasse die Jalousien herunter, dann sieht man es nicht wenn die Sonne zufällig mal meine diesbezügliche Faulheit ans Licht bringt.

    Recht hast du, lieber Christian, kümmere dich weder um Stiefel putzen, Taxifahrer, Oma’sche Vorstellungen, Kleidung noch sonst welche Meinungen von irgendwelchen normativ gedrillten Zeitgenossen. Das Leben ist viel zu kurz dafür. Es gibt weitaus Interessanteres.
    Herzlliche Grüsse Anita

  9. buktombloch sagt:

    Guten Tag.
    Sehr schöner Blogartikel, stimme inhaltlich überein!
    Ich selbst habe es in gewissen, mehreren Weisen etwas einfacher. Einmal bin ich nur Diplominhaber und Magister Artium (mithin zwei Stufen unterhalb des ehrwürdigen Herrn Professors). :-))
    Und weiterhin habe ich nur so Zeugs mit Erzieher, Sozialarbeit und ein wenig Psychologie /Soziologie gelernt. Da verzeiht man lange Haare, occupy – Weinachtsbescherungsaktionen et al. schon leichter, denke ich.
    Der von mir ansonsten absolut geschätzte Marcus Speh (Birkenkrahe) spricht in einem Kommentar folgendes:
    „… …die liegen zur Zeit dort, wo Political Correctness wütet und um sich schlägt… “
    Nun. Ich BIN für political correctness. Und ich bin auch ein Gutmensch. Absolut.
    Allerdings in der wirklichen, ursprünglichen Bedeutung. Den negativen Beiklang gaben erst politisch rechte Kreise – leider erfolgreich – hinzu, im Laufe der Jahre.
    Ich habe das mit dem Sperma ehrlich gesagt noch nicht gelesen (nicht aus individueller Bösartigkeit, sondern nur, weil mich derlei in schriftlicher Form grundsätzlich nicht wirklich interessiert).
    Sollten dort latent oder offensichtlich frauenfeindliche Attitüden für mich spürbar sein – würde ich aber natürlich meine ehrliche Meinung dazu sagen. Ansonsten mag JedeR sexuell tun und lassen was er / sie / es mag.
    Das ist jetzt schon etwas OT, sorry – aber meiner Beobachtung nach gibt es so etwas wie einen „Gutmenschen / political correctness – mainstream“ schon lange nicht mehr.
    Es gibt Überreste davon in Form von seelisch mit sich nicht im Reinen seienden Frauen und Männern, die zu Extremismus / Fanatismus neigen.
    Und dann gibt es den wirklichen Mainstream, der stets behauptet, es nicht zu sein.
    Und dem Mantel des „herrlich inkorrekten“, des „lustigen Tabubrechens“, des viel zu weit voraus eilenden als erledigt bezeichnenden Attitüde (oft bei PiratInnnen) hinsichtlich Gleichberechtigung, etc. pp. – Unter dem kommen die alten, bequemen, verdrängenden, konservativen, männerherrlichen Attitüden wieder zum Vorschein. Das ist meine Beobachtung. In Foren, auf G+, etc.
    Ist jetzt aber zu sehr OT, ganz klar. Entschuldigung. Und auch nur meine Meinung.
    To topic:
    Das Ganze erinnert mich in positiver Weise ein wenig an SL. Auch dort gibt es Spießer, klar.
    Im Schnitt ist aber Second Life sehr aussehens- und namenstolerant. Und das bin ich auch und begrüße das sehr.
    Da heißt jemand „Multipler Wirsing“, „Analyse Apfelbaum“ „Harter Fall“ (=begabter und bekannter Künstler, btw.), etc.
    Mein „Technischer Direktor ehrenhalber“ in der Pegasus – Bibliothek war lange Zeit ein ca. 1 Meter großer, comicähnlicher Furry, ich hatte schon mit Bewohner_innen in Gestalt von Sperrholzwürfeln, Drachen, Robotern, Kindern, Vampiren und wasweissich zu tun. Und auch mit ganz seltsamen Gestalten (Schlips und Anzug und so).
    Wichtig und interessant war für mich stets was und wie eineR spricht und wie er / sie / es handelt.
    Darauf kommt es an. Und das ist auch gut so.
    Wenn sich dies in möglichst vielen Welten – und eben auch der, die wir die reale nennen – einbürgern würde, fände dies absolut meinen Beifall!
    MfG
    BukTom Bloch
    – Freie Bibliothek Pegasus in SL –
    aka
    Burkhard Tomm-Bub, M.A.

  10. Roland sagt:

    Lieber Christian,

    Du bist 100% authentisch und das ist gut so!

    Meiner Meinung nach ist es auch eine Sache der Erziehung und Prägung, wie man andere Menschen wahrnimmt. In meiner Erziehung habe ich das Verteilen von schnellen Vorurteilen vorgelebt bekommen und mich nicht getraut sie in Frage zu stellen. Wir 70ziger Kinder sind teilweise so erzogen worden. Nun ein „paar“ Jahre später habe ich mich davon befreien können und lebe auch meinen eigenen Stil, ohne Vorurteile.

    Viele Grüße aus Darmstadt,
    Roland

  11. apanat sagt:

    „Aber offen wurden mir gegenüber niemals Vorbehalte geäußert.“ Wie man’s nimmt.
    Bei opco11 hatte es ein bisschen doch so den Anschein.

  12. Oliver Tacke sagt:

    Ich bin schon mehrfach darauf angesprochen worden, ob ich nicht mal mein Foto auf https://www.tu-braunschweig.de/teach4tu/team/tacke austauschen wolle. Im T-Shirt? So komisch guckend? Nun ja, es ist immer noch da🙂

  13. Hallo Christian,

    ein sehr schöner Post.
    Ich würde das auch noch auf andere Persönlichkeitseigenschaften erweitern.
    Ich bin z.B. in größeren Gruppen eine Person, die sich nich so gerne in den Vordergrund stellt und sich nicht sofort ohne nachzudenken auf neue Dinge, Aufgaben sonst was stürzt.
    Ich rede auch nicht gerne laut, auch wenn ich das sehr wohl kann.
    Deshalb wird mir oft zu wenig Engagement, Initiative, usw. „vorgeworfen“. Ich solle doch an meinen Schwächen arbeiten. Ich halte davon nicht soviel, denn das geht gegen meine Identität und kann nie so gut werden als wenn ich eher Stärken ausbaue.
    Von daher finde es gut zu sich selbst zu stehen und nicht irgendwelche von anderen gewünschten Masken aufzusetzen.

