Der Sinn und Unsinn von PowerPoint-Folien

Veröffentlicht: Sonntag, Februar 4, 2007 in Learning, Teaching

Neulich habe ich mal wieder einen „dieser“ Vorträge gesehen: inhaltlich interessant, aber ein fragwürdiger Einsatz von PowerPoint-Folien. Überspitzt formuliert: Jeder Satz, den der Vortragende gesagt hat, stand stichpunktartig auf Folie. Derartige Präsentationen scheinen nach dem Motto „doppelt gemoppelt hält besser“ gestrickt zu sein: Die Zuschauer werden sich schon mehr behalten, wenn sie das, was gesagt wird, auch gleichzeitig lesen können.

Das Gegenteil ist der Fall. Kein Mensch kann gleichzeitig lesen und zuhören.

Ich habe schon manches Mal einen Vortrag gesehen, bei dem ein Vortragender ein zehnzeiliges, am Besten noch englischsprachiges Zitat an die Wand geworfen und dieses gleichzeitig pausenlos kommentiert hat. In solchen Situationen musste ich mich immer entscheiden: Lese ich nun das Zitat und verpasse die Meinung des Vortragenden, oder höre ich zu und weiß gar nicht, was kommentiert wird. Liest der Vortragende das Zitat ab, ist es nicht wesentlich besser: Da die eigene Lesegeschwindigkeit in der Regel wesentlich schneller ist als die Vorlesegeschwindigkeit des Vortragenden, wird man beim Lesen ständig ausgebremst. Weshalb scheuen sich Vortragende, Zitate vorzulesen, ohne sie gleichzeitig visuell zu präsentieren?

Als Beamer noch nicht überall verfügbar waren und Overhead-Projektoren als Hilfsmittel in Vorträgen eingesetzt wurden, wurden Folien (in stärkerem Maße) als das verwendet, wofür sie eigentlich da sind: zur Visualisierung des Inhalts. Damals kam niemand auf die Idee, jeden Satz auf eine Folie zu drucken und dann im Akkord die Folien über den Overhead-Projektor zu ziehen. In guten Vorträgen wurde hingegen gelegentlich eine Folie aufgelegt, die ein Diagramm, eine Karte oder eine sonstige Visualisierung zeigte.

Aus kognitionspsychologischer Sicht sollten Folien hautpsächlich zur Visualisierung eingesetzt werden. Diagramme und Bilder werden über die Augen wahrgenommen. Diejenigen Teile, auf die die visuelle Aufmerksamkeit gerichtet wird, werden in den visuellen Teil des Arbeitsgedächtnisses, den räumlich-visuellen Notizblock, übertragen. Das gesprochene Wort des Vortragenden wird in einem parallelen Pfad über die Ohren in das auditive Modul des Arbeitsgedächtnisses, die phonologische Schleife, transferiert. Visuelle und auditive Information können so zunächst parallel verarbeitet und schließlich im Arbeitsgedächtnis integriert werden. Richard E. Mayer nennt dies das Multimedia-Prinzip.

Präsentiert man hingegen geschriebene Sätze auf Folien, so werden diese zwar zunächst visuell wahrgenommen. Anschließend werden sie aber in ein phonetisches Format im auditiven System übertragen. Dort kollidiert das gelesene Wort mit dem gehörten. Die redundante Information führt somit zu einer Doppelbelastung des Arbeitsgedächtnisses. Mayer nennt dies das Redundanzprinzip: Doppelte Information sollte besser weggelassen werden, da diese auch unnötigerweise doppelt verarbeitet werden muss.

Das Redundanzprinzip besagt also, dass das gesprochene Wort nicht auch noch geschrieben präsentiert werden sollte. Nach dem Multimedia-Prinzip sollte man stattdessen Bilder und Grafiken visuell anbieten. Und – wenn ein Vortragender frei spricht und dabei eine Grafik beschreibt und kommentiert, wirkt der Vortrag auch lockerer und besser, als wenn er seine Folien vorliest.

Diese und weitere Prinzipien werden sehr schön in einem PowerPoint-Foliensatz von Atkinson und Mayer erläutert: Five ways to reduce PowerPoint overload. Dort wird auch sehr schön gezeigt, wo die geschriebenen Sätze allenfalls hingehören: in den Notizbereich der PowerPoint-Folie.

