Hilfe, mein Prof bloggt!

Veröffentlicht: Dienstag, Mai 28, 2013 in Web 2.0

Eieiei, ich bin mal wieder viel zu spät. Wofür? Für die Teilnahme an der Blogparade Hilfe, mein Prof bloggt!, zu der Anja Lorenz aufgerufen hat. Naja, zu spät bin ich noch nicht, bis zum 1. Juni ist schließlich noch Zeit. Einen Vorteil hat aber eine späte Beteiligung🙂. Nämlich: Viele Argumente, die ich auch genannt hätte, sind bereits genannt worden, z.B. von Gabi Reinmann, Niels Seidel, Joachim Funke und Oliver Tacke. Hierzu zählen: Mein Blog ist mein Denkwerkzeug und mein persönlicher Wissensspeicher. Mein Blog hilft mir, Gedanken einmal geordnet darzustellen, zu reflektieren und mit anderen darüber in Interaktion zu treten. Daher ist es auch ein Medium, mit dem ich „social networking“ betreibe. In diesem Kontext bin ich witzigerweise auf ein Interview des Wissenschafts-Cafés von 2008 gestoßen, bei dem ich auch schon mal dazu geantwortet hatte.

Einen Aspekt stelle ich etwas stärker heraus, den ich gemeinsam mit Jean-Pol Martin in der Diskussion meines letzten Blogbeitrags nochmal deutlich gemacht hatte: Ich blogge auch, um berühmt zu werden. „Oh, uh, welch schlechtes Motiv!“ wird der ein oder die andere jetzt denken. Ja, klar, ich hab auch mal „so gedacht“. Interessanterweise hat Jean-Pol vor einigen Jahren mal etwas ähnliches zu mir gesagt, in etwa so: „Letztlich will man berühmt werden.“ Und ich habe geantwortet: „Nö, ich will doch nicht berühmt werden. Ich will die Welt retten und gute Dinge tun, aber nicht berühmt werden.“ Und gedacht hab ich mir: „Doch, ich will, aber das darf man nicht sagen, weil das kein ehrenvolles Motiv ist.“ Es ist natürlich Quatsch: Niemand will die Welt heimlich retten.

Mmh… ich finde mittlerweile, es ist ein prima Motiv. Und man darf sich ethisch auch nicht selbst überfordern, wie Jean-Pol es sehr schön in seinem Blogbeitrag Warnung vor Selbstidealisierung! beschreibt. Und weiter schreibt er dort treffend: „Wenn jemand mir also sagt, er sei an Macht oder an Ruhm nicht interessiert, glaube ich ihm nicht.“

Warum aber nun Berühmtheit? Auf den Punkt gebracht:

  1. Es schmeichelt dem Ego. (das ist gefährlich, aber eben auch dopaminmäßig super)
  2. Man bekommt jede Menge Input von außen und wird so mit ausreichend interessanten Informationen versorgt, die alle verarbeitet werden wollen (auch ein Gedanke Jean-Pols, den er mit dem Namen Grundbedürfnis nach Informationsverarbeitung versehen hat)
  3. Durch das Umfeld, das reichhaltiger ist von Anreizen, Inputs und weiteren Ideen, gerät man so richtig in Fahrt und kann seine eigenen Konzepte schneller weiterentwickeln, als das alleine der Fall wäre. (Aufgepasst, Gefahr des Missverständnisses: Natürlich braucht man auch Zeit des „Alleinedurchdenkens“ und der Kontemplation, aber das alleine wäre zu wenig. Genauso sehr braucht man Input von außen.)
  4. Das, was man selbst anzubieten hat, wird auch wahrgenommen und aufgegriffen. Das heißt: Die eigenen Gedanken, Produkte und sonstigen Angebote gehen nicht unter, sondern man weiß, dass man tatsächlich auch etwas in der Breite bewirken kann. Die Mühe lohnt sich mehr, wenn die Effekte in die Breite wirken.
  5. Letztlich ist genau auch das der Punkt, weshalb es nicht schlecht ist, berühmt sein zu wollen, wenn man es nicht auf Kosten anderer macht, sondern zum Nutzen anderer. Man teilt seine Gedanken, Ideen, Konzepte, wird dadurch berühmter, kann dadurch mit noch mehr Menschen seine Ideen teilen, wird dadurch noch berühmter, und… hat anderen dabei seine Ideen gegeben. Es ist dann nicht anderes als: Berühmtheit durch Teilen, und Teilen wird mit Berühmtheit belohnt. Ist das moralisch verwerflich?
  6. Ein tieferer Gedanke, der letztlich auch (!) hinter all dem steht, ist: Unsterblichkeit. Als Atheist hat man nicht groß die Wahl: Das Leben ist endlich, und das ist einfach aus Sicht eines Menschen total scheiße. (Auf den Punkt gebracht.) Man hat nur endlich viel Zeit, und anschließend ist man „unendlich lange nicht existent“, was im Vergleich zur endlichen Existenz einfach verdammt lange ist. Berühmtheit ist die einzige Chance, sich selbst zu überdauern. Ladies and Gentlement, attention please, here is the truth: Jede Zelle meines Körpers sehnt sich nach ewigem Leben.

So viel zum Thema: Warum ich blogge.

Kommentare
  1. kurtsoeser sagt:

    Ich glaube ich werde da auch mal mitmachen, das gefällt mir…

  2. ni els sagt:

    Bloggen, um berühmt zu werden ist sicher zeitraubender, als gleich als Berühmtheit einen Blog zu starten.

  3. […] @dunkelmunkel mich immer wieder aus der versenkung holt: cspannagel.wordpress.com/2013/05/28/hil… […]

  4. Guten Tag,
    der Argumentationskette kann ich folgen – und teile sie überwiegend. Die Begrifflichkeiten aber gefallen mir nicht.
    Auf den Punkt gebracht heißt das, wenn ich den Satz wiederhole: „Ich bin an Macht und Ruhm nicht interessiert.“ – so bin ich in den Augen des Herrn Jean-Pol sogleich ein Lügner.
    Und das mag ich nicht, so dargestellt zu werden.
    „Berühmt“ ist weiterhin ein Wort, das mir nicht so zusagt. „Bekannt“ wäre da (für mich) realistischer und auch allgemein weniger negativ konnotiert.
    Ganz allgemein möchte ich sagen (wollte dies eigentlich schon früher tun), dass ich es recht schade finde, Prof. Dunkelmunkel in der Glaubensgemeinschaft der Atheisten zu finden.
    Mit dieser Glaubensrichtung habe ich in den letzten Jahren die erbitttertsten Auseinandersetzungen.
    Ich hoffe, dass es nicht auch in diesem Falle dazu kommen wird.
    Ich selbst gehöre zwar keiner Kirche oder Sekte an, plädiere aber stets für das Suchen kleinster gemeinsamer Nenner, für Differenzierungsfähigkeit, nicht für Akzeptanz, jedoch aber für Respekt und für das Freisetzen von Synergien und Kooperationen, z.B. in sozialer / humaner Hinsicht.
    Dies reicht bei den meisten Angehörigen der Glaubensgemeinschaft der Atheisten schon, um gehörigen Zorn auf mich zu entwickeln. Leider.
    Ich selbst verorte mich, btw. im Bereich des Pantheismus / Panentheismus. Und glaube dies auch begründen zu können. Alles andere erscheint mir unlogisch – klar: wie es bei Gläubigen halt so ist …
    :-))
    Von meiner Warte aus gesehen könnte ich also auch beruhigen, wenn ich lese:
    „Jede Zelle meines Körpers sehnt sich nach ewigem Leben.“
    Sie hat es. Zu jedem Zeitpunkt und für „immer“.
    Jede Zelle, jede Handlung, jedes Unterlassen.
    Aber ich will hier nicht mit der Schilderung von Details meines persönlichen Glaubenssystems langweilen.
    Lieber nehme ich diesen Blog in den Blogroll auf, von meinem Kopfmahlen – Blog. Sei er auch noch so klein.🙂
    MfG
    Burkhard Tomm-Bub, M.A.
    aka
    BukTom Bloch

  5. Florian Schimpf sagt:

    Lieber Christian,

    was ich seit Jahren an dir schätze ist deine Ehrlichkeit und deine Offenheit. Die narzistische Motivation zu bloggen geht klar! Aber berühmt und evtl. unsterblich durch bloggen, ich weiß nicht ob das hinhaut.
    Dann doch lieber Revolutionär (Alternative Terrorist). Als Bildungspolitiker in einer schwarz (sic!)-grünen Regierung geht zwar von der Grundfarbe her, passt aber mit Deiner Ehrlichkeit nicht zusammen. Was bleibt dann noch für die hall of fame? Musiker, Dichter, Künstler?