    Viele Grüße,

    Nadine

  14. Prof. Spannagel – das ist sehr gut! Obwohl ich Sie nicht persönlich kenne, zähle ich zu Ihrer Fangemeinde. Immer wieder bin ich begeistert von Ihren Beiträgen, Videos und Ideen. Wenn Ihnen Ihr Outfit so gefällt, dann ist es halt so….mir ist es egal.

  15. Flo sagt:

    Grüß Dich,

    ich will nicht klugscheißen, aber wäre nicht der Begriff „Archetyp“ angebrachter, wenn es darum geht, daß andere Leute bestimmte Eigenschaften mit äußeren Erscheinungsmerkmalen assoziieren? „Prototyp“ ist, auch im Bereich Psychologie/Soziologie imho etwas anderes. Aber das nur so am Rande.

    Vorab: Ich dürfte in Deinem Alter liegen, ebenso lange Matte, früher immer an düsterem Zeugs und solcher Musik und so interessiert gewesen. Ich war auch nie der Meinung, ich müsse mich für Vorstellungsgespräche oder andere Menschen anpassen im Sinne von „Haare ab“. Das bin ich bis heute nicht und werde es auch nie sein. Halte ich für unehrlich. Ich lauf mal so, mal so rum. Total gemischt.
    Was mich aber an dem ganzen Metal-/Gothic-/Sonstwas-Gedöns jeder (Musik)-Szene stört, ist dieses „Ich muß zur Schau stellen, daß ich anders bin“. Zum einen sind das dann letztlich eh die wenigsten und zum anderen definieren nicht Klamotten oder Äußeres -so wie Du selbst sagst- einen Menschen.
    Insofern würde ich Deinen Text so nicht stehenlassen, ohne mich auf Wortklauberei einlassen zu wollen. Die Welt braucht mehr integere Menschen und das müssen die auch sein können, ohne, daß sie ständig wie eine EMP-Modepuppe aussehen; ja, das ist etwas sarkastisch formuliert und auch so gemeint, aber nicht ganz so bös, wie es klingt.😉

    Wer also seine Art und Ideen nicht auch dann oder ausreichend rüberbringen kann, wenn er mal anders aussieht, der ist aus meiner Sicht nicht integer genug und hat genau deshalb eine Maske auf. – Was ändern denn solche Klamotten oder Musik schon am Mensch? Eigentlich gar nichts. Und genau deshalb nerven mich diese ganzen Szenen auch seit langem so tierisch.

    Das soll kein Angriff sein, also bitte nicht als solchen auffassen.

    Gruß,

    Flo

  16. Hallo Christian,

    du schreibst: „Ab und zu werde ich gefragt, ob mir das im Laufe meiner “Karriere” nicht auch mal im Wege stand. Ich kann glücklicherweise sagen: Nein, überhaupt nicht. Gut, vielleicht hab ich das nicht mitbekommen.“ In der Tat: WENN das der Fall ist, bekommt man das auch mitunter nur zufällig mit. Eigenes Beispiel: Ich kann zwar nicht mit Piercings aufwarten, aber dass ich nicht im Traum daran denke, Jeans, bequeme Schuhe (wenn das Wetter passt, dann halt Turnschuhe) etc. mit irgendeiner steifen Business-Kleidung zu tauschen, die manche heute schon an Hochschulen für nötig halten, dürfte bekannt sein. Mindestens zweimal hat mich das bei Bewerbungen den ersten Platz gekostet – das habe ich natürlich erst Monate (oder auch Jahre) später erfahren – von Leuten aus der Kommission z.B. (Begründung: „zu leger“, „so kann man sich doch nicht anziehen“ …). Direkt hat es mir natürlich keiner gesagt (nicht getraut wahrscheinlich).

    Aber ich sehe das wie du: „Die Berufungskommission soll MICH wollen, nicht die Maske, die ich aufbaue.“ – Genau. Und ich denke, man würde dann da auch nicht glücklich werden. Und mal ehrlich: Was soll denn der Sinn einer „Kleiderordnung“ an der Hochschule sein? Das verstehe ich bei der Feuerwehr und auch im Krankenhaus – aber im akademischen Betrieb? Und sinnlose Regeln befolgen – nein, ich denke, wir sind geradezu verpflichtet, DAS nicht zu tun – also als Wissenschaftler …😉

    Gabi

  17. Lieber Christian,
    für die Schule und Hochschule ist das sicherlich ein gangbarer Weg – wenn man den Mut hat – auch wenn man, wie du richtig festellst, evtl. davon ausgehen muss, dass manche Wege verschlossen bleiben, die man aber gar nicht mitbekommt…. (interessiert einen aber nicht=)
    Das geht z.B. auch in der sozialen oder NGO Arbeit.
    Das hört sich vielleicht so an wie, na ja „ihr da im Bildungs- und Sozialbereich – alles easy“.

    Nein, ist es nicht, denn jeder/jede, der/die mal versucht hat 24 Stunden einfach nur so zu sein, wie man sich fühlt (überall!) z.B. als Grufti, oder was auch immer, weiß wie schwierig das ist und das dieses Verhalten eine Persönlichkeitsentwicklung voraussetzt!

    Es ist nicht einfach mit „Hahnenkamm“ im Gymnasium zu unterrichten, als Homosexueller mit seinem PartnerIn auf die Jahresfeier vom Schützenverein zu gehen usw…..
    Menschen, die hier authentisch sind, die haben ihre Persönlichkeit entwickelt… mit vielen Höhen und Tiefen (bestimmt) – das Ergebnis: Sie sind sie Selbst!

