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Jean-Pol Martins Ruhmräume

Veröffentlicht: Mittwoch, April 16, 2014 in LdLChronologie
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Beim Educamp 2014 in Frankfurt habe ich mich besonders gefreut, Jean-Pol Martin wieder zu treffen – so lange haben wir uns nicht gesehen! Und wie hätte es anders sein sollen: Jean-Pol hat wieder einen schönen Begriff mitgebracht: „Ruhmraum“. Durch das Erschaffen von Ruhmräumen schafft man sich Informationsinput, um sein Informationsverarbeitungsbedürfnis zu bedienen und um die Wahrscheinlichkeit für Flow zu erhöhen. (Wir haben schon mal in diesem Blogbeitrag dazu diskutiert.)

Zwei Interviews und eine Session-Aufzeichnung gibt es, dank lutzland:

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So schnell kann’s gehen: Nach dem Gastbeitrag von Ulrike Kleinau hier der nächste von Melanie Gottschalk. Danke, Melanie!

3 Jahre sind schon vergangen? Wahnsinn! Der werte Leser wird es mir nachsehen, wenn ich nicht die Details der Zeit wieder aufkoche, da sie umfassend in Film, Wort und Schrift dokumentiert wurden. Eine persönliche Sicht auf die Dinge ist für mich das authentischste – weil ich eben ich bin und jeder der damaligen Zeitgenossen sich selbst eingebracht hat. Ich denke, das ist der Schlüssel zu den Geschehnissen: ein offenes Miteinander, ein sicherer Hafen und spontane Aktivisten.

Hierzu ein Zitat aus meinem eigenen Blog vom 21.12.2008:

„Meine eigenen Motive? Es macht mir unendlich Spaß mit so vielen besonderen Menschen zusammen zu arbeiten. Ein Austausch im Augenhöheverhältnis, wenn man sonst nur eine Matrikelnummer ist. Zumindest was die Rolle der Studentin in mir angeht. 😉 “

Nach so einem Zitat beschleicht einen sicher der Gedanke, dass es rein um Bestätigung und Aufmerksamkeit ging. Nun ja, es gibt schlechtere Motive aktiv zu werden und es ist als solches ein probates Mittel  sich in Fachliteratur zu knien und Teil eines dynamischen Systems zu sein. In so kurzer Zeit soviel zu lernen in allen möglichen Fachbereichen war und ist bis heute eine Bereicherung. Und nicht zuletzt als sich selbst reflektierendes Individuum auch eine Chance seine eigene Entwicklung zu analysieren.

Die höhere Sinngebung schlich sich langsam ein. Wir entdeckten die Möglichkeiten, entwickelten Konzepte, erstürmten die Gipfel der Bildungsfragen und erfuhren die Grenzen. Die Grenzen des Systems und nicht zuletzt die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit.

Auf dem Höhepunkt der Ereignisse hatte ich es bis zur Co-Dozentin für die Mediendidaktik Deutsch und zur Referentin in Themen der Web 2.0 basierten Unterrichtszenarien gebracht, sowie jede Menge Interviews geführt und einen Artikel mit Christian veröffentlicht. Darüber hinaus war das Lernpensum hochgetaktet, produktiv und steigerte meine Eloquenz.

Wo viel Sonne ist, ist auch Schatten.

In dieser Zeit kam das Studium definitiv zu kurz und so verlor ich meinen Prüfungsanspruch. Meine Beziehung scheiterte und mein Großer hatte extreme Schwierigkeiten sich in das Baden-Württembergische Schulsystem zu integrieren. In diesem Moment brach für mich alles zusammen und ich kappte sämtliche Verbindungen in die Netzwerke. Anders als Christian, der dies ganz im Sinne des öffentlichen Wissenschaftlers in seinem Blog thematisierte, tauchte ich ab und gewann einen großen Abstand zu den Ereignissen. Seitdem haben meine Kinder und ich uns in meiner alten Heimat Hamburg ein besseres Leben aufgebaut. Das Schulsystem ist um Längen besser und auch die Pädagogen hängen nicht der schwäbischen Mythologie des maschinellen Funktionierens nach.

