Ein Flow-Seminar retrospektive: Melanie Gottschalk

Veröffentlicht: Dienstag, Juni 7, 2011 in Gastbeitrag, LdLChronologie

So schnell kann’s gehen: Nach dem Gastbeitrag von Ulrike Kleinau hier der nächste von Melanie Gottschalk. Danke, Melanie!

3 Jahre sind schon vergangen? Wahnsinn! Der werte Leser wird es mir nachsehen, wenn ich nicht die Details der Zeit wieder aufkoche, da sie umfassend in Film, Wort und Schrift dokumentiert wurden. Eine persönliche Sicht auf die Dinge ist für mich das authentischste – weil ich eben ich bin und jeder der damaligen Zeitgenossen sich selbst eingebracht hat. Ich denke, das ist der Schlüssel zu den Geschehnissen: ein offenes Miteinander, ein sicherer Hafen und spontane Aktivisten.

Hierzu ein Zitat aus meinem eigenen Blog vom 21.12.2008:

„Meine eigenen Motive? Es macht mir unendlich Spaß mit so vielen besonderen Menschen zusammen zu arbeiten. Ein Austausch im Augenhöheverhältnis, wenn man sonst nur eine Matrikelnummer ist. Zumindest was die Rolle der Studentin in mir angeht.😉 “

Nach so einem Zitat beschleicht einen sicher der Gedanke, dass es rein um Bestätigung und Aufmerksamkeit ging. Nun ja, es gibt schlechtere Motive aktiv zu werden und es ist als solches ein probates Mittel  sich in Fachliteratur zu knien und Teil eines dynamischen Systems zu sein. In so kurzer Zeit soviel zu lernen in allen möglichen Fachbereichen war und ist bis heute eine Bereicherung. Und nicht zuletzt als sich selbst reflektierendes Individuum auch eine Chance seine eigene Entwicklung zu analysieren.

Die höhere Sinngebung schlich sich langsam ein. Wir entdeckten die Möglichkeiten, entwickelten Konzepte, erstürmten die Gipfel der Bildungsfragen und erfuhren die Grenzen. Die Grenzen des Systems und nicht zuletzt die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit.

Auf dem Höhepunkt der Ereignisse hatte ich es bis zur Co-Dozentin für die Mediendidaktik Deutsch und zur Referentin in Themen der Web 2.0 basierten Unterrichtszenarien gebracht, sowie jede Menge Interviews geführt und einen Artikel mit Christian veröffentlicht. Darüber hinaus war das Lernpensum hochgetaktet, produktiv und steigerte meine Eloquenz.

Wo viel Sonne ist, ist auch Schatten.

In dieser Zeit kam das Studium definitiv zu kurz und so verlor ich meinen Prüfungsanspruch. Meine Beziehung scheiterte und mein Großer hatte extreme Schwierigkeiten sich in das Baden-Württembergische Schulsystem zu integrieren. In diesem Moment brach für mich alles zusammen und ich kappte sämtliche Verbindungen in die Netzwerke. Anders als Christian, der dies ganz im Sinne des öffentlichen Wissenschaftlers in seinem Blog thematisierte, tauchte ich ab und gewann einen großen Abstand zu den Ereignissen. Seitdem haben meine Kinder und ich uns in meiner alten Heimat Hamburg ein besseres Leben aufgebaut. Das Schulsystem ist um Längen besser und auch die Pädagogen hängen nicht der schwäbischen Mythologie des maschinellen Funktionierens nach.

Was ist nun geblieben?

Das Bestreben im Bildungssektor dieses Landes Konstruktives zu Leisten, dieser innere Wunsch hat sich massiv verfestigt und ist nicht zuletzt der Grund, warum ich im Oktober mein Studium wieder aufnehmen werde. In diesem Zusammenhang die eigene Qualität des Unterrichts unabhängig von „Unterrichtsentwürfen“ mit dem Gelernten und Erfahrenen zu optimieren. Um am Ende selbst Lehrer auszubilden.

Geblieben ist ebenfalls eine unvergessliche Bildungsexpedition, denn intensiver kann man Bildung kaum erleben. Die mentale Verbindung zu Christian Spannagel und Lutz Berger und nicht zuletzt das Schulterklopfen für die eigens erbrachten Leistungen.

Last but not least, eine unglaublich intensive wie wunderschöne Zeit mit vielen besonderen Menschen aus dem Seminar und aus den Netzwerken.

Danke dafür!

Melanie Gottschalk

Kommentare
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