#vile12

Veröffentlicht: Dienstag, Februar 21, 2012 in Twitter

Heute hatte ich einen Vortrag in Bad Urach im Rahmen der ViLE-Tagung Demokratie 2.0? Social Web, Gesellschaft und Individuum. ViLE ist die Abkürzung für Virtuelles und reales Lern- und Kompetenz-Netzwerk älterer Erwachsener, und der Vortrag fand in einem ähnlichen Setting statt wie mein Impro-Vortrag vom letzten Jahr (Resümee dazu). Ziel des Vortrags: Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an ein paar Beispielen den Nutzen des Social Web erläutern – und auch die Risiken. Da einige Teilnehmer(innen) an der Veranstaltung heute auch damals bei deim Impro-Vortrag anwesend waren, wollte ich nicht dasselbe nochmal machen, sondern habe ich mich für einen vorbereiteten, nicht-improvisierten Vortrag entschlossen mit Twitter-Wall und ohne Streaming. Die Twitter-Wall wollte ich eigentlich diesmal nur beiläufig einbinden, mal eins, zwei Fragen in den Äther stellen, eben um kurz Twitter und Twitterwalls zu demonstrieren. Überrascht wurde ich dann aber von der atemberaubend hohen Aktivität in zwei Räumen: sowohl in Twitter als auch im Seminarraum. Ich hatte nicht gewagt zu hoffen, dass heute eine solche hohe Interaktivität zustande kommt – und bin wirklich froh und wirklich überrascht darüber, was heute passiert ist. Im Folgenden ein paar Gedanken dazu:

  • Zunächst mal: Es gibt kein besseres Publikum als eine Gruppe interessierter und witziger Seniorinnen und Senioren. Da muss man wirklich (!) spontan sein. Kaum beginnt man zu reden, kommt die erste Meldung aus dem Saal: „Sie sind ein hübscher junger Mann!“ Meine verlegene Frage, ob ich das twittern soll, wurde von einer vehementen Bitte übertönt: „Können Sie sich bitte nach da rechts ins Licht stellen? So sieht man sie nicht!“ Also, ich wandere rüber, dann der Einwurf: „Jetzt müssen Sie noch ein bisschen in die Knie gehen!“ – Lachen im Raum – und schon waren wir mittendrin!🙂
  • Kurz zuvor – während die Teilnehmer noch beim Abendessen waren – hatte ich über Twitter um ein Hallo gebeten. Kurz nach Beginn des Vortrags waren schon so viele Hallos, Helaus und Alaafs eingegangen, dass ich von der Twitterwall in die Twittersuche wechseln musste, um alle Hallos zeigen und alle Twitterer vorstellen zu können. Die Vorstellung machte ich ausfühlich und im Detail, um zu zeigen, wer alles so twittert und dass nicht alles Studenten sind (das war die erste Vermutung von einigen Teilnehmern).
  • Ich führte zuerst kurz in Twitter ein, zeigte meine Timeline und stieß sofort auf einen Tweet von @ankegroener: Baby, frischer Majoran ist der Kracher! Weitere Recherchen ergaben: Linsensuppe in the making. Prima Einstieg in Twitter! Ich erklärte, dass solche Information eben keine Sinnlos-Information ist, sondern „sozialer Kitt“. Menschen sind eben nicht überwiegend an Inhalten interessiert, sondern an Menschen, und gerade das ist das Schöne an Twitter: Zwischen den ganzen Inhalten bekommt man auch persönliche, vermeintlich nutzlose Statusmeldungen, die einem aber in der Summe ganz viel über eine Person vermitteln und letztlich auch für den Witz und den sozialen Zusammenhalt auf Twitter sorgen. Die Abendessen-Diskussion wurde dann zum Running Gag die ganze Veranstaltung hindurch. Als schließlich @otacke per Twitter das Publikum im Raum bat, darüber abzustimmen, ob er heute abend kochen oder nur einen Salat machen soll, waren im Raum alle völlig begeistert: Wir stimmten ab (30 zu 15 für Kochen) und meldeten @otacke das Ergebnis zurück. Später bestanden (!) die Teilnehmer darauf, @ankegroener nach ihrer Suppe zu fragen und @otacke danach, was er denn kocht. Menüfolge? Somit war letztlich glasklar: Solche Informationen sind eben doch nicht unwichtig, im Gegenteil. Verbal überzeugen konnte ich bislang noch nie jemanden davon, heute hat sich’s einfach so ergeben.
  • Auch die anschließenden Fragen an die Twitter-Gemeinde (z.B., ob sie Facebook nutzen und warum, oder ob 140 Zeichen nicht zu einengend seien) und die Fragen im Raum ergaben eine äußerst interessante Diskussion. Die Teilnehmer waren sehr neugierig und haben viel gefragt. So machen Vorträge Spaß! …Also, was heißt hier eigentlich „Vortrag“: Es war definitiv nicht „mein Vortrag“, sondern irgendwie eine Netzaktivität im Offline, im Online und im Dazwischen.
  • Deutlich wurde in der zweiten Hälfte: ein Twitter-Moderator muss her, ein Manuel Andrack; diese Funktion hat @tracernet dankenswerterweise spontan übernommen. Hätte ich mit DIESER heftigen Netzaktivität gerechnet, hätte ich mir das vorher überlegt; trotzdem gut, dass es sich noch spontan ergeben hat. Darüber hinaus habe ich mich geärgert, dass ich nicht doch gestreamt habe. Die Anfrage kam ein paar Mal von den Twitterern – zurecht. Also: Eine Twitterwall „nur zur Demonstration mit eins, zwei Fragen“ zu planen mach ich nicht mehr, zukünftig gleich aufs Ganze gehen, mit Streaming und allem drum und dran.
  • Bei solchen Twitter-Aktionen beschleicht mich außerdem immer ein schlechtes Gefühl gegenüber den mittwitternden Menschen „da draußen“: Sie machen alle ganz aktiv mit, bringen sich ein – und ich selbst kann nicht persönlich auf alle Beiträge eingehen, weil die Teilnehmer im Raum einen großen Teil meiner Aufmerksamkeit beanspruchen; und mehr als ein paar Mal die Twitterwall gemeinsam mit den Menschen im Saal durchzugehen oder mal einen Blick zwischendurch draufzuwerfen schaffe ich einfach nervlich nicht🙂. Schließlich kommen noch zahlreiche Fragen aus dem Saal, und ich will „nebenbei“ ja auch noch nen Vortrag halten. Das Ende von solch einer Aktion kommt auch immer recht abrupt, sodass ich das Gefühl habe, die Twitterer „am Ende irgendwie im Regen stehen zu lassen“. Ich fühle mich anschließend dann immer ein bisschen schlecht. Vermutlich (so hoffe ich) ist das unbegründet, weil alle irgendwie ihren Spaß hatten, die Teilnehmer im Saal (im Gegensatz zu mir) auch die Twitterwall ständig im Blick hatten, und der Twitter-Moderator aus dem Saal heraus auf einige Fragen in Twitter reagieren konnte. Trotzdem, das schlechte Gefühl bleibt: Es sind meine Freunde, und ich beschäftige mich zu wenig mit ihnen während des Vortrags. Ist das gerechtfertigt, oder vergesse ich, dass doch das Netz und dessen Interaktion das eigentlich Wesentliche ist?
  • Also: Danke nochmals GANZ HERZLICH an alle, die mitgemacht haben. HERZLICHEN DANK an: @tracernet, @mons7, @Tastenspieler, @heckerstampehl, @walterspannagel, @hosi1709, @TuraSatana, @VolkmarLa, @woxl, @mkarbacher, @otacke, @jeanpol, @LuciLucius, @jpetermo, @nele_we, @fasnix, @FrauFridur, @enicchi, @Antje, @95_BK, @CaroFNG, @deutschonline, @lress, @UserKingsize, @herrlarbig, @TwitLach, @joergeisfeld, @DoreenKroeber, @FriederK, @kprobiesch, @cmarkefka… (ich hoffe, ich habe niemanden vergessen)

