Archiv für die Kategorie ‘Uncategorized’

Freie Bildungsmedien (OER)

Veröffentlicht: Samstag, November 8, 2014 in Uncategorized

Neulich habe ich am Medienkompetenztag in Pforzheim einen Vortrag gehalten zum Thema Freie Bildungsmedien (OER) für den eigenen Unterricht entdecken, erstellen und teilen. Die Zuhörer waren Lehramtsanwärter_innen, also Personen, die jetzt in erheblichem Maße Arbeitsblätter usw. erstellen. Eine prima Situation also, alles gleich von Anfang an richtig zu machen. 🙂

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Kelche, die an einem vorüberziehen

Veröffentlicht: Donnerstag, August 28, 2014 in Uncategorized

… oder auch nicht.

Forschungsgruppe: check

Veröffentlicht: Sonntag, Februar 17, 2013 in OeffentlicherWissenschaftler, PlayGroupHD, Uncategorized

Die Ausgangssituation

Seit ca. vier Jahren bin ich nun an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg (krass, sooo lange schon, kann ich gar nicht glauben). Mittlerweile stellt sich so langsam in verschiedenen Bereichen ein Gefühl des Angekommenseins und der Routine ein. Ich habe mich zwar seit der ersten Minute an der PH Heidelberg ausgesprochen wohl gefühlt, aber man braucht doch eine ganze Zeit, um sich in einer neuen privaten und beruflichen Umgebung neu zu strukturieren. Insbesondere sind auch zahlreiche neue und durchaus auch umfangreiche Aufgaben auf mich zugekommen, mit denen ich vorher noch nie zu tun hatte (wie beispielsweise die wissenschaftliche Leitung des Instituts für Datenverarbeitung/Informatik (IfD/I), das an der PH das Rechenzentrum ist). Darüber hinaus: in Heidelberger Variante der alten Prüfungsordnungen einfinden, neue Prüfungsordnungen mitgestalten, Master Bildungswissenschaften mitbauen, Kapazitäts- und Auslastungsberechnungen verstehen und durchführen, im Hochschulrat beteiligen, Mitwirkung in den LernZeitRäumen aufbauen, Dossenheim zur Kreidezeit mitentwickeln, Vorlesungen flippen, usw. usw. ufz.

Ein Bereich, der ein wenig gelitten hat, ist die Forschung. Sicherlich kann ich mir hier keine Untätigkeit vorwerfen: Mein eigenes Aktionsforschungsprojekt Die umgedrehte Mathematikvorlesung habe ich konsequent weiter verfolgt,“alte“ (Ludwigsburger) Projekte mit abgeschlossen (z.B. SAiL-M),  jede Menge Veröffentlichungen gemacht und mehrere Drittmittel-Projektanträge gestellt (erfolglos), außerdem meine beiden Doktoranden Florian und Felix betreut. Richtig „strukturiert“ bzw. „organisiert“ empfand ich den Bereich meiner Forschung bislang aber nicht. Da man an der PH auch keinen „Lehrstuhl“ oder sowas hat, sondern in einem Fach-Team aus mehreren Professor(inn)en und Rät(inn)en und wissenschaftlichen Mitarbeiter(inne)n arbeitet, stellt sich auch nicht das Gefühl ein, eine „Arbeitsgruppe“ oder „Forschungsgruppe“ oder ähnliches zu haben. Und Florian und Felix haben auch keine Stelle an der PH, sondern promovieren extern, was natürlich die Zusammenarbeit erschwert.

