Archiv für die Kategorie ‘Conferences’

Lernen im öffentlichen Raum

Veröffentlicht: Sonntag, September 20, 2009 in Conferences, Web 2.0

In der letzten Woche habe ich zwei Vorträge gehalten, in denen es um das Lernen im öffentlichen Raum ging. Das Web 2.0 wird dabei  als Mittel aufgefasst, Lehrveranstaltungen und Unterricht zu öffnen.

Zum einen haben Florian Schimpf und ich einen Vortrag im E-Learning-2.0-Workshop der DeLFI-Tagung 2009 gehalten: Öffentliche Seminare im Web 2.0. Die Kurzfassung des Artikels:

Web-2.0-Umgebungen bieten die Möglichkeit, Hochschulseminare öffentlich, das heißt unter Beteiligung von Personen außerhalb der Hochschule, abzuhalten. Im Sinne von kompetenz- und prozessorientierten Lernansätzen können Studierende dabei Denk- und Arbeitsweisen in authentischen Kontexten erwerben und in der Vernetzung mit Personen außerhalb der Bildungsinstitution gemeinsam Wissen konstruieren und Projekte durchführen. Durch die soziale Einbindung und das Arbeiten in realen Problemsituationen kann die eigene Lernanstrengung als sinnvoll und bedeutsam erlebt und die Lernmotivation gefördert werden. In diesem Artikel werden methodische Empfehlungen für die Öffnung von Seminaren mit Web-2.0-Werkzeugen gegeben und an Praxisbeispielen verdeutlicht.

Die Folien und der vollständige Artikel können online abgerufen werden.

Darüber hinaus habe ich einen E-Vortrag auf der GAL 2009 in Karlsruhe gehalten zum Thema Gemeinsam lernen mit Wikis, Weblogs und Twitter. Der Vortrag selbst war ein schönes Beispiel für „Öffnung“: Da ich selbst nicht in Karlsruhe sein konnte, habe ich den Vortrag von Berlin aus über Adobe Connect gehalten. Zuvor habe ich den Vortrag über Twitter angekündigt. Dies führte dazu, dass mehr Personen virtuell zugeschaltet als vor Ort anwesend waren. 🙂 Wer den Vortrag verpasst hat, kann sich die Vortragsaufzeichnung oder die Folien ansehen.

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Letzte Woche war ich auf der Tagung E-Learning 2009, einer Gemeinschaftstagung der DeLFI 2009, GMW 2009 und des Medida-Prix. Es war eine wirklich außergewöhnlich inspirierende Tagung. Aber nicht etwa wegen der Vorträge – die waren in etwa so wie immer. Nein, der Grund war der persönliche Gedankenaustausch mit ganz vielen äußerst interessanten Personen. Ich habe wirklich sehr viele Bekannte auf der Tagung getroffen, auch Menschen, die ich bislang nur aus dem Web kannte. Und viele Gespräche waren wirklich tief und haben mich sehr nachdenklich gestimmt.

Die wichtigste Erkenntnis für mich aus dieser Tagung ist (Achtung – provokante These): Das Zentrale an einer Tagung ist die persönliche Begegnung, die Vorträge sind zweitrangig. Oder anders formuliert: Die Vorträge bieten höchstens Impulse für inhaltliche Diskussionen. Das Wichtige ist aber der gemeinsame Gedankenaustausch unter den Teilnehmern. Aber wie viel Raum für Diskussionen gibt es auf einer solchen Tagung?

Kaum. Die Vorträge dauern 20 Minuten, anschließend gibt es 10 Minuten „Diskussion“. Die Anführungsstriche sind berechtigt: diskutiert wird nämlich praktisch nicht. Es handelt sich um Frage-Antwort-Spiele, nicht um Diskussionen. Ich bin vermutlich von Barcamps verwöhnt, auf denen ich an wirklich spannenden Gesprächsrunden teilgenommen habe. Mein Vorschlag für zukünftige Tagungen: Die Sessions bestehen aus 10 Minuten Vortrag und 20 Minuten Diskussion. Jeder Vortrag muss mit einigen provokanten Thesen oder interessanten Fragen ans Publikum enden, sodass die Diskussion „angeheizt“ wird. Wer keine spannenden Thesen oder Fragen präsentieren kann, darf keinen Vortrag halten. Wie wär das?