Wie habt ihr die Aktion erlebt? Was hat euch gefallen, was nicht?

Kommentare
  1. Oliver Tacke sagt:

    Glückwunsch zur gelungenen Veranstaltung!

    Zu deinen Bedenken kann ich nur meine Meinung festhalten, aber ich könnte mir vorstellen, dass ich da nicht allein bin.

    Das Web 2.0 (ich nenne es jetzt der Einfachkeit halber so) basiert auf Wechselseitigkeit. Du hast von uns nun etwas erhalten und hast Angst, nicht genug zurück zu geben. Aus meiner Sicht unbegründet. Du teilst ja auch in deinem Blog deine Gedanken mit uns, du stellst Schaubilder von Präsentationen und hilfst auch anderen bei ihren Projekten. Und du lässt uns ja auch an solch interessanten Experimenten teilhaben (ich wollte zum Beispiel wissen, ob man per Twitter auch Aktion in oder gar Interaktion mit einem Publikum erzeugen kann – ja!). Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht und wenn es dir geholfen hat, umso besser.

  2. Das war einfach ein ganz dolles Ding! Die Veranstaltung war für meine Begriffe viel zu schnell vorbei. Gerne hätte ich die Teilnehmer im Saal auch kennengelernt. Apropos Lernen: das funktionierte fast nebenbei (Thema: Authismus und Twitter, Tweeds mit # versehen!) und regte vor allem zum Weiterdenken an. So sollte auch Unterricht in der Schule sein.
    Den Moderator-Einsatz fand ich übrigens sehr geschickt.
    @ Oliver: ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich die Twitterer (@mons7: wie hieß der schöne Begriff gestern?) nun vernachlässigt fühlen.

  3. mons7 sagt:

    @Kristina: Twitterati?🙂 …. aber in Wahrheit weiss ich die Mehrzahl von Twitterer nicht. Wir beiden wären wohl Twitteusen?😉

  4. cspannagel sagt:

    Vielen Dank für eure beruhigenden Kommentare!🙂

    @Kristina Also, FrauFridur hat euch gestern als lechzende Twittermeute bezeichnet.🙂

  5. @Christian: Damit hatte Frau Fisdur ja auch recht. Eine (kleine) Masse von Menschen, die Twitterer eben, verlangte nach etwas, was dringend benötigt wird. Du und „der Saal“ haben versucht, diesem Bedürfnis nachzukommen und uns damit glücklich zu machen. Also: alles gut.