    Etwas schwieriger wird das dann in Bereichen, wo es bestimmte Regeln gibt. Häufig im Businessbereich (wo sonst), oder bei offiziellen Veranstaltungen, wie Opernball, Presseball…. also wo es klare Vorschriften gibt – also rein und anpassen, oder vor der Tür bleiben!

    Aber selbst hier gibt es Wege den authentischen Weg zu gehen, aber auch hier ist das mit einer starken Persönlichkeit(sentwicklung) und mit Mut verbunden. (Piercings sind bestimmt erlaubt und Gruftismokings gibts betsimmt ganz nette =)
    Wenn man Grufti ist und am Bankschalter stehen möchte – OK, dann braucht es eine Lösung…

    Dein Blogpost verstehe ich als MutmacherIn dazu, einfach so zu sein, wie man ist – oder wie man sein möchte.

    Sich ein Leben lang zu verbiegen macht krank…

  18. dunkelmunkel sagt:

    Danke für die vielen sehr interessanten Kommentare!

    @herrlarbig „Und was das Thema Selbstdarstellung angeht: Sorry, Christian, da wirst du bei allem Bemühen nicht rauskommen, das ist imho ein wenig die andere Seite der Medaille.“ – Ja. Und ehrlich gesagt macht Selbstdarstellung ja auch Spaß. Ist vielleicht auch unkritisch, solange es nicht nur das ist, sondern inhaltlich auch was bei rüberkommt, und man sich immer bewusst ist und bleibt, dass man da aufpassen muss.

    @AM Klar gilt das noch.🙂 … das mit den „sauberen Stiefeln“ bezog sich in dem Kontext oben eher auf eine Metapher als auf die Tatsache, dass ich mir um dreckige Stiefel Gedanken mache ;-))

    @apanat Ach so, stimmt, ja, bei opco11 kam das Thema auf. Hatte ich schon wieder verdrängt. Es hatte sich damals dann aber auch irgendwie in Wohlgefallen aufgelöst (wenn ich mich richtig erinnere :-)).

    @Flo Ja, Archetyp ist besser, okay.

    „Insofern würde ich Deinen Text so nicht stehenlassen, ohne mich auf Wortklauberei einlassen zu wollen. Die Welt braucht mehr integere Menschen und das müssen die auch sein können, ohne, daß sie ständig wie eine EMP-Modepuppe aussehen“ – Ja, auf jeden Fall. So meinte ich das natürlich auch. Man kann auch mit Gruftiklamotten uninteger / unauthentisch / … sein. Das wichtige ist die Stimmigkeit von Innerem und Äußerem. So etwa?

    @Gabi Genau, hihi, das ist super: Wir sind eigentlich verpflichtet dazu. :-))

  19. AM sagt:

    Sali Christian (die Metapher hab ich verstanden. Bedien mich derer auch gerne)

    Deine Ausführungen bezgl. Diskrepanz zwischen deinem Beruf und deinem Auftreten lassen mich nicht mehr los. Ich habe ein bisschen darüber nachgedacht. (sorry ist ein bisschen lang geworden)

    Vorab meine Definition von Freiheit: Absolute Freiheit ist für mich, wenn ich es niemandem mehr recht machen muss, anziehen, sagen und tun kann, was mir gefällt, wenn ich denken kann was ich will, und mich nicht scheue in aller Öffentlichkeit dazu zu stehen und wenn es mir schnurzegal ist, was die Leute etwa nach einer Meinungsäusserung von mir denken und ob sie mich noch mögen oder ob sie eher finden, ich sei doch eine saudumme Kuh. Damit muss man rechnen, wenn man eine unterschiedliche Meinung hat. Manche LeserInnen mögen unter dieser Freiheit noch Weiteres subsummieren. Lasst hören! So ähnlich denke ich, sieht auch deine Freiheit aus. Zumindest lese ich das ein Stück weit aus deinen Zeilen heraus. (Wenn ich diesbezügl. zu einer falschen Schlussfolgerung gekommen bin, dann lass es mich einfach wissen). Solche Freiheit stellt hohe Bedingungen. Sie kann nur auf dem Boden einer inneren gesunden Kontrollinstanz gedeihen (dafür gibt es auch andere Begriffe), die genau weiss, was gut ist für einen. Dies wiederum bedingt eine sehr hohe Sebstverantwortung. In dem Mass in dem diese wächst, gedeiht auch eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung, die beiden bedingen sich gegenseitig. Es führt dazu, dass man immer besser und zuverlässiger wissen kann, wer man wirklich ist. (Ich weiss, es heisst „Selbsterkenntnis“. Ich mag das Wort aber nicht, es ist sowas von abgedroschen). Ich nenn es ein in sich selbst „Zentriert sein und werden“. Das bietet hohe Sicherheit, Entscheidungen zu treffen, im tiefen Wissen, dass sie richtig sind. Jene Menschen, die in dieser Entwicklung fortgeschritten sind, sind in der Regel keine einsamen Menschen. Wir erkennen sie daran, dass man sich gerne in ihrer Gesellschaft aufhällt, weil man sich dabei wohl fühlt. Ich kenn dich, Christian, nicht persönlich, aber ich kann mir vorstellen, dass man sich deiner Gesellschaft wohl fühlt.