Was ist nun geblieben?

Das Bestreben im Bildungssektor dieses Landes Konstruktives zu Leisten, dieser innere Wunsch hat sich massiv verfestigt und ist nicht zuletzt der Grund, warum ich im Oktober mein Studium wieder aufnehmen werde. In diesem Zusammenhang die eigene Qualität des Unterrichts unabhängig von „Unterrichtsentwürfen“ mit dem Gelernten und Erfahrenen zu optimieren. Um am Ende selbst Lehrer auszubilden.

Geblieben ist ebenfalls eine unvergessliche Bildungsexpedition, denn intensiver kann man Bildung kaum erleben. Die mentale Verbindung zu Christian Spannagel und Lutz Berger und nicht zuletzt das Schulterklopfen für die eigens erbrachten Leistungen.

Last but not least, eine unglaublich intensive wie wunderschöne Zeit mit vielen besonderen Menschen aus dem Seminar und aus den Netzwerken.

Danke dafür!

Melanie Gottschalk

Manch einer mag sich noch daran erinnern: Vor fast 3 Jahren hatte ich ein Informatik-Didaktik-Seminar, das für mich (und ich glaube, auch für die Teilnehmer) vieles verändert hat. Durch die Interaktion im Web mit Jean-Pol Martin und dessen Besuch im Seminar entwickelte sich eine unglaubliche Dynamik: Lutz Berger stieß zum Seminar hinzu. Wir fuhren nach Eichstätt und filmten. Wir gründeten die Maschendraht-Community. Wir führten die Bildungsexpedition durch. Wir organisierten den LdL-Tag in Ludwigburg. Man kann es nicht anders sagen: Wir waren im Flow.

All das ist lange her. Wie sehen die beteiligten Personen von damals die Ereignisse aus heutiger Perspektive? Dieser Beitrag soll eine Reihe von Gastblog-Beiträgen einleiten, in denen darüber reflektiert wird. Dieser Beitrag stammt von Ulrike Kleinau. Ulrike: Bitte sehr!

Vor mittlerweile fast drei Jahren machten sich ein paar Studenten auf, die Didaktik des Informatikunterrichts zu lernen, und erlebten einen Flow. Doch was ist geblieben?

Was damals passiert ist, lässt sich in einfachen Worten beschreiben: Wir waren ca. 10 Studenten und wollten einfach nur ein weiteres Pflichseminar besuchen. Über die Verbindung unseres Dozenten lernten wir nicht nur die Unterrichsmethode LdL, sondern auch deren Entwickler kennen. Aus dieser Verbindung entstand eine Theorie über das Vernetzsein im Web 2.0, dessen Nutzen für Forschung und Lehre und eine eigens dafür geschaffene Plattform. Es schloss sich uns ein E-Learning-Experte mit einer Kamera an, der immer auf der Suche ist nach Neuem und Innovativem. Unsere Namen waren bald in aller Munde in der Welt des webbasiertem Lernen – wir alle hatten Twitter, Blogs, Facebook und und und… Wir fingen an zu reisen, um Unterricht zu beobachten, zu beschreiben, kennenzulernen – dazuzulernen!

Für uns Studenten ein irres Gefühl: Wir waren live und in Farbe dabei, unsere Meinung war gefragt, wir, unser Können, unsere Meinung ernst genommen. Vorträge in der Hochschule, in Seminaren, und eine von uns mitgestaltete Fortbildung folgten. Einsätze in der Schule, Umsetzung des Gelernten in realen Unterrichtsszenarien waren die Fortsetzung in einem folgenden Seminar.

Der Arbeitsaufwand war enorm. Das Gruppengefüge war stark, und das Gefühl bei etwas Besonderem dabei zu sein war unser Begleiter.