  6. Oh pardon, mein Kopf war voller Noten: es muß FrauFridur heißen. Entschuldigung!

  7. Fräulein Fridur sagt:

    Fisdur ist bestimmt ein schöner Ton. Wenn ich nicht so schlecht im Notenlesen/finden wäre, könnte ich mir das gleich mal vorspielen😉

    Hm… also ich persönlich denke nicht, dass die twitterer im Regen stehen gelassen worden sind. Durch Saalbeteiligung und letztlich auch die tolle Moderation durch @tracernet war der Regenschirm groß genug, denke ich. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht und es waren paar wirklich gute Anregungen für mich dabei.
    Allerdings hatte ich gestern auch den Eindruck, dass eine Art Grenze der Machbarkeit vorerst erreicht worden ist- jedenfalls, wenn man vor Ort den Teilnehmern UND den Teilnehmern im web gerecht werden möchte (die Eigendynamik von twitter in eine bestehende Vortragsfolge zu kriegen ist gewiss gar nicht so einfach, je nachdem). Vielleicht kann man da aber auch die Form des Vortrags an sich weiterentwickeln und mehr auf diese Moderatorenschiene gehen. Während ich das so tippe, muss ich an eine interaktive talkrunde denken. Der Vortragende selbst fungiert als Moderator und vermittelt sein Thema anhand der Beteiligung durch die Teilnehmer im web und beantwortet so die Fragen der Teilnehmer vor Ort (deren Anregungen oder Sorgen, Wünsche, Interessen,…). Dazu fällt mir auch der ganz freie Vortrag von dir ein, aber ich weis nicht mehr, wann und wo der war. Irgendwann im letzten November?
    Ich glaube, dass die „traditionelle“ Vortragsweise mit einer vorausgeplanten thematischen Abfolge nur bedingt geeignet ist, wenn du (zunehmend?) twitter in die social web Vorträge einbauen möchtest. Soviel Eigendynamik muss den Vortragenden zwangsläufig in eine Zwickmühle bringen, wenn er beiden Teilnehmerseiten gerecht werden möchte😉

    Weil mich das gerade beschäftigt: hat schon mal jemand so einen „talkrunden“-Vortrag gehalten und aufzeichnen lassen? Vom Charakter her stelle ich mir das wirklich ein wenig anders vor und würde das gerne mal ansehen.

    Sonst haben die „Vorkommentatoren“ eigentlich alles weiter auf den Punkt gebracht, was mir noch als sagenswert erschien🙂

  8. […] Stunde hat er sich noch aufgerafft, den Vortrag im Blog zu reflektieren, nachles- und kommentierbar hier. Zuvor schon eine Anmerkung in 140 Zeichen hier: “Ja – ich werde nie wieder eine […]

  9. Ein schlechtes Gefühl ist auch aus meiner Sicht nicht nötig. Im Gegenteil, ich habe die Veranstaltung als sehr anregend und gewinnbringend erlebt. Für mich war während der Session eine unglaubliche Intensität und Konzentration spürbar und ich fand es faszinierend die Entwicklung der Aktivitäten zu beobachten. Aus diesem Grund habe ich auch den Stream nicht vermisst. Ich denke, mit einem Streaming hätte diese Entwicklung nicht stattfinden können, weil ein großer Teil der Aufmerksamkeit davon geschluckt worden wäre.

    Zum Beispiel die Moderation zwischen Online und Offline durch @Tracernet. Das hat ganz fließend funktioniert und mir gezeigt, dass Flexibilität und Offenheit in solchen Veranstaltungen viel wichtiger sind als das ultimative Konzept™.

    Ein Livestream wäre sicher günstiger gewesen, wenn Du die „Twitterati“ und „Twitteusen“ in die inhaltliche Diskussion hättest einbinden wollen. Um die Aktivitäten und Prozesse bei Twitter erlebbar zu machen, ist das aus meiner Sicht aber nicht nötig. Zur Dokumentation wäre es allerdings sehr schön gewesen aber es hier zu lesen ist mir schön genug.😉

    @FrauFridur
    Schau Dir doch mal die Talkrunden bei http://www.ununi.tv/ an. Johannes Moskaliuk hat den Ablauf eines „Kamingesprächs“ im Open Course Workplace Learning (#ocwl11) hier beschrieben: http://www.wissenmaldrei.de/kamingesprach-bei-ununitv/.

    @mons7 Du solltest Dir „Twitterati“ und „Twitteusen“ schützen lassen bevor Irgendwer-mit-Social® es tut.😉

  10. Walter Spannagel sagt:

    Nein, ich habe mich nicht vernachlässigt gefühlt. Erstens war die Interaktion der „Twitterati“ lebhaft genug, zweitens war ja klar, dass Du einen „Vortrag“ hältst. Der hätte mich in der Tat nach Betrachten der Slideshare-Folien auch interessiert. Ansonsten kann ich mich weitestgehend meinen VorkommentatorInnen anschließen.
    @mons7 Twitterer ist Singular und Plural. Twitterati ist Plural für Twitteratus UND Twitterata, also ein Volltreffer🙂

  11. Jan Hecker-Stampehl sagt:

    Für mich war es ganz spannend, weil ich das erste Mal so umfassend mitgetwittert habe und ich muss sagen, es hat riesig Spaß gemacht! Ich hätte nie gedacht, dass es so lebhaft sein kann, habe mich selbst geradezu überschlagen. Ich finde, die Essensmeldungen haben schön gezeigt, wie locker die Diskussion so sein kann. Isoliert betrachtet wirken solche Tweets schon banal, aber da sie Teil eines größeren Austauschs waren, dienten sie der Auflockerung, entsprachen so den Anekdoten, die man z.B. im Vortrag oder im Kaffeepausen-Gespräch bringen würde.
    Mit @Tracernet lief’s in der Tat inhaltlich etwas runder. Wie auch immer, finde das eine hochspannende Erfahrung und werde sehen, wo ich das mal einsetzen könnte bzw. freue mich auf weitere Einladungen durch @dunkelmunkel!