    Ich möchte hier nicht in Arschkriecherei verfallen, aber du, Christian, bist in einer äusserst komfortablen Lage. Hast eine top Ausbildung wie sie die Mehrheit der Bevölkerung nicht hat. Aber auch in dieser Liga bist du noch etwas Besonderes. Nebst deinem hervorragenden Wissen ist es auch deine Art zu unterrichten, deine besondere Didaktik/Methodik, deinen achtungsvollen Umgang mit deinen StudentInnen, was sicher entscheidend zu deinem Erfolg beitragen hat. Hättest du diese Fähigkeiten nicht, wärst du trotz deiner Titel nicht dort, wo du jetzt bist. All das beschert dir viele Freiheiten, die wohl selten in Frage gestellt werden. Aus deinen Zeilen lese ich, dass du deinen Weg gehen kannst und dich nicht mehr um bestimmte Zwänge kümmern musst. Das ist doch die Freiheit von der wir alle unbewusst und insgeheim nur zu gerne träumen. Du wirst bestimmt auch Neider auf den Plan rufen. Neider sind aber nicht jene, die uns in Frage stellen, weil sie uns helfen wollen „zu werden“.

    Frage: können oder könnten sich alle diese Freiheit gönnen? Ich meine NEIN! Das könnten die meisten Menschen nur indem sie gewaltige Verluste in Kauf nehmen würden. Ich stell mir beispielsweise jenen Familienvater von 3 oder 4 Kindern vor. Er hat nicht studiert, hat vielleicht aber eine Lehre gemacht. Vielleicht ist er Schalterbeamter in einer Bank oder Schreiner oder Elektriker. Seine Frau hat möglicherweise nur gerade die minimal geforderten Anzahl Jahre Schulbildung. Sein vordringlichstes Problem wird sein, seine Familie zu ernähren, seinen Kindern eine bessere Ausbildung zu ermöglichen und und und….(Die Mehrheit der Kinder und StudentInnen die wir heute in unseren Schulen unterrichten, kommen übrigens aus solchen Familien). In dieser Situation ist es mit dieser von mir definierten Freiheit schnell mal dahin. Es warten tausende Bankangestellte, Schreiner oder Elektriker vor der Tür, alle sind gleich gut ausgebildet und alle wollen/müssen den Job unbedingt haben, wenn sie nicht eines Tages bei der Sozialhilfe anklopfen wollen. Man kann einwenden, dass hier in der Schweiz die Leute von Sozialhilfe schlecht und recht aber menschenwürdig leben können. Auch Kinder aus solchen Familien können übrigens studieren. Dafür gibts Stipendien und die stehen jedem zu, wenn die finanzielle Situation fordert. Sie werden nicht ausgegrenzt. Sie leben mitten unter uns, sind unsere unmittelbaren Nachbarn. Es wird für jede Familie ein Grundbedarf errechnet, grosse Sprünge liegen nicht drin, ist also nicht so lustig. Mit Hartz IV sieht’s da wohl schon schlimmer aus. In dieser aussichtslosen Stuation landen heute auch schnell sehr gut ausgebildete Fachleute. Wenn dir nur noch Sozialhilfeempfänger-Perspektive bleibt, dann wirst du auf deine Freiheit verzichten und alles daran setzen, bei einem Bewerbungsgespräch im besten Lichte zu erscheinen den das wird ausschlaggebend sein. Ich weiss, wovon ich rede, ich bin zwar Lehrerin habe aber auch über 10 Jahre lang Erziehungs- und Familienberatung gemacht und habe in so manche Familie mit ihren Sorgen und Nöten hinein gesehen. Ich wurde für meine Arbeit mit Steuergeldern bezahlt und musste mich selbst innerhalb bestimmter Grenzen bewegen und mir gut überlegen, wie ich mich öffentlich äussere wollte ich nicht meinen gutbezahlten und höchst befriedigenden Job verlieren. Es warteten schliesslich immer eine Menge BewerberInnen „vor der Tür“. Die meisten Menschen müssen abwägen: Konzessionen eingehen oder rausfliegen. Mir war aber klar, dass meine Zeit kommen würde wo ich dann meine „Freiheit“ geniessen und kein Blatt mehr vor den Mund nehmen würde. So geschehen, aber immer auf dem Hintergrund meiner eigenen zuverlässigen inneren Kontrollinstanz und Selbstverantwortung.

    Da sind aber noch ein paar andere Einflüsse, die viele Zeitgenossen hindern, diese Freiheit, wie ich sie beschrieben habe und die du offensichtlich erreicht hast, je zu leben. Ein wichtiger Einfluss hat unsere Erziehung, die uns konditioniert, es immer allen Recht zu machen, auf keinen Fall anecken und immer artig zu lächeln auch wenn’s eigentlich zum Schreien wäre. Solche angepassten ZeitgenossInnen findest du überall. Meinungsäusserungen werden nicht selten durch ein entschuldigendes Lächeln begleitet. Die meisten Menschen laufen unbewusst auf dieser Schiene und sie merken nicht, dass das ganze Theater, das sie täglich inszenieren müssen, sie eigentlich, statt weiterbringen, nur unsäglich unzufrieden macht, weil es sie auf Schritt und Tritt einengt. Damit wird der überwiegende Teil der Menschheit leben müssen, da gibts kein Ausbrechen.

    Ich möchte das Wort Ehrfurcht, das du in deinen Zeilen erwähnst, kurz aufgreifen und durch das Wort ACHTUNG ersetzen. Ich denke, es ist angebracht, jemandem für seine Leistungen und dem, was er/sie erreicht hat, Achtung entgegenzubringen. Für mich hat das absolut nichts mit Schleimsche…. zu tun. Ich zolle dir, Christian, hohe Achtung für dein Können, deine Leistungen, deine Art zu denken (soweit ich diese erkennen kann). Sie sind aussergewöhnlich. Ich zolle aber auch grosse Achtung dem einfachen Arbeiter, der es fertig bringt, trotz seiner widrigen Umstände, seine Familie über die Runden zu bringen. Ehrfurcht hingegen ist so ein Wort das für mich stets mit einer Art Heiligenschein umgeben ist. Ich mag das Wort nicht.