Jetzt liegt das Ganze in der Vergangenheit. Ich habe noch meinen sträflich vernachlässigten Twitteraccount und meinen ebenso brachliegenden Blog. Geblieben ist aber mehr:

Geblieben ist eine Liebe zu offenen Unterrichtsszenarien, geblieben ist ein breites Wissen über die Tools, die sich im Unterricht gut einsetzen lassen, geblieben ist eine starke Verbindung zu den anderen Studenten, geblieben ist die Neugier auf Neues, geblieben ist das Bewusstsein als Student wichtig zu sein, geblieben ist ein fast perfekte Zehnfingertipptechnik.

Daraus entstanden sind für mich Studentenjobs an der PH, die ich nur bekommen habe, weil ich gelernt habe, was ich eben in dem Seminar gelernt habe. Entstanden sind neue Perspektiven für mich als Lehrer. Heute berate ich sogar den ein oder anderen Dozenten bei der Umsetzung webbasierter Lernumgebungen.

Nur eine Sache passt für mich, für mein Leben nicht: Das ist die Theorie der permanenten Vernetzung. Ich bin ein Mensch, der im Hier und Jetzt lebt. Contra virtuellen Kaffee, pro eine nette Plauschrunde. Contra zehnmal am Tag Emails checken, pro regelmäßige Updates. Contra Hingabe zu einem einzigen Thema, pro recherchieren, wenn Bedarf besteht.

Mein Selbstverständnis als Studentin und später als Lehrerin haben sich durch das Seminar verändert. Mein Zugang zu Wissen, meine Lust Neues auszuprobieren und keine Angst vor dem Scheitern zu haben, weil Fehler Teil des Systems sind, habe ich mitgenommen und sie werden mich hoffentlich mein Leben lang begleiten.

Ich bin froh dabei gewesen zu sein und dankbar für die Chancen, die sich daraus ergeben haben. Ich habe über mich genauso viel Neues gelernt wie über die Materie an sich 😉

Vor ca. einem Jahr hat das erste EduCamp in Ilmenau stattgefunden. Am nächsten Wochenende steht das nächste EduCamp, ebenfalls in Ilmenau, an. In der Zwischenzeit hat sich unglaublich viel getan – insbesondere in meiner eigenen Auffassung vom Lernen. Neuronenmetapher, Öffentliche Wissenschaft, Dynamik des Netzes, Maschendraht-Community, LdL – das alles sind Konzepte, die mich stark geprägt haben. An dieser Stelle möchte ich einmal ganz ausdrücklich Jean-Pol Martin danken, der einen ganz großen Teil dazu beigesteuert hat. Ebenfalls möchte ich meinem Informatikdidaktik-Seminar vom letzten Semester danken, die ebenfalls ganz wesentlich zu meiner eigenen Entwicklung beigetragen haben. Und natürlich: Lutz Berger, der geniale Inspirator und mit großer Ausdauer gesegnete Begleiter.

Gravierend geändert hat sich für mich meine eigene Auffassung von der Gestaltung von Lehrveranstaltungen. Mittlerweile verdichtet sich für mich ein Bild vom Lernen in Seminaren (d.h. Lehrveranstaltungen mit kleiner Teilnehmerzahl), das ich in einem ersten Versuch in drei Stufen darstellen möchte. Dabei kennzeichnen die Stufen auch die Entwicklung in meinen eigenen Seminaren. Vorausschicken möchte ich, dass ich diese Stufen immer mit Blick auf das Lehramtsstudium betrachte – inwieweit das auf andere Studiengänge übertragbar ist, könnt ihr ja selbst entscheiden.

Stufe 0: Theoretische Vortragsseminare. Studierende bereiten alleine oder in Zweierteams einen Vortrag vor, und zwar in der Regel anhand eines Texts, den sie zuvor vom Dozenten erhalten haben. Dieser Vortrag wird in einer Sitzung gehalten (und bei größerer Teilnehmerzahl wird die Sitzung für zwei Vorträge halbiert). Die Teilnehmer, die gerade keinen Vortrag halten, hören zu und dürfen (bei genügend Zeit) am Ende Frage stellen.