  12. […] sich die Harmonie auch an der Diskussion rund um Prof. Spannagels kürzlichen Vortrag und die anschließende Aufarbeitung […]

  13. cspannagel sagt:

    Insgesamt danke für eure Rückmeldungen, die meine persönliche Wahrnehmung relativieren: Es fühlt sich wohl niemand „im Stich gelassen“ oder „ausgenutzt“, wenn ich in diesem Kontext nicht auf die Twittermeute angemessen selbst eingehen kann… eine wertvolle Rückmeldung für mich.

    @FrauFridur Der Impro-Vortrag im letzten Jahr war vielleicht so was ähnliches wie ein Talkrunden-Vortrag, allerdings nur so ähnlich: Ich hatte damals die Twitterer gebeten, mir Stichpunkte zu nennen, über die ich im Raum dann sprechen sollte. Ich könnte mir aber auch gut vorstellen, mal eine Diskussion zwischen Offline- und Online-Teilnehmern zu moderieren. Vielleicht wäre dafür aber ein Konferenzsystem wie Adobe Connect geeigneter? … @Cornelie Danke für die Links hierzu!

    Ich möchte noch auf die interessante Diskussion im Blog von Daniel Spielmann hinweisen. Müssen wir wieder verstärkt gegen Lobhudelei „vorgehen“?

  14. Hanna sagt:

    Lieber Dunkelmunkel, i

    Ich bin Seniorin Hanna in ViLE. Es war für mich ein richtig gutes Erlebnis wie du mit uns umgegangen bist, großartig. Ich hatte viel Spaß. Vielleicht gehe ich auch einmal ans Twittern und vielleicht auch ins Facebook. Schau`n wir mal. Danke für deine Art uns neue Bahnen zu zeigen.

    Herzlich Hanna

  15. m.g. sagt:

    Liebe weibliche und männliche Nutzer des Mikrobloggingdienstes Twitter und anderer Dienste aus der schönen Welt des WEB.1.Periode9,
    ich gehöre der Generation an, für die mittlerweile klar abzusehen ist, dass man sie „demnächst“ (10 Jahre +/- 2Jahre) als Senioren bezeichnen wird. Als Angehöriger dieser Generation „Led Zeppelin/Deep Purple/Black Sabbath“ staunt man nur über die Entwicklung sogenannter „sozialer“ Netzwerke, in denen beispielsweise solche schönen sozialen Aktivitäten wie das allseits beliebte Cybermobbing auf das Beste gedeihen.
    Mit der Technik dieser tollen Errungenschaften der Moderne haben wir eigentlich kein Problem, möchte aber rein instinktiv besser nichts damit zu tun haben. Nicht aus Angst vor dem Unbekannten, wie gesagt, die reine Technik ist ja einfach zu verstehen. Man muss ja nicht mal mehr wissen, ob man eine Pixelgrafik oder eine Vektorgrafik in den Orbit schicken muss. Und schließlich können sich ja sogar Mitbürger, die Abi 2011 an die Heckscheibe ihres Autos geklebt haben, bei Facebook anmelden und mehr oder weniger sinnfreie Meldungen per abschließendem Mausklick den sozialen Weiten übergeben. (Hinweis für die „digital natives“: Soeben wurde das Wort „posten“ umschrieben.)
    Es ist allgemein bekannt, dass es für das Leben eines Menschen recht vorteilhaft sein kann, gewisse Aspekte des Kindlichen in sich zu erhalten. Die diesbezüglichen Grenzen zum Infantilismus mögen fließend sein und auch mag es sogar von Vorteil sein, eine gewisse Portion infantilen Gedankengutes zu konservieren.
    Bei dem Anblick des legendären „Gefällt-mir-Buttons“, sehe ich dann doch immer wieder den dreieinhalbjährigen Maik vor mir, der seine Bauklötze durchs Zimmer wirft und dabei „Gefällt Maiki“ skandiert. Nachdem alle Bauklötze ihren neuen Platz im Zimmer gefunden haben, bleibt es ein wenig ruhig bis Maik der Welt mitteilt: *Maiki ganz doll freu*. Damit sich Maik schon jetzt ans „socialn“ gewöhnt, haben ihm seine Eltern einen Smiley ausgedruckt, ausgeschnitten, auf Pappe geklebt und schließlich an einem Stock befestigt. So wie früher die Kinder die Eisenbahnkelle beim Spiel gehoben haben, hebt Maik jetzt die Smiley-Kelle um seiner Gemütsregung mehr Ausdruck zu verleihen. Seine Eltern haben das alles natürlich mit dem AiFon aufgenommen und sofort als MPEG4 (wissen die Eltern nicht, es ist halt ein Video) nach „DuRohr“ geschickt. Maiks Eltern erwarten nun ein wahres Gewitter von „Like-Buttons“, welche jedoch ausbleiben. Statt dessen werden Maiks Eltern als rückständige Assis beschimpft und mittels Link auf ein anderes Video verwiesen. Dieses basiert auf demselben Drehbuch wie das Video von Maik nur spielt das Chantal die Hauprolle und Chantal zeigt den abschließenden Smiley mittels eines AiPads.
    Zu meinem sozialen Netzwerk gehört u.a. mein Hund. Der würde sich nicht mit dem digitalisierten Bilds einer Wurst auf dem IPad-Display zufrieden geben. Und wenn er sich freut wackelt er analog (also nicht digital) mit dem Schwanz und die Welt ist so ziemlich in Ordnung. Allerdings riecht er mitunter auch recht streng, was von einem Cyberhund wohl nicht zu erwarten ist.
    Viele Grüße von Fritz ( das ist mein Hund) und mir (Micha)