    Zum Schluss noch eine wahre Geschichte:
    In unserer Stadt gab es bis vor kurzem einen grünen Politiker. Als er vor etwa 20 Jahren gewählt wurde stand die Stadt Kopf. Der Mann arbeitete als Strassenkehrer, kam Barfuss und mit dem Fahrrad zur ersten Gemeinderatssitzung, ein Gremium das normalerweise in Anzügen und Kravatten zu erscheinen pflegt. Er ist ein wortkarger Mann, der spricht, wenn er wirklich was zu sagen hat. Ein absolutes Stadtoriginal das zu mancherlei eher negativen Diskussionen Anlass gab. Es dauerte nicht lange und dieses Getuschel verwandelte sich in veritable Achtung vor diesem bärtigen Mann, der, wenn nicht barfuss, dann doch mit farbigen selbstgestrickten Socken und Sandalen anzutreffen war und ist. Die Leute merkten schnell, dass dieser Mann hochintelligent ist, er hatte einst eine Matura gemacht hat. Der Mann geniesst seine absolute Freiheit, hat keine Ansprüche, hat keine Familie, braucht kein Badezimmer, kann an seinem Arbeitsort duschen. Er bezahlt auch keine TV-Gebühren, die unser Staat einzieht. Er kann nicht betrieben werden, es gibt absolut nichts zu holen bei ihm. Bett, Tisch, Stuhl und ein paar andere Dinge muss man den Leuten per Gesetz noch lassen. Er geniesst seine Freiheit in vollen Zügen, hat eine Unterkunft, die wir nicht gerade als Luxuswohnung bezeichnen würden und hat allen üblichen Ballast (TV, Radio, Computer, Zeitung usw.) abgeworfen und führt deshalb ein ziemlich sorgenfreies Leben. Seine Altersrente erlaubt ihm sogar während der Winterszeit einen Aufenhalt in einem warmen Land. Man mag ihn Lebenskünstler nennen. Dies ist keine erfundene Geschichte. Sie ist real. Ich treffe den Mann manchmal an Vorlesungen an der UNI. Nächstens am alljährlichen Dies academicus der nächste Woche an der UNI SG stattfindet. Und wenn’s mal ein Gespräch im LokalTV mit ihm gibt, dann lass ich mir dieses bestimmt nicht entgehen. Er hat nämlich stets was zu sagen, er geniesst heute grosse Achtung in der Bevölkerung!

    Leider gibt es nur wenig Menschen die es sich leisten können und gleichzeitig den Mut haben, das zu tun, was sie für sich eigentlich als richtig erachten würden.

    Grüsse Anita

  20. Auch wenn wir uns noch nicht persönlich kennen: Ich finde es gut, dass Du Dich nicht verbiegst, und ich habe nicht das Gefühl, dass Du den Einsatz dieser „Strangeness“ für die Gewinnung von Aufmerksamkeit überstrapazierst (damit kokettieren ist ja in Ordnung). Ich hoffe auch sehr, dass wir im Jahr 2013 nicht mehr von einer Diskrepanz zwischen „langen Haaren“ und „Professur“ sprechen müssen, wenngleich ich mir darüber im Klaren bin, dass dies letzten Endes wohl tatsächlich noch immer nur eine Hoffnung ist.

    Als niemals rasiertes, teilzeitlanghaariges, veganes Mitglied der Piratenpartei, das sich für die Ankunft der digitalen Revolution im Schulunterricht einsetzt, bin ich vermutlich auch nicht der prototypische (archetypische?) Gymnasiallehrer im ländlichen Raum. Meine erste Abi-Rede habe ich vor ein paar Jahren ganz bewusst zwar mit Krawatte, aber eben auch Second-Hand 70er Jahre Sakko und Jeans gehalten, als selbst die Schüler (und natürlich auch mein Rednerkollege) allesamt im Anzug da standen. Nicht der Provokation wegen (das waren die Beweggründe in der Pubertät), sondern weil es mir so einfach richtig erschien und ich mich zu dem Zeitpunkt in genau jenem Outfit wohl gefühlt habe.

    Bisher hatte ich ebenfalls das große Glück, dass mir diese Authentizität eher als Stärke ausgelegt wurde, genau wie Du sagst, im Sinne einer Lehrerpersönlichkeit, eines „Typen“. Das gestehe ich natürlich auch gerne meinen SchülerInnen ein. Allerdings habe ich das Gefühl, dass wirkliche „Typen“ hier nicht nur die Ausnahme sind, sondern ihre Zahl auch eher ab- denn zunimmt.

    Dennoch denke ich, dass man das richtige Gleichgewicht zwischen Authentizität und Pragmatismus finden muss und kann dahingehend auch verstehen, wenn jemand sein Inneres in dieser Hinsicht nur dezenzt nach außen trägt, weil er oder sie (berechtigterweise) Nachteile befürchtet. Wenn ich mir beispielsweise ein Pentagramm auf die Stirn tätowieren und auf meine Zähne schwarze oder bunte Kronen aufsetzen ließe (so ein „Typ“ lungerte tatsächlich mal im Hausflur meiner Studenten-WG herum), erreiche ich dann noch meine Zielgruppe, beispielsweise den Bankervater eines pubertierenden Siebtklässlers im Elterngespräch über dessen Leistungen oder Verhalten in der Schule? Da bin ich mir nicht so sicher. Und wie sieht es auch, wenn ich mir als Mann einfach mal phasenweise die Haare schwarz färbe (seit dem Referendariat nicht mehr gemacht) oder mich am Unterarm tätowieren lasse (in Planung)? Und welche Motive dürfen das dann sein? Ist das Tragen eines Sex Pistols T-Shirts oder jeglicher anderer Bands, die Sex, Drugs and Rock n‘ Roll genau in dieser Reihenfolge gelebt haben, ein Widerspruch zu meinem Erziehungsauftrag? Das finde ich schwer zu beantworten.

    Aber so ein ordentliches Maß an Individualität und Rampensau… gerne.