Nun hat es sich zugetragen (hey, klingt wie im Märchen), dass einige Personen sich interessiert gezeigt haben, mit mir zusammen etwas zu machen (z.B. als externe Promotion oder als Masterarbeit o.ä.). Mit verantwortlich war dabei unter anderem auch meine Seite zu Forschungsideen, die andere angeregt haben, einige davon aufzugreifen (YES! Strike! Es funktioniert, das Prinzip!). Jetzt zeichnete es sich ab, dass ich in „bilateralen“ 1-zu-1-Gesprächen diese Arbeiten betreue und dadurch im Forschungsbereich alles noch komplexer wird. Nebenbei gibt es auch immer jede Menge Abschlussarbeiten im Lehramt zu betreuen, die inhaltlich mehr oder weniger auch an meine eigenen Forschungsinteressen anknüpfen. Ende des letzten Jahres / Anfang diesen Jahres war also eine beachtliche Komplexität entstanden, und es musste eine „Lösung“ für verschiedene Herausforderungen her:

  • Einige der forschungsinteressierten Menschen (weiter unten dann „Mitspieler(innen)“ genannt) beschäftigen sich mit ähnlichen Themen, insbesondere aus den Bereichen game-based learning und gamification. Das wäre doch schade, wenn diese sich nicht kennen und untereinander austauschen würden!
  • Fast alle Personen sind nicht an der PH Heidelberg, einige wohnen auch nicht hier. Dies ist eine schwierige Situation, eine gute Betreuung zu gewährleisten (und Betreuung muss sein, da stimme ich Gabi Reinmann zu).

Das Ziel musste also sein: Wir müssen uns als Forschungsgruppe a) finden und b) vernetzen. Okay, vernetzen, das kann ich, dachte ich mir. 🙂

Der Startschuss

Wir trafen uns Anfang Februar in Heidelberg zu einem Kolloquium, wie ich es in früheren Zeiten in Ludwigsburg und auch bei meinem Besuch bei Gabi Reinmann in Augsburg kennen gelernt hatte: Ein Tag gegenseitige Vorstellung der Projekte, gemeinsames Brainstorming, dann abends gemütlich zusammen essen gehen. Ein sehr wertvoller Tag, der nun ritualisiert wird: alle drei oder vier Monate machen wir ein solches Treffen, bei dem es sicherlich weniger, aber dafür noch intensiver besprochene Beiträge geben wird, und zusätzlich kleine Workshops. Das Ganze soll also didaktisch gestaltet werden gemäß des Prinzips „Reflexion durch Produktion“ (wie es von Gabi Reinmann hier beschrieben wird).

Im Anschluss an das Treffen lag es sozusagen auf der Hand, dass wir uns als Gruppe auch virtuell vernetzen und austauschen müssen, insbesondere weil wir alle „in der Gegend verteilt“ sind und weil wir unsere Treffen nicht wöchentlich abhalten können. Zwei Prinzipien sollten dabei verfolgt werden:

  1. open science: Na, also wenn wir uns als Gruppe virtuell vernetzen, dann durchaus auch öffentlich. Sicher wird man nicht alles öffentlich diskutieren wollen, aber bei vielen Dingen ist es sinnvoll, Diskussionen untereinander im Öffentlichen zu führen und dabei auch Personen außerhalb unserer Gruppe mit einzubinden (open science eben).
  2. gamification: Gerade weil sich viele von uns mit diesem Themenbereich befassen, lag es nahe, auch unsere gemeinsame Arbeit zu gamifizieren mit dem Ziel: Spaß zu haben.

 

Das Resultat: Play Group Heidelberg

Beim gemeinsamen Abendessen wurde der Name geboren, die virtuelle Repräsentanz folgte sofort: Wir nennen unsere Arbeitsgruppe Play Group Heidelberg (oder kurz: Play Group HD, hashtag #playghd), ganz nach dem Motto: Forschen muss Spaß machen! Sogleich wurden eine Gilde-Seite mit den Mitspieler(innen), eine Mailingliste und ein Game Forum eingerichtet, der Hashtag #playghd ist schon in intensiver Benutzung. Meine bisherigen Forschungsideen wurden zu unseren. Tausend weitere Ideen schwirren in meinem Kopf herum: Weshalb nicht Badges einführen? Für einen angenommenen Artikel bei einer Fachtagung gibt’s den „Conference Badge“, für ein angenommenes Exposé den „Doktoranden-Badge“ usw.? 🙂 Okay, zu Beginn nicht zu viel, die Struktur und weitere Game-Elemente kann man sukzessive aufbauen.