  16. m.g. sagt:

    Lieber Christian, liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs, liebe aktiv an der Gestaltung dieses Blogs Beteiligte (männlich und weiblich),

    Christian schrieb:

    Müssen wir wieder verstärkt gegen Lobhudelei “vorgehen”?

    Nun, nachdem ich diesen Blog seit etwa 2 Jahren regelmäßig verfolge und zwangsläufig auch den ein oder anderen Blick auf die Blogs der hier versammelten Vertreter der Netzgemeinde werfe, würde ich Christian mit einem klaren „Ja“ antworten.
    Andererseits weiß ich, dass das wohl ein sinnloses Unterfangen sein wird.
    Die Begründung gibt Christian selbst: sozialer Kitt. Diesen bezieht er zwar auf Twitter, aber uns ist schon klar, dass dieser Kitt auch hier eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielt. Es ist doch so schön angenehm, dass man sich ständig gegenseitig versichert, was für tolle Weltverbesserer sich hier doch zusammengefunden haben.
    Für mich ist damit aber auch klar, dass Blogs zum wissenschaftlichen Arbeiten nicht taugen. Irgendwie bilden sich ja doch immer mehr oder weniger abgeschlossene Kreise, die sich um einen Blog oder eine Blogfarm scharen. Die diesen Kreisen Zugehörigen fühlen sich dann wohl in der warmen menschelnden Entropiesuppe.
    Christian, unter solchen Bedingungen kannst Du Dein Neuronenmodell vergessen. Neuronen haben keine Gefühle. (Du kannst es natürlich auch aus anderen Gründen vergessen.)
    Derartige abgeschlossene Kreise bilden sich übrigen nicht nur im Netz. Ich fahre nicht umsonst nicht mehr zur GDM Tagung. Die Netzgemeinde ist ja häufig der Meinung, dass das Pyramidenspiel WEB1.999…. eine Abschottung schon zu verhindern weiß. Es sind jedoch die persönlichen Grenzen eines jeden einzelnen und natürlich sind es auch seine Gefühle, die neben der Sinnlosigkeit von Schneeballspielen dafür sorgen, dass Abschottung erfolgt.

    In entsprechenden analogen (außerhalb der technischen Vernetzung) wissenschaftlichen Dispute ist es früher üblich gewesen, dass Koreferenten die Aussagen des Vortragenden komplett auseinander nahmen. Das tat mitunter richtig weh, half aber ungemein bei der Arbeit. Selbst wenn der Koreferent nicht recht hatte, wusste man, dass man sich unklar ausgedrückt hatte.

    Warum gibt es sowas hier nicht? Vielleicht wollen wir ja gar nicht wissenschaftlich arbeiten, sondern einfach nur das Gefühl bekommen, dass man uns mag? RTLII-User erledigen das mittels 34.573.218 Freunden auf Facebook. Dem Akademiker und dem der einer sein möchte bleibt diese Möglichkeit wegen Ehrenrührigkeit versagt. Da kommen charismatische Blogger gerade recht.

    Viele Grüße
    Micha

  17. cspannagel sagt:

    @m.g. „Für mich ist damit aber auch klar, dass Blogs zum wissenschaftlichen Arbeiten nicht taugen.“ – Diese Einschätzung kann ich nicht teilen. Das Blogschreiben taugt an sich schon etwas – ohne dass überhaupt jemand kommentiert! Mir persönlich hilft das Reflektieren, das Zusammenfassen und das strukturierte Aufschreiben dabei, meine Gedanken zu ordnen. Ich könnte das auch in einem Heft oder in einer lokalen Datei machen, aber (jetzt kommt das Entscheidende): Wenn ich für eine gewisse Öffentlichkeit schreibe, dann formuliere ich anders. Dann muss ich genauer und präziser meine Gedanken darlegen, als ich es „nur für mich“ machen würde, und dabei fällt mir oft etwas Neues ein, mir fällt etwas auf, was mir bislang noch nicht aufgefallen ist, und ich übe mich im verständlichen Formulieren (was mir wiederum beim freien Reden in Vorträgen hilft; ich „ertappe“ mich öfter dabei, dass ich dort Formulierungen verwende, die mir beim Blogschreiben eingefallen sind). Das Weblog ist mein „Denkwerkzeug“.