  21. […] Prof. Dr. Dun­kel­mun­kel: Ist die Zeit reif für Grufti-Profs? | csp­an­na­gel, dun­kel­mun… — Prof. Dr. Dun­kel­mun­kel: Ist die Zeit reif für Grufti-Profs? (via Publis­hed arti­cles) […]

  22. […] der sich als arbeitsloser Rocker oder langhaariger Bombenleger Professor für Mathematik gerade erst mit dem Thema “Erscheinungsbild eines Lehrers” auseinandergesetzt hat. Zum Leidwesen meiner […]

  23. jeanpol sagt:

    Das geht, solange du ein gutes produkt hast (deine didaktik) und eine gute theorie, um dein schrilles auftreten zu begründen (ökonomie der aufmerksamkeit). Solange Einstein gute inhalte anzubieten hatte, konnte er sich jede denkbare skurilität erlauben und wurde obendrein als authentisch gelobt. Du kannst dir erlauben, zu spielen. Aber ob das ganze wirklich „mutig“ ist? Eher in die kategorie „no risk, no fun“! Und das risiko bleibt überschaubar. Was riskierst du eigentlich!:-))

  24. jeanpol sagt:

    Ich muss mich korrigieren: ich glaube nicht, dass du dich selbst als mutig bezeichnen würdest. Daher ist mein einwand hinfällig.

  25. dunkelmunkel sagt:

    Mit Bezug auf die Kommentare von AM und von jeanpol muss ich vielleicht noch etwas verdeutlichen, weil ich das Gefühl habe, dass ein falscher Eindruck entstanden ist oder entstehen könnte: Mein momentanes Verhalten ist nicht mutig, denn ich riskiere nichts. Auch mein Bewerbungsverhalten war nicht ausgesprochen riskant. Ich hatte mich aus einer sicheren Stelle heraus beworben, und riskiert habe ich lediglich, die Stelle, auf die ich mich beworben habe, nicht zu bekommen. Ich hätte an dieser Stelle oben auch nicht das Wort „mutig“ verwenden sollen. Mir ging es eher darum zu sagen, dass es sich im Nachhinein gut anfühlt, dass es trotzdem geklappt hat.

    Ich habe eine feste Stelle mit riesigen Freiheiten, finanzielle Unabhängigkeit, eine gesicherte Zukunft. Mir ist natürlich sonnenklar, dass viele Menschen diese Freiheiten nicht haben. Und ich möchte natürlich auch nicht den Eindruck erwecken, dass ich der Meinung sei, alle müssten solche Schritte versuchen. Wenn ich Existenznöte hätte, würde ich das mit Sicherheit auch nicht tun. Die Gedanken, die ich oben geäußert habe, lassen sich auf die allermeisten beruflichen Situationen nicht übertragen. Das finde ich zwar schade, denn es lassen sich auch gesellschaftliche Realitäten denken, in denen das nicht so ist, aber letztlich können wir’s nicht ändern, sondern nur in unserem jeweiligen Kontext nach unseren Möglichkeiten handeln. Und mein Kontext ist das Lehramtsstudium, in das hinein ich zu wirken versuche. Mit Wirtschaft, Banken, Selbstständigkeit und Kundenabhängigkeit hab ich nix zu tun, und daher sag ich dazu auch nix.

    Mein Betrag bezog sich nur auf mich und meine Situation. Es ist also nicht mutig, was ich tue, sondern es ist eher so, dass ich doof wäre, wenn ich meine Freiheiten nicht nutzen würde. Vielleicht riskiere ich schon ein bisschen was damit, zum Beispiel einen guten Ruf oder nicht mehr Ernst genommen zu werden. Aber, naja, das wird schon nicht passieren.

    @jeanpol Danke auch für den Hinweis auf deinen Beitrag zur Selbstidealisierung. Natürlich ist es nicht so, dass ich all das aus altruistischen Motiven für eine bessere Gesellschaft tue. Überhaupt nicht. Mir gehts eigentlich nur um mich und meinen Spaß an der Sache. Auch diesen Beitrag hier habe ich natürlich zu einem gewissen Teil mit dem Ziel geschrieben, Spaß zu haben, Aufmerksamkeit zu erhalten und diese Aufmerksamkeit auch wieder wie oben beschrieben zukünftig nutzen zu können. Aber zu einem guten Teil habe ich den Beitrag auch geschrieben, um alle Gedanken, die ich zu dem Thema habe (und die mir gerade eingefallen sind), mal aufzuschreiben und zur Diskussion zu stellen.

  26. dunkelmunkel sagt:

    Also, wenn wir schon über Motive sprechen, dann vielleicht das allem zu Grunde liegende Hauptmotiv: Ich arbeite an meiner eigenen Unsterblichkeit. Als Atheist bleibt einem nur diese eine Möglichkeit: berühmt zu sein. Egoistischer geht’s eigentlich nicht. Trotzdem zur Beruhigung: Das Mittel zum Ziel ist die Arbeit an Inhalten, die mir nützlich erscheinen. Insofern ist der Hinweis von jeanpol ganz wichtig: Solange ich wirklich auch etwas inhaltliches anzubieten habe, ist das doch auch für alle anderen nützlich.

    Also bitte (ums ganz deutlich zu sagen): hier geht’s nicht um altruistisches Heldentum!🙂

  27. jeanpol sagt:

    Super. Als didaktik-professor ist es tatsächlich sinnvoll, wenn man (risikolos) die grenzen überschreitet, die andere nicht überschreiten können. Nur so kann man wirklich sehen, wo die grenzen sind. Auch ich habe mich frech zu ministern und unpräsidenten verhalten, weil ich nichts zu befürchten hatte. Minister und präsidenten erinnerten sich – positiv – an mich und ich erntete die bewunderung meiner kollegen, ob meines mutes. Um das alles zu durchschauen, braucht man ein anthropologisches konstrukt. Beispiel: http://de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:Jeanpol/Buch/Teil_III#Live_aus_dem_Schlachthof_und_meine_Hohlmeiersche_Perturbation

  28. Am sagt:

    Guete Obig Christian

    Ich bin nicht erstaunt, dass deine Zeilen soviele Leute zum Schreiben animiert haben. Interessant sind die diversen Meinungen allemal. Vielleicht hast du nicht mit einer so grossen Resonanz gerechnet. Es ist ja schliesslich nicht gerade ein alltägliches Thema.