Vermutlich wird die Kritik kommen, dass das alles „zu wenig ernsthaft“ sei, verbunden mit Bedenken, ob hier denn wirklich „qualitativ hochwertige Forschung“ gemacht wird. Meine Position hierzu ist: Gute Forschung kann man nur in einem kreativen Umfeld machen, in dem auch verrückte Ideen erlaubt sind. Eine solche kreative, phantasievolle Umgebung möchte ich bieten. Und zur Beruhigung aller Kritiker(innen): Es wird schon intensiv an Exposés gearbeitet und gefeilt, und wir befinden uns schon in der zweiten Peer-Feedback-Runde. Get the Feedback Badge! 🙂

Über die Dehnung von Geduldsfäden

Veröffentlicht: Donnerstag, Oktober 11, 2012 in Maputo, Uncategorized
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Die Kurse in Mosambik bescheren mit immer Lehrerfahrungen, die ich nicht missen möchte. In diesem Jahr wurde meine Geduld auf die extreme Probe gestellt, und beinahe wäre mir der entsprechende Faden gerissen. Aber nur beinahe gottseidank.

In diesem Jahr halte ich wieder (wie vor zwei Jahren) den Master-Kurs „Laboratory on Mathematics Education“. Meine Vorgabe (die ich einen Tag vor Abflug erhalten habe) war: Die Studenten sollen lernen, wie man Mathematik mit dem Computer erforscht. Okay, kein Problem, dachte ich mir, nimmste GeoGebra (eines meiner Lieblings-Mathetools) da haste zahlreiche Ideen, was du machen kannst. Kostet auch nix, können die Lehrer in Mosambik überall verwenden.

Und los ging’s. Die Kurszeit: 16 bis 21 Uhr, denn die Studenten arbeiten tagsüber. Dementsprechend müde, abgeschlagen und verspätet kommen sie auch. Der Kurs beginnt eigentlich nie vor 16:20 Uhr. Dieses Phänomen kenn ich schon von meinen anderen Kursen hier. Das ist schon die erste extreme Geduldsprobe für jemanden, der die „deutsche Pünktlichkeit“ gewöhnt ist. Damit komm ich aber mittlerweile ganz gut zurecht. Man sitzt halt da und wartet, bis die ersten Studenten eintröpfeln, irgendwann sind dann 75% da, und dann fangen wir an. Die letzten kommen bis zu zwei Stunden zu spät. Den ersten Kurstag verliert man dabei auch noch, weil am ersten Tag nur ein kleiner Teil der Studenten da ist. Das mag daran liegen, dass der Kurs eine besondere Blockveranstaltung ist und diese Info evtl. nicht gleich bis zu jedem durchdringt.

Zusätzlich störend ist, dass die Studenten immer alle ihre Handys anhaben, es ständig irgendwo klingelt, die Studenten dann rauslaufen und sich teilweise auch nicht scheuen, dabei schon bereits im Seminarraum abzunehmen und zu antworten. SMS hier, SMS da.

