Archiv für die Kategorie ‘Didaktik des Informatikunterrichts’

Lutz Berger hat ein Videointerview mit mir über die Geschehnisse zu Beginn unseres LdL-Seminars geführt. Die einzelnen Videoabschnitte hat er mit Webseiten verschränkt und auf sein Weblog gestellt – unbedingt ansehen! 🙂

Es folgen noch Interviews mit weiteren Personen – stay tuned!

Ina Müller-Schmoß von bloggerpatenschaften.de hat mich gefragt, ob ich nicht einen Gastbeitrag in ihrem Blog über unser Seminarkonzept schreiben möchte. Dieses Angebot finde ich natürlich ganz toll – hier ist der Beitrag:

Seminare und der Rest der Welt – oder wie man Lehrveranstaltungen öffnet

Vielen Dank, Ina!

Vor einigen Tagen habe ich über mein Informatikseminar berichtet und was sich aus der Tatsache entwickelt hat, dass wir eine Diskussion über LdL öffentlich in einem Wiki geführt haben: Wir fahren die Schulklasse von Jean-Pol Martin besuchen und drehen gemeinsam mit Lutz Berger eine Dokumentation, Studierende diskutieren mit Schülerinnen über Unterrichtsmethoden und viele Menschen zeigen sich sehr interessiert an dem Seminar.

Das Irre ist, dass die Aufmerksamkeit nicht abreißt:

  • Zu meinem Weblog-Artikel gibt es viele interessante Kommentare – unbedingt lesen! 🙂
  • Das Seminar wurde im Blog der Initiative D21 von René Scheppler, bei Fontanefan und von Herr Rau aufgegriffen.
  • Ina und Hans laden Schüler und Studenten ein, einen Weblog-Artikel über das Projekt auf offene-plattform.de zu schreiben, wenn sie kein eigenes Blog haben.
  • Studierende meines Seminars und viele andere Menschen diskutieren gerade im Kommentarbereich des ZEIT-Online-Artikels Schüler als Lehrer das Konzept LdL.
  • Nils van den Boom hat gerade einen Informatikkurs in der 11. Klasse und würde gerne LdL dort einsetzen. Er hat ein Wiki eingerichtet, auf dem wir und andere ihn dabei unterstützen und mit ihm gemeimsam Probleme besprechen können.

So stelle ich mir Seminare vor: Höchst offen nach außen, in Interaktion und im Austausch mit der Praxis, an authentischen Problemen arbeitend. Wer hat noch Lust auf Vortragsseminare?

Schlechte und gute Folien

Veröffentlicht: Montag, Oktober 22, 2007 in Didaktik des Informatikunterrichts, Teaching

Im Rahmen eines Seminars habe ich heute eine Einheit „Methodentraining: Foliengestaltung“ durchgeführt. Diesmal aber anders als sonst. In der Regel habe ich einen Vortrag über Foliengestaltung gehalten. Im Gegensatz dazu habe ich heute einen Ansatz gewählt, bei dem die Teilnehmer aktiv werden müssen. Ich habe einen schlechten Foliensatz erzeugt, der zunächst von den Teilnehmern analysiert werden musste. Anschließend haben wir alle Kritikpunkte gesammelt. Hierzu zählten beispielsweise die folgenden Punkte:

  • viel zu viel Text: besser durch Bilder, Grafiken oder Tabellen ersetzen
  • schlechter Kontrast zwischen Hintergrund und Schrift
  • Schriftart: besser serifenlose Schrift (z.B. Arial) als Serifenschrift (hier Times New Roman)
  • Titelfolie und Übersicht haben gefehlt
  • Rechtschreibfehler auf den Folien
  • und natürlich lästige und sinnlose Animationen

Anschließend durften die Teilnehmer die schlechte Folien in gute ändern.

Meiner Meinung nach hat dieses Vorgehen den Teilnehmern mehr Spaß gemacht als die Vortragsvariante. Aber ich kann mich auch täuschen (Teilnehmer dürfen hier gerne widersprechen 🙂 )

Wer möchte, kann sich auch die katastrophalen Folien runterladen. (Nach Aussage einer Teilnehmerin hätte ich sie auch noch katastrophaler gestalten können, mit Clip Arts und Soundeffekten und so…)

Out: Klassische Vortragsseminare

Veröffentlicht: Montag, Oktober 15, 2007 in Didaktik des Informatikunterrichts, Teaching

Klassische Vortragsseminare sind out. Jedenfalls ist klar, dass die Lernwirksamkeit traditioneller Seminare von Studierenden eher als niedrig beurteilt wird. In der Regel hält in solchen Seminaren jeder Teilnehmer einen Vortrag, die anderen hören zu. In der darauffolgenden Woche hält dann jemand anders einen Vortrag. Oft werden diese Sitzungen nur „abgesessen“, weil die Themen der anderen häufig als irrelevant wahrgenommen werden.