Diese Form des Seminars ist für mich mittlerweile inakzeptabel geworden. Wir erzählen Studierenden in unseren Didaktik-Veranstaltungen, dass der Wechsel von Sozialformen, Methoden und Medien im Unterricht wichtig ist. Dann können wir sie doch in unseren Seminaren nicht reinen Frontalunterricht halten lassen. Etwas inkonsequenteres als das ist nur schwer zu finden. Daher auch „Stufe 0“: Das ist der traditionelle „böse“ Weg. Fragt man Studierende, können sie einem in 15 Minuten erzählen, was man daran alles besser machen könnte – und erfinden dabei etwas, was Stufe 1 ähnelt.

Stufe 1: LdL-Seminare erster Stufe. In diesen Seminaren halten die Studierenden nicht Vorträge, sondern sie bereiten Unterricht vor. D.h. sie planen die Seminarsitzung unter Berücksichtigung verschiedener Sozialformen und sie setzen unterschiedliche Methoden ein. Sie gestalten z.B. Aufgaben für die anderen Teilnehmer, die in Gruppen bearbeitet werden müssen. Anschließend leiten sie die Diskussion zu den Arbeitsergebnissen. Wesentlicher Unterschied zu Stufe 0 ist die Aktivierung aller Teilnehmenden. Und kognitive Aktivität ist bekanntermaßen ein ganz guter Prädiktor für Lernerfolg.

Wichtig für diese Stufe ist die Neuronenmetapher: Die Teilnehmer werden als Neuronen betrachtet, die miteinander interagieren. Die gesamte Seminargruppe bildet ein „Gehirn“. Es muss eine Atmosphäre herrschen, in der Studierende einfach ihre Ideen, Anregungen, Fragen äußern können, ohne dass sie Angst haben müssen, dass eine fehlerhafte Äußerung zu einem Nachteil führen könnte. Der Dozent ist in diesem Kontext im wahrsten Sinne des Wortes ein Coach – er unterstützt und begleitet die Studierenden durch das Semester hindurch bei der Vorbereitung und Durchführung der einzelnen Einheiten.

Stufe 2: LdL-Seminare zweiter Stufe. Andere mögliche Namen für diese Form von Seminaren sind: öffentliche Projektseminare, Weltverbesserungsseminare oder Seminare und der Rest der Welt. Auf dieser Stufe wird die Begrenztheit der Bildungsinstitution aufgegeben. Studierende führen „Weltverbesserungsprojekte“ mit Menschen außerhalb der Institution durch (beispielsweise in Zweier- oder Dreierteams jeweils mit einem Projektpartner von außen). Die Inhalte, die auf Stufe 0 noch vorgetragen wurden, erarbeiten sich die Studierenden im Kontext der Projekte – weil sie ohne dieses Wissen die Projekte nicht erfolgreich durchführen können.

Das mag zwar unsystematischer und unsicherer wirken als auf Stufe 0. Das ist vermutlich auch so. Vergessen darf man dabei aber nicht, dass Studenten praktisch nichts aus Seminaren der Stufe 0 mitnehmen. Dafür sehen sie in diesem Kontext (Stufe 2) erstmals einen echten Sinn, warum diese Inhalte wichtig sind. Neben der Sinnhaftigkeit unterscheidet sich Stufe 2 von Stufe 1 durch die höhere Situativität: Studierende lernen in authentischen Kontexten.

Weshalb heißen diese Seminare „LdL-Seminare zweiter Stufe“? Die „LdL-Grundatmosphäre“ gilt immer noch: Die Gesamtgruppe wird als Gehirn betrachtet, das lernt; jetzt allerdings mit dem Unterschied, dass dieses Gehirn Verbindungen nach außen hat (über die Vernetzung mit den Menschen außerhalb des Seminars). Hier spielen Web-2.0-Werkzeuge eine wesentliche Rolle. Hierüber können Planungsaktivitäten und Diskurse mit den Projektpartnern durchgeführt werden. Die offline-Seminarsitzungen sind dafür da, dass die einzelnen Teams sich über ihre Planung austauschen und das weitere Vorgehen diskutieren. Evtl. ist auch mal ein inhaltlicher Input notwendig, den ein Studierender (oder auch mal der Dozent) vorbereiten kann. Die Diskussionen werden weiterhin von Studierenden geleitet. Es sind also LdL-Sitzungen, die dem Fortschreiten der Projekte dienen.