Ein weiteres Problem: Die Sprache. Ich spreche Englisch, die Studenten verstehen ein wenig Englisch, können aber zum Teil überhaupt nicht Englisch sprechen (obwohl das eigentlich eine Voraussetzung ist, um überhaupt zum Masterstudium zugelassen zu werden). Mein mosambikanischer Kollege hier ist immer mit dabei und übersetzt Englisch nach Portugiesisch und zurück. Vorträge dauern also immer mindestens doppelt so lange wie normal. Daher habe ich auch meine Vortragsteile minimiert und lasse die Studenten mehr selbst am Rechner ausprobieren, was ja ohnehin sinnvoller ist. (By the way: Ich stelle fest, dass ich in solchen Vorträgen besser auf den Punkt komme. Man hat ja während einer Übersetzung Zeit, sich den nächsten Satz zu überlegen. Die sind dann meistens gestochen scharf. Und weils in Englisch ist, komme ich mir dabei ein bisschen vor wie ein amerikanisches Lehrbuch. Einfache, englische Sätze. Mit einer Aussage. Punkt.) Also auch hier braucht man zusätzlich Geduld. So ein Unterrichtsgespräch dauert einfach ewig mit einem geringen inhaltlichen Ertrag. Immerhin verwendete ich die portugiesische Variante des Programms zur Demonstration, weil es für mich einfacher ist, mich in die portugiesischen Fachbegriffe einzudenken als für die Studierenden in die englischen. Jetzt weiß ich immerhin, was „Speichern“, „Mittelsenkrechte“, und „Spur anzeigen“ auf Portugiesisch heißt.

In diesem Kontext wurde ich in diesem Jahr zusätzlich auf die Geduldsprobe gestellt: Es handelte sich nämlich um eine extrem schwache Gruppe. Man fängt ja ganz naiv an, zeigt GeoGebra, hey, so konstruiert man sich zum Beispiel ein gleichseitiges Dreieck, Strecke, Kreis hier, Kreis da, ist klar, hier Schnittpunkt, fertig. Alles easy, Programm intuitiv, olé olé. Folie mit Aufgaben für die Studenten: Konstruiert doch nochmal das gleichseitige Dreieck, dann ein Quadrat, ein Rechteck, ein regelmäßiges Sechseck und ein regelmäßiges Achteck. Viel Üben, ich kann rumlaufen und helfen. So war mein Plan für die erste Stunde des zweiten (!) Tages. Wir haben allerdings den gesamten zweiten Tag für einen Teil dieser Aufgaben gebraucht.

Beim Rumlaufen merkt man, dass ein Student vor seiner gerade konstruierten Strecke sitzt. Kommt man 5 Minuten später wieder vorbei, sieht man, dass er immer noch davor sitzt. Man geht hin und fragt, ob man helfen kann, er fragt nach dem Kreis, man zeigt ihm kurz nochmal, wie das mit dem Kreis ging. Aha, okay, yes. 5 Minuten  später kommt man wieder vorbei, immer noch nur eine Strecke. Man zeigt es nochmal mit dem Kreis. Währenddessen klingelt sein Handy, kurze Ablenkung, also nochmal. 5 Minuten später kommt man wieder vorbei, und man merkt, wie der Student nochmals beginnt, die Strecke zu konstruieren. So langsam denkt man sich „hä? och nee!“.

Andere Studenten können 20 Minuten vor ihrem konstruierten Dreieck sitzen und nicht auf die Idee kommen, zur nächsten Aufgabe überzugehen. Andere wiederum hatten bereits extreme Probleme bei der Bedienung der Maus. (Man mag meinen, dass liegt daran, dass mosambikanische Studenten vielleicht keinen Zugang zu Computern hätten. Das mag für viele zutreffen, aber nicht für meine Gruppe. Jeder Student hatte seinen eigenen Laptop dabei!) Es ist für die Studenten teilweise schon schwierig, mit dem Mauszeiger einen Punkt anzuklicken. „Right klick here!“ …. „no, here“ …. „no, HERE“…. „ah, no, with the right mouse button“… „right klick“…. „RIGHT!!!“.

Ich musste eigentlich noch nie so oft tief durchatmen wie in diesem Kurs. Ein paar Mal war ich kurz davor, auszurasten und zu brüllen, dass jetzt doch mal bitte alle Handys ausgemacht werden und sich jeder verdammt noch mal konzentrieren soll, diese wirklich einfachen Aufgaben zu lösen.