    Bleib Gruftiprof, mach die Studis happy, lass uns neugierig forschen, fblog fleißig und keep on teaching thinking!

    Florian

  6. @buktombloch Der begriff „ruhm“ ist natürlich selbstironisch, also ein stilmittel. Und die theorie dahinter: „Ruhm sichert eine relativ stabile Versorgung mit Aufmerksamkeit, also mit anspruchsvollen, quantitativ hohen informativen Stimuli.“ Anders ausgedrückt: ruhm kann gegen langeweile schützen. http://jeanpol.wordpress.com/2008/11/06/informationsverarbeitung-und-warum-ich-nach-ruhm-strebe/

  7. @Christian Schade, dass deine leser sich vom eyecatcher „ruhm“ irritieren lassen und nicht in die theoretische diskussion einsteigen. Ich bin überzeugt, dass der punkt „informationsverarbeitung als grundbedürfnis“ den angelpunkt darstellt, um motivation und lernprozesse zu verstehen und zu optimieren. Meine ganze, erfolgreiche forschung und praxis seit 1982 beruht auf dieser basis: wie versetzt man schüler und studenten in eine lernumgebung, in der sie ihr grundbedürfnis nach informativen stimuli auf hohem niveau befriedigen können und wollen? Allerdings interessierten sich meine kollegen zwar für LdL, nicht aber für die dahintersteckende theorie, so leicht sie auch zu begreifen ist! Wie will man aber eine methode wirklich erfolgreich einsetzen, wenn man das psychologisch-neuropsychologische konzept, das die methode untermauert, nicht wahrnimmt?

  8. m.g. sagt:

    Hallo Christian.
    was ist da passiert in Deiner Jugend? Mochten Dich die Mädchen nicht? Warst Du Aussenseiter und wurdest gehänselt? Wie auch immer, das was Du hier zum Besten gegeben hast, ist so ziemlich das Peinlichste, was ich je von Dir gelesen habe. Werde endlich erwachsen und pubertiere zu Ende. Mach Dir Gedanken drüber, wo dieser aus meiner Sicht krankhafte Drang zur Selbstdarstellung herkommt. Warum musst Du derartig viel Zeit in diesen Narzissmus investieren? Ist die Welt deiner eigenen Ideen doch nicht so groß, dass Du Ruhe in ihr finden könntest? Deine Eitelkeit behindert Dich darin, mit Deinen Ideen wirklich etwas zu bewirken. In der realen Welt jenseits Deines „social networking“ denken viele so, wie ich es hier beschrieben habe. Ich weiß mal wieder was fremdschämen ist.

  9. @m.g.du bist wirklich ein kluger mann. Wieso erkennst du nicht, dass hier nur eine technik angewandt wird. Das ist doch wissenschaft pur. Popper! Trial and error! Kritischer rationalismus!

  10. diabolix17 sagt:

    Kann man Punkt 2 und Punkt 3 nicht eigentlich zusammenfassen? Ist doch so ziemlich das gleiche.

    @m.g. Ist die Welt DEINER Ideen nicht groß genug, als dass du in ihr Ruhe finden könntest? Musst du stattdessen einen beleidigenden Kommentar posten, um dich selbst besser zu fühlen / darzustellen?

  11. Luci sagt:

    Lieber Christian,
    „Und der Mensch heißt Mensch, weil er …“ – zu diesem Blog kam ich durch puren Zufall und lese es seit etwa zwei Jahren regelmäßig. Das wäre aufgrund meiner Vorurteile sicher nicht passiert, wenn mir Dein Motiv für das Schreiben bekannt gewesen wären.
    Mit Ruhm und der unweigerlich folgenden Aufmerksamkeit sowie letztlich Einsamkeit in Form von Unsterblichkeit kann ich nichts mehr anfangen. Es war mir deshalb in der dazugehörigen Diskussion mit Jean-Pol (vor ca. einem Jahr ?) herzlich egal, ob er mir das glaubt oder nicht. Meinem Respekt ihm gegenüber hat das genauso wenig geschadet, wie Dein Artikel mich nun davon abhalten könnte, weiterhin in diesem Blog zu lesen. Vielleicht verstehe ich dann auch irgendwann, welches Stilmittel hier angewandt worden sein soll, wie es Jean-Pol schrieb.
    Für mich ist die Abhängigkeit von der Meinung fremder Freunde, worunter Ruhm und Anerkennung vermutlich fallen, inzwischen ein rotes Tuch. Wenn Du das aushalten kannst, dann ist es wohl in Ordnung für Dich – mehr als diesen Seelenfrieden braucht kein Mensch.
    Letztlich bin ich der Ansicht, dass es manchmal notwendig sein kann, die Welt heimlich zu retten.😉

  12. maria sagt:

    sehr traurig, das manche diskussionen in -meiner meinung nach- bitterschmeckende wortwechsel mit leichtem beleidigungsbeigeschmack ausreifen, was mich persönlich immer etwas traurig macht. diskussionen sind dafür da sich höflich-bestimmt und mit etwas offenheit für die meinung des gegenübers auseinanderzusetzten, ohne diesen in eine strafecke zu drängen. und ausserdem lernt man immer etwas mehr von sich und für sich selber dazu. aber wem erzähl ich das hier🙂

    aber nu zu meiner ansicht: jeder mensch sieht in irgendeiner art und weise zu wo er bleibt und hingehen mag, egal welche ziele man auch hat. und zu versuchen seine eigene kreation zu entwerfen, in der man voran kommt, obs nu klappt oder net, is besser als baum zu spielen. dies als narzisstisch zu bezeichnen greift wohl eher in die falsche urteilskiste. sein wissen zu teilen, anderen inspiration und hilfe zu geben, dadurch erfolg haben, und „berühmter“ werden is doch okay. etwas hinterlassen das wurzeln nach sich trägt, etwas bewirkt auch wenn man schon im grossen, dunklen und ungewissen „nix“ gelandet is, also unsterblich in dem fortschreiten seiner ideen bleibt, kann man nachvollziehen, welcher ehrgeiz dahinter steckt, was für zeit und kraft dahintersteckt (oder auch als zuckerperle vom himmel fällt-*möglich*), fasziniert meine eine, und solch interessanten leuten zu folgen, zu sehen wie sich etwas entwickelt und früchte trägt bewundere ich.

  13. Ich habe den Verdacht, dieser Artikel soll ein soziologisches Experiment sein.

    Und m.g. und dunkelmunkel spielen (Hörsaalspiel => Blogspiel) für uns Guter Bulle – Böser Bulle😀

    Ich hab euch durchschaut😉

  14. Ein wunderbarer Artikel, lieber Christian, der mich ebenfalls motiviert, über ein Beitrag zur Blogparade nachzudenken. Mit „Jede Zelle meines Körpers sehnt sich nach ewigem Leben,“ können Christen und Atheisten möglicherweise beide unterschreiben, denn die Ewigkeit gehört allen, ebenso wie die Angst vor dem Tod. Ich finde es jedenfalls sehr schön, dass du hier mit deinem bekenntnishaften Artikel Barrieren einreisst, die sowohl unsichtbar, als auch sehr real sind—in der schönsten Tradition der frühen Psychoanalytiker hältst du auch den Wissenschaftsbloggern einmal den Spiegel vor. Ich selbst habe das wissenschaftliche Bloggen am eigenen Ort bereits vor längerem zu Gunsten meines Autorenblogs fallen lassen (Deutsch, Englisch), und zwar nicht, weil es nicht spannend war, sondern weil man nur eine begrenzte Zahl von Blogs aktiv betreiben kann. Was Lehre und Wissenschaft anbetrifft, bin ich als virtuelles Wesen in unserem Multi-blog (Elerner.de) aufgegangen bzw. beschränke mich auf Blog-ähnliche Einträge in zahllosen kursbegleitenden Wikiversity-Seiten. Mich zu meiner Eitelkeit und Todesangst zu bekennen, macht mir nichts aus, trotzdem ist es schön, ebensolches von dir zu lesen, und zwar wie gewohnt unsentimental, hinreichend analytisch, und humorvoll!

  15. FSM sagt:

    Mal wieder berauschend ehrlich. Kann ich duchaus nachempfinden.

  16. dunkelmunkel sagt:

    @Burkhard Okay, „bekannt“ ist auch ein prima Wort. Und zu deinen Befürchtungen bzgl. Atheismus: Ich bin ein absolut un-fanatischer Atheist. Glauben ist eine persönliche Sache. Ich unterhalte mich mit anderen gerne darüber, aber ich versuche niemanden zu „missionieren“ oder zu „überzeugen“. Insofern: ganz entspannt!