Literatur:

  • Mayer, R. E. (2001). Multimedia learning. New York: Cambridge University Press.
  • Atkinson, C. (2005). Erzählen statt Aufzählen. Neue Wege zur erfolgreichen PowerPoint-Präsentation. Microsoft Press Deutschland.
Kommentare
  1. […] schn Zusammengefasstes zu Powerpoint gibt es bei chrisp’s virtual comments, das werde ich gleich so fr die 6. Klasse verwenden. Dort ist Prsentationssoftware nmlich Stoff […]

  2. Dirk sagt:

    Ich kann dem leider gar nicht zustimmen.

    Erstens lernt man in jeder Prasentationsschulung, dass man seine Stichpunkte auch auf die Folie bringen soll und zweitens kann ich dein Empfinden nicht nachvollziehen. Ich finde es wesentlich entspannender, wenn z.B. ein Zitat auch dasteht – Und unbestreitbar kann das doch nur ein Vorteil sein, weil es zwingt ein doch keinen, das Zitat mitzulesen. Doch gerade wenn es um fremdsprachige Zitate geht, verstehe ich gerne einmal etwas nicht und kann es dann in Ruhe noch einmal nachlesen. Wenn der Vortragende zu schnell liest ist das unschön, dafür kann aber die PowerPoint-Folie nichts.

    Im Gegenteil finde ich Vorträge, die nur auf Bilder setzten, sehr belastend, da die Referenten meistens dazu neigen, alles an den Bildern zu erklären und dabei oftmals auch fachlicher Tiefgang verloren geht.

    im Übrigen finde ich die Stichpunkte auch dafür sinnvoll, wenn man sich bei einem Referat notizen machen muss/will – denn das geht mit fertigen Stichpunkten deutlich schneller von der Hand, bevor man sich immer erst umständlich selber eine kurze, treffende und vorallem korrekte Formulierung überlegt.

  3. heiasafari sagt:

    Powerpoint gehört im Unterricht schlichtweg verboten, 80% der Dozenten die ich kenne sind einfach nur unfähig damit umzugehen und betreiben schamlosen Mißbrauch.

  4. cspannagel sagt:

    @Dirk: Natürlich sind hier und da eingestreute Stichpunktlisten nicht so schlimm. Im Gegenteil, sie können auch eine gute inhaltliche Übersicht sein. Viel schlimmer ist aber eine Folienflut mit zig vollständigen Sätzen. Folien sollten _tendenziell_ zur Visualisierung eingesetzt werden und nicht _hauptsächlich_ als Erinnerungsstütze für den Vortragenden.

    Weiterhin kann ich ein Zitat nicht in Ruhe „nachlesen“, wenn gleichzeitig der Vortragende spricht. Wann habe ich denn die Zeit dazu, ohne das dabei Gesagte zu verpassen? Von mir aus kann man ein Zitat auch hier und da auf Folie präsentieren – nur dann sollte man den Zuschauern eine gewisse Zeit geben, dass Zitat zu lesen, und zwar ohne währenddessen etwas zu sagen. Darüber hinaus ist das Problem nicht, dass der Vortragende zu schnell liest – im Gegenteil. Die eigene Lesegeschwindigkeit ist in der Regel schneller. Beim Mitlesen wird man sozusagen ständig ausgebremst.

    Dass durch das Erläutern von Grafiken fachlicher Tiefgang verloren geht, habe ich noch nie erlebt. Die Kausalität scheint eher eine andere zu sein. Diejenigen, die sich wirklich gut in Ihrem Gebiet auskennen, können ohne Probleme auf textlastige Folien verzichten. Aus ihrer fachlichen Sicherheit heraus können Sie Sie die Bedeutung der Grafiken sehr gut ohne Ablesen vorformulierter Sätze erläutern.