Interessant unter dem Aspekt des gemeinsamen Gedankenaustauschs war auch die Podiumsdiskussion am Ende der Tagung. Gelinde gesagt empfand ich sie als Katastrophe. Es war keine Podiumsdiskussion, es war mehr eine Pressekonferenz. Das lag nicht an den Podiumsteilnehmern – hier fiel der ein oder andere wirklich gute Kommentar. Es lag vielmehr an der Struktur: Die Moderatorin stellt einzelnen Podiumsteilnehmern fragen, diese antworten. Mal ehrlich: Was ist daran eine Diskussion? Als noch viel schlimmer empfand ich, dass dem Auditorium keine Möglichkeit zur Partizipation gegeben wurde. Weshalb durften wir keine Fragen stellen? Es sitzen ca. 200 Fachexperten im Raum und werden „mundtot“ gemacht. Wirklich schade – viel echtes Diskussionspotenzial wurde verschenkt.

Als (fast) vorbildlich empfand ich die Twitter-Integration in die Tagung. Es gab Twitter-Walls, wie ich sie nur von Barcamps kenne. Und fast wäre es auch während der Podiumsdiskussion gelungen, eine Twitterwall zu projizieren – immerhin! Die Verwendung von Twitter führte auf der Tagung zu kontroversen Diskussionen. Wirklich spannend! Auch im Nachhinein beschäftigt die Verwendung von Twitter auf dieser Tagung noch die Gemüter, wie man zum Beispiel hier und hier und hier nachlesen kann. Ein paar Gedanken zur Verwendung von Twitter auf Tagungen aus meiner Perspektive:

  • Es wurde vielfach kritisiert, dass Twitter und Twitterwalls während Vorträgen Aufmerksamkeit abziehen. Klar – allerdings wird die Aufmerksamkeit in die aktive Verarbeitung der Vorträge investiert und nicht etwa in das Abarbeiten von Mails (übrigens auch  ein häufig vorkommendes Phänomen während Vorträgen). Twitter ist für mich ein Denkwerkzeug: Gedanken, die ich während eines Vortrags habe und ich für wichtig halte, twittere ich. Damit werden sie zu Gedankenimpulsen für die anderen Twitterer, die wiederum ihre Gedanken twittern, die ebenso Impulse für mich sind usw. Wird eine Twitterwall gezeigt, können auch die nichtwitternden Personen derartige Impulse bekommen. Über Twitter verarbeitet das Publikum die Vorträge aktiv und gemeinsam – was wünscht man sich als Vortragender mehr?
  • Ideal wäre es, wenn der Vortragende während seines Vortrags Rückmeldung über die Twitterbeiträge bekommt und evtl. gleich Fragen oder Kritik aufgreifen kann. Für zukünftige Tagungen würde es sich anbieten, dass eine Person im Publikum („Twittermanager“) die Diskussion beobachtet und gegebenfalls dem Vortragenden eine zusammenfassende Rückmeldung gibt, auch zwischendurch.
  • Einige Twittermeldungen wurden als „unter der Gürtellinie“ klassifiziert.  Für meinen Geschmack waren die Tweets alle noch  im Rahmen – von Barcamps bin ich durchaus anderes gewöhnt. Nichtsdestotrotz – hier gibt es unterschiedliche persönliche Grenzen. Davon mal abgesehen: Ich habe nur Beschwerden von nichtwitternden Zuhörern gehört, nicht aber von Vortragenden (was nichts zu bedeuten hat, ich bekomme ja nicht alles mit). Vortragende sollten meiner Ansicht nach die Tweets nach dem Vortrag unemotional als Feedback auswerten: Wie ist mein Vortrag angekommen? Was wurde kritisiert? Was kann ich besser machen? Die Tweets können auch so für Wissenschaftler zur Lerngelegenheit werden.
  • Ebenso kritisiert wurde, dass die Tweets öffentlich sind. Mo’s und meiner Ansicht nach muss dies unter gewissen Einschränkungen gesehen werden. Viele Tweets lassen sich nur im jeweiligen Kontext verstehen. Sie stehen zwar im öffentlichen Raum, anfangen können damit aber  oft nur anwesende Personen etwas. Manche Tweets aber – beispielsweise Zitate von besonders tollen Aussagen in den Vorträgen – werden gerne von außen aufgegriffen und kommentiert. Hier sind somit Impulse auch von außen möglich: Die Twittergemeinde holt sich durch Kommentieren der Vorträge Anregungen von Menschen außerhalb des Tagungsorts. Die Reichweite von Vorträgen geht somit weit über den Vortragsraum hinaus, und das Gesagte wird in Interaktion mit Auswärtigen aktiv verarbeitet. Ist das für Vortragende nicht großartig? Ich finde das grandios: Ein Vortrag bewirkt die aktive, kollaborative Auseinandersetzung mit den Inhalten bei Menschen im Raum und außerhalb des Raums.
  • Neben den inhaltlichen Diskussionen ist Twitter auch ein fantastisches Medium für die Pflege persönlicher Beziehungen und sorgt für jede Menge Spaß auf einer Tagung. Ich hätte niemals gedacht, dass mein Tweet „Auf dieser Tagung fehlen definitiv die Kekse“ eine solche Welle von spaßigen Interaktionen erzeugt. Außerdem wurde so Michael Kerres zum Keksretter – ist das nicht total witzig?