    @m.g. Ich hab hier geschrieben, wie es ist. Die Sachverhalte lassen sich nun teleologisch interpretieren, so wie @jeanpol das schreibt: Es handelt sich unter anderem um Techniken, die einem bestimmten Zweck dienen. Sicher lassen sie sich auch kausal deuten mit psychoanalytischem Einschlag (traumatische Ereignisse in meiner Pubertät). Ich war übrigens in meiner Jugend tatsächlich Außenseiter, wurde gehänselt, und die Mädchen mochten mich nicht. Insofern hast du ins Schwarze getroffen. Gottseidank bin ich da schon lang drüber hinweg. Aber wobei genau hilft mir diese kausale Deutung? Angenommen, das narzisstische Verhalten liegt tatsächlich in derartigen Traumata begründet, was mach ich dann mit all den nützlichen Zwecken, die ich damit verfolge? Soll ich sie fallen lassen?

    Ich habe geschrieben, wie es ist, auch wenn es vielleicht manchem seltsam erscheint oder sich andere Leute sogar fremdschämen. Ich finde aber, als Wissenschaftler sollte es einem nicht peinlich sein, das zu schreiben, was man für die Wahrheit hält. Ich würde mich eher dafür schämen, Wahrheiten zurückzuhalten, nur weil sie für mich persönlich peinlich sein könnten.

    @diabolix17 Ja, okay, du hast recht: 2 und 3 könnte man zusammenfassen.

    Übrigens: Ich habe den Kommentar von @m.g. gar nicht beleidigend empfunden. Im Gegenteil: ich schätze die Kommentare von m.g., weil sie mich immer zum Nachdenken zwingen.

    @Luci „Das wäre aufgrund meiner Vorurteile sicher nicht passiert, wenn mir Dein Motiv für das Schreiben bekannt gewesen wären.“ – Hier möchte ich doch nochmal sicherheitshalber anmerken: Ich habe nicht DAS Motiv erläutert, sondern ich habe ein ganzes Bündel an Motiven beschrieben, und einige davon nur kurz abgehakt, weil sie andere schon beschrieben haben. Es gibt viele Motive, warum ich blogge. Das hier ausführlich beschriebene Motiv ist nur „eines“, nicht „das“.

    @maria „…und zu versuchen seine eigene kreation zu entwerfen….“ …mmh… evtl. hat das Ganze auch eine künstlerische Komponente. Da muss ich nochmal drüber nachdenken.

    @Stephan Mist, durchschaut.

    @Marcus Ich bin mir ehrlich gesagt gar nicht so sicher, ob ich den Wissenschaftsbloggern den Spiegel vorhalte. Ich habe nur über meine Motive geschrieben. Ich kann mir gut vorstellen, dass es anderen Wissenschaftsbloggern ähnlich geht, aber ich will hier lieber nicht zu früh verallgemeinern. Ich fände es aber klasse, wenn mehr dieses Motiv auch tatsächlich offen äußern, falls es denn eines ist. Das Eis ist gebrochen, los geht’s.🙂

    Bislang hat (außer @jeanpol und @maria) auch kaum jemand die Technik kommentiert: Die eigene Bekanntheit steigern, um sich einen ständigen Zustrom an Informationen zu sichern, andererseits auch um stärker in die Breite Informationen streuen zu können. Wie denkt ihr darüber?

  17. @Christian In deiner letzten Frage steckt für mich ein Paradox, das sich jedenfalls im Rahmen eines Einzelblogs nicht lösen lässt: natürlich kannst du, wenn du bekannter wirst, deine Informationen breiter und breiter streuen— dein Publikum wird ja immer größer. Aber mit dem Zustrom an Informationen zurück gibt es natürlich ein Problem: du spaltest dich ja nicht auf, dein Tag hat nach wie vor 24 Stunden usw. Deshalb scheint zumindest in der Praxis die Schattenseite größer werdende Bekanntheit zu sein, dass der allmählich immer berühmter Werdende immer weniger Informationen aufzunehmen scheint. Der einzige Ausweg (und hier wird die Technik wieder berührt) der mir einfällt ist, sozusagen hinter sich eine Community aufzubauen, die dann diese Informationen tatsächlich aufnimmt, verarbeitet, und wieder zurückspiegelt. Für einen einzelnen ist das hoffnungslos und mir fällt auch gar kein Beispiel ein. Für die Community Weg fallen mir schon Beispiele ein: Elerner.de ist so ein Blog bei dem ich am Anfang alles alleine gemacht habe und während das Blog (in bescheidenem Maße) bekannter wurde, wuchs die Zahl der Autoren (mittlerweile mehr als 50) und der (aktiven) Editoren (immer so um die 5). Das ist natürlich keine Berühmtheit, sondern eher ein „proof of concept“. — Eigentlich handelt es sich bei dieser Taktik um einen Trick, den ich bereits Mitte der Neunzigerjahre bei Accenture im Wissensmanagement eingeführt habe (auf dem Intranet—damals ca. 30.000 Teilnehmer) um die „Berühmtheit“ eines der Bereichsleiter zu kanalisieren und den Informations- und Wissensfluss zu optimieren.

  18. dunkelmunkel sagt:

    @Marcus Letztlich also nicht anderes als die „Neuronenmetapher“ angewendet (hach, ich freu mich schon wieder auf die gereizten Kommentare bzgl. dieses Begriffs :-)): Als Einzelneuron kann man irgendwann die ganzen Inputs nicht mehr ausreichend verkraften. Also Fazit: Ein neuronales Netzwerk (systematisch) aufbauen, dass filtert und stellvertretend verarbeitet… so in etwa?

  19. Wer gute Ideen hat, von denen er glaubt, dass sie prinzipiell für alle nützlich sind, dem bleibt gar nichts anderes übrig, als sich auf der Berümtheitsskala hochzuarbeiten, hochzubloggen, hochzufernsehen, hochzuzeitschriften. Aber die „Öffentlichkeit“ ist Wächter und Passierschein in einer Person. Erzählst du Quark, hört dir keiner zu, erzählst du das Richtige, ist es erst mal nur für d i c h richtig, aber erzählst du dauerhaft und immer wieder das Richtige, lässt [Menge von Menschen] dich nach oben. Wer nicht berühmt ist, hat offenbar noch nicht die Dinge gesagt, die Gegenwart und Zukunft richtig beschreiben. Insofern ist Berühmsein-Wollen ein Ausdruck von: “Hey Leute, ich habe viele gute Ideen und ich will damit EUER Leben verbessern und dazu brauche ich eure Aufmerksamkeit.“

    Berühmtsein-Wollen als Altruistisches Motiv.

  20. @Christian
    Wobei der zustrom an informationen zunächst sichert, dass man glücksgefühle empfindet: das gehirn ist darauf programmiert, den prozess der informationsverarbeitung als angenehm zu empfinden. Allerdings müssen die informativen stimuli eine bestimmte beschaffenheit haben. Insofern ist ruhm eine sehr gute möglichkeit, kontinuierlich zu stimuli zu gelangen, aber nicht die einzige. Auch ein buch liefert solche stimuli, aber die vielfalt der stimuli, die ruhm verschafft, ist viel höher als die eines buches. Besonders geeignet, glückinduzierende stimuli zu erhalten, ist die mitarbeit in einem projekt. Daher sollten in schule und uni permanent projekte angeboten werden. Jetzt im ruhestand ist es mein hauptanliegen, umwelten aufzusuchen und zu gestalten, die mir entsprechende informative stimuli liefern. Auf diese weise erhalten ich den glückszustand, den ich 40 jahre lang während meiner beruflichen tätigkeit erreicht hatte. Viele rentner leiden darunter, dass ihre umgebung nicht ausreichend stimuli liefert und sie sich „langweilen“ was nicht anderes als ein zustand des stimuli-mangels ausdrückt. Das wäre zum thema ruhm und informationsverarbeitung.
    Zum thema ruhm als chance, nach dem tod dem leben weiterhin tribut zu zollen, werde ich mich je nach stand der diskussion erneut äußern, wenn mir dazu was einfällt…

  21. @dunkelmunkel so sehe ich das auch. Die Neuronenmetapher…was soll denn daran lustig bzw. verwundbar sein? Ist doch ein tolles Konzept.

    @jean-pol hast du recht, mit dem vergleich buch vs community. Allerdings schreibe ich hauptsächlich für mich selbst, auch wenn ich dann mal veröffentliche

  22. m.g. sagt:

    @stephan goldammer: schön wäre es wenn es so wäre, die Welt ist voll von Unfug, den die Masse abgesegnet hat.

