Mit ‘maputo’ getaggte Beiträge

Mozambique uncut

Veröffentlicht: Montag, November 7, 2011 in Maputo
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… by Lutz Berger!

Neulich meinte Lutz zu mir: „Komm, wir machen ein Interview über Mosambik…“ – gesagt, getan. Und, das muss ich an dieser Stelle mal deutlich sagen: Lutz, der immer unglaublich viel arbeitet, nimmt sich trotz chronischem überdimensionalem Arbeitsaufkommen die Zeit, um solche Interviews zu drehen, filmisch-kreativ aufzubereiten und schick zu schneiden… Das ist einfach nur grandios! Danke, Lutz!

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Fazit meines Kurses in Mosambik

Veröffentlicht: Mittwoch, Oktober 5, 2011 in Forschungsmethodik, Maputo
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Der Workshop ist nun vorbei, und mein Aufenthalt in Mosambik neigt sich dem Ende zu. Zeit, ein Fazit zu ziehen, wie ich finde.

  • Alle Studierenden haben nun ein Forschungsthema und eine Forschungsfrage für sich gefunden, und viele haben auch schon ein gutes Stück des Exposés fertig gestellt. Einige der Fragen sind noch zu breit angelegt. Diese dürfen sich aber ohnehin noch in den nächsten Wochen ändern. Für die Problematik an sich sind die Studierenden aber sensibilisiert.
  • Die einfachste Art und Weise, Studierende auf die Unbeantwortbarkeit einer Forschungsfrage aufmerksam zu machen, ist die Frage nach der Methode, wie sie diese beantworten wollen. „What is your research question?“ – „Why do so many students fail in mathematics in secondary school?“ – “Okay. How do you want to answer it?” – “What?” – “How do you want to answer it?” – “I will ask the teachers.” – “Will you then get the reasons, or the teacher’s view on the reasons?” – …
  • Wieder einmal gelernt: Räume viel Zeit für Diskussionen ein. Am letzten Tag des Workshops haben Studierende ihre Frage und die Forschungsmethodik präsentiert, anschließend wurde lebhaft hinterfragt. In 4 Stunden Workshop haben wir 5 Präsentationen gehabt. Das ist nicht besonders viel, was aber zeigt, dass jede einzelne der Präsentationen äußerst kritisch diskutiert wurde. Während der Diskussionen ist mir ein Bild eingefallen, dass ich beim nächsten Workshop dieser Art verwenden werde: Die Zuhörer sollen während der Präsentation die Position eines Detektivs einnehmen. Wo sind mögliche Fehler? Wo steckt der Wurm im Forschungsansatz? Also: Detektivmütze aufsetzen, Lupe in die Hand nehmen und ganz genau hinsehen!

Darüber hinaus sind mir einmal wieder die folgenden Dinge bewusst geworden:

  • Weniger Sorgen machen. Alles klappt irgendwie, auch wenn es nicht eine Woche vorher bereits geplant wurde. DAS kann man wirklich in Mosambik lernen. Morgige Probleme lösen wir morgen, nicht heute. Denn es kann passieren, dass diese Probleme morgen keine mehr sind, weil sich irgendwas im Kontext geändert hat.
  • In Deutschland haben wir viel zu hohe Ansprüche. Wenn in Mosambik mal etwas langsamer geht, dann gedulden sich alle. Wenn hier mal etwas nicht funkioniert, dann macht man es eben irgendwie anders. In Deutschland hätte man längst genörgelt oder sich beim Chef beschwert. Die Menschen in Mosambik haben einfach eine ganz besondere Freundlichkeit den Menschen und dem Leben gegenüber. Ein mosambikanischer Student, der ein paar Wochen in Deutschland war, hat die Deutschen folgendermaßen charakterisiert: „They don’t smile.“ Das spricht Bände.
  • Ein guter Internetanschluss ist lebensnotwendig. 🙂

Darüber hinaus hab ich noch ein paar weitere Medien online gesammelt:

Einstieg in Wikis: Erstellen eines Glossars

Veröffentlicht: Samstag, Oktober 23, 2010 in Wiki
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Ich frage mich immer wieder, wie man Studierenden in kurzer Zeit den Wert eines Wikis und dabei gleichzeitig die zu Grunde liegende Philosophie (Konnektivismus, Netzsensibilität, Partizipationskompetenz, Neuronenmetapher, verteilte Kognition, …) vermitteln kann. In Maputo habe ich etwas ausprobiert, das (so glaube ich zumindest wahrgenommen zu haben) ganz gut funktioniert hat.

Folgendes Szenario: Ich habe zwei Wochen lang in Maputo verschiedene Einheiten zu „Computer im Mathematikunterricht“ mit unterschiedlichen Inhalten gestaltet. Am Ende (das heißt am letzten Tag) galt es nun, die verschiedenen Inhalte nochmals zu rekapitulieren, zusammenzubringen und zu festigen. Die Studierenden sollten die wesentlichen Erkenntnisse zusammentragen. Hierfür habe ich eine Glossar-Seite in unserem Veranstaltungswiki angelegt, und die Studierenden sollten dort alle Begriffe, die sie kennen gelernt hatten, kurz definieren (auf die Idee des Glossars hat mich *m.g.* gebracht, der dies in ähnlicher Weise im GeoWiki versucht hatte). In Kürze die Stichpunkte hierzu:

  • Die Studierenden saßen in Zweier- oder Dreiergruppen vor Computern. Wir hatten ca. eine Stunde Zeit.
  • Jede Gruppe sollte sich selbstständig aus dem Glossar einen Begriff aussuchen, der ihnen besonders gut gefallen hat und den sie gerne definieren möchte. Die Gruppe sollte sich eine kurze, prägnante Definition überlegen und diese eintragen.
  • Wenn sie damit fertig sind, dann sollen sie sich entweder einen anderen Begriff suchen, oder sie sollen sich ansehen, was andere Gruppen geschrieben haben und dies ergänzen oder verbessern.
  • Studierende, die Probleme mit Englisch hatten, sollten den Text auf Portugiesisch einstellen. Andere Gruppen, die portugiesische Texte sehen, sollen diese dann verbessern.

Anschließend habe ich dann mit den Studierenden die Arbeitsweise in einem Wiki reflektiert und Analogien zum aktiven Plenum gesucht. Aus diesen Analogien haben wir die entsprechenden „philosophischen“ Aspekte herausgearbeitet: ein eigenes Wissen soll nicht zurückgehalten werden, verteiltes Wissen wird zusammengetragen, Emergenz, … Gerade das aktive Plenum als „offline-Variante“ und das Wiki als „online-Variante“ eignen sich gut, um in ganz unterschiedlichen Situationen gemeinsame Aspekte zu entdecken.

Ein großes Problem sehe ich noch: Es ist zwar gut verstanden worden, wie man mit einem Wiki arbeitet und wofür das gut ist. Allerdings sind die inhaltlichen Ergebnisse nicht sonderlich überzeugend. Problem: Was macht man jetzt? Die Studierenden arbeiten nicht mehr darin, und die Ergebnisse stehen nun mehr oder weniger halbfertig und halbkorrekt im Internet. Soll ich das als Dozent verbessern? Soll ich einen Kommentar auf die Seite schreiben, der die Inhalte relativiert? Any ideas?