    @heiasafari: Ich würde nicht so weit gehen, Folienpräsentationen zu verbieten. Ich würde vielmehr versuchen, andere auf typische Fehler bei der Verwendung dieses Mediums aufmerksam zu machen. Vielleicht liest ja der ein oder andere diesen Blogbeitrag und lässt sich überzeugen.😉

  5. Wolf sagt:

    Den einzig richtigen Umgang mit dem Lieblingsprogramm aller Werbeagenturberater, die auch gerne mal kreativ sein wollen, lehrt die ZIA:

    http://www.zentrale-intelligenz-agentur.de/powerpointkaraoke.html

    Ein Jammer, dass sie das schon lange nicht mehr gemacht haben.

  6. Dirk sagt:

    Ich bin von Stichpunkten auf der PP-Folie ausgegangen. Diese sind, kurz zusammengefasst nach dem 5-5-Prinzip (max. 5 Stichpunkte mit je max. 5 Wörtern) auch IMHO sinnvoll. Sätze, und da stimme ich dir zu, sind mit Sicherheit nicht sinnvoll und führen zu einer Überflutung – Meistens hat das noch den schlimmen Effekt, dass die Schriftgröße immer kleiner wird und man nichts lesen kann.

    ich finde, wenn man ein Zitat bringt, gehört es sich unbedingt, dieses auch vorzulesen. Sonst könnte derjenige ja gleich ein Referat schreiben, und keinen Vortrag halten. und wenn du persönlich schneller liest als der Referent, dann lies doch einfach nicht mit – Damit sollte das Problem doch behoben sein, ich sehe darin nichts störendes. Weil andere, z.B. ich, freuen sich auch über aufgeschriebene Zitate.

    und ich kann versichern, dass es beide gibt: Den fachlich versierten Vortragenden, der sowieso auch ohne PP auskäme, dies aber zur Visualisierung einsetzt, und auch gut und fachlich kompetent Bilder einsetzt. ich habe aber bereits auch Referenten erlebt, die dann sozusagen an den Bildern und Grafiken „klebten“ und krampfhaft versuchten, alles daran zu erklären. Und für die meisten Sachverhalte reicht auch ein oder zwei Bilder, manche Leute meinen aber unbegint 10 Bilder bringen zu müssen und aus dem Vortrag eine Diashow zu veranstalten.

    Ich stimme dir aber im prinzipiellen zu, dass man mit PP viele Fehler machen kann. ich würde diese aber woanders sehen. ich erlebe es ständig, dass sich sich Vortragende wundern, warum man das Dunkelbraun auf dem Hellbraun so schlecht lesen kann. Die Kenntnis, dass Beamer eine sehr viel geringere Helligkeit als Monitore haben, scheint noch nicht so verbreitet.
    und auch andere sachen, wie z.B. fehlende Gliederungspunkte bei der Gliederung und stattdessen Stichpunkte davor, empfinde ich als störender.

    Oder immer wieder so kreative Quellen wie http://www.google.de oder http://www.wikipedia.de. Obwohl dies natürlich nicht PP-spezifisch ist, ist dies doch ein mangelhafter Punkt eines Vortrags, genausogut könnte ich das „Wissen der Menschheit“ als Quelle angeben.

    Und noch eine kurze anmerkungen zu den Kontrast- und Größenproblemen: Diese werden sich mit Office 2007 radikal verschärfen. Dieses unsagbare Machwerk, welches nur auf design setzt, aber Usability leider auf der Strecke lässt, versteht es, überhaupt keien Kontraste zu besitzen. Fast alle Vorlagen und Farbkombinationen bestehen aus sehr geringen Kontrasten, so von Ockergelb als Hintergrund zu Orange als Schriftfarbe. Da bleibt einem, wenn man nicht viel Zeit hat eine neue Farbkombi zu entwerfen, nur Schwarz auf Weiß. Und das ist wahrscheinlich auch besser so.

  7. Lila sagt:

    Ich lehre Kunstgeschichte. Meine Folien sind schwarz, zeigen Bilder der Kunstwerke oder Vergleichsobjekte, die ich zeigen will. In weißer Schrift unter dem Bild die nötigen Angaben, die im Fach üblich sind.