    @christian: Ich habe es ziemlich derb ausgedrückt, wenn Du meine Worte als beleidigend empfunden hättest, hätte ich es verstanden. Nach meiner Meinung bist Du immer wieder oszillierend auf einem Trip, der so nicht gut für Dich und damit auch der Sache abträglich ist. Dir das zu verdeutlichen bedurfte es aus meiner Sicht drastischer Worte. (Weniger drastische Impulse glitten bisher an Dir ab.)

    Ich wünsche Dir alle Berühmtheit der Welt und vor allem auch dass Du damit umgehen kannst. Mitunter scheint sich die Sache bei Dir in die falsche Richtung zu entwickeln, dann überlagert das Motiv der „Berühmtheit“ die Sache selbst und Du dringst nicht mehr konsequent in dieselbe ein.

    Berühmtheit und Macht ist eine Droge und wie alle Drogen nicht ungefährlich. Arbeite vor allem an der Sache und versuch nicht an der Schraube der Berühmtheit explizit zu drehen. Wenn die Sache gut ist, wirst Du nachhaltig berühmt. Alles andere ist gefährlich und ungesund. Es ist scheißegal wie Du rumläufst und was Du anhast, wenn du es als scheißegal nimmst und es nicht in irgendeiner Art hochstilisierst. Die Qualität Deiner Arbeit ist die Grundlage deiner eventuellen Berühmtheit und diese Qualität kann hier im Blog nur sehr vage beurteilt werden.

    Ich hab Dich zappeln sehen, als wir den Preis bekamen … .

    Wenn du mit Berühmtheit gesund umgehen willst brauchst Du ferner eine gewisse innere Ruhe, die nichts aber auch gar nichts mit Deiner Berühmtheit zu tun hat. (Falls es dann doch nichts wird mit der Berühmtheit bzw. wenn es mit ihr was werden sollte.) Es gibt ein Leben neben der Berühmtheit und vor allem das muss stimmig sein. Ansonsten rennst Du noch als Rentner durch die Blogs und Foren und bettelst um Beachtung.

    @jean pol: Mein Vater wird dieses Jahr 83. Er hat mit 75 Jahren ein Haus gebaut (Selbst entworfen, er hat mal Bauingenieur studiert, selbst Hand an den Bau gelegt.) Er ist rundum zufrieden und weiß nicht im entferntesten was Langeweile ist. Und er weiß was Macht und Berühmtheit ist und was sie mit einem persönlich machen kann.

    Grüße
    Micha

  23. @m.g.
    Da du dich direkt an mich wendest: ich melde mich in diesem blog, weil Christian sich seit einiger zeit u.a. auf meine gedanken bezieht. Es geht um die verbindung zwischen ruhm, informationsverarbeitung und schließlich auch glück. Ich warte, bis diese frage von den lesern aufgegriffen wird. Stimmt also folgender eintrag?
    http://jeanpol.wordpress.com/2008/11/07/informationsverarbeitung-und-disziplin-warum-meine-schuler-ruhig-und-konzentriert-arbeiten/

  24. @m.g. übrigens: auch wenn es nicht dein ziel ist: auch du verschaffst mir glück dadurch, dass du mich zum nachdenken (informationsverarbeitung) bringst.

  25. @marcus du machst mich neugierig. Dein buch werde ich jetzt kaufen.

  26. dunkelmunkel sagt:

    @m.g. Zu allen Punkten: einverstanden! Trotzdem nochmal der Hinweis: Diese Punkte beziehen sich mehr auf „Berühmtheit als Produkt/als Ziel/als Ergebnis“ (das bezieht sich auf meine Punkte 1 und 6 oben). Mir erscheint gerade im Zusammenhang mit den Bloggen der Aspekt „Berühmtheit als Mittel zum Zweck“ bzw. „als Technik“ wesentlich diskussionswürdiger (Punkte 2-5) – das ist das, worauf sich auch @jeanpol bezieht.

  27. @christian @m.g. noch ein beispiel: meine vergangene bekanntheit versorgt mich heute noch mit stimuli, wie gerade diese aktion hier. Seit einigen tagen bin ich durch das permanente reflektieren im flow. Intellektuelle reflexion wird bereits seit Aristoteles als das höchste menschlichen glücks bezeichnet. Natürlich kann ich mich nicht auf die vergangene und immer wieder aufpoppende bekanntheit als zulieferer von stimuli verlassen, daher auch die vielfältigen aktivitäten, die ich vor ort (Ingolstadt) entfalte. Ich wäre sehr froh, wenn ich nicht geisteswissenschaftler wäre, sondern bauingenieur. Da wäre ich voll mit dem bauen als zulieferer von informationen beschäftigt. Aber als „geisteswissenschaftler“, der handwerklich nicht kann, bin ich darauf angewiesen, durch viel aktivität interessante felder (kommunalpolitik, philosophische gesprächskreise. theaterbesuche) aufzuschließen, die mich mit relevanten stimuli vom aufstehen bis zum bettgehen versorgen.

  28. hexina sagt:

    werd nich klug …..

  29. m.g. sagt:

    @christian: Klappern gehört zum Handwerk. Das ist eine Binsenweisheit. Am Klappern hapert es nicht bei Dir. Leider … . Für Dich wird die Sache langsam kontraproduktiv, weil es Dir nicht nur um eine geschickte Vermarktung sondern vor allem um Selbstdarstellung und das Erheischen von Aufmerksamkeiten für Dein persönliches Ego geht. Damit vergeudest Du Dein Potential. Für eine Abmilderung dieser Aussage hinsichtlich, „es könnte ja eine wissenschaftlich bedeutsame Strategie sein“ bin ich nicht bereit.
    @jean pol: Ich lese es mir noch mal genauer durch. Über den Informationsverarbeitungsansatz hatten wir schon mal gestritten. Er ist mir zu platt und zu mechanistisch.

  30. hexina sagt:

    Ich verfolg diesen Blog seit einiger Zeit. Gemäss Beitrag von JP ist er aber wohl doch nur etwas für Insider, Techniker und Wissenschafter……. Hoffe aber, dass es zum Beitrag von JP ein „Technikerhandbuch“ gibt: „@m.g.du bist wirklich ein kluger mann. Wieso erkennst du nicht, dass hier nur eine technik angewandt wird. Das ist doch wissenschaft pur. Popper! Trial and error! Kritischer rationalismus!“ Vielleicht kann dies mal jemand in eine verständliche Sprache übersetzen. Herzlichen Dank!

    Ich denke Aufklärung ist dringend angesagt, sonst dürfen berechtigte Fragen von m.g. nicht kritisiert werden. Mir kommen nämlich die gleichen Fragen. Hab sie nur noch nicht formuliert.

  31. m.g. vielleicht findest du bei erneuter lektüre mehr gefallen an diesem ansatz. Ich glaube zumindest, dass diese sicht meinen schülern und studenten zugute gekommen ist, weil ich stets lernumwelten auf diesem hintergrund gestaltet habe.

  32. @hexina das ist tatsächlich ein wissenschaftlicher blog. Aber lies doch den blogeintrag, den ich oben verlinkt habe. Mit ein bisschen konzentration wirst du bestimmt verstehen, was es mit „informationsverarbeitung“ an sich hat. Im grund bedeutet es nichts anderes, als dass es spaß macht, zu lesen, zu diskutieren, zu denken (also informationen zu verarbeiten). Und je mehr leute mich kontaktieren und mit mir sprechen wollen, desto mehr denkinputs erhalte ich. Und das macht spaß! Wenn ich „berühmt“ bin, ist die chance groß, dass ich ganz viele inputs erhalte.

  33. Luci sagt:

    Der Kommentar von Marcus (30.5., 21:57) fasst für mich gut zusammen, worin das Problem einerseits stecken kann. Auch, was m.g. (31.5; 0:01) über Macht schrieb, drückt sehr gut aus, woran ich u. a. bei dem Begriff „Bekanntheit“ denke.
    Andererseits verstehe ich als Laie immer noch nicht den Zusammenhang von bekannt sein und Informationsverarbeitung. Ich suche und streue Informationen doch nicht nach dem Bekanntheitsgrad von Personen; eher im Gegenteil: nur, weil Du mir unbekannt warst, habe ich angefangen, in Deinem Blog zu lesen. Die erste Verlinkung auf einen Beitrag hierher oder mein erster Kommentar in Deinem Blog – das wäre alles nicht passiert, wenn ich gewusst hätte, dass ich damit einen sog. Knotenpunkt im Netz erwische. Gemerkt habe ich das allerdings erst daran, dass nach einem einzigen Beitrag von Dir mein eigenes Blog plötzlich zu explodieren schien. Allein bei dem Gedanken daran wird mir heute noch schlecht. Das mag selten dämlich sein, ist aber kein Einzelfall, denn beim Blog z. B. von Gabi Reinmann und Jean-Pol erging es mir genau so. In Blogs, die ich für „bekannt“ halte, habe ich bisher überhaupt nicht kommentiert; genauso wenig verfolge ich Leute in sozialen Netzwerken, die „berühmt“ sein sollen.
    Letztlich ist es wohl egal, ob jemand lieber auf oder hinter der Bühne arbeitet. Wichtig ist mir Zusammenarbeit und deshalb gefällt mir die Neuronenmetapher so gut.