So hat es mich heute auch nicht verwundert, dass die Teilnehmer meiner Seminars „Didaktik des Informatikunterrichts“ aufstöhnten, als ich traditionelle Seminare ins Gespräch gebracht hatte. Von den Studierenden kamen anschließend sehr viele gute Anregungen, wie man traditionelle Seminare verändern müsste, um sie interessanter zu machen. Hier einige Beispiele:

  • Die einzelnen Themen sollten nicht einfach so nebeneinander stehen, sondern auch Bezüge untereinander haben.
  • Reine Vorträge sind langweilig. Es sollte auch Aufgaben und Arbeitsphasen für die Teilnehmer geben. Die Aufmerksamkeit kann auch durch Methodenwechsel aufrecht erhalten werden.
  • Die Dozenten sollten mehr Rückmeldung geben und Falsches nicht einfach stehen lassen.

Bereits im Vorfeld hatte ich mir ein Seminarkonzept überlegt, das die Nachteile des traditionellen Seminars zu umgehen versucht. Dabei habe ich mich an zwei bereits bestehenden Konzepten orientiert.

Das eine Konzept ist Lernen durch Lehren (LdL). Dabei handelt es sich um eine Unterrichtform, in der Schüler (bzw. Studierende) die Gestaltung der Unterrichtsstunden übernehmen. Dabei hat beispielsweise jeweils ein Schüler die Verantwortung für eine Stunde. Der „Lehrer-Schüler“ muss dabei Lernprozesse planen, gestalten und reflektieren. Er arbeitet also didaktisch. Neben dem Halten von Vorträgen bzw. Präsentationen sollten aber auch Arbeitsphasen für die Mitschüler eingeplant werden (beispielsweise durch den Einsatz eines Arbeitsblatts, Gruppenarbeit, …). Das Konzept Lernen durch Lehren wird u. a. von Jean-Pol Martin stark vorangetrieben (vielen Dank an Steffen Büffel für diesen Hinweis). Auf Martins Projektseite sind mehrere sehenswerte Videos zu LdL enthalten. Insbesondere das Interview mit Jean-Pol Martin finde ich sehr gut.

Das andere Konzept ist das Matrixseminar nach Giani und Schroeder (2004). In diesem Konzept ist zentral, dass sich alle Studierenden auf das Thema der nächsten Woche vorbereiten. Der Vortragende der nächsten Woche stellt hierzu eine Woche vor seiner Seminarsitzung eine Kurzzusammenfassung seines Themas ins Netz, begleitet von einer Aufgabe für seine Kommilitonen. Diese müssen die Aufgabe bearbeiten und die Lösung dem Vortragenden noch vor der Seminarsitzung zukommen lassen. Dieser kann sich so ein Bild vom Stand der anderen machen und die Lösungen auch in seine Stunde einbauen.

Insgesamt wird in beiden Konzepten die Aktivität der Teilnehmer stärker gefordert als in klassischen Seminaren. Ich bin gespannt, wie die Mischung aus Lernen durch Lehren und Matrixseminar gelingen wird.

Literatur:

Giani, E. & Schroeder, U. (2004). Seminarkonzept zur aktiven Teilnahme mit BSCW-Unterstützung. Workshop „Elektronische Unterstützung der Präsenzlehre“ auf der GI Jahrestagung 2004, Lecture Notes in Informatics, LNI Vol. P-50, Ulm 2004, p. 424 – 428.

Martin, J.-P. (2002). Lernen durch Lehren (LdL). Die Schulleitung – Zeitschrift für pädagogische Führung und Fortbildung in Bayern. Heft 4. Dezember 2002. 29. Jahrgang, S.3-9

In diesem Semester werde ich zu einigen meiner Veranstaltungen aktuelle Informationen, interessante Neuigkeiten und organisatorische Mitteilungen in meinem Weblog veröffentlichen, und zwar in den Veranstaltungen Didaktik des Informatikunterrichts und Standardanwendungen II.

Weshalb? Ich möchte mein Weblog zu einer persönlichen Informationsseite ausbauen, auf der ich mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern meiner Veranstaltungen verschiedene Themen diskutieren kann. Da diese Diskussionen aber vermutlich auch für andere Personen interessant sein könnten, bietet sich ein öffentlicheres Forum als eine Mailingliste an. So können die Inhalte und Diskussionen beispielsweise auch von anderen Personen über eine Suchmaschine gefunden werden. Außerdem darf gerne jeder mitdiskutieren (nicht nur Teilnehmer), so dass ich erhoffe, dass auch von außen interessante Beiträge in meine Veranstaltungen getragen werden.

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