    PowerPoint ist für mich eine riesige Verbesserung gegenüber den Dias von früher. Ich kann genaue Vergleiche ziehen, ohne Fuddelei dasselbe Bild mehrmals zeigen, Details rauskopieren, kann jeweils zwei, drei oder mehr Bilder auf einem Bild zusammenfügen. Außerdem habe ich auch die Möglichkeit, Kunstwerke mit Werbung, Gebrauchskunst, Filmstills, kurz Bildern aller Art zu kombinieren. Damit wird ein viel umfassenderes Lehren möglich, mit dem ich das Weiterwirken von Venus, Kouros oder klassischen Säulen ganz einfach zeigen kann. Wer hat schon Dias von Dove-Werbung geknipst?

    Ich zeige auch gern zusammenfassende Dias, mit Jahreszahlen, Namen, Stichworten. Ich nutze Powerpoint mit großer Begeisterung. Eine „einzig richtige Nutzung“ gibt es also nicht. Es hängt alles davon ab, WAS man damit transportieren muß. Jede Art von Präsentation muß sich an den Bedürfnissen des Publikums und am Stoff ausrichten – nicht dagegen am Ego des Vortragenden und den Möglichkeiten, die ihm die Technologie gibt. Und das sieht bei mir eben schwarzweiß aus, mit Tizian in der Mitte.

  8. cspannagel sagt:

    @Lila: Genau das ist eine Verwendung von Folien, die ich für sehr gewinnbringend erachte. Ich vermute, dass du nicht auch noch das, was du über die Bilder sagst, mit auf die Folien packst. Das Bild genügt… Und gegen zusammenfassende Stichpunktfolien ist auch nichts einzuwenden. Dabei übertreibt man es textlich ja auch nicht. Dennoch habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass sich die Inhalte mancher Stichpunktfolie als Diagramm übersichtlicher darstellen lassen. Beispielweise lassen sich oft die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Begriffen durch Pfeile o.ä. visualisieren.

    Du tummelst dich natürlich in einem Fach, in dem es auf visuelle Elemente ankommt. Ich wage aber trotzdem die Behauptung, dass dies nicht nur für das Fach Kunst gilt. Nehmen wir einmal Physik. Hier kann man beispielsweise die Fotografie eines experimentellen Aufbaus zeigen. Die sprachliche Beschreibung kommt dabei vom Vortragenden selbst – sie muss nicht zusätzlich auf den Folien stehen. Die Ergebnisse werden schließlich in Diagrammen visualisiert. Die Interpretation der Diagramme wird wiederum vom Vortragenden vorgenommen. Dass man das Ganze nicht zu streng sehen sollte, ist klar. Das zentrale Ergebnis der Studie kann schon mal als Satz auf der Folie stehen. Die Tendenz sollte aber auch klar sein: Wenn man geneigt ist, komplexe Sachverhalte in mehreren Sätzen oder Teilsätzen auf einer Folie zu erklären, sollte man sich überlegen, ob sich nicht eine Grafik zur Veranschaulichung besser eignet. So können sich die Zuschauer eine Vorstellung des komplexen Sachverhalts machen. Die Erklärungen gibt es ja trotzdem – aber auditiv.

  9. Lisa Rosa sagt:

    Ja und nein und jein, je nachdem. Also erst mal finde ich Chrisp’s Posting völlig richtig und es gehört den meisten Vortragenden unter die Nase. Aber man kann mehr mit PP als nur Grafiken darzustellen. Auch Schrift, auch ganze Sätze können einen Sinn haben. Es kommt darauf an, in welcher Funktion man sie einsetzt und wie man sich dann dazu verhält. Z.B. kann es gut sein, zur Orientierung – auch für den Zuhörer! vor allem für den! – die jeweilige Struktur-Überschrift vorzuführen, die jetzt drankommt. Zur Zusammenfassung kann man noch einmal alle wichtigen Stichworte einfliegen lassen und dabei sagen: „noch einmal im Überblick …“ o.ä. Auch Zitate sind sinnvoll zu SEHEN und zu LESEN, damit sie erinnert werden. Vorlesen alleine ist zu wenig und die meisten Leute sind keine Hörtypen. Aber wenn man ein Zitat beamt, dann muß man den Schnabel halten und solange warten, bis die Leute es still für sich gelesen haben! Das ist wichtig. Und schön ist, wenn man es aushalten kann als Vortragender, daß sich die Leute im Publikum, die schon fertig sind mit lesen, über dieses Zitat unterhalten! Das ist echt was wert. Dann kann man das Zitat selbst laut kommentieren oder sonstwie damit weiterarbeiten.