  34. hexina sagt:

    @J.P Ich liebe es ebenfalls zu diskutieren, zu lesen, zu denken… Aber ich frage mich aber, was denn diese Art zu diskutieren/schreiben oder denken für einen Mehrwert für irgend jemand haben kann. Ich beispielsweise bin bekannt (nicht berühmt) als eine, die Dinge kritisch hinterfragt. Selten zur Freude der Hinterfragten. Hinterfrager sind meist nur lästig. Mir scheint wichtig, dass die Hinterfragten, vom kleinen Mann/Frau bis hinauf in höchste Politik wissen, dass sie hinterfragt werden. Das ist das, was ich mir, auch ohne Titel, leisten kann und auch tue.

    Ich hab mich jetzt einfach mal getraut, hier meine eher querliegenden Fragen zu stellen, ohne mir dabei dumm vorzukommen. Bin eigentlich auch verdammt lange zur Schule gegangen, Hab auch eine Uni von innen gesehen. Unsere Diskussionen, Gespräche und Auseinandersetzungen fanden nicht in Form von Rätseln statt. Möglich, dass ich immer noch nicht kapiert habe, worum es hier eigentlich geht.

    Wenn aber Leute wie ich, Blogs von Christian und die Kommentare lesen, dann wundere ich mich nicht, wenn Fragen, wie die von m.g. gestellt werden. Jeder Psychiater würde sie stellen. OK auch dieser Wissenschafter würde versuchen zu verstehen indem er sich „Fragen erlauben“ würde.

    Vielleicht trage ich mit meinen Fragen oder wie man es auch immer nennen will, zu neuen Denkinputs oder auf gut Deutsch, zu neuen Denkanstössen bei. Wenn ich richtig verstanden habe, sind diese ja willkommen.

  35. @hexina: klar trägst du zu unserem denkfortschritt bei! Weiter so! Ich habe mich auch bemüht, die sache mit dem „informationsverarbeitungsansatz“ für dich als interessierte leserin verständlich darzustellen.
    @StephanGoldammer du hast den punkt genau getroffen: man braucht eine gute, langfristig tragende idee, von der man überzeugt ist und man muss diese ideen immer wieder in allen möglichen (passenden) kontexten einbringen. Allerdings auch mit diesen voraussetzungen werden die wenigsten bekannt, geschweige denn „berühmt“. Das zeigt die gesamte geistesgeschichte. Und die, die berühmt werden, verdanken es oft dem umstand, dass sie popularisiert haben, was andere vorgedacht hatten: z.B. der philosoph Frege als vater der analytischen philosophie, der zu lebzeiten völlig unbekannt blieb, dagegen Bertrand Russell als guter kommunikator usw… Damit kein missverständnis entsteht: ich selbst bin mit meiner rezeption extrem zufrieden! :-))

  36. hexina sagt:

    @JP: nein nicht Denkfortschritt, so grössenwahnsinnig bin ich nicht. Zwischen Denkfortschritt und Denkanstoss besteht für mich ein erheblicher Unterschied. Ich möchte niemanden belehren und das täte ich im ersten Falle.

  37. dunkelmunkel sagt:

    @m.g. Mir geht es nicht „vor allem“ um Selbstdarstellung. Dieser Eindruck mag vor allem durch die letzten Blogbeiträge entstanden sein. Ich habe sie geschrieben, weil ich auch diese Aspekte einmal angesprochen haben wollte. Ich lasse es nun dabei und werde mich wieder den Inhalten und der Sache zuwenden. Falls das Thema aber wieder einmal irgendwo aufkommt, kann ich auf diese Beiträge und Diskussion hier verweisen und es damit bewenden lassen – das ist das Praktische an Blogs.😉

    @hexina Ich habe versucht, alles relativ einfach im Beitrag selbst oben zu beschreiben. Die Punkte 2 und 3 geben letztlich genau das wieder, was ich mit Informationsverarbeitung meinte. Was genau ist dabei unklar geblieben?

    @Luci Natürlich kommentierst du nicht nach Bekanntheit der Blogautoren. Andersherum wird ein Schuh draus: Wenn viele Leute meinen Blog kennen und lesen, dann erhöhe ich die Wahrscheinlichkeit für relevante Inputs. Beispiel Flipped Classroom: Ich wusste nichts von dem Konzept, bis ich darüber gebloggt habe. Darauf hin kamen @eisenmed und @matthiasheil und haben mich auf das Konzept aufmerksam gemacht. Das war möglich, weil ich die Informationen in die Breite gestreut habe. Und „in die Breite“ ist nur möglich, wenn es eine große Leserschaft gibt.

  38. m.g. sagt:

    @christian:
    Ich wünschte sie hätten es nicht getan. Rettet die Vorlesung!

  39. dunkelmunkel sagt:

    @m.g. Wer „sie“? und was nicht getan?

  40. Luci sagt:

    @m.g. @dunkelmunkel Ihr habt das Wissen, die Macht und die Verantwortung, also rettet die Lehrenden und Lernenden vor der klassischen Vorlesung aus dem Mittelalter! (Aus Studentensicht und ohne Empfehlungsabsicht, z. B. mit Methodenvielfalt. 90 Minuten lang nur zuhören ist einfach lernschädlich.)
    @dunkelmunkel Danke für die Erklärung – aus einer fremden Welt.

  41. @dunkelmunkel Du musst Dich für Dein Herangehen nicht rechtfertigen, finde ich. Einige der Einwände die von anderen hier gegen Deine Methode vorgebracht werden, wirken kommunikativ mittelalterlich, inquisitorisch-patronisierend, auch wenn (oder gerade weil?) Sie im Gewand der Freundseligkeit daher kommen mögen…trollig, nicht drollig. Ich finde es nach wie vor im Kontext eines Blogs sinnvoll, im Kontext der pädagogischen Wissenschaft wichtig und für mich persönlich bereichernd, was Du hier schreibst, und wie Du es schreibst. Wieso Du Dich in den letzten Artikeln von den „Inhalten und der Sache“ entfernt hast, will mir nicht einleuchten. Die Beschäftigung mit dem „Ich“ ist in Deutschland (in allen Bereichen) deutlich suspekter als anderswo — es könnte sein, dass dadurch für Sozial-Wissenschaften wie die Pädadogik irrationale Grenzen gezogen werden, den Fortgang der Wissenschaft behindern. Wenn man im Vorhinein immer sagen könnte, was wissenschaftlich bedeutsam wird, dann gäbe es keinen Fortschritt in der Wissenschaft mehr, sondern es gäbe nur noch Verwalter des Wissens. Die sind auch wichtig, aber die bringen die Menschheit nicht voran. Das kann man nur, wenn man systematisch das treibt, was die beruflichen Wissens-Verwalter „Unsinn“ nennen. Um ein Wort aus dieser Diskussion aufzugreifen: wenn du machst was alle anderen auch machen, vergeudest Du aus meiner Sicht Dein Potential! — Oder einfacher: if you do what you always did, you get what you always got. Und nicht mehr.

  42. m.g. sagt:

    @Marcus Speh: Ich sehe mehr als den Blog, mein Zimmer ist neben dem vom Christian.

  43. @Christian
    Lustig: gestern wollte ich in einer philosophiegruppe den zusammenhang zwischen „ruhm“ -> „informationsverarbeitung“ -> „glück“ aufzeigen. Die leute nahmen so sehr anstoß an dem begriff „ruhm“, dass ich erst nach großen kämpfen zum wesentlichen kommen konnte. Ähnliches passiert immer wieder, wenn ich „kontrolle“ als zentrales ziel menschlichen handelns einführen will. Bei „kontrolle“ blocken sie ab und verlangen, dass ich ein anderes wort verwende. Ich weigere mich, weil kontrolle nun einmal ein in der kognitionspsychologie etablierter, gut definierter begriff ist. Das ist letzlich das dilemma bei solchen vorstößen: ich darf schon eyecatcher verwenden, aber diese eyecatcher dürfen nicht eye-blind-macher sein. Das wort „ruhm“ ruft soviele emotionen auf, dass kein vernünftiges gespräch mehr möglich ist.