    Die Kommentare kommen erst in einem zweiten Schritt. Gerade in der letzten Zeit habe ich nicht den Eindruck, hier zu viel Lobhudelei zu „ernten“, sondern im Gegenteil: Es gibt ordentlich Gegenwind (wie beispielsweise bei dem Beitrag zum Tippen-Lernen, der mich auch zum Umdenken bewegt hat). Auf die Kommentare möchte ich daher keinesfalls verzichten. Die Gefahr besteht aber permanent, dass man sich zu sehr an schmeichelnder Zustimmung erfreut – dieser Gefahr muss man sich immer bewusst sein. Aber – wie du schon beschreibst – ist das nichts blogspezifisches, sondern letztlich hat man das auch oft in Offline-Communities. Letztlich bist du auch derjenige gewesen, der mich auf die Problematik aufmerksam gemacht hat, und seitdem versuche ich, dieses Problem immer „mitzudenken“.

    Ich teile deine Sicht auf die Problematik, aber nicht die Konsequenz: Ich werde mich weiterhin in Blogs, Twitter und Co. „herumtreiben“, weil ich es für mich und meine wissenschaftliche Arbeit als wertvoll empfinde; man darf dabei nur nicht „blauäugig“ sein…

    Übrigens wird ein ähnliches Problem auch gerade in Gabi Reinmanns Blog diskutiert.

  18. Oliver Tacke sagt:

    @m.g.
    Inhaltlich finde ich den vorherigen Kommentar durchaus diskussionswürdig und wichtig, wundere mich aber über diese Aussage: „Christian, unter solchen Bedingungen kannst Du Dein Neuronenmodell vergessen. Neuronen haben keine Gefühle. (Du kannst es natürlich auch aus anderen Gründen vergessen.)“ Dass es sich nicht um ein Modell der Wirklichkeit handelt, sondern um eine bloße Metapher, die zu Handlungen anregen soll, wurde ja schon einmal deutlich in Kommentaren von Christian klargestellt: https://cspannagel.wordpress.com/2011/05/20/youtube-vorlesungen-und-das-aktive-plenum/

  19. m.g. sagt:

    Lieber Oliver,
    klar eine Metapher. Ich mag die Neuronen auch als Metapher nicht. Aber das müssen wir hier nicht noch einmal aufwärmen.
    Grüße Micha

  20. Oliver Tacke sagt:

    @m.g.
    Nein, das müssen wir wirklich nicht aufwärmen. Ich war bloß verwundert, weil ich den Bezug zur geäußerten Kritik nicht herstellen konnte.

    Viele Grüße
    Oliver

  21. mons7 sagt:

    @m.g. Lieber Micha, Meines Erachtens verkennst Du, was hinter der offensichtlichen (will meinen sichtbaren) Schicht „dahinter“ abläuft, was aber erst durch das, was für den Außenstehenden „sichtbar“ (und als unzureichend und unwissenschaftlich zu beurteilen) ermöglicht wird.
    Das Schreiben von Twitter-DMs mit dem Inhalt: „Kannst Du mal über den Text xy drüberschauen?“. Die darauf versandte Kritik via E-Mail. Wären solche Vorgänge auch sichtbar, entstünde im Handumdrehen ein (ganz) anderes Bild.

    @LuciLucius: Könntest Du das vielleicht einmal erforschen und veröffentlichen?

  22. @mons7: weil ich ja nicht mehr mit meinem Lieblingsspruch mit der Kunst und dem Können antworten will – an mir sollen die Themen nicht scheitern.

    @m.g.: Du hast recht: eine scharfe Auseinandersetzung tut weh, ist aber leichter zu ertragen und zu handhaben als sich die Kritikpunkte mühsam aus dem vielen Lob heraus zu suchen.

    @Christian: Deinen Begriff „Denkwerkzeug“ hab ich zu meinem gemacht, weil erstens verinnerlicht und zweitens Blogs im Literaturverzeichnis nichts zu suchen haben sollen. Wo ist die Originalquelle?

  23. helga d sagt:

    Hallo Christian,
    bin gerade vom ViLE-Seminar aus Bad Urach zurück, an dem ich als noch etwas jüngere Seniorin teilgenommen habe. Du bist schon ein ziemlich cooler Professor. Danke an dich und deine Twitterer für den interessanten und unvoreingenommenen Einblick in die Welt des Twitterns. Ich werde die für mich sinnvollen Möglichkeiten des social web auf jeden Fall nutzen, wenn auch mit entsprechender Vorsicht.

  24. m.g. sagt:

    {@Kristina} \cup {@alle}} bzw. @{Kristina, {alle}}
    Natürlich tut es weh, man hat sich gequält und eine Menge Herzblut reingesteckt und dann wird alles zerfetzt. Aber anders geht es nicht, wenn am Ende wirklich Substanz entstehen soll.
    Mitunter hat man sich nicht eindeutig ausgedrückt, kann aber auch sein, dass man die Dinge in ihrer Komplexität nicht richtig eingeschätzt hat.
    Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass auch in einem Blog ein Korreferent agiert. Diesem würde der Blogschreiber den entsprechenden Beitrag vorab zukommen lassen. Innerhalb einer Woche müsste der Korreferent seinen Beitrag schreiben. Beide Beiträge würden dann zeitgleich veröffentlicht werden. Der Korreferent wäre angehalten, möglichst viel Kritisches bezüglich des eigentlichen Blogbeitrages herauszuarbeiten.
    Ein solches Vorgehen wäre sicherlich nicht für jeden Blogbeitrag möglich, nötig und sinnvoll. Für Beiträge der Art „Flipped Math Lecture und das Aktive Plenum“ in denen ja auch gewisse theoretische Grundlagen angesprochen werden, könnte ich mir das als recht sinnvoll vorstellen. Warum sollten hier nicht bewährte Konzepte der nicht digitalen Forschungsarbeit adaptiert werden können?