  10. ssah sagt:

    @Wolf: zwar hat die ZIA das wohl lange nicht mehr gemacht, aber auf dem 23C3 hat man die Idee aufgegriffen, das Video zu der Veranstaltung gibt es unter: http://ftp.ccc.de/congress/23C3/video/23C3-1683-de-powerpoint_karaoke.m4v

  11. L9 sagt:

    Unabhängig von den oben gesagten Dingen ist Powerpoint ist auch nicht nur ein Medium für Zuhörer sondern auch für Vortragende. Ich gehöre zu den Menschen, die häufig eher unvorbereitet Themen zu gewissen Dingen erzählen muss. Das sind Dinge, die in Expertenteams erarbeitet werden und dann vertreten und erzählt werden müssen. Dafür liebe ich Präsentationssoftware – weil es den Erzähler leitet.
    Leider kann nicht immer jeder Mensch zu jedem Thema alles im Detail wissen, muss es aber dennoch vertreten, verbreiten, kommunizieren. Für Themen, wo ich der Experte bin, benötige ich überhaupt kein Powerpoint. Aber das ist eben nicht die Realität – vor allem in der Wirtschaft. Da ist es häufig so, dass eben die Expertenteams in Projekten was erarbeiten – und dann müssen ganz andere Leute die Dinge vertreten. Nennt es richtig oder falsch, es ist die Realität.

  12. cspannagel sagt:

    @Lisa: Du hast natürlich Recht – Folien werden sehr oft als Gedankenstütze für den Vortragenden verwenden. Optimal ist das aber nicht. In Situationen, in denen man selbst thematisch nicht sattelfest ist, finde ich es immer noch besser, Stichpunkte auf Karteikarten als auf die Folien zu schreiben. Wenn man sich hingegen bei einem Thema gut auskennt, kann man auf die Karteikarten verzichten. Dann kann es aber dennoch sinnvoll sein, graphische Folien einzusetzen, um den Zuschauern dabei zu helfen, entsprechende Vorstellungen aufzubauen.

    Folien sollten visuelle Informationen für die Zuschauer bieten, und nicht Textstützen für den Vortragenden.

  13. L9 sagt:

    @Chrisp: Stütze? Nein. Peitsche. Reingejagt wirst du da als armer Industriesklave: gehn sie da mal rein und erzählen sie den Leuten was. Anliegend die Folien. Oder: „wenn sie eh schon in China-USA-Mexiko sind, nehmen sie doch bitte noch das Thema Customerrelationshipmanagement im Kontext mit Global Sourcing und dem Riskmanagement diverser Supplier Markets mit- blablabla (die Begriffe sind rein hypothetisch, gell!). Frau sounso hat da mal was erarbeitet, die hat Unterlagen. Und zu, Thema Verhandlungstheorie wollen die Leute auch was wissen, und hier noch ein paar Folien zur Geschäftsstrategie. Das verklickern sie mal dem Management vor Ort“. Karteikarten, wär nett – aber wie bitte soll man das in der Realität handhaben. Ausdrucken vorm Vortrag oder vielleicht via Hauspost termingerecht zuschicken?😉 Manuell aufschreiben funktioniert rein organisatorisch/ zeitlich garnicht. Das geht alles zu schnell.

    Nein, Spaß beiseite – ich versuche bei meinen Themen das meiste grafisch aufzubereiten aber mit Kernaussage in der Überschrift. Sowas wie stichpunktartige Übersichten hab ich selten. Aber, wie oben gesagt – es ist halt die Realität, dass man mit solchen Gegebenheiten leben muss. Und trotz Zeitdruck, Termindruck und natürlich gewissen Lücken (Mut dazu) trotzdem den Inhalt professionell rüberbringen muss. Geht ja häufig auch um Überblick und den Menschen so eine Art ersten roten Faden für weiteres Arbeiten zu geben.

    Was ich dennoch sagen will, nicht dass da Missverständnisse entstehen, dein Posting ist definitiv korrekt!!!