  44. @jeanpol …psychologisch ist das ein Schatten (i.S. von C G Jung) die Leute wehren sich gegen die Diskussion von Begriffen wie RUHM, KONTROLLE od dgl. weil diese Dinge in ihrem persönlichen (und im Falle Deutschlands auch im kollektiven) Schatten liegen. Das führt i.d.R. zur Undiskutierbarkeit. Die Ironie ist (siehe die Diskussion hier) dass sich der Einzelne (und die Gruppe) besonders nach diesen Diskussionen sehnt, das darf aber nicht zugegeben werden…

  45. Luci sagt:

    Mooooment, so geht das nicht! Ihr seid Experten und führt als solche öffentliche Blogs oder Kurse. Damit kalkuliert Ihr die „Gefahr“ ein, dass sich Laien in die Diskussion(en) einmischen. Wenn ich den Sinn von öffentlich zugänglichen, wissenschaftlichen Blogs also richtig verstanden habe, dann dürfte es keine Beschwerden darüber geben, dass das wissenschaftlich weniger als Ihr gebildete Publikum einem Ansinnen nicht folgen kann.
    Die Wissenschaftssprache hat u. a. eine Kommunikationsfunktion in dem Sinne, dass eben auch Nicht-Wissenschaftler begreifen können, was Ihr zu sagen habt. Wenn Ihr also schon wisst, dass ein Wort wie „Ruhm“ oder „Kontrolle“ die Diskussion in einem Kurs oder hier erschweren kann, warum führt Ihr dann die Leser/Zuhörer nicht zuerst mit anderen Worten an das Thema heran? In Euren wissenschaftlichen Arbeiten fallt Ihr doch auch nicht gleich mit der Tür ins Haus, sondern erklärt erst einmal – mit anderen Worten -, was Ihr unter den Begriffen versteht bzw. was der Leser darunter verstehen soll, oder nicht? Erst danach begründet Ihr, warum dieses eine Wort aus Eurer Sicht so gut für die Beschreibung geeignet ist, oder?
    Das Thema finde ich nicht undiskutierbar, obwohl ich dieses Wort gar nicht kenne, weil ja bekannt ist, dass für eine „gute“ Diskussion nur eine gemeinsame begriffliche Grundlage gefunden werden muss und wer dafür verantwortlich ist.

  46. @Marcus
    Interessante interpretation. Wodurch geraten diese wünsche (ruhm, kontrolle),die allen gemeinsam sind, in den schatten? Für deutschland in den kollektiven schatten, weil “ruhm” und “kontrolle” in der gschichte des deutschen volkes schaden angerichtet haben? Aber für individuen, z.b. für unsere mitdiskutanten, wodurch?

    @Luci
    Ich versuche den ablauf für dich zusammenzufassen:
    1. Christians ausgangsstatement ist, dass die qualität der forschung eines wissenschaftlers durch ruhm erhöht wird, weil berühmte leute mehr als andere mit relevanten, qualitativ hochstehenden impulsen beliefert werden. Es ist Christians ziel, höchste qualität in seiner forschung zu erreichen, damit er über den tod hinaus rezipiert wird. Um dieses ziel zu erreichen, scheint ihm ruhm ein guter weg zu sein.
    2. M.g. ist der ansicht, dass ruhm die gefahr birgt, dass man dort hängen bleibt (sucht) und das eigentliche ziel (hervorragende forschung zu leisten) aus den augen verliert.
    3. Marcus teilt die position von Christian, sieht aber als problem, dass ruhm zu einem überangebot an impulsen führen kann, die die verarbeitungskapazität des forschers übersteigt. Dazu meint Christian, dass man ein teil der überschüssigen impulse an eine größere gruppe zur verarbeitung weiterleiten kann.
    4. Ich selbst füge zu Christians schilderung hinzu, dass die stimmung des forschers von der menge und qualität der stimuli abhängt. Das gehirn ist so konstruiert, dass der prozess der informationsverarbeitung mit glückgefühlen begleitet wird. Ruhm führt zur zufuhr von mehr und besseren stimuli, der informationsverarbeitungsprozess gewinnt an qualität und der berühmte forscher ist glücklicher als der nicht-berühmt.
    Das sind die inhaltlichen aspekte in aller kürze.
    Die diskussion wird begleitet von diversen kommentaren über den charakter von Christian: in der mehrheit wird seine ehrlichkeit gelobt, aber auch warnende stimmen sind zu vernehmen.

    Um auf deine frage einzugehen: die begriffe, die verwendet wurden, insbesondere “ruhm” wurden deshalb nicht definiert, weil sie eindeutig sind. An keiner stelle der diskussion sind unsicherheiten bezüglich der bedeutung des begriffs “ruhm” zu erkennen.

  47. @Luci Ich wünschte, dass mehr Wissenschaftler diesem Anspruch, den Du formulierst, genügen würden! Die oft zelebrierte Unverständlichkeit und Intransparenz wissenschaftlicher Argumentation nervt mich auch (besonders in den Geistes- und Sozialwissenschaften). Einen objektiven Grund, welcher der Wissenschaft selber dienen würde, kann ich nicht erkennen. Es könnte sich um eine Mischung aus Talentmangel, Faulheit und Elitismus handeln. In der Ausbildung zum Wissenschaftler, wenn man das so nennen mag, wird jedenfalls die Schnittstelle zu den „Laien“ weggelassen, sie wird nicht wirklich thematisiert, soweit ich weiß. Und die meisten Wissenschaftler sind keine tollen Kommunikatoren. Natürlich gibt es immer genug anderes zu lernen, da kommt Kommunikation gerne zu kurz…Gerade da liegt ein wichtiges Potential von Blogs als Dauer-Begegnungsstätte zwischen Experten und Nicht-Experten. … Was diese Begriffe anbetrifft: ich glaube nicht, dass man der von mir postulierten „Undiskutierbarkeit“ mit Definitionen oder rationalen Strategien beikommt (im Bereich der Organisationswissenschaften ist das übrigens von Chris Argyris gründlich studiert und nachgewiesen worden). Denn der Archetyp des „Schattens“, wie Jung ihn sah, enthält diejenigen Konzepte, die irrational Angst machen. In Therapie und Coaching ist der Schatten wohlbekannt: z.B. hätten demnach diejenigen mit dem Konzept „Berühmtheit“ die größten (inneren, emotionalen) Schwierigkeiten, die sich gleichzeitig nach Ruhm sehnen, den Ruhm aber ablehnen und verachten, die sich also diese Sehnsucht in gewisser Weise nicht eingestehen dürfen. Wir können definitiv sagen, dass Ruhm nicht im Persönlichen Schatten von Spannagel und Jean-Pol liegt…das Buch von Verena Kast, „Der Schatten in uns-die subversive Lebenskraft“ sei zum Weiterlesen empfohlen.

  48. @jean-pol ich weiss nicht ob meine obige Antwort auf @Luci mit dem kleinen Beispiel deine Frage schon geklärt hat? Ich improvisiere mal (als, wie man sagen könnte, gebildeter Laie, denn ich bin kein Analytischer Psychologe): Individuelle Schatten sind zum Teil kollektive Schatten. Das Konzept ist eher rückwärts definiert, d.h. der Schatten hat nicht die Qualität eines Freudschen Über-Ich oder Es. Man sieht dass eine Eigenschaft im eigenen Schatten liegt daran, dass man eine rational schwer verständliche, evtl. „verrückt“ oder übertriebene Reaktion auf jemanden zeigt, der dieses Verhalten zeigt. Beispiel: jemand der völlig ausrastet, nur weil ein anderer unpünktlich ist und nichts dabei findet. Mögliche Erklärung: der erste hat seinen Wunsch nach Unpünktlichkeit (aus welchen Gründen auch immer) so weit unterdrückt, dass ihn dieses Verhalten am andern zur Weißglut treibt. Darüber zu reflektieren ist sehr schwer für ihn: zum einen, weil er so stark vom Affekt bestimmt ist, zum anderen, weil er es sich schlechthin nicht vorstellen kann, unpünktlich sein zu wollen, das ist also völlig irrational aus seiner Sicht, deshalb schwer angreifbar. An dem Beispiel siehst Du, dass es sich um jedes Verhalten handeln könnte, und dass der Schatten individuell, sozial und kulturell determiniert ist. der Schatten ist aber auch die letzte Bastion der Unvernunft: seinen eigenen Schatten kennt man in der Regel nicht, man lernt ihn durch eigene Affekte kennen. Ob Verhalten X im eigenen Schatten liegt, kann man z.B. daran sehen, dass schon das bloße Bekenntnis der Möglichkeit einer solchen Eigenschaft ungeheuer schambesetzt ist…

    Und jetzt haben wir, nach Dutzenden Kommentaren, gesehen, wie gefährlich es sein kann, sich auf philosophisch-psychologische Inhalte auf Bekenntnis-Basis einzulassen! Danke, Christian, für das Zurverfügungstellen Deiner Pinnwand…Schmeisst Du uns dann bitte raus, wenn die Bar geschlossen wird? :-))

  49. @marcus
    Ich beschäftige mich natürlich recht intensiv mit deinen beiden texten. Darüber später mehr. Nur soviel: unsere beiden beiträge könnten formal unterschiedlich nicht sein!:-)) Ich habe mich um absolute askese bemüht, nicht ohne ironie, wie du wahrscheinlich erkannt hast. Konkurrieren mit der kargheit kann nur noch wittgensteins tractatus. Deine ausführungen zum schatten sind wunderbar, nicht nur sprachlich! Bis bald…

  50. lupus sagt:

    @Luci Tip top auf den Punkt gebracht. Gibt nichts hinzu zu fügen.