    In deiner Rückanwort im Blog erwähnst du auch mich. Ich habe meine Ueberlegungen offensichtlich nicht sehr gut formuliert. Ich habe nirgends von Mut geschrieben sondern von Freiheit, und zwar Freiheit wie ich sie meine. Ohnen ein hohes Mass an Selbstverantwortung gepaart mit entprechender Persönlichkeitsentwicklung und nicht zuletzt hoher Selbstachtung wird sie niemandem zum Wohle gereichen. Dies und Mut sind zwei verschiedene Dinge. Ich habe dir diese positiven Attribute aber auch zugeschrieben. Oh je, ich hab mich wohl nicht gerade verständlich ausgedrückt.

    Du hast bei mir absolut keinen falschen Eindruck entstehen lassen. Ich denk ich habe dich gut verstanden. Ich hab eine sehr liberale Haltung und pflege Entscheidungen anderer Menschen zu respektieren. Mut attestiere ich dir höchstens dafür, dass du dich darin kritisieren lässt.

    Ich sehe, ich muss mir in Zukunft wirklich viel mehr Mühe geben, meine Gedanken besser zu Papier zu bringen. Wenn ich aufgezeigt habe, warum sich nur wenige Menschen die gleiche Freiheit leisten können, dann ging es mir überhaupt nicht um eine Wertung oder Kritik an deinem way to do it , sondern um einen anderen zusätzlichen Aspekt zum Thema. Dieser basiert auf dem Hintergrund einerseits meiner beruflichen und andererseits meiner ganz persönlichen Lebenserfahrung.

    Bezüglich Atheismus, da können wir uns die Hand reichen. Ich mache keinen Hehl daraus, alle hier, die regelmässig Zeitung lesen, wissen das. Ich muss, rsp. darf dafür aber ab und zu in Kauf nehmen, dass mich Leute plötzlich nicht mehr so freundlich grüssen oder mir gar ganz aus dem Weg gehen. Ist doch toll, so einfach trennt sich Spreu vom Weizen. Das macht mir keine schlaflosen Nächte. Die mittelalterlilchen Scheiterhaufen gibts ja nicht mehr 🙂

    Herzliche Grüsse Anita

  29. m.g. sagt:

    Auch die Grufti-Uniform ist eine Uniform. Wie viel persönliche Identität bleibt, wenn man sich selbst uniformiert? (Egal ob Banker-Outfit, Punk, Metaller etc.) Gruß Micha

  30. @m.g.

    Bitte nicht die Soldaten Uniform vergessen🙂

    Es war nach teilweise Monaten/Jahren gemeinsamer Dienstzeit doch recht interessant, Leute aus der Kompanie/Bataillon auf einem größeren geselligen Abend in „Zivil“ zu sehen. Da gab es schon einige modische Überraschungen🙂

  31. Hallo Christian,

    ich bin ebenfalls zu faul zum Schuhe putzen und trage daher schon seit vielen Jahrzehnten (ich bin fast 70) im Sommerhalbjahr, wenn’s irgendwie geht und meistens gehts, Sandalen.

    Wir hatten uns voriges Jahr in Hannover auf der Didacta kurz kennengelernt: Ich bin der mit dem „Keyboarding“ (genügt mittlerweile als Stichwort bei der deutschsprachigen Google-Suche). Auf Dein Aussehen war ich durch Deine Youtube-Videos vorgewarnt. Was mich aber wirklich beeindruckt hat, war in Hannover Deine Argumentation im Forum. Die anderen Diskussions-Teilnehmer (so weit ich mich entsinne, waren darunter ein Verlagsdirektor und eine Bundestags-Abgeordnete) kamen manchmal ganz schön ins Rudern.

    Aussehen, Haare, Kleidung usw. – damit drückt man doch auch sein Lebensgefühl aus. Du kannst es Dir leisten? Also tue es und entschuldige Dich nicht dafür, wir leben im 21. Jahrhundert.

    Viele Grüße,
    Gerd.

    PS: Habe mich über diesen Beitrag von Dir sehr amüsiert.

  32. @m.g. Vielleicht sollte man Christians Spielchen philosophisch nicht zu hoch ansetzen. Er bewegt sich vorwiegend in der „wissenschaft“ also in einer welt, wo absolute konformität und spießigkeit die regel ist. Daher macht es besonders spaß, in diesem milieu ein bisschen zu perturbieren. In der ungeschützten alltagswelt würde man schmunzeln und freude an seiner erscheinung haben. In der sich selbst überhöhenden hochschullandschaft wirkt es wie permanente majästätsbeleidigungen. Und majästäten zu beleidigen, wenn man sich es leisten kann, ist sehr, sehr lustig!

  33. Oliver Tacke sagt:

    @jeanpol
    Hihi, in Majestätsbeleidigung an der Uni muss ich gut sein. In meinem letzten Arbeitszeugnis wurde mir jedenfalls aus professoraler Feder „ausgeprägter Individualismus“ bescheinigt – und nett gemeint war das sicher nicht🙂 Kann ich’s mir leisten? Bin jedenfalls immer noch gut im Geschäft. Von daher…

  34. @Otacke Mach weiter so! Aber erst, wenn du eine Dauerstelle hast!:-))

  35. @Otacke Karrieretechnisch (außerhalb der akademischen welt) hat mich frechheit gegenüber obrigkeiten gut vorangebracht. Allerdings hatte ich schon einen festen job.

  36. Oliver Tacke sagt:

    @jeanpol
    Ich bin ehrlich gesagt gar nicht sonderlich erpicht auf eine Dauerstelle.

  37. @Otacke Ja dann, viel spaß beim weiterperturbieren!