Wenn man so weit ist, kommt man ins Grübeln. Diese innere Reaktion ist wirklich krass, denn: Natürlich tut man den Studenten unrecht damit:

  • Sie haben einen harten Tag. Abends nach der Arbeit noch ein paar Stunden lang konzentriert geometrische Konstruktionen zu machen ist schon eine Herausforderung. Außerdem sind die Bedingungen sowieso nicht so einfach. Und bei der Infrastruktur hier kann es auch schon mal sein, dass man einfach keine Chance hat, pünktlich zu kommen.
  • Was kann den ein Student dafür, wenn er die Maus noch nicht richtig bedienen kann? Vielleicht hatte er bislang nicht die Möglichkeit, sind intensiv mit Computern zu befassen? Natürlich kann man sagen, dass man auch dieses als Voraussetzung für die Aufnahme eines Master(!)-Studiums begreifen könnte, aber das ist dann ebenso nicht die Schuld dieses einen Studenten, der nun mal jetzt hier studiert.
  • Die Sache mit den Handys ist eine kulturelle Sache. Jeder macht das überall, es wird als normal empfunden, wenn man mitten im Gespräch stoppt und einen Telefonanruf beantwortet (diesen also höher priorisiert als das gerade stattfindende Gespräch).

Also, letztlich könnte man sagen: Dies sind alles meine Probleme, nicht die der Studenten, und meine (verdammte) Pflicht ist es, der Situation angemessen als Lehrperson zu agieren und einen Kurs zu gestalten, der dieser speziellen Gruppe von Studierenden auch etwas bringt.

Am Anfang der zweiten Woche dachte ich, dass ich mit jedem weiteren Kurstag die Wahrscheinlichkeit senke, dass die Studenten dieses Tool überhaupt jemals einsetzen und nicht abgrundtief hassen. Dann hab ich gottseidank die Kurve gekriegt, zur Zufriedenheit der Studenten und auch zu meiner eigenen Zufriedenheit. Ich bin dazu übergegangen, alles in der Gesamtgruppe Schritt für Schritt zu machen (was ich normalerweise überhaupt nicht leiden kann), aber für diese Gruppe war es GENAU das richtige. „Okay, jetzt alle mal eine Strecke konstruieren, und zwar so.“ … (zwei Minuten rumlaufen, schauen, bis es alle haben). „Jetzt konstruiert einen Kreis so….“…. (zwei Minuten rumlaufen, schauen, bis es alle haben). … usw. usw.

Gestern haben wir uns mit Funktionen befasst. Mittlerweile sind wir so weit, dass die Studenten auch selbst neue Programmfunktionalitäten erforschen oder plötzlich Fragen stellen, die sie interessant finden und beantworten wollen. Dies führte gestern zu einem grandiosen Unterrichtsgespräch, in der wir den Einfluss des Parameters b bei einer quadratischen Funktion der Form f(x)=ax²+bx+c untersucht haben: Gemeinsam Hypothesen finden, dann Geogebra-Sheet erstellen, ausprobieren, sich wundern, mmh, die Parabel scheint sich entlang einer weiteren Parabel zu bewegen (zumindest hat die Spur des Scheitelpunkts den Eindruck erweckt). Dann die grandiose Frage eines Studenten: „Wie hängen denn beide Parabeln zusammen?“ Versuch der formalen Lösung gemeinsam an der Tafel, Bestimmung der Funktionsgleichung, dann hinzuzeichnen des Funktionsgraphen in Geogebra und schauen, ob die Spur des Scheitelpunkts darauf verläuft. Volltreffer! Die Studenten happy, ich happy. Die Studenten sind sich einig, dass es sich um ein gutes Tool handelt, und mittlerweile können wir uns auch aus mathematikdidaktischer Sicht damit befassen (Was soll das Ganze?). Natürlich gibt es immer noch große Leistungsunterschiede in der Gruppe, ich habe aber das Gefühl, dass wir gemeinsam einen großen Sprung gemacht haben.