Beispiel zum Thema „Wikis“. Das Seminar „Computereinsatz in der Schule“, das im nächsten Semester wieder stattfinden wird, hat verschiedene Computer- und Internetanwendungen zum Inhalt, die zum Lernen und Lehren eingesetzt werden können. Innerhalb dieses Seminars sind „Wikis“ ein Thema. Wie würde nun die Umsetzung dieses Themas auf den einzelnen Stufen aussehen?

  • Stufe 0: Eine Studentin bzw. ein Student bereitet das Thema vor (anhand eines Texts und anhand einiger Webseiten) und stellt das Ganze in einer Seminarsitzung vor: Geschichte der Wikis (inkl. Geschichte des Webs), Eigenschaften von Wikis, Benutzung von Wikis, Vor- und Nachteile von Wikis, Wikis in der Lehre, …
  • Stufe 1: Zwei Studierende bereiten eine Seminarsitzung zum Thema „Wikis“ vor. Zu Beginn geben sie eine kurze Einführung in Wikis. Anschließend erteilen sie den Teilnehmern eine Aufgabe, die sie unter Nutzung von Wikis lösen müssen. Zum Schluss werden die Erfahrungen gemeinsam diskutiert. Die „Studentenlehrer“ moderieren die Diskussion. Die Studierenden bekommen hier zwar nicht so viel inhaltlichen Input wie auf Stufe 0, dafür sammeln sie selbst Erfahrungen im Umgang mit Wikis. Die Studentenlehrer können weitere Infos (beispielsweise zur Geschichte von Wikis) als Links bereitsstellen, falls sich noch jemand dafür interessiert. Nachteil auf dieser Stufe ist (jetzt im Hinblick auf das Lehramtsstudium), dass Wikis immer noch losgelöst von konkreten Schulerfahrungen behandelt werden. Man überlegt sich hier, welche Möglichkeiten und Grenzen es „theoretisch“ beim Einsatz von Wikis in der Schule gibt. Dieses Problem behebt – wer hätte es gedacht – Stufe 2.
  • Stufe 2: Die Studierenden führen in Zweier- bzw. Dreierteams verschiedene Projekte mit Menschen außerhalb des Seminars – vornehmlich Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler – durch. Eines dieser Teams hat den Einsatz von Wikis zum Thema. Sie coachen eine Lehrerin / einen Lehrer dabei, wie sie/er Wikis im Unterricht einsetzt bzw. halten gemeinsam mit ihr/ihm den Unterricht. Zu diesem Zweck müssen sich die Studierenden natürlich mit Wikis auskennen, d.h. sie müssen sich in Wikis einarbeiten und gemeinsam mit der Lehrperson ein Unterrichtskonzept entwickeln und durchführen. Hierdurch entsteht eine „Win-Win-Win“-Situation: Die Studierenden beschäftigen sich mit Seminarinhalt und dabei sogar auf eine richtig sinnvolle Weise. Die Lehrerin bzw. der Lehrer lernt Wikis und deren unterrichtlichen Einsatz kennen und spart sich dabei die Einarbeitungszeit (Lehrer haben i.d.R. wenig Zeit zur Einarbeitung in neue Tools, und oft fehlt auch die Vorerfahrung). Und: Die Schülerinnen und Schüler lernen, wie man mit Wikis umgeht. Das Ganze wird dann auch noch zur „Win-Win-Win-Win“-Situation, wenn es sich bei dem Wiki um ein Community-Projekt (wie beispielsweise ein Stadtwiki) handelt und dabei auch die Community noch profitiert. Wer will da noch Seminare auf Stufe 0 halten?