    @ Jean-Pol Für diese Aufklärung war es jetzt aber höchste Zeit. Es handelt sich hier um einen öffentlichen Blog. Das ist sehr gut so. Aber hier hat bei „euch Wissenschafter“ die Informationsverarbeitungn offenbar ein bisschen geklemmt.🙂 Inputs waren genügend vorhanden. Ihr hättet früher merken müssen, dass die „Öffentlichkeit“ anfängt an euch zu zweifeln. Jetzt kann man eure „Sprache“ wieder verstehen.

  51. @lupus es hat zeit gebraucht, bis ich selbst auf die idee kam, aus dem wust die quinteszenz herauszufiltern. Das ist ein komplexer prozess, der „inkubationszeit“ in anspruch nimmt! Aber danke für das positive feed-back, das natürlich zum weiterdenken (konzeptualisieren) motiviert!

  52. @Marcus
    Ein beleg für unsere these ist natürlich, dass du mich mit deinen wunderschönen texten angeregt hast! Wäre ich unbekannt, hättest du mich nicht beliefern können!

  53. […] versuche den ablauf für dich zusammenzufassen: 1. Christians ausgangsstatement ist, dass die qualität der forschung eines wissenschaftlers durch ruhm erhöht wird, weil […]

  54. Luci sagt:

    @Jean-Pol Das mag ich so an Dir: Du erklärst auch dem schlichtesten Gemüt so lange und immer wieder geduldig Deine Theorie, bis man nahe ‚dran ist zu glauben, ein Stückchen davon zu verstehen. Danke für die Zusammenfassung!
    Es wäre unhöflich von mir, Deine Geduld und dieses Blog mit weiteren Fragen zu strapazieren, obwohl es mir Spaß macht, mich belehren zu lassen. So werde ich also vorerst allein darüber nachdenken müssen, woran die Diskussion – nach meinem Empfinden – zunächst gescheitert ist (s. auch den letzten Abschnitt in diesem Kommentar https://cspannagel.wordpress.com/2013/05/28/hilfe-mein-prof-bloggt/#comment-12506). Wenn es nicht an der Klarheit der Worte gelegen haben soll, muss es schließlich einen anderen Grund geben.

    @Marcus Das Buch ist bestellt und nach Deinen Erklärungen zum Schatten sowie dem Beitrag mit der Zusammenfassung im Blog von Jean-Pol (auch noch hierher verlinkt, das ist an öffentlicher Entblödung kaum zu überbieten) habe ich es offensichtlich mehr als nötig, nach meinen Leichen im Keller zu suchen. Letztlich ist auch das eine Art, „berühmt“ zu werden und ich will jetzt wissen, warum ich darauf so allergisch reagiere. Danke für den Hinweis!

  55. dunkelmunkel sagt:

    @Luci Danke für deinen kritischen Kommentar, der mir nochmal die Möglichkeit gibt, etwas hervorzuheben: Dies ist ein Wissenschaftler-Blog, aber nur in dem Sinne, dass er von einem Wissenschaftler geschrieben ist, und nicht in dem Sinne, dass er für Wissenschaftler geschrieben wird. Ich schreiben meine Blogbeiträge immer im Geiste öffentlicher Wissenschaft, was für mich bedeutet, dass ich gerade die Diskussion zwischen Wissenschaftlern und „Nicht-Wissenschaftlern“ (besser: zwischen Berufswissenschaftlern und Hobby-Wissenschaftlern) anregen möchte. Insofern ist mein Anliegen, alles so verständlich wie möglich zu beschreiben, und so habe ich dies auch bei diesem Blogbeitrag versucht. Aus meiner Sicht ist (genau wie Jean-Pol beschreibt) keinerlei besondere Bedeutung mit „Ruhm“ oder „Kontrolle“ verbunden (hier gibt es keine definitorischen Tricks). Deswegen hatte ich auch @hexina gefragt, was unklar geblieben ist (leider ohne eine Antwort bekommen zu haben – hier wäre nochmal Potenzial für die Ausräumung von Missverständnissen gewesen). In diesem Sinne würde ich auch auf deinen Kommentar „Es wäre unhöflich von mir, Deine Geduld und dieses Blog mit weiteren Fragen zu strapazieren“ antworten wollen: Bitte frage weiter, wenn es etwas zu fragen gibt, und kommentiere weiter, wenn es etwas zu kommentieren gibt.

  56. lupus vormals hexina sagt:

    @christian Es zeugt nicht gerade von guter Kinderstube, nicht auf Fragen zu antworten. Ist sonst nicht meine Art. Bin zurzeit sehr beschäftigt mit einmischen in Politik, uns steht in einer Woche ein Abstimmungssonntag bevor, der sich gewaschen hat. Da muss ich einfach ein bisschen recherchieren, bevor ich in der Zeitung meinen Senf dazu gebe. Zudem muss ich einen Schreibstil verwenden, den alle verstehen sollen. Bin in keiner Partei, bin politisch und in religiösen Fragen freidenkend (überzeugte Atheistin) und muss mir halt meine Infos von überall herholen. Zudem bin ich auch neu am Bloggen, habs noch nicht so saugut im Griff. Hab niemanden den die ich fragen kann. Aber ich weiss, ich raff es auch alleine. Bloggen geht, aber twitter ist unmöglich, ich glaub meine Beiträge sind dort in mehrfacher Ausführung🙂 hab inzwischen auch meinen Blognamen geändert. Das reinste tohuwabohu. Hauptsache ich weiss noch, wer ich wirklich bin. Und mir gehts wie allen andern bloggenden „nobodys“, wenn man nicht berühmt ist, egal wie, dann liest’s niemand. Na ja, wenigstens weiss ich wo ich meine Texte bestimmt wieder finden kann.🙂 cloud in win 7!

    Unendlich sorry für meine verspätete Antwort. Mittlerweile hat sich alles durch Jan-Pol geklärt und auch ich hab begriffen! Ich hatte schon ziemlich am Anfang dieses Blogs begriffen, dass einige wenige Blogger, mich inbegriffen, mit der Interpretation deiner Zeilen Mühe hatten. Sobald ich Zeit habe, werde ich das ganze inkl. alle Beiträge nochmals mit einem anderen aufgeklärten Verständnis durchlesen. Ich freu moch schon darauf.

  57. Durch diese diskussion angeregt habe ich einen neuen blogeintrag verfasst: http://jeanpol.wordpress.com/2013/06/02/konzeptualisieren-gluck/

  58. dunkelmunkel sagt:

    @lupus aka hexina Alles klar, kein Problem!🙂

  59. Jetzt bringe ich meine „konzeptualisierung“ zum abschluss und parke hier einen gedanken, der für die zukunft von bedeutung sein könnte, wenn das thema „ruhm“ wieder emergiert:
    dadurch, dass ruhm zu qualitativ und quantitativ hohem impulsaufkommen führt, entsteht ein starker konzeptualisierungsdruck, der natürlich förderlich für die relfexion und die produktion von wissenschaftlichen gedanken ist. Sofern der rezipient in der lage ist, den fluss zu beherrschen. Allerdings kann man davon ausgehen, dass im laufe des berühmtheitsanstieg der berühmtwerdende schrittweise entsprechende techniken entwickelt.
    ruhm -> hohe informationsmenge gepaart mit hoher sozialer kontrolle/aufmerksammeit -> hoher konzeptionalisierungsdruck -> hoher wissenschaftlicher output.