Woran man mal wieder sieht, dass man seine Methodenwahl auch nach der Lerngruppe ausrichten muss.

Morgen gehts wieder nach Hause. Schade.

Literatursuche in Mosambik

Veröffentlicht: Montag, Oktober 3, 2011 in Maputo, Uncategorized
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Eine Veranstaltung im Rahmen meines Workshops zum wissenschaftlichen Arbeiten in Mosambik hat sich rund um das Thema „Literatursuche“ gedreht. Wie man sich vorstellen kann, ist es in Mosambik erheblich schwieriger an Literatur zu kommen als anderswo auf der Welt. Die Bibliotheken sind nicht sonderlich gut ausgestattet, und ansonsten ist die Infrastruktur, um an Literatur zu kommen, auch nicht so toll. Hieran sieht man, dass das Internet eine ungeheure Bedeutung für Länder wie Mosambik hat, und dass ein wichtiges Bildungs- und Wirtschaftsziel in diesen Ländern sein muss, die Internet-Infrastruktur auszubauen.

Mit den Studierenden im Workshop haben wir folgende Strategien besprochen, wie man herausbekommt, welche Literatur relevant für das jeweilige Forschungsprojekt ist, und wie man sich diese beschaffen kann. Wie immer in Mosambik ist hier eines gefragt: Pragmatismus.

  • Ask an expert! Die einfachste und schnellste Methode, an Hinweise für grundlegende Literatur in einem Gebiet zu kommen, ist diejenige, einen Experten zu fragen. Expertengehirne sind ungeheuer wertvolle Anzapf-Ressourcen. Wir haben den Studierenden deutlich gemacht, dass sie sich nicht zu scheuen brauchen, einem Experten eine E-Mail zu schreiben. In der Regel fühlen sich Experten nicht belästigt, sondern eher geschmeichelt, und geben gerne Auskunft, wenn man freundlich fragt. Und wenn man in die E-Mail schreibt, dass man ein Student aus Mosambik ist, für den es schwierig ist, an Literatur zu kommen… vielleicht schickt einem der ein oder andere Autor dann auch gleich einen Artikel in digitaler Form zurück.
  • Bibliothek: Okay, logo. In die Bibliothek gehen, Register durchsuchen, in Schränken stöbern. Wer eine Arbeit zu einem bestimmten Thema schreibt, der muss das Bücherregal in der Bibliothek zu diesem Thema in- und auswendig kennen.
  • In Online-Datenbanken suchen: Eine der besten Datenbanken für Literatur im erziehungswissenschaftlichen Bereich ist ERIC. Dort kann man nämlich seine Suche einschränken auf Artikel zu einer bestimmten Schulstufe oder auf Journals, die für bestimmte Leserschaften geschrieben sind (Wissenschaftler(innen), Lehrer(innen), …). Darüber hinaus bekommt man eine Rangliste, welcher Autor zu welchem Thema am meisten veröffentlicht hat (zumindest die Suchergebnisse betreffend), und man bekommt über den Thesaurus auch Hinweise auf weitere nützliche Suchbegriffe. Darüber sind manchmal auch die Artikel als Full Text zu haben – oft allerdings gegen Gebühren. Zumindest beim Suchen ist ERIC aber auch jeden Fall hilfreich. Als weitere Suchmaschine habe ich Google Scholar empfohlen. Hier wird direkt rechts neben dem Suchergebnis angezeigt, wenn dieses als PDF-Datei online steht. Ganz oben wird derjenige Artikel angezeigt, der am meisten in anderen Artikeln zitiert wurde – oft handelt es sich dabei also um wichtige oder zentrale Artikel zu einem Suchbegriff. Darüber hinaus bekommt man wertvolle Hinweise auf weitere Artikel, wenn man auf den „Zitiert von..“-Link unter dem Suchergebnis klickt. Als dritte wertvolle Internetquelle schließlich habe ich Google Books empfohlen. Man kann zu Googles Vorhaben, alle Bücher der Welt zu scannen, stehen wie man will – für die Studierenden hier ist es oft die einzige Möglichkeit, einen Blick in ein Buch zu werfen. Und vielleicht hat man dort ja gerade Einblick in das Kapitel, das für die eigene Arbeit relevant ist.
  • Literaturverzeichnisse: Hat man einmal einen Artikel gefunden und gelesen, finden sich im Literaturverzeichnis dieses Artikels viele weitere Hinweise auf Publikationen, die ihrerseits wiederum Literaturverzeichnisse mit Hinweisen haben usw. Die Anzahl der Literaturhinweise wächst hierdurch exponentiell. Ich bin mir nur nicht sicher, ob die Studierenden verstanden haben, was ich in diesem Zusammenhang mit „snowball system“ meinte… :-).