  38. m.g. sagt:

    @jean-pol:
    “ ..Vielleicht sollte man Christians Spielchen philosophisch nicht zu hoch ansetzen. Er bewegt sich vorwiegend in der “wissenschaft” also in einer welt, wo absolute konformität und spießigkeit die regel ist. ..“
    Das mag für viele Wissenschaftsbereiche richtig sein.Begib dich in die Welt der Mathematiker, Informatiker und Physiker und du wirst viele unangepasste schräge Vögel kennen lernen …
    Manchen sieht man es sofort an, bei anderen merkt man es später …
    Es ist einfach eine andere Welt als die der gemeinen Toscana-Rotwein-Intellektuellen und Imponierpfeifenraucher.

  39. Am sagt:

    Sali Christian

    Herzlichen Dank, Christian, dass du mit deinem Auftreten die Welt ein bisschen farbiger machst.
    Ich hoffe schon, dass du dich ein wenig amüsierst ob den Geistern, die du riefst……..🙂

    Ich weiss nicht, was deine Absicht genau war, als du den Blog geschrieben hast und ob du damit dein Ziel erreicht hast. Mag sein, dass es ganz anders gekommen ist, als du gedacht hast. Erlaube mir diesbezüglich ein wenig zu phantasieren.

    Mir scheint ich bin in einem Film und ich sehe ein Rudel Wölfe denen du eine Beute vorgeworfen hast, auf die sich nun alle stürzen. Auch ich gehöre diesem Rudel an🙂. Na, vielleicht besuchst du uns mal im Bau und erzählst oder besser heulst ein bisschen von deiner Absicht. Vielleicht ziehst du es aber auch vor, genau das für dich zu behalten. Ist für mich auch OK. Das gibt dann wenigstens meinen Gedanken freien Lauf.

    Liebe Rudelmitglieder verzeiht mir den Ausdruck, es fällt mir momentan kein besserer ein. Bis jetzt fühle mich auf jeden Fall wohl und gut aufgehoben mit euch zusammen im selben Rudel. Macht echt Spass mit euch auf Pirsch zu gehen. Bleibt noch die Frage, wer der Leitwolf rsp. Rudelführer ist.

    He, das ist eine interessante Frage oder?

  40. @Wen-es-interessiert

    Kleidungsunterschiede die vom „gesellschaftlichen Normal“ abweichen, werden zum materiellen Diskussionsobjekt für ungelöste zwischenmenschliche Kommunikationsprobleme.

  41. dunkelmunkel sagt:

    @AM Ich hatte dich schon richtig verstanden, die Sache mit dem Mut bezog sich eher auf die Kommentare von @jeanpol. Dich hatte ich erwähnt, weil ich nochmal deutlich machen wollte, dass es mir in dem Beitrag nicht darum ging, das Ganze auf alle möglichen Lebens- und Berufssituationen zu verallgemeinern.

    Und meine Absicht: Unsterblichkeit, hab ich ja schon gesagt. :-)))

  42. […] Prof. Dr. Dunkelmunkel: Ist die Zeit reif für Grufti-Profs? […]

  43. […] Aspekt stelle ich etwas stärker heraus, den ich gemeinsam mit Jean-Pol Martin in der Diskussion meines letzten Blogbeitrags nochmal deutlich gemacht hatte: Ich blogge auch, um berühmt zu werden. “Oh, uh, welch schlechtes […]

  44. Gunni Sohn sagt:

    Zu meiner Zeit gab’s das nicht!😉 Es gab auch noch keine Grufties. Somit musste ich mich bar jeglicher Gruppen- oder Vorbildidentifikation in meinen schwarzen Outfits durch’s Mathestudium motivieren. Nach anschließend jahrelanger Konzernuniformierung bevorzuge ich jetzt bunt, habe große Freude an Ihren tollen Youtube-Vorlesungen und wünsche mir, dass Ihre Studenten das zu würdigen wissen.

  45. Kevin Atkins sagt:

    Hallo Christian,

    Danke für diesen wunderbaren Post (und danke den Kommentierenden für den weiteren Input mit eigenen Erfahrungen!). Ich selbst bin neben meiner Tätigkeit als E-Learning Berater „staatlich ausgebildeter“ Clown und habe mit manchem Auftreten schonmal irritierte Blicke geerntet. Auch meine jetzige Stelle wurde mir erst nach langem Diskutieren angeboten. Und wie @netsonique trete ich in großen Gruppen eher in den Hintergrund. Das Paradoxe dabei ist, dass ich als Clown ein Interesse am „Auftritt“ und am „Spiegeln“ habe, was ein Teil Meinerselbst ist. (Natürlich laufe ich im Alltag nicht mit einer roten Nase herum, aber eine gewisse Weltsicht ist eben auch ein Teil Meinerselbst.) Und durch meinen Vornamen und den damit einhergehenden Vorurteilen ernte ich manchmal gönnerhafte Reaktionen.
    Es ist für mich auch eine Findungsphase, wobei mir immer wieder die Frage begegnet: „Darf ich das überhaupt?“. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter bin ich (leider) einige Stufen unterhalb der Menschen, die ich täglich berate. Von mir wird – teils direkt, teils indirekt – ein gewisses Verhalten erwartet, was auch schon mit Abmahnungen bei nicht-Beachtung belohnt worden ist. Bei mir wird sich diese Findungsphase vielleicht noch länger hinziehen, da ich derzeit nicht „mein eigener Herr“ sondern eher ein „Diener zweier Herren“ bin. Als Clown habe ich die besten Voraussetzungen darauß was Gutes zu machen. Als Wissenschaftler muss ich ein Auge darauf haben mir nicht den Weg zu verbauen. :o)

  46. SilviaCS sagt:

    Freut mich Sie an dieser Stelle wieder zu treffen. Toller Beitrag, den man mal dem einen oder anderen Schulleiter unter die Nase halten sollte. Ich habe immer das getragen, was ich wollte, und was zu mir passte. Selbst die älteren im Kollegium haben sich schnell an meine Rastas gewöhnt gehabt.
    Ich denke, dass ich die Seite häufiger besuchen werde. Sie gefällt mir.

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