    @Christian
    Falls Du mal Lust hast, das Konzept auszuprobieren, ich wäre bereit.

    Denkwerkzeug? Da hab ich dann doch so Vorstellungen von einem Schraubenschlüssel im Hirn. Nicht besonders angenehm!

  25. m.g. sagt:

    @mons7
    Entschuldigung, ich habe Deinen Beitrag zunächst übersehen. Auch wenn ich demnächst (Sommersemester) mal versuchen werde, Twitter im Rahmen einer Vorlesung einzusetzen, weiß ich jetzt schon, dass ich persönlich auf das Gezwitscher verzichten kann und will. Es ist doch schon schlimm genug, dass ich jeden Tag darauf achten muss, mein Handy aufzuladen und einzustecken. Die ständige Erreichbarkeit ist für mich eher ein Fluch, denn ein Segen. „Warum liest du nie deine SMS?“. Wie schön war die Zeit als es diese Gimmicks noch nicht gab. Ich hab sogar Bekannte, die ihr Handy bewusst zerstört haben, weil ihnen das Ding einfach auf den Nerv ging.
    Warum um Himmels willen packt man sich dann noch Twitter ins tägliche Pensum?
    Aber vielleicht bin ich ja autistisch veranlagt.

  26. @m.g.

    dann muss auch die frage erlaubt sein, ob ein vortragender, der möglichst unerreichbar sein will, für die studenten ein segen oder ein fluch ist…

  27. m.g. sagt:

    @Heinz Wittenbrink
    bedarf es Twitter für Erreichbarkeit?

  28. C. Thelen sagt:

    #vile12 – Bin einer der Offliner aus Bad Urach, der diesem Experiment mit Freude gefolgt ist;) Wenngleich ich (noch) nicht alle Werkzeuge des 2.0 richtig verstehe, so macht es mir Spass, daran teilzunehmen. Der „Vortrag“ von Prof. Spannagel „Social Web in der Anwendung – Facebook – verdammen oder nutzen?“ war nicht nur spannend für mich, sondern die erfrischende Freude des Vortragenden übertrug sich schnell aufs Offline-Publikum (und anscheinend auch auf s Twitter-Publikum).
    Ich denke, das Social Web darf man nicht (nur) den Jungen überlassen…..
    bin seit etwa 2 jahren bei Facebook angemeldet und twittere (bescheiden)
    unter @clete_
    Danke für den erfrischenden Abendeinstieg, dem noch eine Fl. Rotwein folgen sollte🙂

  29. mons7 sagt:

    @m.g. Lieber Micha, kein Problem. Manches mal gibt es ja auch lose Enden im Internet, …. wir hätten an anderer Stelle sicher wieder daran angeknüpft.

    Zur Frage, warum auch noch Twitter ins tägliche Pensum? I

    ch habe ehrlich gesagt Twitter nicht dazu gepackt. Vielmehr anderes durch Twitter ersetzt.
    (Ich gehe nicht an mein Smartphone, weil der Ton abgestellt ist (ich ein Klingeln also nicht hören kann). Ich telefoniere nicht (mehr), weil die Telefon-App meines Smartphones irgendwie (für mich) schwierig zu bedienen ist. Bevor ich es geschafft habe, meinen Anrufbeantworter abzuschalten, waren da wochenlang 11 unabgehörte Nachrichten drauf.)

    Auf der Arbeit benutze ich das Telefon wohl noch, aber da füge ich mich eben – aus Alternativlosigkeit.

    Twitter und das Internet sind im Gegensatz dazu so leichthändig bedienbar. Sie sind also das Mittel der (meiner) Wahl – zumindest wenn ich die Wahl habe.

    Denn das Internet hat mir – ich denke weil darüber Kommunikation eher asynchron (möglich) – etwas an Selbstbestimmung zurück gegeben. Ich bin dazu nicht einmal auf ein aufgeladenes Handy angewiesen. In meiner Umgebung befinden sich eventuell noch zwei andere Endgeräte zur Auswahl. Ist dem nicht so, beschäftige ich mich solange mit meinen eigenen Gedanken. Z.B. in der U-Bahn. Oder auf dem Fahrrad.

    Allerdings habe ich auch eine Befürchtung, aber eine andere Befürchtung als Du. Während Du befürchtest, Du könntest leicht autistisch veranlagt sein, befürchte ich vielmehr, ich könnte inkompatibel zu Menschen werden, die mir auch noch am Herzen liegen, und dies weil ich telefonisch (eine Art „Terror der Synchronität“ für mich) vielleicht irgendwann überhaupt nicht mehr erreichbar sein könnte.

    Hört sich das so „zugepackt“ an, wie von Dir vermutet? Oder mutet Dir sogar jetzt eher mein Verhalten „autistisch“ an?

    Herzlich
    m

  30. @m.g. Um ereichbar zu sein, braucht man Twitter nicht. Aber im Unterricht oder in Verbindung mit der Lehre kann Twitter einen ständig offenen Kanal bilden. Einige meiner Studenten wissen, dass sie mich mit Direktnachrichten via Twitter am besten erreichen (weil ich immer kurz vor der Email-Bankrotterklärung stehe). Sie wissen außerdem ungefähr, was ich gerade mache, und ich erfahre gelegentlich durch Tweets etwas aus dem Unterricht meiner Kollegen.