Tja, und wonach sollte man Ausschau halten?

  • Standardbücher zu einem Thema. Ganz wichtig. Die sollte man kennen.
  • Review-Artikel. Die sind hilfreich, wenn man sich Arbeit sparen möchte: Review-Artikel fassen die Ergebnisse von zahlreichen Studien in einem Bereich zusammen. Man muss also mitunter nicht all diese Studien lesen, sondern nur den Review-Artikel und vielleicht einige ausgewählte Studien, die in diesem Artikel beschrieben werden.
  • Die neueste Literatur. Man muss den aktuellen Stand der Forschung kennen. Das bedeutet, man muss sich um aktuelle Literatur bemühen. Selbstverständlich darf man auch einmal ein ganz besonders wichtiges und zentrales Buch von 1950 einbringen, aber keinesfalls nur oder überwiegend. In diesem Kontext ist es auch hilfreich, sich einfach mal die letzten zehn Bände eines relevanten Journals in der Bibliothek herauszunehmen und diese nach interessanten Artikels zu screenen.
  • Literatur in Portugiesisch UND Englisch: Es ist überall auf der Welt gleich. Studierende vermeiden englischsprachige Literatur. (Okay, nicht überall auf der Welt: in England, in den USA und in Australien zum Beispiel nicht.) Dabei ist es so wichtig, auch englischsprachige Publikationen zu lesen. Ich habe den Studierenden gesagt: „Hey, you are LUCKY guys! You don’t have to write in English. You only have to read it. That means: Nobody knows how long it took you to read an article, and nobody gives you a grade in reading English. You can take your time, and I promise you: you will get used to it.”

Neulich hat mich übrigens wieder Rüdiger besucht (die kleine Eidechse, die ich auch zu Beginn meines Besuchs in meiner Unterkunft gesehen habe und die ihren Namen Herrn Larbig verdankt). Jetzt weiß ich auch, wie sie da reinkommt: durch die Ritze an der Decke. Durch diese Ritze scheinen vermutlich auch die überaus riesigen Spinnen zu kommen…

[Update: Mittlerweile bin ich zu Hause, konnte diesen Artikel uploaden und muss keine riesigen Spinnen mehr fürchten.]

Ein Festival der ITG: Meine opco11-Session

Veröffentlicht: Freitag, Juni 17, 2011 in Uncategorized
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Seit einigen Wochen findet der OpenCourse 2011 unter dem Titel „Zukunft des Lernens“ statt. Dabei handelt es sich um einen offen Kurs zu aktuellen Trends im Bildungsbereich, an dem jeder mitwirken kann (z.B. in Blogs oder in Twitter). Die Agenda legt wöchentlich Themen fest, und mittwochs findet zwischen 17 und 18 Uhr eine synchrone Online-Sitzung per ustream statt.