  60. […] Blog von Christian Spannagel hat mich kürzlich eine Diskussion aus meinem gewohnten Denktrott gebracht. Grundsätzlich bin ich […]

  61. @Marcus
    Wie versprochen eine reaktion, aber nur ganz kurz:
    „seinen eigenen Schatten kennt man in der Regel nicht, man lernt ihn durch eigene Affekte kennen.“
    Damit hast du mich auf den weg geschickt. Ich habe natürlich begonnen, bewohner meines schattens in meinen (alp)träumen entdecken zu wollen. Aber richtig fündig wurde ich nicht. „Man lernt ihn durch eigene affekte kennen“. Worüber ärgere ich mich unverhältnismäßig? Soeben habe ich meine frau gefragt: sie weiß nichts auf anhieb, aber wir bleiben dran! Vielen Dank, Marcus!

  62. lupus sagt:

    Ich gestatte mir, hier einen Faden nochmals aufzunehmen. Dies aus purem Eigennutz, weil ich nämlich endlich wieder mal in Ruhe schlafen möchte.🙂 (Christian, lösch diese Zeilen einfach raus, wenn sie unpassend sind). Ja, richtig gelesen, diese „Konzeptualisiererei“ lässt mich momentan nicht zur Ruhe kommen. Vorab und vielleicht auch zum besseren Verständnis, meiner Denkweise, kurz Teile meines schulischen und beruflichen Werdeganges: aus der Schule als hoffnungsloser Fall vorzeitig entlassen, Matura mit Familie und zwei Kindern nachgeholt, Lehrerseminar, heute Pädagogische Hochschule genannt, Lehrtätigkeit von 1. bis 9. Klasse, Ausbildung zur Sozialarbeiterin, versch. therapeutische Ausbildungen, u.a. in systemischer Paar- und Fam.therapie, Erziehungsberatung, Scheidungsmediatorin Erzieherin in Heim mit kriminellen Jungs, Drogentherapie, kurz mir ist nichts Menschliches mehr fremd und was die Sorgen und Nöte des „kleinen Mannes“ angehen, da bin ich Fachfrau. Na jetzt hör ich besser mal auf. Ich habe mehrere Berufe, alle mit Diplomarbeit abgeschlossen. Zu einem Dr.- oder Prof-Titel hats nicht gereicht . Die einzige Auszeichung die ich zusammen mit einer andern Frau in vergleichbarer Situation, erhalten habe, ist die Verleihung eines Preises für besondere Leistung an der Maturitätsfeier.

    Und dann das: ich lese diesen Blog und die Kommentare und versteh ein Stück Welt nicht mehr. Ei der Daus, ich hab doch keine Schwierigkeiten an Diskussion teilzunehmen und zu folgen . Aber hier…. ? Ich begann an mir zu zweifeln, eine irgendwie fremde Welt, in die ich da eingetaucht war. Mein aussergewöhnlicher Durchhaltewillen hat mich glücklicherweise bei der Stange gehalten.

    Erste Aufhellungen gab es mit Jean-Pol’s Beitrag vom 30. Mai mit seinem Bedauern, dass Leser sich vom eyecatcher….. Aha, ich bin also nicht alleine, dachte ich. Der Beitrag von m.g. am gleichen Tag war dann Balsam für meine Seele. Jetzt begann es für mich vollends interessant zu werden. Und Luci legte am selben Tag gleich noch eins obendrauf, mit der Frage nach dem Stilmittel…… Der 30. Mai hatte es in sich, maria aber war traurig über den bitterschmeckenden Wortwechsel.

    @maria, für mich hatte der Wortwechsel überhaupt keinen beleidigenden Beigeschmack, im Gegenteil. Aber ich weiss, meine diesbezügliche Messlatte liegt ziemlich hoch und genau das bringt mich manchmal in unangenehme Situationen, weil die Messlatte meines Gegenübers der meinigen oft nicht die Waage hält.

    Dann am 1. Juni Luci: !!!!!! Das war wohl das, worauf ich unbewusst gewartet hatte. Ihr Mooooment mal…. (dieses Wort mit den 4 o werd ich wohl bis ans Lebensende vor meinem geistigen Auge in angenehmer Erinnerung behalten) war für mich wohl der wichtigste input und Mrcus Birkenkrahe’s Satz: …die oft zelebrierte Unverständlichkeit….. und sein Hinweis auf das wichtige Potential von Blogs als Dauer-Begegnungsstätte zwischen Experten und Nicht-Experten… war ein weiterer Baustein zum Verständnis. Jean-Pol’s Zusammenfassung für Luci hatte schliesslich auch mir wieder weiter geholfen.

    Ich finde es etwas vom Faszinierendsten, zu erfahren, wie andere Leute denken, ticken, arbeiten und ihr Leben gestalten. Wenn mich andere daran teilhaben lassen, dann ist das für mich immer etwas ganz Besonderes, oder besser ausgedrückt, ein wertvolles Geschenk. Dank, dass ihr überhaupt auf meine Kommentare eingegangen seid. Ihr alle habt dazu beigtragen, mein Leben diesbezüglich zu bereichern. Damit habt ihr ein Stück zu eurer „Unsterblichkeit“ beigetragen. Ein Glück, dass solche Blogs öffentlich sind.

    Ich hab versprochen, dass ich den ganzen Blog mit den Kommentaren als „Aufgeklärte“ nochmals durchgehen werde. Nun, das hab ich getan. Ich gebrauche hier einfach mal in etwa Jean-Pol’s Worte: „Das war ein komplexer Prozess, uff, mit entsprechender „Inkubationszeit“. Hat mich aber zum konzeptualisieren motiviert“. Eingestreuten Hinweisen auf andere Beiträge zum einen oder andern Thema werde ich nachgehen. Hab mal hier und da reingeschaut, Ich möchte mir aber wirklich genügend Zeit nehmen um sie zu lesen und zu verarbeiten…. äh, zu konzeptualisieren.

  63. Toll! Und jetzt: erzähle das überall um dich herum. Dann wirst du das aufgrund der rückfragen immer besser verstehen! Du wirst „konzeptualisieren“ „inkubieren“ usw. immer selbstverständlicher verwenden und die anderen werden dich bitte zu erklären, was es bedeutet. Das ganze nennt man Lernen durch Lehren (LdL): http://de.wikipedia.org/wiki/Lernen_durch_Lehren

  64. lupus sagt:

    @jean-pol Danke für deinen input. LdL ist mir nicht unbekannt. Das haben wir in allen Ausbildung eigentlich immer wieder gemacht ohne diesen Begriff zu nennen. Wir haben es im Klassenverband einfach praktiziert. Allerdings waren wir immer erwachsene Leute.

    Ich werde meine damalige Arbeit im Schulzimmer, und zwar auf verschiedenen Schulstufen, unter diesem Aspekt nochmals reflektieren. Da werden bestimmt einige interessante Erkenntnise dabei herauskommen.

  65. Das parke ich mal hier rein:
    Die haupttaetigkeit des zukunft-ichs ist zu konzeptualisieren, ueber den tod hinaus. Ruhm ist eine strategie des zukunft-ichs.

  66. […] Vorweg: meine Ausführungen stützen sich nicht auf tiefenpsychologische oder psycholanalytische Texte. Sie entsprechen dem gesunden Menschenverstand. Ausgelöst wurden sie durch einen Blogeintrag von Christian Spannagel. […]

  67. Im sinne der vertiefung und nachhaltigkeit geht die reflexion über den wunsch nach „ruhm“ oder zumindest nach positiver erinnerung der mitmenschen auch nach dem tod weiter: http://jeanpol.wordpress.com/2013/06/10/es-gibt-ein-leben-nach-dem-tod/

  68. Sollte das thema “ruhm” noch einmal aufpoppen (“emergieren”), so werden die vertreter der position ” ich will auch nach meinem tod in erinnerung bleiben” argumentationshilfen unter folgendem link finden. Die reflexion wird dort fortgeführt, wo sie hier aufgehört hat: http://jeanpol.wordpress.com/2013/06/10/es-gibt-ein-leben-nach-dem-tod/#comment-5544

  69. […] hier einfach mal mit Nachhaltigkeit. Vielleicht erinnerst du dich, im Blog von Christian Spannagel geriet der ungewohnte Begriff “Unsterblichkeit” bei einigen in den falschen Hals, mich eingeschlossen. Kristina Lucius’s “moooment […]

  70. […] zu bedienen und um die Wahrscheinlichkeit für Flow zu erhöhen. (Wir haben schon mal in diesem Blogbeitrag dazu […]

  71. […] Ich parke hier einen gedanken, der für die zukunft von bedeutung sein könnte, wenn das thema “ruhm” wieder emergiert (siehe https://cspannagel.wordpress.com/2013/05/28/hilfe-mein-prof-bloggt/): […]

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