Selbstverständlich haben auch Seminare auf Stufe 2 Nachteile, die sich aber als Pseudo-Nachteile herausstellen:

  • Seminare auf Stufe 2 sind mit Sicherheit für den Dozenten und für die Studierenden arbeitsaufwändiger als Seminare auf Stufe 0. Dafür lernen aber natürlich auch alle etwas, und es macht mehr Spaß, es ist aufregender und man sieht einen Sinn in dem, was man tut.
  • Seminare auf Stufe 2 sind „gefährlicher“ und risikoreicher: Es kann passieren, dass ein Projekt in die Hose geht. Aber auch das ist viel besser als man denkt: Die Erfahrungen können gemeinsam reflektiert werden. Die Studierenden, der Projektpartner und der Dozent haben etwas dabei gelernt – und dafür sind ja Seminare bekanntlich da.

Mein Informatikdidaktik-Seminar im letzten Semester ist vermutlich irgendwo zwischen Stufe 1 und 2 anzusiedeln. Im nächsten Semester versuche ich mich erstmals an einem Seminar komplett auf Stufe 2. Zudem werde ich versuchen, Vorlesungen im LdL-Stil zu halten – mal sehen, wie das klappen wird. Ich werde natürlich über meine Erfahrungen hier berichten.

Wie immer interessieren mich auch eure Meinungen zu diesem Beitrag – bitte kommentiert!

Jetzt geht’s aber erst mal aufs EduCamp – gemeinsam mit (fast) dem ganzen Seminar vom letzten Semester. Maschendraht-Community goes EduCamp! 🙂

Die LdL-Community

Veröffentlicht: Dienstag, Januar 27, 2009 in LdL, LdLChronologie

Wer es noch nicht weiß: Am 9. Mai 2009 wird ein großer LdL-Tag an der PH Ludwigsburg stattfinden. Neben Hauptvorträgen von Joachim Grzega und Jean-Pol Martin werden zahlreiche Workshops rund um das Thema LdL angeboten.

Vorab gibt es – das gehört zum guten Ton – für alle Diskussionsfreudigen die LdL-Community. Dort kann sich jeder, der möchte, anmelden und über LdL austauschen. Außerdem werden dort zeitnah die weiteren Infos zum LdL-Tag eingestellt. Also: Worauf wartet ihr? Ab in die LdL-Community! Husch, husch! 🙂

LdL-Projekt: Die Schulstunde

Veröffentlicht: Sonntag, Januar 25, 2009 in LdL, LdLChronologie

Es geht Schlag auf Schlag: Lutz Berger hat die LdL-Schulstunde, die wir besucht und aufgezeichnet haben, online gestellt. Sie kann jetzt in seinem Blog angesehen werden. (Leider kann ich sie hier nicht direkt einstellen, weil wordpress.com die Videos auf blip.tv nicht einbinden kann).

In dieser Stunde kommt sehr gut heraus, was LdL nicht ist: Das Halten von Referaten. Stattdessen kann man sehen, was LdL ist: nämlich die von Schülern geführte und durch den Lehrer gecoachte Schülerdiskussion mit teilweise vorbereiteten Elementen.

Darüber hinaus kann ich als Lektüre einen Artikel von Marcus Birkenkrahe empfehlen: LdL as Pattern Breaker

Wer noch weiter in LdL eintauchen möchte, kann in den Blogartikeln, die im Rahmen der LdL-Blogparade entstanden sind, wühlen!

LdL-Schülerinterviews – Director’s Cut

Veröffentlicht: Samstag, Januar 24, 2009 in LdL, LdLChronologie, Maschendraht
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Lutz hat heute zwei ungeschnittene Interview-Videos im Rahmen unserer LdL-Exkursion nach Eichstätt online gestellt. Dort kommen die Schülerin Lena und die ehemalige Schülerin Laura zu Wort. Insbesondere begeistert mich am Interview mit Laura, dass sie früher eigentlich nicht gut in  Französisch war, nach der „LdL-Förderung“ aber sofort nach Paris zum Arbeiten gegangen ist:

Das Video mit Lena kann ich hier leider nicht einbinden, daher bitte auf den Link klicken.

Weiterhin lesenwert hierzu: Blogbeitrag von Jean-Pol