    Was übrigens das Allerschlimmste ist, glücklicherweise geht das mit Beamer nicht mehr so gut: wenn die Sätze abgedeckt werden und dann nach und nach aufgedeckt. ok, geht auch mit Powerpoint, aber das animieren haben die meisten Leute nicht so richtig raus ….

  14. […] ist böse Neulich wurde hier angeregt über den Sinn und Unsinn von PowerPoint-Folien diskuiert. Gerade eben bin ich (über einen Beitrag bei JochenEnglish) auf einen Artikel von […]

  15. […] zum Einsatz von PowerPoint gestoßen: Wirkungsvoll präsentieren von Peter F. Meurer. Auch hier wieder der Hinweis: “Ein Foliensatz ist kein Redemanuskript für den […]

  16. Jan sagt:

    Hallo,

    ich wüßte ja gerne, was Sie von dieser Art der PPPräsentation halten:
    http://identity20.com/media/OSCON2005/

    Ich habe das zweimal in verschiedenen Seminaren angewandt und überraschend positives Feedback gekommen.

  17. Jana sagt:

    HUhu Jan,

    also ich finde diese Art der PPPräsentation erfrischend. Allerdings muss man wohl auch hier darauf achten, an wen sich diese mit welchem Zweck richtet.

    Ich habe das auch einmal versucht. Die Präsentation war lustig und gefiel. Allerdings im Rahmen einer Vorstellung einer wissenschaftlichen Arbeit wurde mir auch gesagt, war sie wohl zweckentfremdet worden.

  18. cspannagel sagt:

    @Jan: Ich finde die Präsentation extrem witzig. Aber – wie Jana schon sagt – es kommt auf den Kontext an. Ich denke immer im Kontext „Lernen“ oder „Vermittlung von Wissen“. Ich bin mir nicht sicher, aber ich könnte mir vorstellen, dass in einem solchen Kontext diese Form der Präsentation schnell ermüdend wirken könnte.

    Aber zumindest ist die Präsentation überwiegend bildhaft!🙂

  19. […] Referate mit PowerPoint-Unterstützung mögen zwar längst abgeschlossen sein, aber dieser Artikel von Christian Spannagel über den “Sinn und Unsinn von PowerPoint-Folien” […]

  20. […] siehe (1). Dabei bin ich auf einen interessanten Artikel von Christian Spannagel gestoßen: Der Sinn und Unsinn von PowerPoint-Folien Ich finde den Beitrag sollte man unbedingt lesen, bevor man eine Präsentation erstellt. Auch die […]

  21. Anita sagt:

    Und aus Sicht der Folien-Höhrer-Aufschreiber-Gefoltertern kann einem eine solche Tohuwabuhu-Lehrveranstaltung/Vorlesung fast zum Wahnsinn treiben. Es gibt Lehrveranstaltungen, in denen der Dozierende alle möglichen technischen Hilfsmittel einsetzt. Das alles natürlich in einem Affentempo. Lernende sind dann noch der Auffassung sie müssten selbst noch alles mitschreiben, weil sie ja evt. mal eine Prüfung darüber ablegen müssen. Der Clou des ganzen sind von Hand geschriebene Folien von hundsmiserabler Qualitlät, sodass man zuviel Zeit braucht für das Entziffern. (Ganz toll wenn der Clown zusätzlich noch die Wandtafel zum Einsatz bringt🙂 ) Das alles gibts! Den nenn ich dann einen wahren Künstler, der es schafft , dabei noch munter weiter zu plappern! Nur, von Methodik/Didaktik hat er/sie noch nie etwas gehört. Irgendwann schmeisst du den Griffel hin, hast weder etwas vom Vortrag noch vom Gesagten, bist einfach nur froh wenn’s bald vorüber ist. Eine Stunde versaut! Da bist du dann schon mal dankbar, wenn ein Dozent merkt, dass die Leute emsig mitschreiben und nach der Hälfte seiner Show endlich sagen „ihr braucht das nicht aufzuschreiben, ihr bekommt davon eine Kopie“.

    Das sind Geschichten, die passieren….Nicht oft aber doch ab und zu. Vermutlich braucht so ein Showmaster all die zur Verfügung stehende Technik um seine eigene Unsicherheit hinter all dem Plunder zu verstecken.

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