In Zukunft würde ich mir wünschen, dass Twitter noch konsequenter in Tagungen integriert wird. Ich vermute, Tagungen würden dadurch intensiver, lockerer, witziger werden. Mir jedenfalls machen Tagungen mit Twitter hundertmal mehr Spaß als ohne. Danke an die Organisatoren, dass ihr Twitter integriert habt!

Video vom EduCamp in Berlin

Veröffentlicht: Montag, Oktober 13, 2008 in Conferences, Web 2.0
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Seit eben gibt es ein Video von Lutz Berger auf YouTube zu sehen, in dem die Stimmung auf dem EduCamp perfekt eingefangen ist:

Lutz hatte auch mich interviewt – zwei Sequenzen davon sind im Video zu sehen. Vielen Dank, Lutz!

Auf dem EduCamp habe ich heute eine Session zum Thema „Öffentliche Wissenschaft im Web 2.0“ gestaltet. Den einführenden Vortrag habe ich aufgezeichnet – er kann online angesehen werden. Die Diskussion wurde im Wiki protokolliert. Natürlich kann jeder gerne weiterhin kommentieren, Ideen anbringen und Anregungen geben – einfach reinschreiben!

Morgen biete ich voraussichtlich nochmal eine Open-Space-Session zum Thema an. Ich bin auf die weitere Diskussion gespannt.

„Digital Natives“ in Schule und Beruf

Veröffentlicht: Freitag, Oktober 3, 2008 in Conferences, Cooperative Learning, Web 2.0
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Am Mittwoch fand die Scope 08 in Heidelberg statt – ein wirklich inspirierendes Treffen! Es war open-space-artig organisiert, und gelandet bin ich in einer Session zur Frage, wie sich Schule und Arbeitgeber ändern müssen, um fit zu sein für „digital natives“. Ich werde hier ein paar Aspekte festhalten, die wir diskutiert haben (auch wenn es vielleicht etwas ungeordnet wirkt).

Zunächst einmal ist mittlerweile klar, dass „digital natives“ bzw. „net generation“ Trendwörter sind, die mit Vorsicht gebraucht werden sollten. Gibt es überhaupt so etwas wie „digital natives“? Ich jedenfalls habe nicht den Eindruck, dass Schüler und Studenten wesentlich höhere IT-Kompetenz mitbringen als früher. Man geht zwar flink mit Tools wie schülerVZ oder ICQ um. Oftmals findet man aber eine Datei, die man gerade erst heruntergeladen hat, auf der Platte nicht wieder, oder man hat keinerlei Vorstellung davon, was mit einer E-Mail auf dem Weg von A nach B im Netz passiert. Nichtsdestotrotz ist das Internet mit seinen Informations- und Kommunikationsfeatures sehr viel stärker in den Alltag der Menschen integriert als früher – und dies sollte auch Konsequenzen für die Schule und für den Beruf haben.

In unserer Session wurde beispielsweise hervorgehoben, dass Arbeit und Privatleben immer mehr verschwimmen. Kann und sollte man am Arbeitsplatz zwischen privaten und geschäftlichen Mails unterscheiden? Ist eine Begrenzung des Internetzugangs am Arbeitsplatz eigentlich noch zeitgemäß? Kreative Köpfe werden freien Zugang zu beliebigen Informationsressourcen benötigen – darauf müssen sich Arbeitgeber einstellen.

Weiterhin diskutierten wir, dass das Knüpfen von Kontakten im Web 2.0 häufig oberflächlicher Natur ist (ohne dabei werten zu wollen): Man lernt sich z.B. über Kommentare in Weblogs kennen, abonniert einander und kontaktiert sich über XING. Dieses komplexe, „oberflächliche“ Kontaktnetz birgt aber große Potenziale: In bestimmten Situationen kann man gezielt Kontakte um Rat fragen, sich über bestimmte Themen austauschen oder ähnliches. Die Beschäftigung mit den Kontaktnetzen kostet natürlich auch Zeit, und so liegt die Frage nahe, ob Arbeitgeber ihren „digital natives“ diese Zeit zubilligen möchten. Schließlich lassen sich die Qualität der Kontaktnetze und der Nutzen, der sich hieraus für die Firma ergibt, schlecht messen.