Nächste Woche (20.-26. Juni) ist das Thema Lernen kann doch jeder, oder? Über Kompetenzen und Bildung dran. Am Mittwoch zwischen 17 und 18 Uhr ist eine Online-Sitzung, die ich gestalten darf. In Woche 4 hatte Michael Kerres damit begonnen, den Vortragsteil zur Vorbereitung auszulagern und die Sitzung interaktiver zu gestalten. Das halte ich für eine sehr sinnvolle Sache. (Ähnliches mache ich auch gerade in meiner Arithmetik-Vorlesung, in der sich Studierende die Vorträge vorab auf Youtube ansehen.)

Also, ich habe mich entschlossen, am nächsten Mittwoch (22.6., 17 Uhr) ein Experiment zu starten: Ich möchte versuchen, mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine massive synchrone Online-Kollaboration durchzuführen. Hierzu habe ich eine Wiki-Seite erstellt mit Vorabinfos, Podcasts und Etherpads zur Vorbereitung der Sitzung. @dankegang hat mich dabei auf die Idee gebracht, dass ich hier einen Hauch von WGT-Atmosphäre mit einbringen könnte. Und das mache ich auch: Wir gestalten am Mittwoch zwischen 17 und 18 Uhr ein ITG-Festival (ausgeschrieben: Ein Festival der Informationstechnischen Grundbildung).

Wesentliche Infos zum Ablauf gibts auf der Festival-Seite. In Kürze: Wir veranstalten parallel verschiedene „Konzerte“ (Etherpads), zwischen denen man flexibel hin- und herwechseln kann. Jedes Konzert ist zweigeteilt: „Probe“ (Ideensammlung im Vorfeld zur Sitzung) und „Aufführung“ (das eigentliche Konzert am Mittwoch). Jedes Konzert wird zudem durch einen oder zwei Audioboos angekündigt. Meine persönliche Rolle dabei ist die eines Festival-Organisators: Ich stelle den Kontext bereit, mache Werbung, kümmere mich um das Programm, nehme an Konzerten teil und unterstütze die Musiker. Musizieren müssen aber die Teilnehmer!

Ich möchte somit alle opco11-Teilnehmer einladen,  auf die Festival-Seite zu gehen und sich bis Mittwoch in die Konzertproben (Brainstormings) einzubringen! Denn, eins ist klar: Konzerte sollte man nicht geben, ohne vorher geprobt zu haben! 🙂

Also: Herzlich willkommen beim ITG-Festival 2011!

dunkelmunkel

Projekt zur Unterstützung schwer kranker Kinder mit E-Learning

Veröffentlicht: Donnerstag, Juni 17, 2010 in Uncategorized
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Gemeinsam mit dem Verein B.L.u.T.eV (Bürger für Leukämie- und Tumorerkrankte) und mit der gemeinnützigen Gesellschaft lernmodule.net sucht das Institut für Datenverarbeitung/Informatik (IfD/I) Studierende der PH Heidelberg zur Unterstützung schwer kranker Kinder.

Kinder, die aufgrund einer schweren Krankheit eine längere Zeit in einem Krankenhaus verbringen müssen, werden zum Teil in speziellen Schulen für Kranke, die an große Krankenhäuser angeschlossen sind, unterrichtet. Diese Schüler sind neben ihrem tragischen Schicksal zudem dadurch stark belastet, dass sie aus ihrem normalen Umfeld herausgerissen wurden. Sie vermissen oft sehnlichst den Kontakt zu ihrer Schulklasse.

Mit Hilfe eines E-Learning-Konzepts unter Einbeziehung eines Konferenzsystems soll die Verbindung zur Heimatschule hergestellt werden. Lehrer und Schüler der Heimatschule halten den Kontakt zu dem kranken Mitschüler über das virtuelle Klassenzimmer. Ergänzend kommen Lernmodule zum Einsatz, welche die kranken Schüler in den Zeiten, in denen es ihnen einigermaßen gut geht, bearbeiten können – wobei die Lernergebnisse an die Tutoren oder die Verantwortlichen an den Heimatschulen rückgemeldet werden.

Weitere Infos gibt’s in der Ausschreibung.

Kennt ihr evtl. ähnliche Projekte?