    Meine Frage war natürlich ironisch gemeint. Man muss so etwas wie einen passenden Medienmix finden. Weder die alten noch die neuen sind als solche gut oder schlecht. Aber manchmal lösen die neuen Probleme besser als die alten, z.B. die Verbindung von Kommunikation mit großen Gruppen und mit einzelnen. Twitter kann da nach meiner Erfahrung sehr effizient sein.

  31. cspannagel sagt:

    @Kristina Der Begriff „Denkwerkzeug“ ist ne freie Übersetzung aus dem Englischen „cognitive tool“ oder „mind tool“. Dazu hat Jonassen ne Menge gemacht – google einfach mal nach aktuellen Beiträgen von ihm dazu. Noch ne Rückfrage: Weshalb haben Blogs nichts im Literaturverzeichnis zu suchen?

    @m.g. Prima Idee! Ich würde weiterhin meine Blogbeiträge zunächst zur eigenen Reflexion und Sammlung schreiben, vor der Freischaltungen würdest du deinen Korreferenten-Beitrag schreiben (ich gebe dir am besten Schreibrechte in meinem Blog, Mail kommt gleich), und der veröffentlichte „Doppelbeitrag“ würde eher zur Diskussion als zur Bestätigung einladen… wirklich, eine gute Idee… lass uns das machen… (ich hatte sowas ähnliches schon mal mit Ulrich Kortenkamp gemacht, da wars aber eher eine Diskussion als ein „Beitrag mit Korreferenten-Beitrag“).

    @Hanna @Helga @CThelen @mons7 Wann und wo steigt die Wein-Party? Wenn wir noch Weizen mit einplanen, kommt vielleicht auch m.g.😉

  32. m.g. sagt:

    @christian
    Danke für die Einladung. Wird natürlich nur bei ausgewählten Beiträgen sinnvoll sein. Mein Vorschlag wir flippen zunächst: ich schreib einen Gastbeitrag (hab da was seit längerem im Kopf, was mal raus muss) und du zerreißt mein Geschreibsel.
    @alle
    Vielen Dank für die Kommentare und Hinweise. Komme leider erst nächste Woche dazu, näher drauf einzugehen.
    Vieler Grüße
    Micha

  33. […] mich sehr erstaunt und maßlos gefreut. Für reichhaltige Kritik bräuchte man auch jemanden wie m. g. aus dieser Diskussion. Den Text mal so richtig zerpflücken, bis ihn nichts mehr erschüttern kann […]

  34. cspannagel sagt:

    @m.g. Klar, nur bei ausgewählten, passenden Beiträgen.🙂 Und, können wir gerne machen mit dem Gastbeitrag!

  35. @Christian: vermutlich aus dem gleichen Grund wie Wikipedia?

  36. cspannagel sagt:

    @Kristina Mir ist schon klar, dass das vielerorts verboten wird. Ich halte es aber nicht nur für falsch, sondern auch für wissenschaftlich unredlich: Alle Quellen, die man verwendet hat, muss man angeben, oder? Weshalb darf man dann sogar bestimmte Quellentypen nicht angeben?

  37. Wenn ich aus der Empfehlung, Wikipedia als Anregung für weitere Literatursuche, aber nicht als (alleinige) Quelle zu nutzen, für mich ableite, dass Blogs nichts im Verzeichnis zu suchen haben, kann von einem Verbot sicher keine Rede sein. Du hast recht: alle Quellen müssen angegeben werden. Wie verhielte es sich wohl, wenn ich Deinen Begriff in einem mündlichen Gespräch aufgeschnappt hätte? Da ich beim Denkwerkzeug das Quellenproblem habe, muß ich mich nun leider davon verabschieden.:( Was für ein Glück, dass die Arbeit noch nicht weg ist…

  38. cspannagel sagt:

    Beim mündlichen Gespräch gibt es die Möglichkeit, in einer Fußnote so etwas wie „Persönliche Mitteilung am/vom…“ reinzuschreiben. Natürlich darf mans auch nicht übertreiben und muss jeweils gegeneinander abwägen: Wenn ich drei gute Artikel zu einem Thema habe, dann kann ich die mündliche Mitteilung auch unter den Tisch fallen lassen, wenn sie nix Neues an Erkenntnis bringt…

  39. […] bis hierhin mit dem treffenden Begriff “Denkwerkzeug” aus dem Blog von Christian Spannagel (Diskussionsbeiträge ab 24.02.12, […]

  40. […] Das Lehrstück 2.0 und dessen Rezension Das Lehrstück 2.0 war jenes, u.a. auch kommentiert und (für gut) bewertet von mir, mit Sprachwitz zerrissen dort. Dorten war […]

  41. mons7 sagt:

    @m.g. ? … „nächste Woche dazu, näher drauf einzugehen“… wie schaut’s aus.. Lust, den Austausch zu vertiefen?

  42. m.g. sagt:

    @mons7
    werde es versuchen, die Zeit sitzt mir trotzdem im Nacken, muss bis Ende der Woche zwei traditionelle Artikel fertig bekommen, nächste Woche warten dann die Staatsexamensklausuren und Fritz will auf seine Gassirunden auch nicht verzichten …

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