Ebenso kam zur Sprache, dass es in Firmen immer problematischer wird, das „richtige“ Kommunikationsmittel zu wählen. Wenn ich etwas von einem Kollegen möchte: Maile ich? Rufe ich ihn an? Schicke ich ihm eine Nachricht über ICQ? Oder etwa Twitter? Während man durch ein Telefonat den anderen evtl. aus einem Arbeitsprozess herausreißt, bekommt man auf eine E-Mail vielleicht überhaupt keine Antwort. Die richtige Wahl hängt von vielen Faktoren ab (Kollege, Anliegen, Tageszeit, …). Doch wie lernt man so etwas? Wer ist dafür verantwortlich, dass unsere Kinder lernen, wie man die Kommunikationsmittel zielgerichtet einsetzt? Die Eltern? Die Schule? Die Ausbilder? Oder muss man sich das selbst erarbeiten?

Zum Schulunterricht wurde geäußert, dass dieser in Zukunft weniger inhalts-, sondern mehr prozessorientiert sein sollte. Dies äußerte Stephen Downes auch im Interview auf der Scope 08 unter Verweis auf seinen Artikel Things You Really Need to Learn, den ich unbedingt einmal lesen muss. Das Thema Prozessorientierung spricht mir aus der Seele, weil ich mich genau damit auch in meinen Forschungsarbeiten befasse. In der Session kam dabei auch die Problematik zum Ausdruck, dass offene Unterrichtsformen und Kompetenzorientierung mit zentralen Prüfungen und Vergleichbarkeit schwer zu vereinbaren sind – oft ein Dilemma.

Schließlich wurde noch der Aspekt der Fehlerkultur angesprochen. Wenn man im Web miteinander arbeitet (egal ob in der Schule oder in der Firma), dann kann es passieren, dass man die Fehler, die man macht, für jeden offen einsehbar sind (beispielsweise im Wiki oder im Weblog). Die Menschen in einem solchen Umfeld müssen sich als trauen, Fehler zu machen, und sie müssen den Nutzen von Fehlern erkennen. Hier sollten meiner Ansicht nach Lehrer und Arbeitgeber als gutes Beispiel vorangehen: Wenn diese den Schülern bzw. Mitarbeitern zeigen, dass sie selbst konstruktiv mit ihren eigenen Fehlern in diesen Umgebungen umgehen, dann kann wirklich eine konstruktive Atmosphäre entstehen, in der Fehler gemacht werden dürfen und in der alle gemeinsam aus diesen Fehlern lernen können (ein Aspekt, den ich auch im Kontext öffentlicher Wissenschaft aufgegriffen habe).

Insgesamt haben wir in unserer Session (natürlich) kein Produkt oder ähnliches erzeugt – dafür bin ich aber mit vielen neuen und alten Gedanken aus den Gesprächen bereichert herausgegangen.

Was denkt ihr über die oben beschriebenen Punkte?

Über Kinderpodcasts, die Kartierung der Welt und Entschleunigung

Veröffentlicht: Donnerstag, Oktober 2, 2008 in Conferences, Web 2.0
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Auf dem BarCamp Stuttgart habe ich an vielen interessanten Sessions teilgenommen. Über einige von ihnen möchte ich hier berichten:

  • Oliver hat mit seinen beiden Kindern (6 und 8 Jahre) Podcasts aufgenommen und vorgeführt, wie einfach das ist. Seit einiger Zeit nimmt er auf diese Weise die Geschichten auf, die sich seine Kinder ausdenken. Wenn die Kinder einmal erwachsen sind, werden die Podcasts bestimmt schöne Erinnerungen sein – meine selbst aufgenommenen Kassetten von damals sind längst übern Jordan gegangen. Besonders verblüfft hat mich an der Sache, wie ungezwungen seine Kinder mit dem Computer umgegangen sind: Im Browser mal schnell den Tab gewechselt, anderer Tab, Tab geschlossen, Tab geschlossen, runtergescrollt, Link geklickt usw. – und das in diesem Alter! Podcasts sind eine schöne Möglichkeit, Kinder bereits sehr früh zu kreativem Arbeiten mit dem Computer zu motivieren. Dies war auch praktisch der Konsens, mit dem die Session schloss.
  • Ein weiteres Projekt, was mich begeistert hat, ist OpenStreetMap, das in einer Session vorgestellt wurde. In diesem Projekt wird die Welt kartiert, und zwar von allen für alle. Man benötigt nur einen GPS-Tracker, latscht damit durch die Gegend und pflegt anschließend die Daten ein. Die dadurch erzeugten Karten und Daten sind nicht nur freier als Google Maps, sondern auch detailreicher. So werden beispielsweise auch Fahrradwege und ähnliches kartiert. Momentan gibt es noch zahlreiche Lücken auf OpenStreetMap – man kann also noch richtig mitmachen! Da kommt einem natürlich sofort die Idee, das Ganze für Unterricht auszunutzen. Wie viel spannender ist es denn, Karten selbst zu erstellen, im Gegensatz zum einfachen Kartenlesen? Mit einer Schulklasse durch die Gegend zu ziehen, Geo-Daten zu speichern und zu überlegen, welche der zahlreichen Map Features man einem Ort hinzufügt, ist eine schöne Idee beispielsweise für eine Projektwoche. Und man hat dabei sogar eine Verbindung von Geographieunterricht und der Vermittlung informationstechnischer Kompetenzen geschaffen.
    Und siehe da – kaum hat man diesen Gedanken gefasst, flattert über eine Mailingliste die Nachricht hinein, dass in einem Geomatikprojekt der Gesamtschule in Borgholzhausen von Ralf Gesellensetter genau das gemacht wurde. Super!
  • Eine dritte, sehr interessante Session war eine zum Thema „Entschleunigung“: Bei E-Mail, ICQ, RSS-Feeds und Twitter kommen sind wir immer auf der rastlosen Suche nach neuen Informationen und kommen kaum zur Ruhe. Meiner Ansicht nach (und dies wurde auch auf der Session diskutiert) beruht die Überlastung, die viele hier empfinden, nicht auf der Geschwindigkeit, sondern auf der Parallelität. Dadurch, dass man ständig aus seiner Aufgabe durch neue Informationstrigger herausgeworfen wird, kann man sich kaum längerfristig auf eine einzige Sache konzentieren. Was meiner Ansicht nach hier hilft, ist sich tatsächlich bewusst zu machen, womit man sich zu einem Zeitpunkt beschäftigen möchte und welche Informations- und Kommunikationskanäle man zulassen möchte und welche nicht. Wenn man es ins Positive wenden möchte, dann bietet die hohe Komplexität der uns umgebenden Informations- und Kommunikationsatmosphäre die Chance, dass man sich wieder bewusst auf bestimmte Dinge einlässt und bewusst Kanäle aus- und einschaltet. Ich kann allerdings nicht behaupten, dass mir das schon gelingt. 🙂 Also: Vielleicht brauchen wir eine „Entparallelisierung“?

In den nächsten Wochen werde ich an zwei BarCamps teilnehmen: dem BarCamp Stuttgart und dem EduCamp in Berlin. Dort möchte ich jeweils eine Session zum Thema „Öffentliche Wissenschaft im Web 2.0“ anbieten. Ich würde dort gerne die Möglichkeiten und Grenzen öffentlicher Wissenschaft insbesondere unter Nutzung von Web-2.0-Anwendungen diskutieren und freue mich schon auf hitzige Diskussionen und interessante Anregungen! 🙂

Im Vorfeld habe ich zu den Sessions eine Wiki-Seite eingerichtet. Dort werde ich in den nächsten Tagen ein paar Inhalte und Infos zum Thema einstellen. Wer möchte, kann dort jetzt schon Ideen und Anregungen für die Sessions geben oder Fragen stellen. Was interessiert euch am besonders am Thema? Welche Frage sollten wir in jedem Fall diskutieren? Schreibt’s in das Wiki rein!

Mit dieser Vorgehensweise („Wiki im Vorfeld“) orientiere ich mich übrigens an Jean-Pol Martin, der gerade ebenfalls für einen Vortrag im Rahmen eines Bildungskongresses ein Wiki eingerichtet hat. Ich halte das für eine wertvolle Arbeitsweise, da bereits im Vorfeld Ideen von jeder Person eingetragen und vielleicht sogar schon kleine Diskussionen geführt werden können. Ich werde versuchen, das in Zukunft für jeden Vortrag zu machen. Etwas mehr Aufwand zwar, aber ein Aufwand, der sich lohnt!